Dienstag, 17. November 2015

Wenn die Atmung streikt (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)


Chronisch obstruktive Lungenerkrankung und Vitalstoffe



(Quelle; Wiki)


Was ist COPD (chronic obstructive pulmonary disease)?



Die COPD hat ihre Namensfindung im englischsprachigen Raum und bezeichnet schwere Erkrankungen der Lunge, die laut Schulmedizin mit nicht mehr umkehrbaren Verengungen der Atemwege einhergehen. Im deutschsprachigen Raum fasst man die chronisch obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem unter dem Begriff COPD zusammen. Im Volksmund spricht man auch von einer Raucherlunge.

Während beim Lungenemphysem die winzigen Luftbläschen (Alveolen) in der Lunge betroffen sind und es hier zu einer chronischen Überblähung mit nicht mehr ausatembarer Luft kommt, ist die chronisch obstruktive Bronchitis primär durch eine dauerhafte Entzündung der Atemwege gekennzeichnet. 

Beiden gemeinsam ist, dass der zerstörende Prozess weiterläuft und letztendlich bis zur völligen Invalidität und einer erhöhten Sterblichkeit führen kann. Die Lebensqualität kann schon in Frühstadien deutlich eingeschränkt sein. Häufige Symptome sind Auswurf, Husten und Atemnot. 


(Quelle Wiki)


Die COPD betrifft in Deutschland laut offiziellen Zahlen fast sechs Millionen Menschen. Die Dunkelziffer mit eingerechnet, betrifft dieses Krankheitsbild circa 10% der deutschen Gesamtbevölkerung. So geht die WHO völlig zu recht davon aus, dass die COPD im Jahr 2020 weltweit die dritthäufigste Todesursache sein wird. Umso unverständlicher ist es, dass die Forschung auf diesem Gebiet um Jahre hinterher hinkt. Selbst wenn man jetzt versucht, dieses Defizit auszugleichen, wird es definitiv Jahre dauern, die Vernachlässigungen aufzuholen.

Erst recht ist die schulmedizinische Therapie im Anfangsstadium der Krankheit schlecht erforscht. Und dass, obwohl gerade zu Beginn der Erkrankung deutliche Erfolge erzielt werden könnten. 

Denn in dieser Zeitspanne durchläuft die Lunge charakteristische Veränderungen, die sowohl auf eine medikamentöse Therapie, als auch auf Naturstoffe gut ansprechen würden. 

Die Crux an der Sache ist, dass die COPD einen schleichenden Prozess darstellt und von den Betroffenen oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium wahrgenommen oder ernst genommen wird.


Es gibt eine Reihe von verschiedenen Medikamenten, die von der Schulmedizin verordnet werden können, um die Atmung zu erleichtern. Dazu gehören Bronchodilatatoren (Substanzen, die die Bronchien erweitern) und Kortison

Leider handelt es sich hierbei (wie auch sonst?) nur um eine rein symptomatische Therapie, so dass sie konsequent durch Naturstoffe unterstützt werden sollte.

Generell rät man COPD-Patienten auch, die angebotenen Impfungen gegen Grippe und Lungenentzündung wahrzunehmen, um Verschlechterungen vorzubeugen. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er dieses Angebot wahrnimmt oder nicht.

Verschlechterung vermeiden


Die Exazerbation (deutliche und akute Verschlechterung des Krankheitsbildes) stellt sich als große Unbekannte dar. Die Verschlechterung der Abwehrleistung ist ein häufiger Begleiter der COPD und macht Erkrankte anfälliger für erregerspezifische Infektionen der Atemwege. Es gibt keine allgemeingültigen Regeln, unter denen eine Exazerbation erwartet werden kann.


Vielmehr trifft es die Betroffenen wie aus heiterem Himmel und kann lebensbedrohende Ausmaße annehmen. Deshalb gilt es, durch geeignete Maßnahme zu versuchen, einer Exazerbation vorzubeugen.


Die Vitamine A, C und E sollten hierbei langfristig eingenommen werden, da bei Untersuchungen festgestellt wurde, dass bei Exazerbationen ein Mangel an diesen Vitalstoffen eklatant ist.

Wobei nicht eindeutig geklärt werden kann, ob die Exazerbation durch den Mangel an Vitalstoffen mit ausgelöst wird oder der Mangel durch die Verschlechterung der Grunderkrankung selbst verursacht wird. Ebenfalls lohnt es sich über die Einnahme von Zink nachzudenken, da es sinnvoll das Immunsystem unterstützen kann.

Weit verbreitete Ignoranz 


Obwohl mittlerweile bekannt ist, dass nicht nur das inhalative Zigarettenrauchen eine COPD verursachen kann, wird auf andere Ursachen so gut wie nicht eingegangen.

Immerhin haben fast 40% der COPD-Patienten nie geraucht! Trotzdem herrscht dieses Dogma über alles andere, wobei in Bezug auf den Patienten wohl eher Pragmatismus als Dogmatismus angebracht wäre. 

Natürlich nur unter dem Grundsatz „Nihil nocere“ (nicht zum Schaden des Patienten).


Hierzu bedarf es jedoch einer ganzheitlichen und umfassenden Sichtweise, die durch die klassische Medizin nicht erfüllt werden kann. Denn diese sieht die COPD nach wie vor als ein rein lokales Problem des Körpers an, wobei die häufig gleichzeitig auftretenden Störungen im vegetativen Nervensystem meist gänzlich vernachlässigt werden.

Noch schlimmer ist die Ignoranz der „freien Radikalen“, die sich massiv im Bereich der Atemwege austoben und dort kapitale Schäden anrichten. Diese dürfen mit Recht als federführend angesehen werden.
Noch vehementer als im Bereich der klassischen Krebsheilkunde wird in der Lungenheilkunde der Einsatz von Vitalstoffen, respektive Naturstoffen abgelehnt.

Patienten, die sich dafür interessieren, werden deutlich in Ihre Schranken gewiesen. Hier wird die Verletzlichkeit und Hilflosigkeit eines Betroffenen offenbar.


Da stellt sich die Frage, warum ist das so? Vitalstoffe sind doch gerade deshalb so interessant für chronisch kranke Menschen, weil sie so gut wie nebenwirkungsfrei sind. Wobei es der konventionellen Medizin sicherlich gut tun würde, unvoreingenommen diese Alternativen zu prüfen. Dass dies im englischsprachigen Raum bereits passiert, zeigt die Flut von durchgeführten und zum großen Teil positiv bewerteten Studien, die bei uns kaum Beachtung finden.

Natürlich gehört mehr dazu, als nur Vitalstoffe einzunehmen, vielmehr muss ein

Umdenkungsprozess stattfinden und dann von dem Betroffenen auch umgesetzt werden. Einfach nur eine „Vitaminpille“ einzunehmen, dadurch den Schalter in Richtung Gesundheit umzulegen, reicht nicht aus.

Wie können Betroffene das Krankheitsbild der COPD positiv beeinflussen?
Generell muss gesagt werden, dass eine alleinige Ernährungsumstellung nicht ausreicht, um deutliche Verbesserungen im Beschwerdebild zu erreichen. Dennoch ist sie die Basis für den Erfolg. Wobei eine mediterrane Ernährungsweise den größten Nutzen nach sich zieht.
Vermieden werden müssen Lebensmittel, die nitrathaltig sind. Hierzu zählen zum Beispiel Wurst, Schinken und Mortadella. Diese würden einen deutlichen Anstieg der freien Radikalen bewirken.
Unser Körper als komplexer Organismus hat durchaus die Fähigkeit sich selbst zu heilen, wenn wir denn auf ihn hören und entsprechend reagieren. Der erste Schritt einer natürlichen Heilung besteht darin, sicherzustellen, dass der Körper optimal mit Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren, Enzymen, sekundären Pflanzenstoffen und so weiter, versorgt ist.

Vtialstoffe


Omega-3-Fettsäuren

Da die COPD durch entzündliche Prozesse aufrecht erhalten wird, können natürliche Entzündungshemmer eingesetzt werden. Zu diesen zählen die Omega-3-Fettsäuren, deren anti-entzündliche Wirkung die Zellen bei der Energieerzeugung vor oxidativen Schäden schützen kann. Hierdurch kommt es zu einer verbesserten Sauerstoffausnutzung in den Atemwegen. Gleichfalls konnte in einer Studie mit Omega-3-Fettsäuren ein Rückgang der Entzündungsparameter und eine Verbesserung der Atemnot festgestellt werden. Die natürlichen antientzündlichen Eigenschaften der Omega-3-Fettsäuren können durch Lebensmittel wie Kaltwasserfische, Walnüsse und Leinsamen unterstützt werden.
Co-Enzym Q10 bei Lungenerkrankungen
Laut einer Studie von Fujimoto et al an Patienten mit Chronisch obstruktiver Lungenerkrankung bzw. Idiopathischer Lungenfibrose weisen diese Patienten einen gesenkten Q10-Spiegel auf. Die Patienten leiden u.a. an Atemproblemen und schweren Beinen. Nach einer Einnahme von 90mg Q10 pro Tag normalisierte sich der Q10-Plasmaspiegel und die körperliche Belastbarkeit der Patienten stieg signifikant an!

Reservatol


Weinkennern dürfte der Naturstoff Resveratrol schon lange ein Begriff sein und seine entzündungs-hemmende Wirkung ist vielen bekannt. Resveratrol ist eine natürlich vorkommende Verbindung in einer Vielzahl von Pflanzen, vor allem in roten Trauben. 

Hier dient es in erster Linie als Schutz vor Parasiten und anderen Mikroben, die der Pflanze Schaden zufügen könnten. Auf den menschlichen Körper übertragen und als Vitalstoff eingenommen, reduziert Resveratrol die entzündlichen Prozesse in den Atemwegen, verringert dadurch die abnorme Menge an Schleim, schützt das Epithelgewebe der Bronchien und sorgt für ein erleichtertes Abhusten.
Resveratrol versteht sich als ein Radikalefänger der Extraklasse. Normalerweise werden freie Radikale durch Verbindungen, die als Antioxidantien bekannt sind eliminiert. Antioxidantien binden freie Radikale an sich und neutralisieren sie dadurch. Hierdurch werden Gewebeschädigungen, die den ganzen Körper betreffen können, verhindert. 
Da bei COPD-Patienten die freien Radikalen durch die entzündlichen Prozesse und schlimmstenfalls durch weiteres Rauchen in hohem Maße aufrecht erhalten werden, ist das körpereigene Antioxidations-System schnell erschöpft. 
Erschwerend ist die Tatsache, dass eine antioxidative Ernährung mit viel Obst und Gemüse in den meisten Fällen nicht durchgeführt wird.
Auch der Gedanke, Resveratrol über den Verzehr von Rotwein auszugleichen, mag den einen oder anderen sicherlich reizen. Aber die Verbesserung einer Atemwegserkrankung zu Lasten einer dann entstehenden Leberzirrhose ist indiskutabel.

Curcumin


Curcumin ist ein natürlich vorkommender Wirkstoff, der aus der Heilpflanze Curcuma longa isoliert wird und zum Beispiel dem Currypulver seine charakteristische Färbung verleiht. Es hat sich gezeigt, dass Curcumin mehrere pharmakologische Eigenschaften besitzt. Hierzu zählen unter anderem eine antientzündliche-, eine antioxidative- und eine Anti-Krebs-Wirkung. Speziell bei der COPD ist Curcumin in der Lage, verschiedene Signalwege der entzündlichen Prozesse in der Lunge zu hemmen.

Curcumin sollte bei Verträglichkeit über einen längeren Zeitraum verzehrt werden.

Methylsulfonylmethan (MSM) oder Schwefel 



Methylsulfonylmethan (MSM) oder Schwefel ist eine natürlich vorkommende Schwefelverbindung. Diese hat nichts mit dem für uns gefährlichen Schwefeldioxid zu tun und ist als Nahrungsergänzungsmittel von unschätzbarem Wert. Es hemmt die Histaminbildung und schützt so vor allergischen Reaktionen. Im englischsprachigen Raum wird MSM mit Erfolg bei Lungenkrankheiten wie COPD, Atemnot und Zystenbildung der Lunge eingesetzt. MSM kann als Lungenreiniger par excellence gesehen werden.


Fest steht, dass eine Vielzahl von entzündlichen Prozessen und die starke Anflutung mit freien Radikalen in der Pathogenese der COPD eine bedeutende Rolle spielen. Nur so ist erklärbar, dass die therapeutische Gabe von mehreren Antioxidantien bei der Behandlung der COPD eine zum Teil durchschlagende Wirkung haben kann. Insgesamt gibt es über 30 spezielle Vitalstoffe, die ihre besondere Wirkung bei der COPD entfalten.

Für Menschen die unter dem Krankheitsbild der COPD leiden, kann es somit nur von Vorteil sein, wenn sie täglich alle Nährstoffe ergänzen, die vom Körper verwendet und verbraucht werden, um die entzündlichen Prozesse und den Überschuss an freien Radikalen abzubauen. Letztendlich ist es nur eine Frage der persönlichen Einstellung, ob Betroffene die schulmedizinische Medikation bei der COPD durch Vitalstoffe unterstützen wollen oder nicht. Wie hat Paracelsus es seinerzeit so treffend formuliert: „Wenn ihr nicht bereit seid euch zu ändern, kann euch nicht geholfen werden.“

Tipps zur Verlangsamung des Krankheitsentwicklung


Wenn Sie rauchen ist jetzt der perfekte Zeitpunkt mit dem Rauchen aufzuhören. Dies ist das Wichtigste, das Sie für Ihre Gesundheit jetzt und sofort tun können. Genauso wichtig ist es, Passivrauchen in jeder Form zu vermeiden.

Vermeiden Sie andere Reizstoffe wie Farben und Lacke, Rauch oder Rauchbildung in jeglicher Form, Staub, Luftschadstoffe und Duftstoffe. Ihr angegriffenes Atmungssystem wird es Ihnen danken.

Lernen Sie verschiedene Atemtechniken kennen, üben Sie diese hinreichend, so dass Sie die Techniken im Notfall anwenden können.

Halten Sie es nicht wie Winston Churchill. Machen Sie Ausdauersport, in einer für Sie gut verträglichen Form. Nutzen Sie wenn möglich eine Lungensportgruppe. Hier haben Sie eine optimale Betreuung.

Achten Sie auf eine ausgewogene und vitalstoffreiche Ernährung.

Regulieren Sie, wenn noch nicht geschehen, Ihren Säure-Basen-Haushalt. Ein Übermaß an Säuren ist äußerst belastend für die Atemwege.

Vermeiden Sie Infektionen der Atemwege, so gut es geht! Schützen Sie sich vor Erkältungen und Grippe, indem Sie eine peinliche Hygiene betreiben. Scheuen Sie sich nicht, bei Menschenansammlungen und in öffentlichen Verkehrsmitteln einen Mundschutz zu tragen. Vermeiden Sie kalte Luft. Einen Schal leicht über die Nase und den Mund gelegt, erwärmt die kalte Luft, bevor diese die Lunge erreicht.

Trinken Sie viel Wasser, um den Schleim flüssig zu halten!



Ich wünsche Ihnen das Bewusstsein, Ihre Atmung richtig wahrzunehmen und dadurch zu erkennen, dass sie gehegt und gepflegt werden sollte wie ein Schatz, denn Atem ist Leben.




Donnerstag, 12. November 2015

Fermentierte schwarze Sojabohnen: Wie wird's gemacht?

Fermentierte schwarze Sojabohnen 

Bekannt als Douchi in China, Taosi in den Philippinen und Taucho in Indonesien  



(Quelle: Wiki)

Fermentierte schwarze Sojabohnen werden als Douchi oder Tausi bezeichnet. Douchi wird durch die Vergärung und das Salzen von gedämpften Sojabohnen hergestellt und als Würzmittel für Suppen, Eintöpfe und Salate verwendet.

Wie man schwarze Bohnen gärt, in 7 Schritten zum Ziel


Das Ausgangsmaterial für die Herstellung dieser "schwarzen Bohnen" sind normale Sojabohnen, die durch Fermentierung schwarz werden.


In allen Ländern werden die Bohnen gekocht, in einem Korb (bistay auf den Philippinen) getrocknet und dann in Salzlake aufbewahrt.  


Für die Fermentierung wird ein Schimmelpilz verwendet. 
Die am häufigst verwendete Sorte heisst Aspergillus oryzae. Sake Brauer verwenden diesen Pilz ebenso. Er wird Koji genannt und ist auch eine Zutat für die Herstellung von Miso und Sojasauce. 

Was Sie dazu benötigen:
Sojabohnen
Sieb
Siebschüssel
Große Schüssel
Stieltopf
Luftdichte Gläser


Salzlösung (18-22% Salzwasser)
Reiskleie 

flacher Bambuskorb (bistay)
Weizenmehl
großer Löffel
Schimmelpilz Aspergillus Oryzae
 (Koji), erhältlich in japanischen Fachläden oder online
Teelöffel
Waage 

Messbecher 


Vorgehen für die Fermentierung


  • Sojabohnen in ein Sieb geben und mehrmals mit Wasser waschen. 
  • Gewaschene Sojabohnen in eine großen Schüssel geben.
  • Die Schüssel soweit mit Wasser füllen, bis die Sojabohnen bedeckt sind und die Bohnen über Nacht einweichen lassen.
  • Das Wasser abschütten und die Bohnen in einen Kochtopf geben. 
  • Die Bohnen im zugedeckten Kochtopf mit ausreichend Wasser solang kochen, bis sie weich sind.
  • Die Bohnen in eine Siebschüssel oder einen flachen Korb abgiessen.
  • Danach die Bohnen in der Sonne für 30 Minuten oder im Schatten für eine Stunde trocknen lassen.
  • Die trockenen Bohnen mit Weizenmehl bestreuen und danach das Weizenmehl durch Schütteln der Siebschüssel oder des Korbes gut unter die Bohnen mischen, so dass die Bohnen mit Mehl beschichtet werden.
  • Verwenden Sie gerade soviel Mehl, dass die Bohnen leicht beschichtet werden.
  • Fügen Sie einen Teelöffel Aspergillus oryzae für jeweils drei Kilogramm Bohnen dazu.
  • Das Gewicht der Bohnen können Sie mit einer Küchenwaage bestimmen.
  • Mit einem Löffel den Pilz und die Bohnen gründlich mischen.
  • Breiten Sie die Bohnen in einem flachen Gefäss aus. Die Schicht sollte maximal 3 - 6 cm hoch sein.
  • Bedecken Sie die Bohnen mit einem Tuch und lassen Sie diese drei bis vier Tage abgedeckt stehen.
  • Füllen Sie die Bohnen in die luftdichten Gläser und fügen Sie die Salzlösung dazu. Verwenden zwei Liter Salzlösung pro Kilogramm Bohnen.
  • Gläser zudecken und an einem schattigen Ort aufbewahren. 


Rezept


Doppelt gegartes Fleisch, Hui guo rou - Sichuan

Zutaten für 4 Personen:


1 Tasse Grüne Knoblauchsprossen gehackt
1 Teelöffel Sojasauce
1 Teelöffel Sojabohnenmus; (****)
30 dag Schweinekeule (*)
0.5 Teelöffel Douchi; gegorene Bohnen (**)
1 Esslöffel Schweineschmalz
1 Teelöffel Süsse Bohnenpaste; (***)
Nach Geschmack etwas mehr


Zubereitung

In einem Kochtopf Leitungswasser heiß machen und das gesäuberte Fleisch dadrin am Herd kochen, bis die Schweineschwarte weich und das Fleisch gabelgar ist. Herausnehmen, mit der Flüssigkeit abschrecken lassen und in 3 mm schmale Scheibchen von 4 mal 5 cm Grösse zerkleinern. Sojabohnenmus und gegorene Bohnen zerdrücken.

In einem Wok das Schmalz heiß machen und die Fleischscheiben kurz dadrin brutzeln, bis sich die Ränder nach oben wölben. Sojabohnenmus ergänzen und kurz weiterbraten, bis das Fleisch Farbe annimmt.

Bohnenpaste, Sojasauce, gegorene Bohnen und Salz dazugeben. Zuletzt Knofel beigeben und kurz mitbraten. Heiss auf den Tisch hinstellen.

(*) Das Fleisch sollte fett sein, da magere Teile zu kross werden.

(**) Douchi, gegorene Sojabohnen: gedämpfte, gegorene, meist gesalzene Sojabohnen sind ein beliebtes Gewürz. Es wurde vor mehr als tausend Jahren zur Zeit der Noerdlichen Wei-Dynastie häufiger verwendet als Sojasauce. Die Bohnen werden zu Anfang gedämpft, bis sie weich sind. Dann breitet man sie aus und lässt sie bei Raumtemperatur liegen, bis sie von natürlichen Schimmelpilzen überzogen sind. Wenn die Bohnen einen bestimmten Farbton angenommen verfügen, werden sie mit Salz, Alkohol und fermentiertem Langkornreis versetzt und gären unter Luftabschluss ein Jahr weiter.

(***) Tianmianjiang, süsse Bohnenpaste: rötlichbraune Paste mit süsslichem Wohlgeschmack aus vergorenem Sojabohnenmehl und Leitungswasser.

(****) Jiangyou, Sojabohnenmus: Gärprodukt aus Sojabohnen, dicken Bohnen und Erbsen. Sie werden eingeweicht, gedämpft, gekocht und dann mit Mehl vermixt. In einem Holz- oder evtl. Bambusgefaess gären sie vier bis seihen Tage. Darauf füllt man sie unter Beigabe von Salzwasser in ein Tongefäss um und lässt sie vier bis seihen Monate in der Sonne ziehen. Das fertige Bohnenmus hat eine rötlichbraune Farbe und gibt bei dem Ausbraten einen würzigen Beigeschmack.




Apsergillus Oryzae


Aspergillus oryzae ist ein Schimmelpilz, der zum Beispiel bei der Gewinnung von Sojasauce aus Soja verwendet wird. Er enthält Enzyme, die zur Förderung der Verdauung bei Verdauungsbeschwerden eingenommen werden. Tilactase ist ein Enzym aus Aspergillus oryzae, das bei Lactoseintoleranz angewendet wird.

Mittwoch, 11. November 2015

Was Radieschen für Ihre Gesundheit tun können

Radieschen



(Quelle; Wiki)


Radieschen (Raphanus sativus) haben mit ihrem scharfen, pfeffrigen Geschmack die Herzen der Vegetarier längst erobert. Mit jedem Bissen wird im Radieschen ein Senföl freigesetzt, das aus den Senfölglycosiden entsteht, die die Pflanze enthält und ihr den typischen Geschmack verleiht.

Diese Wurzelknolle aus der Familie der Kreuzblütengewächse gehört zu den Rettichen und es gibt sie in vielen Formen, Größen und Farben. Bei uns sehen sie außen rot bis weinrot aus und sind etwa 4 cm dick. Der ursprüngliche Rettich war schwarz. Andere Sorten kommen in pink, dunkelgrau, lila, zweifarbig grün, weiß und gelb vor.

Der Rettich ist weit gereist und in alten, historischen, chinesischen Aufzeichnungen wird er bereits 2700 v. Chr. erwähnt, wo er in Ägypten noch vor dem Bau der Pyramiden kultiviert wurde. Griechen und Römer mochten ihn so groß, wie sie wuchsen und servierten ihn mit Honig und Essig. Kolonisten brachten den Rettichsamen mit in die Neue Welt und so wurden Radieschen ab dem 15. Jahrhundert auch in Europa kultiviert, aber auch in Mexiko und Puerto Rico.

In Großbritannien fanden Radieschen als Arzneimittel, sowie auch kulinarisch Verwendung. In der Regel verabreichte man sie bei Nierensteinen, schlechter Haut und Darm-Würmern.

Radieschen werden heute bei uns gern in Gärten angebaut und können das ganze Jahr bis zum ersten leichten Frost hin geerntet werden. Sie sollten sie nicht zu groß wachsen lassen, da sie sonst schnell holzig oder hohl werden. Das muss man auch beim Kauf beachten. Frische Radieschen erkennt man daran, dass sie fest und knackig beim Hineinbeißen sind und nicht schrumpelig und schlaff. 
Wollen sie Radieschen im Kühlschrank aufbewahren, entfernen Sie das Grün und geben sie die Knollen auf ein Küchenpapier in einen geschlossenen Behälter. 
Dies optimiert die Feuchtigkeit aus dem Rest des Radieschens und hilft, sie für etwa eine Woche frisch zu halten. Das junge Grün kann man auch in der Küche verwenden. In Scheiben geschnitten, machen sich Radieschen gut zu Sandwiches und Salaten.

Wirkung von Radieschen auf die Gesundheit


Radieschen sind eine sehr gute Quelle für
Vitamin C. In 100 g Radieschen sind 25% der empfohlenen Tagesmenge enthalten. Das hilft, Gewebe und Blutgefäße wieder aufzubauen und Knochen und Zähne stark zu erhalten. Vitamin-C bekämpft Krankheiten und beschützt die Zellen vor einem Ansturm von zerstörerischen freien Radikalen. Dies bewirken Elektrolyte und die natürliche antioxidative Wirkung. Somit wird die Immunität des Körpers gesteigert, die hilft, alle Arten von Krankheiten, darunter Krebs, Herzerkrankungen und Schlaganfall zu bekämpfen. 
  • Folsäure, 
  • Ballaststoffe, 
  • Riboflavin und 
  • Kalium, sowie reichliche Mengen an 
  • Kupfer, 
  • Vitamin B6, 
  • Magnesium, 
  • Mangan, 
  • Calcium 

und andere Nährstoffe der Radieschen unterstützen Ihre Gesundheit. 


Es ist wohl keine Überraschung, dass die in Radieschen enthaltenen Ballaststoffe, als unverdauliche Kohlenhydrate bekannt sind. Das hält Ihr Verdauungssystem in Ordnung und hilft auch bei der Aufrechterhaltung eines gesunden Körpergewichts.
Radieschen sorgen auch für die Reinigung der Nieren und Harnwege und bringen Linderung bei einer Entzündung. Sie haben antibakterielle, antimykotische und entgiftende Eigenschaften und enthalten Verbindungen, die Hautausschläge beruhigen und bei Trockenheit und anderen Hauterkrankungen hilfreich sind. Radieschen können auch den Blutdruck regulieren. 
Sie verhindern Erkrankungen der Atemwege, wie Asthma oder Bronchitis und wirken entlastend. Radieschen können bei der Entfernung von Bilirubin helfen, einem Zustand, der sich durch einen Gelbstich in der Haut, in Schleimhäuten oder Augen bemerkbar macht, der oft bei Neugeborenen vorkommt. Diese Art der Gelbsucht entsteht, wenn Bilirubin sich in der Galle schneller als in der Leber aufbaut und in die Körperbahn durchbrechen kann. Desweiteren enthalten Radieschen ein Entgiftungsmittel namens Indole, sowie die Flavonoide Zeaxanthin, Lutein und Beta-Carotin.

Auch verhindern die positiven Eigenschaften in Radieschen, roten Blutkörperchen Schäden zuzufügen, indem sie frischen Sauerstoff in Ihr Blut transportieren. Eine wichtige antioxidative Substanz namens Sulforaphan hat sich im Kampf gegen Prostata-, Dickdarm-, Brust-, Eierstock- und andere Krebsarten bewährt.


Nährstofftabelle

Eine Portion (100 g) Radieschen enthält:
Kalorien16
Kohlenhydrate3 g
Eiweiß1 g
Zucker2 g
Ballaststoffe2 g





Gesundes Rezept: Radieschensalat


·         2 Tassen             Zucker-Erbsen, geputzt und halbiert
·         3 Tassen             gelbe Wachsbohnen, in Stücke geschnitten
·         3 El.                     Limettensaft
·         2 El.                     extra-natives Olivenöl
·         ½ Tasse               frischer Koriander, gehackt
·         ¼ Tl.                   Salz oder nach Geschmack/ frisch gemahlener Pfeffer
·         1 Bund               (ca. 10 Stück) Radieschen, geputzt und in dünne Scheiben geschnitten
Zubereitung:

1. Erbsen in kochendes Wasser geben, bis sie knusprig-zart sind, ca.4 bis 5 min., dann auf ein Papiertuch aufs Backblech legen.
2. Wachsbohnen ebenfalls kochen bis sie knusprig-zart sind, ca. 5 Minuten. Zu den Erbsen legen. Ca. 20 Minuten abkühlen lassen.
3. Limettensaft, Öl, Koriander, Salz und Pfeffer in eine großen Schüssel geben. Radieschen, Erbsen und Bohnen; dazu tun. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Gut gekühlt servieren.

Studien über Radieschen


Eine Studie berichtet, dass im Vergleich zu anderen Kreuzblütlern, die spanischen, schwarzen Radieschen viermal mehr Glucosinolate enthalten als geglaubt und die Entgiftung verbessern können. In klinischen Tests zeigten sie eine größere Fähigkeit, Enzyme zu entgiften und Toxine im Knochenmark schneller zu reduzieren. Die Wissenschaftler folgerten, dass die Befunde die Hypothese unterstützen, dass in spanischen schwarzen Radieschen Glucosinolate enthalten sind, die eine gute Schutzmaßnahme gegen akute Toxizität sind.

Die Wissenschaftler bewerteten die chemopräventive Wirksamkeit der Rettichpflanzen (Raphanus sativus L), einschließlich der Wurzel, Stängel und Blätter. Sie untersuchten die molekularen Mechanismen, die zu Wachstum, Verhalten und induzierten Zelltod von menschlichen Krebszelllinien führen.
Die Wurzelknollen zeigten eine signifikante Hemmung des Zellwachstums und des induzierten Zelltods, der die Annahme unterstützt, dass Radieschen ein Potenzial an chemopräventiver Wirksamkeit haben und Fähigkeiten besitzen, die sich in einigen Krebszelllinien begründen.

Zusammenfassung


Radieschen sind auf der ganzen Welct ein beliebtes Gemüse. Sie enthalten große Mengen an Vitamin C und einige andere Vitamine und Mineralstoffe und ein paar nicht so bekannte sekundäre Pflanzenstoffe, wie Indole, die entgiften. Weiter findet man die starken antioxidativen Flavonoide Zeaxanthin, Lutein und Beta-Carotin. Radieschen enthalten auch eine wichtige antioxidative Substanz namens Sulforaphan, einem bewährten Mittel gegen Krebs. Sie entfernen Bilirubin von der Leber und verhindern Gelbsucht und haben andere wichtige Aufgaben, wie die Reinigung der Nieren-und Harnwege, die Regulierung des Blutdrucks und sie verhindern Erkrankungen der Atemwege wie Asthma oder Bronchitis.

Ein paar Radieschen in Scheiben geschnitten unter einen Salat gemischt – schon haben Sie wichtige Mineralien und Vitamine, die Ihrer Gesundheit nützen.

Theanin und GABA

Theanin und GABA



(Quelle: Wiki)



Eine Nahrungsergänzung von GABA keinen Sinn macht,  um die entspannende Wirkung von GABA zu geniessen – die Aminosäure ist schlicht nicht in der Lage, die  Blut-Hirn-Schranke zu überwinden.
Ohnehin würde ich Entspannungstechniken wie Meditation bevorzugen,
und wer einen ruhigen Job mit viel körperlicher Bewegung hat, braucht dieses
wahrscheinlich alles nicht.
Wer aber unter Dauerstress leidet, könnte von einem erhöhten Anteil von GABA im Gehirn durchaus profitieren.
GABA wirkt angstlösend, muskelentspannend, schmerzstillend und blutdruckstabilisierend.
Typische Stresssymptome werden so reduziert.
Auch wird GABA neben den beiden Schlafhormonen Melatonin und Seratonin (dem Vorgänger von Melatonin) eine schlaffördernde Wirkung nachgesagt.
Eine Möglichkeit, sein Vorkommen vom GABA im Gehirn zu beeinflussen ist Theanin.
Genau wie GABA handelt es sich hier um eine nicht-proteinogene Aminosäure, also ein Eiweiß, was nicht in den Muskel eingebunden wird, sondern andere Funktionen im Körper erfüllt.
Theanin ist in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und so psychaktiv zu wirken, indem es sowohl das Aufkommen von GABA als auch seinem eigentlichen Antagonisten Dopamin erhöht.


(Quelle: Wiki)

Die Folge: ein ruhiger, entspannter, dennoch wacher Zustand.
Kommt einem als Meditierendem bekannt vor?
Ganz richtig, Theanin fördert die Bildung von Alphawellen im Gehirn. Diesen Alphazustand, also die Dominanz von Alphawellen im Gehirn erreicht der Mensch seit Jahrtausenden durch Meditation. Das lässt sich wunderbar mithilfe eines EEG messen.
Theanin kommt praktisch nur in grünen Tee in nennenswerten Mengen vor. Auch schwarzer Tee enthält Theanin, allerdings wurde durch die Fermentation der (eigentlich grünen) Teeblätter viel Theanin zerstört.
In Tee ist Theanin immer zusammen mit Koffein enthalten. Interessanterweise wirken die beiden Inhaltsstoffe ziemlich gegensätzlich: Theanin wirkt beruhigend, Koffein aufputschend.
Theanin erklärt somit 2 Eigenschaften des grünen Tees:
  • Grüner Tee wirkt anregend, aber nicht wie Kaffee aufputschend und nervös machend
  • kurz gebrühter grüner Tee wirkt aufputschender als 5 Minuten gebrühter Tee, da Koffein viel schneller freigesetzt wird als Theanin
Theanin ist also ein weiterer Grund, grünen Tee zu trinken. Grüner Tee wirkt auch Arteriosklerose, Krebs und Diabetes entgegen und  hilft sogar beim Abnehmen.
Wer von der entspannenden, Alphawellen-fördernden Wirkung von Theanin profitieren möchte, kommt mit grünen Tee nicht sehr weit, da die Wirkung des Theanins immer von der entgegengesetzten Wirkung des
Koffeins aufgehoben wird.
Abhilfe schaffen hier Kapseln aus Grüntee Extrakt. Diese enthalten zwar immer auch etwas Koffein, das Verhältnis ist aber wesentlich günstiger und auch die Menge des extrem gesunden Epigallocatechingallat (EGCG) ist deutlich höher als in normalen
Teebeuteln.
Mittlerweile gibt es auch schon Theanin Kapseln.
Diese werden aus Teeblättern gewonnen und enthalten bis zu
200 mg Theanin, neben den anderen, sehr gesunden Pflanzenstoffen

Dienstag, 10. November 2015

Bockhornklee - nicht nur gegen Haarausfall

BOCKSHORNKLEE - WIRKUNG UND ANWENDUNG







In Fachkreisen wird der Bockshornklee als Trigonella foenum-graecum bezeichnet und gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler. Er ist eng mit dem Schabzigerklee verwandt und zählt zu den Hülsenfrüchtlern. 

Als einjährige Krautpflanze kann der Bockshornklee eine Wuchshöhe von immerhin 80 Zentimetern erreichen und zeichnet sich durch seine langen Pfahlwurzeln sowie den faserigen Seitenwurzeln aus. 

Die Stängel selbst sind aufrecht und rund. 


Seit jeher werden dem Bockshornklee zahlreiche Wirkungen nachgesagt, die dem Menschen schon in vergangenen Zeiten zur Linderung von Leiden verhalfen und auch heute noch gut tun.  So soll der Bockshornklee allem voran Haarausfall stoppen und die Libido steigern.


Der Bockshornklee im Wandel der Zeit


Seinen Namen erhielt der Bockshornklee aufgrund seine schmalen, langen und nicht zuletzt aufgrund seiner hornförmigen Hülsenfrüchte, die eine Länge von bis zu 12 cm erreichen können. Hier befinden sich zwischen 10 bis 20 Samen, die zumeist von einer zähen Haut umhüllt sind. Die Farbe wird häufig als ockergelb bis hin zu hellbraun beschrieben. Aber auch rötliche sowie grüne Farbschattierungen sind möglich. 


Werden die Samen zwischen den Fingern verrieben, verströmt ein recht intensiver Geruch. Eine Ernte der Früchte ist von Juli bis September möglich, wenn ein guter Standort gegeben ist. 

Der Bockshornklee liebt es zum Beispiel an einem sonnigen Ort zu wachsen, an dem lehmiger Boden vorherrscht. Aber auch eine hohe Versalzung des Bodens und eine Trockenperiode nimmt der Bockshornklee an.

Die Pflanze selbst stammt aus dem südlichen Europa, aus Afrika sowie dem Nahen Osten. Auch in Indien, Australien und China wurde diese Pflanze gesichtet, ehe sie nach Deutschland kam. Heute findet sich der Klee vor allem im südlichen als auch mittleren Bereich des Landes an. Zu damaligen Zeiten wurde der Bockshornklee im alten Ägypten, aber auch am Mittelmeer sowie mittleren Osten angebaut und genutzt. Er galt vorrangig in der Pflanzenheilkunde sowie im Bereich der Geburtshilfe als unerlässlich. 

Auch für religiöse Zwecke wurde die Pflanze gern genutzt und eingesetzt. Im Mittelalter versuchten Benediktinermönche, die Pflanze anzubauen und in unseren Gefilden zu beheimaten. So wurde ca. um 795 nach Christus von Karl dem Großen ein Anbau veranlasst.
Im Laufe der Zeit setzte sich der Bockshornklee beständig durch und wurde nicht zuletzt durch Pfarrer Kneipp bekannt, der diese Pflanze in die Volksheilkunde aufnahm. Damals nahm die Nachfrage nach einem weiteren Anbau stark an. Eher in Verruf geriet der Bockshornklee durch eine verunreinigte Ernte, die von Ägypten nach Europa gelangte, die schlussendlich aller Wahrscheinlichkeit nach die HUS-Epidemie im Jahr 2011 auslöste.


Bockshornklee in der Küche



Nichtsdestotrotz erfreut der Bockshornklee auch heute noch im nahen Osten, in Spanien als auch Nordafrika einem hohen Stellenwert. Hier wird der Klee als Futterpflanze, aber auch als Nahrungsmittelquelle angebaut. Die Samen werden geröstet, gegart oder auch vom Strauch direkt verzehrt. 

Weiterhin gilt die Ernte ideal als Gewürz und wird gern als Zugabe für Currypulver genutzt. 

Die Samen beispielsweise in Südtirol als Käse- oder Brotgewürz verwendet, um einen unvergleichliche Würze zu erhalten.

Selbst in der indischen Küche ist der Bockshornklee nicht mehr wegzudenken. Hier werden die Samen für Currymischungen genutzt, oder aber auch in frischer als auch getrockneter Variante angenommen. In türkischen Spezialitäten ist der Bockshornklee unerlässlich und wird als Würzung für Salate oder zu Sprossengemüsen beigefügt.



Rolle in der Medizin


Zusätzlich zu dieser Genussvielfalten spielt der Bockshornklee auch in der Medizin eine überaus gewichtige Rolle. 


So wurden in einer Doppelblindstudie 50 Parkinsonpatienten mit Bockshornkleeextrakt behandelt, bei der ein signifikanter Rückzug verschiedener Symptome erkannt werden konnte. Bockshornklee kann also nicht nur kulinarisch sondern auch medizinisch eingesetzt werden.

Wissenschaftler und Experten legen die Vermutung nahe, dass der Bockshornklee eine positive Wirkung auf dopaminerge Nervenzellen hat und eine Schädigung dieser erfolgreich verzögern kann.


Weiterhin enthält Bockshornklee wertvolle Histidine, welche zur Familie der Aminosäuren zählen. Diese sollen bei Einnahme Leberschäden entgegenwirken. Als Aufguss ist der Tee vor allem in Tibet, China als auch Indien begehrt und wird hier vermehrt bei Hustenleiden oder zur Reinigung von Atemwegen verwendet. 

Ausserdem soll im Bockshornklee Diosgenin enthalten sein, welches im Kampf gegen Dickdarmkrebs förderlich und heilend sein soll. In Indien wird der Klee als Tonikum, Aphrodisiakum, Aromatikum und Carminativum verwendet. Auch eine Kühlung bei Pocken soll mit einem Aufguss Linderung verschaffen.
Die Bockshornklee Wirkung im Einzelnen


Die sagenumwobenen Wirkungen von Bockshornklee sind vielfältig und haben sich über viele hunderte Jahren gehalten. Bei näherer Betrachtung wird klar, dass die Samen des Bockshornklees, ähnlich wie Lein- oder Flohsamen, Schleimstoffe schaffen und über eine Vielzahl an Inhaltsstoffen verfügt, die für den menschlichen Organismus unerlässlich sind.


Neben Vitamin C, finden sich
Calcium
Magnesium
Vitamin B6
Vitamin A
Vitamin D
und weitere Proteine an. 


Stoffe, die der Körper nicht bilden kann, werden mit den Bockshornkleesamen aufgenommen und schaffen neben einem Zellschutz auch einen gewichtigen Beitrag zur Blutbildung oder Stärkung der Nervenfunktion.
Der Bockshornklee verfügt ebenso über ein Phytohormon, welches dem menschlichen Hormon überaus stark ähnelt und die körpereigene Hormonproduktion ankurbelt. Dank Östrogen sowie Prolaktin werden Brustgewebe und somit Milchproduktion angeregt, das Testosteron fördert hingegen Muskelbildung und erhöht nicht zuletzt die männliche Libido. 

Die Bitterstoffe, die im Bockshornklee enthalten sind, regen weiterhin die Gallen- sowie Magensäure an und schüren somit den Appetit. Somit wird die Verdauung angekurbelt und effektiver in Bewegung gebracht. Zudem sollen die freigesetzten Gallensäuren dafür zuträglich sein, dass Cholesterin gebunden wird.

Äußerst pikant sind allerdings die
ätherischen Öle, die der Bockshornklee Wirkung desinfizierende als auch antibakterielle Vorteile erbringen. Diese wirken sich nicht nur auf die Duftwahrnehmung und den Geschmack aus, sondern lindern auch Entzündungen, im Mund-, Rachen- als auch Halsbereich. Allerdings weist der Bockshornklee noch weitere Eigenschaften auf.




Bockshornklee gegen Haarausfall

Die Kleesamen verfügen über einen hohen Anteil von Trigonellin, Nikotinsäure sowie Vitamin B3, die den Haarwuchs nachhaltig zu fördern können. 


All diese Inhaltsstoffe sollen mit einem Anteil von rund 3% im Bockshornklee enthalten sein. Gemeinschaftlich mit dem Wirkstoff Diosgenin werden spezielle Hormone, die für den Haarausfall verantwortlich sind, blockiert, sodass die Haarwurzeln geschützt bleiben. 

Somit kann Bockshornklee Haarausfall durchaus stoppen und das Haarwachstum positiv beeinflussen. 

Die Medizin hat jedoch ebenso erklärt, dass bei Weitem noch nicht alle Wirkungen des Bockshornklees auf den Menschen nachgewiesen und dokumentiert sind. Dennoch konnten bereits etliche Vorzüge näher erkannt und erläutert werden, die folgenden dargelegt werden.


In Verbindung mit natürlichen, pflanzlichen Hormonen und nicht zuletzt dem Vorkommen von Vitaminen, konnte die bereits in der Antike überlieferte Meinung, dass Bockshornklee Haarausfall entgegenwirkt, bestätigt werden. So kann ein Aufguss, zum Beispiel ein Bockshornklee Tee, oder aber auch eine Spülung sinnreich sein. Gleichwohl wird durch diese Maßgabe eine vorteilhafter Nebeneffekt erzielt: Das Haar hält einen seidigen Glanz, ist weich und glatt. Somit wird auch effektiv Spliss vermieden.

Ideal für eine Behandlung ist eine Packung aus Bockshornkleeblättern, die mit Wasser sowie Kokosöl vermengt und anschließend auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Mithilfe einer Massage sowie einer anschließenden Einwirkzeit von rund einer halben Stunde, wird dem Haarausfall Einhalt geboten. Auch wenn diese Behandlung als recht aufwendig erscheint, so kann bereits nach wenigen Wochen ein Erfolg verzeichnet werden. In Verbindung mit zwei Tassen Bockhornklee Tee pro Tag kann ebenso der Haarwuchs stimuliert werden.

Diese These wurde auch 2006 in einer ausgiebigen Studie vom proDERM Institut in Hamburg untermauert, welche eng mit der Uni Hohenheim zusammenarbeitet und den Bockshornklee näher unter die Lupe nahm. Während der Studie wurden rund 30 männliche und 30 weibliche Probanden im Alter zwischen 30 und 67 Jahren untersucht, die in zwei unterschiedliche Gruppen aufgeteilt wurden. Eine Gruppe erhielt während der Untersuchung Placebos, während die andere Gruppe Bockshornklee Kapseln einnahmen. Die Studie dauerte ungefähr 6 Monate und erbrachte schlussendlich eindeutige Ergebnisse.


Im Zuge einer Bildanalyse wurde erkennbar, dass die Haare der Probanden während des Testzeitraumes dicker und auch bei ca. 82% der Testpersonen deutlich dichter wurden. Kaum merklicher Haarwuchs wurde somit wieder belebt und schwache Haare deutlich wieder erkennbar. 


Nebenbei wurde ein weiterer Effekt erkennbar: nicht nur die Haare wurden wiederbelebt, sondern auch die Haut, die sich schöner und vitaler gestaltete.


Weitere Wirkungen


Bockshornklee wirkt ausserdem gegen

  • Schwitzen
  • Appetitlosigkeit
  • Diabetes
  • Erkrankungen der Atemwege
  • sowie Hauterkrankungen


und kann sich nicht zuletzt positiv auf die Milchbildung während der Stillzeit auswirken, das Blutbild verbessern und nebenbei die männliche Potenz steigern. Der Nutzen von Bockshornklee Kapseln kann demnach unterschiedliche Wirkungen haben, sich aber insgesamt positiv auf den menschlichen Organismus auswirken.
Bockshornklee Kapseln kaufen und anwenden



Wo kann man Bockshornklee beziehen?


Bockshornklee Kapseln lassen sich mittlerweile nicht nur in der Apotheke oder in der Drogerie, sondern auch im Internet einfach und unkompliziert kaufen. Bereits zwei Kapseln täglich reichen aus, um deutliche Vorteile zu erlangen. Soll hingegen eher die frische Variante bevorzugt werden, so lassen sich Bockshornklee auch im Bioladen im Bund erwerben. Die trocknete Variante ist ebenso in Reformhäusern auffindbar und lässt sich im Gewürzregal vorfinden.

Wer Bockshornklee kaufen möchte, kann dies also durchaus tun – dennoch sollten weitere Maßnahmen in Betracht gezogen werden, denn nicht nur durch die Einnahme der Kapseln kann sich der Körper erholen. So sollte weiterhin auf Alkohol und Zigaretten verzichtet werden. Auch eine gesunde, ausgewogene Ernährung, die bestmöglich mit einer Portion Sport täglich einhergeht, schaffen Linderung und Erleichterung von manch körperlichen Leiden.


Interessantes zum frischen Bockshornklee



Auch wenn die Wirkung von Bockshornklee Tee oder Bockshornklee Kapseln vorteilhaft ist, so nutzen auch einige Anwender die frischen Samen oder ein Bund, um diesen selbst zu Hause in den eigenen vier Wänden haltbar zu machen. Die ätherischen Öle der Pflanze verlieren sich hingegen recht schnell, sobald sie an Licht und Luft gelangen, sodass hier am besten kleine Mengen gekauft und aufbewahrt werden.

Eine ideale Aufbewahrung stellt ein kleines, verschließbares Glas dar. Sollen die Bitterstoffe bestmöglich eingedämmt werden, so ist die Röstung die wohl sinnvollste Art. Ohne Zugabe von Fett werden die Samen hierfür in einer beschichteten Pfanne leicht angeröstet. Dies baut die Bitterstoffe ab, hinterlässt jedoch herausragende Röstaromen. Anschließend können die Samen in einem Mörser gemahlen werden, um verschiedenen Gerichten eine unvergleichliche Note zu ermöglichen.



Quellen



http://www.bockshornklee.info/
http://www.bockshornklee.info/studien.html

Montag, 9. November 2015

Glückshormon Dopamin wird durch Insulin vermehrt ausgeschüttet

Insulin bewirkt Belohnung im Gehirn


Glückshormon Dopamin wird durch Insulin vermehrt ausgeschüttet


Glücksgefühl durch Zucker: Das Hormon Insulin beeinflusst offenbar unser Belohnungszentrum. Steigt nach einer zuckerreichen Mahlzeit der Insulinspiegel, so schüttet das Gehirn auch mehr Dopamin aus. Die größere Menge dieses Glückshormons könnte beeinflussen, welches Essen wir bevorzugen, berichten Forscher im Journal "Nature Communications".

Das Hormon Insulin ist für unseren Stoffwechsel lebenswichtig: Es sorgt dafür, dass die Zellen unseres Körpers Zucker aufnehmen können und so mit Energie versorgt werden. Während das Hormon so den Blutzuckerspiegel reguliert, dient es außerdem im Gehirn als Sättigungssignal nach einer Mahlzeit: Bei steigender Zuckermenge im Blut signalisiert das Insulin so, dass kein weiterer Nachschub nötig ist.

Insulin stimuliert Glückshormon-Ausschüttung


Neben diesen beiden bekannten Funktionen des Insulins haben Forscher um Margaret Rice von der New York University School of Medicine jedoch nun einen weiteren Effekt des Hormons entdeckt:

Es beeinflusst die Ausschüttung des "Glückshormons" Dopamin. Dieser Botenstoff stimuliert das Belohnungszentrum im Gehirn.

Die Forscher beobachteten eine 20 bis 55 Prozent erhöhte Dopamin-Freisetzung in der Stratium-Region des Gehirns von Mäusen und Ratten – immer genau dann, wenn der Insulinspiegel anstieg, um Zucker aus aufgenommener Nahrung verarbeiten zu können.

"Je mehr Insulin im Gehirn vorhanden ist, desto mehr Dopamin wird dort auch freigesetzt", fasst Rice zusammen.

Ratten suchen den Dopamin-Kick


Weitere Experimente mit Ratten zeigten, dass dieser spezielle Effekt des Insulins unterschiedlich stark sein kann und vom Ernährungsverhalten abhängt. Demnach reagierten Tiere, die kalorienarm ernährt wurden, viel empfindlicher auf einen Anstieg des Botenstoffs: Im Vergleich zu Ratten mit einer normalen Ernährung brauchte es bei den auf schmale Kost gesetzten Tieren nur ein Zehntel des Insulinanstiegs, um die Dopamin-Ausschüttung im Gehirn anzukurbeln. Im Gegensatz dazu reagierten Ratten mit extrem kalorienreicher Nahrung überhaupt nicht mehr in dieser Weise auf das Insulin.

Zusätzlich beobachteten die Wissenschaftler, dass die Tiere scheinbar bewusst nach diesem Dopamin-Kick suchen. Das offenbarte ein Test, bei dem die Ratten sich wiederholt für eine Prozedur entscheiden mussten, die jeweils mit einem Belohnungsgetränk sowie einer Injektion verbunden war: Bei der einen Variante wurde den Ratten ein Insulin-Antikörper gespritzt. Dieser unterbindet die Effekte des Botenstoffs.
Bei Variante Nummer Zwei erhielten die Ratten lediglich eine Spritze mit einer wirkungslosen Substanz – einem Placebo. Das Getränk und der damit verbundene Insulin-Anstieg führten also zu einer erhöhten Dopamin-Ausschüttung. Hatten sie diesen Zusammenhang einmal entdeckt, favorisierten die Ratten jedes Mal die Variante, die mehr Glückshormone bedeutete.

Kohlenhydratreiches Essen für mehr Dopamin


"Unsere Arbeit weist dem Hormon Insulin eine neue Rolle als elementarer Bestandteil des Belohnungssystems im Gehirn zu", sagt Rice. "Und sie legt nahe, dass Nagetiere – und vermutlich auch Menschen – sich etwa für kohlenhydratreiches Essen entscheiden, weil es mehr Insulin freisetzt. Und das alles nur, um die Dopamin-Ausschüttung anzukurbeln."

Den Studienautoren zufolge sind ihre Erkenntnisse wichtig, weil ein chronisch erhöhter Insulinspiegel sowie eine verminderte Insulinempfindlichkeit im Gehirn eng mit Krankheitsbildern wie Adipositas oder Diabetes Typ II verknüpft sind. In Zukunft wollen sie weiter untersuchen, inwiefern Insulin Belohnungsmechanismen und Essensverhalten steuert – und ob eine durch Übergewicht verursachte Unempfindlichkeit gegenüber dem Botenstoff umkehrbar ist oder sogar verhindert werden kann. (Nature Communications, 2015; doi: 10.1038/ncomms9543)
(Nature Communications, Stouffer et al., 27.10.2015 - DAL)