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Sonntag, 31. Juli 2016

Kurkuma erhöht die Anzahl der Stammzellen im Gehirn

Kurkuma steigert auf natürliche Weise
das Wachstum von Gehirnzellen


Laut einer neuen Studie, die in der Zeitschrift Science Daily veröffentlicht wurde, könnte das seit Urzeiten bekannte indische Gewürz Kurkuma die Gesundung eines verletzten Gehirns unterstützen und auch zur Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen eingesetzt werden.



Um die Wirkung von Kurkuma auf Gehirnzellen zu untersuchten, badeten Wissenschaftler zunächst endogene neurale Stammzellen – das sind Stammzellen aus erwachsenen Gehirnen – in Extrakten einer chemischen Substanz aus der Kurkuma. 

Im Vergleich mit einer Kontrollgruppe, die diese Substanz nicht erhielt, beobachteten sie ein um 80 Prozent gesteigertes Wachstum von Stammzellen.

Wir alle wissen, dass Kurkuma sehr gesund für Menschen ist; es kann verschiedene Krankheiten lindern oder heilen, und das ganz ohne Nebenwirkungen. Viele Studien haben gezeigt, dass Cholesterinsenker, Antidepressiva, Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente potenziell durch das uralte Gewürz ersetzt werden können.

Das klingt beeindruckend, ist aber noch längst nicht alles, denn Kurkuma kann möglicherweise auch dazu beitragen, bei Menschen nach Kopfverletzungen oder Schlaganfällen das geschädigte Gehirn zu reparieren.

Studie zeigt: Kurkuma unterstützt das Stammzellwachstum 

Im nächsten Schritt des Experiments injizierten die Forscher aromatisches ar-Turmeron (ein chemisches Extrakt aus der Kurkuma) in Teile des Gehirns einer Ratte und beobachteten ein ähnlich gesteigertes Wachstum und vermehrte Proliferation von Stammzellen in Neuronen, wie Dr. Adele Rüger, Koautorin der Studie, mitteilt.

Anhand von PET-Aufnahmen entdeckten die Wissenschaftler bei den Ratten, die die Kurkuma-Injektionen erhalten hatten, eine Weitung der Subventrikulären Zone (SVZ) und einer Vergrößerung des Hippocampus.

Die Autoren bezeichneten diese Beobachtung als signifikant, da es sich bei der SVZ und dem Hippocampus im Gehirn von Säugetieren um die zwei Bezirke handele, in denen die Neurogenese,das Wachstum von Neuronen, auftrete.

Dank der neuralen Stammzellen kann sich das Gehirn innerhalb gewisser Grenzen selbst reparieren. Neurale Stammzellen wandeln sich bei Stimulation in Neuronen und zwei andere Arten von Neuralzellen. Dies trage zur Wiederherstellung des Gehirns bei, berichtet Newsweek.

Frühere Studien hatten ergeben, dass eine Steigerung der Anzahl der neuralen Stammzellen bei Versuchstieren zu einer besseren Regeneration [beispielsweise] nach einem Schlaganfall beitrage, sagte Rüger, die als Wissenschaftlerin am Universitätsklinikum Köln und am Institut für Neurowissenschaften und Medizin [in Jülich] tätig ist.

Nach Ansicht der Wissenschaftler verhindert ar-Turmeron die Aktivierung von Mikrogliazellen. Werden diese Zellen aktiviert, tragen sie zur Neuroinflammation bei, die das Gehirn beeinträchtigt und laut früheren Studien mit verschiedenen neurologischen Erkrankungen in Verbindung gebracht wird.

Bisher war Wissenschaftlern nicht bekannt, dass ein Kurkuma-Extrakt das Gehirn zur Selbstreparatur bewegen könnte


Auf der Grundlage dieser neuen Erkenntnisse halten es die Wissenschaftler für denkbar, dass das Gewürz erfolgreich zur Behandlung degenerativer Erkrankungen wie Alzheimer eingesetzt werden könnte.

Es sei zwar beschrieben worden, dass mehrere Substanzen die Proliferation von Stammzellen im Gehirn fördern, aber nur wenige Medikamente förderten darüber hinaus die Differenzierung von Stammzellen zu Neuronen. Gerade dies sei ein wichtiges Ziel in der regenerativen Medizin, betonte Rüger. »Die Ergebnisse über aromatisches Turmeron bringen uns diesem Ziel einen Schritt näher.«

Zusätzlich zur Wiederherstellung des Gehirns zeigt ar-Turmeron weiteren Nutzen, unter anderem wirkt es antimikrobiell und antimykotisch. Man nimmt an, dass es hilft, die Leber gesund zu halten, es kann sogar als Mittel gegen Schlangenbisse angewendet werden.

Auch ein weiterer Kurkuma-Extrakt, das Curcumin, ist sorgfältig untersucht worden. Es ist bekannt dafür, Entzündungen zu lindern; aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften hilft es, freie Radikale im Körper zu bekämpfen, wie die Website Authority Nutrition mitteilt. Freie Radikaletragen zur Alterung und zum Fortschreiten von Krankheiten bei.

Wie Wissenschaftler betonen, trägt Curcumin auch dazu bei, die Gehirntätigkeit zu erhöhen, es mindert das Risiko von Gehirnerkrankungen und fördert die Bildung eines Hormons, das für die Prävention von Depression und Alzheimer verantwortlich ist.

Die Bildung des Wachstumsfaktors BDNF (nach dem Englischen Brain-Derived Neurotrophic Factor), der als Hormon für die Gehirnfunktion zuständig ist, wird durch Curcumin gesteigert. Wissenschaftler vermuten, dass die vermehrte Bildung von BDNF Erkrankungen des Gehirns verzögern oder heilen, das Gedächtnis stärken und uns klüger machen kann.

Mit jeder Studie, bei der eine zusätzliche gesunde Wirkung von Kurkuma entdeckt wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Forschung eines Tages die unglaublichen Fähigkeiten dieses Gewürzes vollständig verstehen wird.

Samstag, 21. Februar 2015

Astragalus verlangsamt die Zellalterung und schützt die Stammzellen in den Geweben - wie macht er das?



Das Geheimnis der Telomere


Altern und die Rolle der Chromosomen-Endkappen








Am Anfang der vielleicht wichtigsten Entdeckung der Altersforschung stand ein winziger Organismus, der in fast jedem Tümpel vorkommt: Tetrahymena thermophila. Dieses einzellige Wimperntierchen ist eines der beliebtesten Modellorganismen der biomedizinischen Forschung. Auch Elizabeth Blackburn von der Universität von Kalifornien in San Francisco wählte diesen Winzling, um Ende der 1970er Jahre einen bestimmten Teil seiner Chromosomen genauer zu untersuchen: die Telomere. 



Hochwertige Rezeptur zur Unterstützung der Stammzellen


Schutzkappe am Chromosomenende


„Telomere sind die Enden unserer Erbgutfäden, den Chromosomen. Sie dienen als Schutzkappe, denn sie werden bei jeder Zellteilung ein Stückchen kürzer“, erklärt Blackburn, eine der Entdeckerinnen der Telomere und Nobelpreisträgerin des Jahres 2009 im Interview mit dem Netzwerk Alternsforschung (NAR). 

Weil in diesen Endkappen keine lebenswichtigen Gene sitzen, kann das Chromosom ihr allmähliches Schrumpfen verschmerzen. Allerdings nur bis zu einem gewissen Grad: Fehlen sie ganz, neigen die Enden der Chromosomen dazu, miteinander zu verkleben und die Zelle wird funktionsunfähig.

Dass diese Schutzfunktion und sogar die Struktur der Telomere quer durchs Tierreich und sogar bei einzelligen Hefen weitestgehend identisch sind, weist Blackburn Anfang der 1980er Jahre gemeinsam mit ihrem Kollegen Jack Szostak nach. Ihnen gelingt es auch, die typische DNA-Sequenz dieser Endkappen zu entschlüsseln. 

„Zuvor waren die Telomere einfach nur ein ‚Blob‘ am Ende der Chromosomen“, so Blackburn. Heute weiß man, dass die Telomere des Menschen 5.000 bis 12.000 Basenpaare mit der Sequenz TTAGGG umfassen. Bei jeder Zellteilung gehen zwischen 30 und 200 davon verloren.





Enzym gleicht Telomerschwund aus


Doch die eigentliche Sensation – und die wichtige Erkenntnis für die Altersforschung – brachte wieder das Wimperntierchen: Blackburn beobachtete, dass sich dessen Telomere ganz und gar nicht so verhielten, wie sie sollten: Anstatt nach und nach immer ein Stück kürzer zu werden, wurden sie zwischendurch immer wieder länger, schienen zu wachsen. 


Wie war das möglich? Die Ursache dafür, das entdeckte die Forscherin gemeinsam mit ihrer Kollegin Carol Greiner, war ein Enzym, die Telomerase. Sie verlängert die schützenden Endkappen vor jeder Zellteilung ein kleines Stück, so dass die Telomere nachher kaum oder gar nicht an Länge verloren haben. 




Die Aktivität des Enzyms ist damit mitentscheidend für die „Fitness“ der Zelle und ihre Fähigkeit sich zu teilen. „Tumorzellen sind unsterblich, das heißt, sie können sich immer weiter teilen“, so Blackburn. „Ihre Telomere sind zwar kurz, dafür aber besitzen sie eine riesige Menge an Telomerase. Dies zeigt, dass die Telomerase die Telomere beschützt.

Es ist also nicht die Telomerlänge alleine, die darüber bestimmt, wie oft sich Zellen noch teilen können, sondern ein Zusammenspiel aus beidem: der Telomerlänge und der Menge an Telomerase.“

Heute jedoch weiß man, dass diese Enzymaktivität und damit auch die Länge der Telomere im Laufe des Lebens nachlässt. Während sich die Zellen eines Neugeborenen in Kultur noch 80 bis 90 Mal teilen können, reicht es bei den Zellen eines 70 Jahre alten Menschen nur noch für 20 bis 30 Teilungen. 



Fünf Jahre mehr dank längerer Telomere


Was aber bedeutet dies für die Hundertjährigen? Könnte es sein, dass bei ihnen die Telomerase aktiver ist und die Chromosomenenden effektiver schützt? 


Der Genetiker Richard Cawthon von der Universität von Utah hat diesen Zusammenhang 2003 untersucht. In einer Langzeitstudie verfolgte er die Lebensdauer von zwei Gruppen von älteren Probanden, einer mit kürzeren, einer mit längeren Telomeren. 

Tatsächlich zeigte sich, dass die Endkappen zwar bei allen Personen mit der Zeit schrumpften, die Gruppe mit den längeren Endkappen jedoch lebte im Durchschnitt fünf Jahre länger.

„Statistisch gesehen gibt es einen Zusammenhang zwischen Telomerlänge und Alter“, erklärt auch Blackburn. „Man kann aber nicht anhand der Telomerlänge auf das absolute Alter schließen.“ Nach Ansicht von Cawthon könnten wir unserer Lebenspanne zehn bis 30 Jahre hinzufügen, wenn es uns gelingen sollte, das Schrumpfen der Telomere komplett zu unterbinden. 

Schutz der Telomere  


Fügt man den Zellen das Enzym Telomerase zu, werden die Telomere verlängert, womit sich in Folge offenbar auch die biologische Potenz der Zellen verlängert und sie länger leben. 
Ungefähr so alt wie das Kaiserreich selbst ist auch die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), die inzwischen immer mehr in die westliche Medizin eingebunden wird und diese immer wieder befruchtet. 

Aus der Praxis der Traditionellen Chinesischen Medizin ist Astragalus (Tragant) bekannt, eine Pflanze, die zu den wichtigsten Arzneimitteln der TCM gehört und dort Huang Qi (黃芪) genannt wird. 

Ihre Inhaltsstoffe haben eine Reihe von regenerativen Wirkungen: Astragalus ist für seine antioxidative und immunregulierende Wirkung bekannt, außerdem kann es Telomere vor Verkürzung schützen und sogar verlängernd wirken.

Eine Studie an Mäusen zeigte etwa, dass sich bei Tieren, die eine Nahrungsergänzung mit Wirkstoffen aus der Astragalus-Pflanze (TA-65) erhielten, die Telomere verlängerten. 

Diese biologische Verjüngung der Zellen bewirkte eine Verbesserung der Hautqualität, von Osteoporose und anderen Indikatoren für die Lebenserwartung.