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Donnerstag, 14. Juli 2016

L-Arginin: eine besondere Aminosäure

L-Arginin: eine besondere Aminosäure



Bei L-Arginin (Arg oder R) handelt es sich um eine proteinogene Aminosäure, die für den Menschen semiessentiell ist, da der Organismus sie nicht in ausreichendem Maße synthetisiert.
Die Bezeichnung "Arginin" entstammt dem lateinischen Begriff "argentum", was "Silber" bedeutet. So wurde die Aminosäure in früheren Zeiten zunächst als Silber-Salz isoliert. Erstmals gewinnen ließ sich Arginin 1895 aus Hornsubstanz.

Eigenschaften von Arginin


Von allen proteinogenen Aminosäuren weist Arginin den größten Masseanteil an Stickstoff auf. Zusammen mit Histidin und Lysin zählt Arginin zu den basischen Aminosäuren bzw. Hexonbasen, da sie eine Guadinin-Gruppe enthält, die im neutralen Bereich über eine positive Ladung verfügt.
In Wasser ist Arginin gut löslich. Außerdem reagiert die Aminosäure alkalisch. Durch die positive Ladung werden argininhaltige Proteine wasserlöslicher.

Biosynthese


Säugetiere und Menschen sind über den Harnstoffzyklus fähig, Arginin aus Ornithin zu bilden. Allerdings ist der Reingewinn an der Aminosäure unwesentlich, was daran liegt, dass Ornithin rasch zu Harnstoff abgebaut wird. Außerdem steht das Ornithin nur in geringen Mengen zur Verfügung.


Funktionen von Arginin



Arginin hat Anteil an vielen biologischen Funktionen.
So bildet die Aminosäure in Speicherzellen und Keimlingen ein Stickstoff-Reservoir.
Außerdem stellt Arginin einen Metaboliten des Harnstoffzyklus dar.
In diesem erfolgt die Umwandlung von Ammoniak, welches sich beim Abbau von Stickstoffverbindungen wie Aminosäuren bildet, in Harnstoff. Darüber hinaus handelt es sich bei Arginin um die einzige Vorstufe von Stickstoffmonoxid (NO), das zu den kleinsten Botenstoffen des menschlichen Organismus zählt. Aufgrund einer Stickstoff-Synthase kommt es zur Entstehung des Endothelium-derived relaxing Factor (EDRF).

Physiologisch bewirkt EDRF eine Erweiterung der Blutgefäße.
Das Aktivieren der löslichen Guanylatcyclase führt zum Erschlaffen der glattenMuskulatur.
Außerdem lässt der Blutgefäßtonus nach.
Studien zufolge bewirkt Arginin durch diese Gefäßerweiterung das Absinken von erhöhtem Blutdruck.

Im Bodybuilding verwendet man Arginin wegen seiner gefäßerweiternden Eigenschaften als Pump-Supplement. Die biologische Wirkung ist allerdings nicht nachgewiesen.


Vorkommen


Arginin kommt in zahlreichen Nahrungsmitteln vor. Besonders reichhaltig vertreten ist die Aminosäure in
  • Kürbiskernen
  • Pinienkernen
  • Walnüssen
  • Erdnüssen und
  • getrockneten Erbsen.
Weitere argininhaltige Lebensmittel sind
  • ungeschälter Reis
  • Buchweizenkörner
  • Hähnchenbrustfilet
  • Schweinefleisch
  • Eier
  • Lachs
  • Mais-Vollkornmehl
  • Weizen-Vollkornmehl und
  • Milch.
Allerdings enthalten diese Nahrungsmittel praktisch nur chemisch gebundenes und kein freies Arginin.

Medizinischer Gebrauch

Arginin lässt sich auch zu medizinischen Zwecken einsetzen. So kommt die Aminosäure zur Therapie von schwerwiegenden metabolischen Alkalosen zur Anwendung. In der Kinderheilkunde setzt man sie ein, um einen zu hohen angeborenen Ammoniakgehaltim Blut zu behandeln.
Des Weiteren lässt sich Arginin zur Diagnose von Wachstumshormonmangel im Falle von Minderwuchs verwenden. Da Arginin zudem ein wichtiger Bestandteil der künstlichen Ernährung ist, benutzt man die Aminosäure für Elektrolytkonzentrate und perorale Diätetika.
Zur Anwendung kommt Arginin auch als Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke. So ist die Aminosäure in Mitteln gegen
  • Bluthochdruck
  • Arteriosklerose
  • Erektionsstörungen und
  • endothelialen Dysfunktionen

enthalten.


Sonntag, 27. April 2014

Grüntee - schützt den Organismus

Grüner Tee 




Seinen Namen verdankt der Grüntee der kräftig grünen Farbe, die er nach dem Aufgiessen annimmt. Dabei werden seine Blätter von derselben Teepflanze (Camellia sinensis) geerntet wie auch die Blätter des schwarzen Tees. Ob Schwarz- oder Grüntee aus ihnen entsteht, entscheidet sich durch die Weiterverarbeitung nach der Ernte. Der Schwarztee durchläuft einen sogenannten Fermentierungsprozess, wodurch seine Gerbstofe oxidieren.

 Beim Grüntee wird dieser Oxidationsprozess durch Rösten oder Dämpfen verhindert, sodass sowohl die grüne Farbe als auch die gesunden sekundären Pflanzenstoffe im Teeblatt erhalten bleiben. Diese Inhaltsstoffe machen Grünen Tee so gesund:

  • Flavonoide (Catechine)
  • Aminosäuren (u. a. Theanin)
  • Mineralstoffe (u. a. Kalium, Kalzium, Eisen)
  • Vitamine (A, B, C, E, K)
Ausserdem ist Grüner Tee reich an dem früher auch Thein genannten Koffein. Im Grüntee wird es nur schrittweise abgegeben, weshalb die anregende Wirkung milder ist als die von Kaffee.
Die inzwischen durch über 2.000 Studien belegten gesundheitlichen Wirkungen des Grüntees sind hauptsächlich den Catechinen zuzuschreiben. Dabei scheint der gesundheitlich bedeutendste Wirkstoff dieser zu den sekundären Pflanzenstoffen zählenden Substanzen das Epigallocatechin-Galla PGCG) zu sein. Vor allem die antioxidative Wirkung des EGCG ist enorm, denn sie ist 20-mal höher als die von Vitamin C. Damit kann das Catechin wirkungsvoll die aggressiven freien Sauerstoffradikale unschädlich machen und gleichzeitig vielen Erkrankungen vorbeugen. Grüntee kann nachweislich:
  • freie Radikale unschädlich machen
  • den Cholesterinspiegel senken
  • die Fettverbrennung verbessern
  • den Blutdruck senken
  • die Insulinsensitivität erhöhen und damit einem Typ-2-Diabetes vorbeugen
  • Krebs vorbeugen
  • das Arteriosklerose- und damit das Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko senken
  • einer Demenz-Erkrankung vorbeugen
Ausserdem hat der Genuss von Grüntee noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: Aufgrund seiner Wirkung auf den Stoffwechsel hilft er auch beim Abnehmen.




Grüntee senkt den Blutdruck und hemmt das Tumorwachstum


Dass Grüntee auch ein guter Blutdrucksenker ist, belegte eine Studie der Universität Posen/Polen im Jahr 2012. Die Forscher verabreichend hierbei 56 Patienten mit Bluthochdruck und Übergewicht drei Monate lang täglich eine Kapsel mit 390 Gramm Grüntee-Extrakt. Diese Dosierung entspricht etwa drei Tassen des Tees. Eine gleichgroße Kontrollgruppe erhielt ein Scheinpräparat. Zum Ende der Studie war in der Grünteegruppe sowohl der obere (systolische) als auch der untere (diastolische) Blutdruckwert um immerhin 5 mmHg gesunken. In der Placebogruppe gab es dagegen keine Veränderung der Werte. Wenn Sie unter Bluthochdruck leiden, sollten Sie daher öfter die Tasse Kaffee durch eine Tasse Grüntee ersetzen.
Einige Studien legen die Annahme nahe, dass Grüntee das Risiko für bestimmte Krebsarten wie z. B. Darmkrebs vermindern kann. Nun zeigt eine Studie der Universität Glasgow/Großbritannien, dass die Catechine aus dem Grüntee eine neue Möglichkeit zur Krebsbehandlung erschließen könnten. Den Wissenschaftlern ist es gelungen, das EGCG an ein biologisches Transportmedium zu binden, sodass es die Tumorzellen direkt erreichen kann. Bisher ist es zwar nur im Tierversuch gelungen, auf diese Weise bösartige Hauttumoren zu verkleinern und das Leben der tierischen Krebspatienten zu verlängern. Die Ergebnisse geben jedoch berechtigten Anlass zur Hoffnung, dass aus diesen Erkenntnissen neue Therapieformen gegen die bösartige Erkrankung entwickelt werden können.

 Bis es soweit ist, können Sie in jedem Fall Ihr persönliches Krebsrisiko vermindern, wenn Sie täglich Grünen Tee zu sich nehmen.