Posts mit dem Label Kalzium werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kalzium werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 20. Mai 2019

Brunnenkresse: Superfood


Superfood Brunnenkresse





Wer an Superfood denkt, hat meist exotische Vertreter im Kopf - von Goji-Beeren bis zu Chia-Samen. Dabei werden meist die heimischen Vertreter vergessen, die ebenso stark mit Nährstoffen und Geschmack punkten können.

Und im Vergleich in punkto Nährstoffdichte schnitt überhaupt die Brunnenkresse in einer Untersuchung der Universität Jersey für den "Aggregate Nutrient Density Index" (Index für die Gesamtnährstoffdichte) am allerbesten ab.

Sie enthält unter anderem viel Vitamin K, B2 und sogar mehr Vitamin C als Zitronen oder Orangen. Dazu kommen hohe Anteile von Eisen und Kalzium. Dazu hat die fein-würzig schmeckende Brunnenkresse nur wenige Kalorien.

Bei Blattgemüse hat man bevorzugt an Salate oder Gemüsesorten wie Spinat oder Mangold im Kopf. Doch zu dieser Pflanzenfamilie zählen noch viele andere Vertreter, etwa Kohl, Brokkoli oder Karfiol - und auch die Brunnenkresse gehört zu diesen nährstoffreichen Pflanzen.

Nicht überall erhältlich

Der Wermutstropfen: Diese positiven Eigenschaften, geschweige denn das Gemüse selbst, sind kaum jemandem bekannt. Das hängt auch damit zusammen, dass sie im Gegensatz zu gängigen Kressesorten nicht überall erhältlich ist - doch die Suche in gut sortierten Supermärkten oder Bio-Läden ist gar nicht so selten von Erfolg gekrönt, wenn man weiß, wonach man sucht.. Ein weiterer Grund für das Mauerblümchen-Dasein der Brunnenkresse: Sie wächst am liebsten in schattigem, feuchten Gelände an den Rändern von Bächen. Und da muss man erst einmal hinkommen. Eine Lösung wäre, sie im Hausgarten heimisch zu machen.

Sonntag, 27. August 2017

Hirse – ein Getreide gewinnt an Bedeutung

Hirse – ein Getreide gewinnt an Bedeutung


Hirse erlebt zur Zeit eine beeindruckende Renaissance. Ursprünglich spielte die Getreideart in Europa, besonders auch in Deutschland, in früheren Jahrhunderten eine sehr wichtige Rolle. Rispenhirse war ein viel beachtetes und geschätztes Getreide. Hirsebrei gehörte zu den Grundnahrungsmitteln. Märchen wie "Der süße Brei" der Brüder Grimm belegen die Bedeutung dieser Speise: „…nun waren sie ihrer Armut und ihres Hungers ledig...".

Erst durch ertragreichere Getreidearten und die Kultivierung der Kartoffel setzte der Rückgang des Hirseanbaus ein. Ein weiterer Grund war die aufkommende Sitte, Brot statt Brei zu verschiedenen Tageszeiten zu sich zu nehmen. Hirse als Nahrungsmittel geriet in Vergessenheit. Bekannt war nur noch die Kolbenhirse, an der in dem einen und anderen Haushalt ein Wellensittich gern knabbert.

Für die Welternährung spielt Hirse nach wie vor eine große Rolle: Ihre Produktion steht an sechster Stelle aller Getreide. Vor allem in den Tropen und Subtropen kommt der Pflanze auf Grund ihrer Anspruchslosigkeit, kurzen Reifezeit und Toleranz gegenüber Trockenheit und versalzten Böden ein beachtlicher Stellenwert zu.

Hierzulande gewinnt Hirse in den letzten Jahren wieder an Bedeutung, besonders seit Ernährungswissenschaftler viele hervorragende Eigenschaften herausgefunden haben. Bei zunehmenden Ansprüchen zur Abwechslung in der Gemeinschaftsverpflegung wie Kita- und Schulverpflegung, aber auch in der vegetarischen und glutenfreien Ernährung bietet Hirse wichtige Vorteile.

Die Inhaltsstoffe


Allen voran zeichnet sich Hirse durch ihren guten Nährstoffgehalt aus. Dabei werden die Inhaltsstoffe der Hirse gerne mit denen des Hafers verglichen, beide Getreidearten gehören botanisch zu den Rispengräsern.

Hirsekörner sind klein, meist rundlich und ohne Längsfurchen. Es gibt sie je nach Sorte in weißgrauer, gelber oder rotbrauner Farbvariation. 
Wegen der festen Verwachsung von Samenschale und verholzender Fruchtschale (botanisch: Karyopse) werden Hirsekörner geschält angeboten. Genau genommen sind Hirsekörner also keine Vollkornprodukte. Der Ballaststoffgehalt liegt dementsprechend niedriger (siehe Tabelle 1). Doch sind die Nährstoffe im gesamten Hirsekorn verteilt und nicht wie bei Vollkorngetreideprodukten vorzugsweise in den Randschichten (Frucht- und Samenschale).

Tabelle 1Hauptnährstoffe und ausgewählte Inhaltsstoffe in Hirse, Hafer, Weizen 
(Angaben je 100 g verzehrbarer Anteil)

Getreideart
Hirse
Korn entspelzt
Hafer
Korn entspelzt
Weizen
Korn
Eiweiß
9,8 g
9,9 g
10,6 g
Fett, gesamt
3,9 g
7,1 g
1,8 g
davon: mehrfach ungesättigte Fettsäuren
1,9 g
2,9 g
0,8 g
Kohlenhydrate, verwertbare
68,8 g
55,7 g
59,5 g
Ballaststoffe
3,8 g
9,7 g
13,3 g
Quelle: Prof. Dr. I. Elmadfa u.a. (Hrsg.): Die große GU Nährwert Kalorientabelle 2012/2013, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München 2011, 1. Auflage


Das Eiweiß der Hirse ist ernährungsphysiologisch interessant wegen des Gehalts an essentiellen, d. h. lebensnotwendigen Aminosäuren. Bedeutsam ist z. B. der Gehalt an Leucin, einer Aminosäure, für die Kinder einen relativ höheren Bedarf als Erwachsene haben.
Hirse hat kein Klebereiweiß (Gluten). Das ist für an Zöliakie Erkrankte höchst bedeutsam, weil Hirse im Rahmen einer glutenfreien Ernährung sehr gut verzehrt werden kann. Dabei wird teilweise empfohlen, ganze Hirsekörner zu kaufen und diese selbst frisch zu vermahlen. Dies verhindert eventuelle Rückstände anderer Getreidemehle. 
Küchentechnisch bedeutet das Fehlen des Glutens, dass aus Hirse keine Teige hergestellt werden können, die Kleberstruktur brauchen, wie Hefe-, Brotteig usw.
„… Rührteig geht gerade noch so…“ laut Marketa Schellenberg, Gourmetköchin für Vollwertkost (UGB) (in: rhw praxis 2/2013, S. 17).

Nach Hafer hat Hirse den zweithöchsten Fettgehalt unter den Getreidearten mit dem bemerkenswerten Gehalt von 75 % einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
Leider ist Hirse dadurch auch nur eingeschränkt lagerfähig. Sie wird relativ schnell bitter, das enthaltene Fett wird ranzig (die negativen Geruchs-, Geschmacksabweichungen heißen „Off-Flavour“). Eine größere Vorratshaltung von Hirse ist daher nicht möglich.

Die Kohlenhydrate (Stärke) der Hirse verkleistern gut und haben dadurch ein hohes Dickungsvermögen. Infolgedessen haben Hirsespeisen häufig eine stark magenfüllende und sättigende Wirkung. 

Besonders hervorzuheben ist der Gehalt an dem Spurenelement Eisen mit 6,9 mg pro 100 Gramm geschälte Hirsekörner (siehe Tabelle 2. Zum Vergleich: 100 g entspelzte Haferkörner enthalten 5,8 mg Eisen). Dies macht Hirse so interessant für die vegetarische Ernährung und auch für eine Ernährung mit moderatem, qualitativ hochwertigem Fleischverzehr, wie sie in den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für die Verpflegung in Kitas und Schulen empfohlen wird. Die Eisenversorgung kann durch Verwendung von Lebensmitteln wie Hirse, Vollkorngetreide, Amaranth, Hülsenfrüchte und Gemüse gesichert werden. Dies insbesondere, wenn gleichzeitig Eisen- und Vitamin C-haltige Lebensmittel verzehrt werden und dadurch die Resorption (Aufnahme im Darm) des Eisens pflanzlicher Herkunft verbessert wird. 

Tabelle 2: Ausgewählte Mineralstoffe und Vitamine in Hirse, Hafer, Weizen 
(Angaben je 100 g verzehrbarer Anteil)

Getreideart
Hirse
Korn entspelzt
Hafer
Korn entspelzt
Weizen
Korn
Eisen
6,9 mg
5,8 mg
3,3 mg
Kalzium
10 mg
80 mg
33 mg
Magnesium
123 mg
129 mg
97 mg
Vitamin B1
0,43 mg
0,67 mg
0,46 mg
Vitamin B6
0,52 mg
0,96 mg
0,27 mg
Quelle: Prof. Dr. I. Elmadfa u.a. (Hrsg.): Die große GU Nährwert Kalorientabelle 2012/2013, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München 2011, 1. Auflage


Nennenswert für Hirse sind auch die mit den Vollkorngetreiden mithaltenden Werte des Mineralstoffs Magnesium und der Vitamine B1, B6. Die Zwerghirse Teff, aus deren nur ein bis 1,5 mm kleinen Körnern Mehl hergestellt wird, wird zusätzlich wegen ihres hohen Kalziumgehaltes gepriesen.


Hirse im Handel

Die vielen Hirsearten (weltweit über 600) werden in zwei Hauptgruppen eingeteilt: Echte-Hirsen und Sorghum-Hirsen. 

Die Echten Hirsen (auch Millet- oder Kleine Hirsen) haben kleine Körner (5 g Tausendkornmasse), Rispen- und Kolbenhirse zählen hierzu. 
Im Handel findet man die Produktbezeichnungen „Hirse“, „Gold-Hirse“ oder „Feinkorn Hirse“ und deren Erzeugnisse. Es handelt sich hierbei um Rispenhirse, deren gelbe oder rote Fruchtschalen abgetrennt wurden. Sie wird vorzugsweise für Breigerichte verwendet.

Eine Besonderheit ist die Braunhirse, eine Wildform der Rispenhirse, um deren Kultivierung sich einige Öko-Bauern bemühen. Ihre Samen und das Mahlgut sind braun. Bei ihr sind die Schalen verzehrbar, d.h. die Samen müssen nicht geschält werden. Interessanterweise ist die Braunhirse zwar glutenfrei, aber dennoch backfähig. Es lassen sich sowohl Klöße und Bratlinge als auch mit Backferment oder Hefe gelockertes Gebäck zubereiten. Braunhirse wird als ganzes Korn und auch als Mehl angeboten. Eine auf Grund ihres hohen Kieselsäuregehaltes vorhandene Heilwirkung der Braunhirse gilt als nicht glaubwürdig. 

Die feingliedrigste Form aller Hirsearten ist die Teff-Hirse. Die kleinen Samen bringen eine Mehlausbeute von 90 %. Im Naturkostfachhandel wird Teff-Mehl für glutenfreie Backwaren angeboten. 

Die Sorghum-Hirsen zeigen deutlich größere Körner (17 bis 22 g Tausendkornmasse) und höhere Erträge. In Deutschland werden sie versuchsweise in trockenen Lagen angebaut zur Verwendung als Silage in der Tierfütterung oder als Biogassubstrat.


Hirse in der Küche


Vor mehr als 8000 Jahren sind wohl auf der Basis von Hirse ungesäuerte Fladenbrote hergestellt worden (nachweisbare Ursprünge im Mittelmeerraum und in China), womit Hirse als das älteste Getreide gilt. Die Bezeichnung stammt aus dem Mittelhochdeutschen „hirsi“, das urverwandt ist mit der Göttin der Feldfrüchte „Ceres“.

Hirse ist eine Bereicherung für die Küche und ein guter Bestandteil der vollwertigen Ernährung und insbesondere der vegetarischen Ernährung. 
Aus ihren diversen Produkten wie Körner, Flocken, Graupen, Grieß oder Mehl lassen sich sowohl pikante Mahlzeiten als auch leckere Süßspeisen zubereiten. Hirsekorn verwandelt sich in Bratlinge, Hirsottos, Aufläufe und Gratins. Hirseflocken und -schrot können Zutat von Müslis und anderen Frühstückscerealien sein, passen als Bestandteil von Milchbrei, Suppen, Klößen oder Soufflés und können Zusatz von Plätzchen und Kuchen sein. 
Hirsekörner werden, je nach Gericht, in der doppelten bis dreifachen Menge an Flüssigkeit gegart. Die Garzeit beträgt etwa 20 Minuten, wobei man die Hirse in den letzten zehn Minuten bei abgeschalteter Herdplatte ausquellen lassen kann.




Rezeptideen:


Hirseanbau - auch wieder in Deutschland


Bis 2004 beruhte das Angebot ausschließlich auf Importen aus Ländern wie den USA, Kanada, China, Ungarn, Österreich oder auch Russland. Diese Situation war insofern unbefriedigend, da Rispenhirse bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland (vorwiegend in den südlichen Gebieten der Mark Brandenburg) ein einheimisches Getreide und Grundnahrungsmittel war. 
Ein Forschungsprogramm der Humboldt-Universität brachte die nötigen Erkenntnisse für die Wiedereinführung des Hirseanbaus in Deutschland. Es gelang, ein Hirsekorn mit hervorragenden kulinarischen Eigenschaften zu erzeugen, mit kurzen bis mittleren Kochzeiten und einem sehr milden Geschmack.
In Bio- und Naturkostläden kann man nun unter dem Label „Spreewälder Hirsemühle“ verschiedene Hirseprodukte deutscher Herkunft erwerben.


Verwendete Literatur
  • Hans-Konrad Biesalski u.a. (Hrsg.): Ernährungsmedizin, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2004, 3. Auflage
  • Prof. Dr. I. Elmadfa u.a. (Hrsg.): Die große GU Nährwert Kalorientabelle 2012/2013, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München 2011, 1. Auflage
  • Robert Ebermann, Ibrahim Elmadfa: Lehrbuch Lebensmittelchemie und Ernährung, Springer Verlag ,Wien 2011, 2. Auflage
  • Wolfgang Franke: Nutzpflanzenkunde, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1976
  • Andrea Hiller: Köstlich essen bei Zöliakie, TRIAS Verlag in MVS Medizinverlage, Stuttgart 2011, 2. Auflage
  • Lindemann, Kathleen: Warum werden Quinoa und Co. immer beliebter? (Interview mit Marketa Schellenberg), in: rhw praxis – Ernährungsformen und Prävention, Verlag Neuer Merkur GmbH 2013, rhw praxis 11. Jg, 2/2013, S. 16-17
  • Gerald Rimbach,Jennifer Möhring, Helmut F. Erbersdobler: Lebensmittel-Warenkunde für Einsteiger, Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 2010
  • Waldemar Ternes u.a. (Hrsg.): Lebensmittel-Lexikon, B. Behr’s Verlag GmbH & Co. KG, Hamburg 2005, 4. Auflage
  • Spreewälder Hirsemühle (Hrsg.): Der Weg zur Wiederinkulturnahme der Rispenhirse (Informationen zum Forschungsprogramm, zu Anbau und Produkten), im Internet unter www.hirsemuehle.de (Zugriff 05.08.2013)
  • M. Wenndorf, W. Franz: Braunhirse im Zwielicht, in: UGB-Forum 5/2004, S. 252-253
  • Waltraud Becker: Korngesund - Das Getreide-Handbuch, emu-Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Lahnstein 2005

Donnerstag, 21. Mai 2015

Rhabarber: Fruchtig-frisch


Rhabarber: Fruchtig-frisch 



Früher eine Heilpflanze, heute eine der beliebtesten Gemüsesorten im Frühjahr: Rhabarber. Und ja richtig gehört: Rhabarber ist offiziell ein Gemüse, auch wenn die meisten von uns es ganz selbstverständlich wie Obst behandeln. Ob als Kompott oder leckere Zutat im Kuchen: der fruchtig-säuerliche Geschmack des Rhabarbers ist einzigartig. Unlängst findet man ihn auch in Salaten oder als Begleitung zu Fleischgerichten. Jetzt im April beginnt die Rhabarber-Saison und sie endet – zeitgleich mit dem Spargel – Ende Juni. Grund genug sich mit den „Frühlings-Stangen“ mal genauer zu beschäftigen.
Wurzel der Barbaren
Schon gewusst? Rhabarber galt lange Zeit als Abfall. Aus dem lateinischen Namen “Rheum rhabarbarum“, was übersetzt etwa so viel wie die „Wurzel der Barbaren“ heißt, leitet sich die heutige Bezeichnung Rhabarber ab. Kein Wunder also, dass die Stangen lange Zeit verschmäht wurden. Gleichzeitig haben beispielsweise die Chinesen, Griechen oder Römer den Rhabarber-Wurzeln bereits vor tausenden von Jahren heilende Wirkkräfte zugesprochen und sie regelrecht verehrt.
Der Anbau von Bio-Rhabarber verlangt einen geeigneten Standort, ausreichend Wasser und eine perfekt abgestimmte Naturdüngung. Das können im Sommer organischer Dünger wie Horngries sein, im Herbst wird Kompost oder Mist verwendet. Wichtig für den Bauern: Bei Ernteende im Juni sollten die Rhabarberpflanzen noch genügend Blattmasse besitzen, damit Reservestoffe für den nächsten Sommer eingelagert werden können. Beim ökologischen Landbau nach Bioland-Richtlinien muss der Rhabarber übrigens nur Mäuse als natürlichen Feind fürchten. Tipp: Der Sud aus Rhabarberwurzeln kann beim nachhaltigen Gärtnern als natürliches Pflanzenschutzmittel verwendet werden – Blattläuse adé.
Sauer, entschlackend und vielseitig
Wo die Frühernte meist noch mild-säuerlich schmeckt, werden die Stangen mit der Zeit saurer und faseriger. Dieser Unterschied ist auch optisch fassbar: Die grünen, dickeren Stangen enthalten meist mehr Oxalsäure als die roten, dünneren Stangen mit einem himbeerähnlichen Geschmack. Die Oxalsäure ist übrigens ein perfektes Entschlackungsmittel. 
Denn: Der Verzehr ist durstlöschend, verdauungsanregend, kalorienarm und beinhaltet eine bakterizide Wirkung. Sie ist allerdings nicht für Schwangere, Kleinkinder und Stillende geeignet. So sollten beispielsweise auch Gichtkranke den Verzehr von Rhabarber vorab mit ihrem Arzt besprechen. 
Rhabarber enthält zudem große Mengen an Vitamin K und C.
Tipps: Rhabarber ist roh sehr sauer und wenig bekömmlich. Zum Verzehr sind ausschließlich die Stängel und nicht die teils giftigen Blätter geeignet. Die Augen waren größer als der Magen? Wer zu viel Rhabarber gekauft hat, kann die frisch gekauften Stangen in ein feuchtes Tuch wickeln und im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahren – so halten sich diese mehrere Tage frisch.

Rhabarber in der Küche




Schälen
  1. Die Blattansätze mit einem Messer großzügig von den Standen ablösen. Danach das Waschen nicht vergessen!
  2. Anschließend den Rhabarber schälen: Die Haut am einen Ende der Rhabarberstange mit einem Messer oder Schäler lösen und auf Stangenlänge abziehen.
  3. Nun kann der Rhabarber klein geschnitten und gemäß des Rezeptes zubereitet werden. Während des Schneidens können noch eventuell verbliebene Fäden entfernt werden.
Rhabarber-Crumble
Rhabarber wird mit viel Leidenschaft als Zutat in Kuchen, Crumbles oder Marmeladen verwendet. Ein großer Vorteil vom Crumbles ist, dass man die meisten Zutäten meist vorrätig im Haus hat. Rhabarber-Crumble ist dabei lecker säuerlich und außergewöhnlich im Geschmack. Um der Säure der frühen Ernte etwas entgegen zu wirken, haben wir zudem Cranberries und Äpfel hinzugefügt – ein schmackhaftes Trio!
  • 500 g Rhabarber
  • 50 g Cranberries
  • 100 g Äpfel
  • 80 g brauner Zucker
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 1 TL Zimt
  • 80 g Butter, gewürfelt
  • 60 g Mehl
  • 40 g Haferflocken
  • Eine Ofenform
Den Rhabarber schälen, in kleine Würfel schneiden und in eine Ofenform legen. Mit etwas braunem Zucker mischen und 1-2 Stunden marinieren. Währenddessen können die Äpfel gewürfelt und gemeinsam mit den Cranberries hinzugefügt werden. Für die Crumbles jetzt nur noch die restlichen Zutaten mit den Händen verkneten und als Streusel über Rhabarber, Äpfel und Cranberries geben.
Anschließend bei 170 °C Ober-/Unterhitze für etwa 15 – 20 Minuten in den Ofen – bis die Crumbles leicht gebräunt sind. Fertig!
Rhabarber – Erdbeer – Marmelade
Eine zweite klassische Verwendung von Rhabarber ist das Einmachen als Marmelade oder Kompott. Erdbeeren und Rhabarber ergänzen sich dabei hervorragend.
  • 500 g Erdbeeren
  • 500 g   Rhabarber
  • 1 Pck. Gelierzucker, 2:1
  • 2 Pck. Vanillezucker
Die Erdbeeren waschen und in einem Topf mit Gelierzucker und Zitronensaft mischen und anschließend pürieren. Den geschälten Rhabarber in kleine Würfel schneiden und unter das Erdbeerpüree heben.
Erdbeeren und Rhabarber zum Kochen bringen und unter Rühren etwa 3 Minuten kochen lassen. Die duftende Masse in geeignete Gläser abfüllen. Erkalten lassen.

Rhabarber - Inhaltsstoffe und Gesundheitswert


durchschnittlicher Gehalt in 100g essbarem Anteil:
  • Energiewert: 13 Kilokalorien oder 56 Kilojoule
  • Wasser: 92,7 Prozent
  • Eiweiß: 0,6 Gramm
  • Fett : 0,14 Gramm
  • Kohlenhydrate: 1,36 Gramm
  • Ballaststoffe: 3,20 Gramm
  • Carotinoide: 0,06 Milligramm
  • Vitamin C: zehn Milligramm
  • Vitamin B1: 0,03 Milligramm
  • Vitamin B2: 0,03 Milligramm
  • Vitamin B6: 0,08 Milligramm
  • Vitamin E: 0,25 Milligramm
  • Vitamin K : 0,011 Milligramm
  • Niacin: 0,25 Milligramm
  • Pantothensäure: 0,08 Milligramm
  • Natrium: zwei Milligramm
  • Kalium: 287 Milligramm
  • Magnesium: elf Milligramm
  • Kalzium: 66 Milligramm
  • Eisen: 0,35 Milligramm
  • Phosphor: 22 Milligramm

Gesundheitswert


  • Rhabarber liefert bei geringem Kaloriengehalt viele Vitamine und Mineralstoffe.
  • Er ist reich an Vitamin C, Vitamin K und Pro- Vitamin A.
  • Er enthält den Mineralstoff Kalzium und wirkt entwässernd durch den hohen Gehalt an Kalium
  • Rhabarber enthält den löslichen Ballaststoff Pektin und wirkt daher verdauungsfördernd.
  • Er enthält Anthocyane, sekundäre Pflanzenstoffe, die zu den Flavonoiden zählen und für die Färbung der rotstieligen Sorten verantwortlich sind.
  • Rhabarber wirkt bakterizid.
  • Er enthält Oxalsäure, die Kalzium bindet und so dessen Aufnahme in Rahmen der Verdauung verhindert. Grünfleischige Sorten enthalten mehr Oxalsäure.


Samstag, 9. Mai 2015

Mit Eigenblut und Heilpflanzen gegen allergisches Asthma

Mit Eigenblut und Heilpflanzen gegen allergisches Asthma


Eigenblutbehandlung nach Theurer


Eigenblutbehandlungen gehören zu den Reiztherapien und können die Immunreaktionen „umlenken". Mit einer speziellen Eigenblutbehandlung, der Gegensensibilisierung nach Theurer bremsen Sie überschießende Reaktionen des Immunsystems. Wenn Sie unter allergischem Asthma leiden, sind in Ihrem Blut alle Reaktionsprodukte (Antikörper) auf die Allergene enthalten. 

In einem Speziallabor können diese Antikörper isoliert und in einer Verdünnungsreihe aufbereitet werden. Bekommt Ihr Körper diese Verdünnungen nun gespritzt, erkennt er seine eigenen Antikörper nicht mehr als körpereigene und bildet gegen sie neue Antikörper, so genannte Anti-Antikörper. Diese sind in der Lage, die das Asthma auslösenden Antikörper zu reduzieren. 

Diese Behandlung kann allerdings ein paar Hundert Euro kosten und wird von der Krankenkasse nicht bezahlt.

Heilpflanzenextrakte


Heilpflanzenextrakte können sowohl reizlindernd auf die Bronchialschleimhaut wirken als auch die Muskulatur der Bronchien entkrampfen. Die besten Heilpflanzen gegen Asthma sind:

  • Indisches Lungenkraut (Adhatoda vasica)
  • Sonnentau (Drosera)
  • Efeu
  • Pestwurz

Zubereitungen aus diesen Pflanzen lösen den zähen Schleim und dämpfen die allergische Reaktion. Entsprechende Fertigpräparate erhalten Sie in der Apotheke. Indischer Weihrauch hemmt die Bildung von Entzündungs-Botenstoffen (Leukotriene), die bei Asthma entstehen und wirkt daher antiallergisch. Ein Versuch mit einem Fertigpräparat ist daher durchaus lohnenswert.






So beugen Sie einem Asthmaanfall vor



  • Durch die Bauchatmung weitet sich das Zwerchfell, und der obere Brustkorb wird entspannt. Legen Sie dazu beide Hände auf Ihren Bauch und pressen Sie beim Einatmen die Zunge gegen den Gaumen. Versuchen Sie beim Einatmen einen Druck gegen Ihre Hände auszuüben.
  • Magnesium entspannt die Muskulatur der Bronchien. Nehmen Sie daher mit Beginn der „Allergie-Hochsaison" täglich 300 mg Magnesium als Nahrungsergänzung ein.
  • Kalzium hemmt die bei allergischen Reaktionen auftretende Histaminausschüttung. 500 - 1000 mg pro Tag als Brausetablette eingenommen, haben sich hier bewährt. Entsprechende Präparate können Sie im Drogeriemarkt kaufen.
  • Gamma-Linolensäure fördert die Bildung entzündungshemmender Gewebshormone (Prostaglandine), die überschießende Entzündungsreaktionen abfangen. Schwarzkümmelöl und Nachtkerzenöl (beide in der Apotheke ab 8 € für 50 ml erhältlich), die besonders reich an diesem Vitalstoff sind können Sie daher zur Vorbeugung tropfenweise Ihrem Salatdressing beifügen.
  • Folsäure ist in der Lage, die Antikörper (IgE) in Schach zu halten. Die tägliche Zufuhr von 400 g Folsäure in Form von Fertigpräparaten kann daher Studien zufolge die Anfallshäufigkeit deutlich senken.