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Samstag, 25. Juni 2016

HABICHTSKRAUT ALS HEILPFLANZE

HABICHTSKRAUT ALS HEILPFLANZE



(Quelle: Wiki)


Diese Heilpflanze ist eher unbekannt und wird besonders bei Hals- und Rachenentzündungen, Leber- Magen- und Darmbeschwerden, sowie bei Kreislauferkrankungen eingesetzt. Dieses Kraut hat eine beruhigende, harntreibende, entzündungshemmende und schleimlösende Wirkung und vor allem die Sehkraft kann durch die Einnahme verbessert werden.


Diese Pflanze stammt aus der Familie der Korbblütler und kommt ursprünglich aus dem nördlichen Europa, Nordamerika und Asien. Sie hat folgende Merkmale:
  • die Pflanze wird bis zu 30 cm hoch
  • besitzt einen bitteren Geschmack
  • hat lanzettliche Blätter
  • trägt gelbe Korbblüten
Von Mai bis Oktober werden die Blüten geerntet und weiterverarbeitet.


(Quelle: Wiki)

DIE ANWENDUNG

Bei folgenden Beschwerden wird das Habichtskraut eingesetzt: bei Rachenentzündung, Halsentzündung, Mundschleimhautentzündungen, Darmschleimhautentzündung,Durchfall, Leberbeschwerden, bei Wurmbefall, Magenschleimhautentzündung, Blasensteine, Nierensteine (Blasen- und Nierenentzündungen), Herzschwäche, Kreislauferkrankungen, Wassersucht, Ödeme, bei einer Sehschwäche und beiMenstruationsbeschwerden.
Für die verschiedenen Anwendungen wird das blühende Kraut (oberirdischen Pflanzenteile) herangezogen. Für einen Tee benötigt man zwei Teelöffel Kraut und dieses wird mit ca. ¼ Liter heißem Wasser aufgegossen. Der Tee sollte 10 Minuten ziehen können und man sollte diesen ca. zweimal pro Tag verzehren.

DIE WIRKUNG

Das Habichtskraut beinhaltet ätherische Öle, Bitterstoff, Flavone, Flavonoide, Gerbstoff, Gerbsäure, Spurenelemente, Schleimstoffe, Skimmin, Harze und Umbelliferon.

Diese haben eine adstringierende, blutbildende, beruhigende, entzündungshemmende, harntreibende, schleimlösende, tonsisierende, schweißtreibende und beruhigende Wirkung auf den Organismus.

Durch die Einnahme kann
die Sehkraft gestärkt, 
diverse Entzündungen können vermindert, 
die Konzentration kann erhöht, 
der Rachen- und der Mundraum gereinigt und 
der Kreislauf gestärkt werden.

Samstag, 31. Januar 2015

Rot fermetierter Reis - senkt schlechtes Cholesterin

Rot fermentierter Reis senkt Cholesterinspiegel 




Roter Hefe-Reis, auch rot fermentierter Reis oder rote Reishefe genannt, wird durch einen Fermentationsprozess mit einem Schimmelpilz (Monascus purpureus) aus weissem Reis hergestellt. 
In Asien wird roter Reis in erster Linie als Nahrungsmittel verwendet. 

Studien aus den 1980er Jahren in China und aus den 1990er Jahren in den USA zeigten, dass der Cholesterinspiegel, speziell der des „schlechten“ Cholesterin (LDL) mit dem roten Hefeextrakt des fermentierten Reises dank des Wirkstoffes Monacolin K (auch Lovastatin genannt) gesenkt wird. 

Es handelt sich bei dieser Substanz um ein natürliches Statin, das im Gegensatz zu den synthetischen Statinen (die pharmazeutischen, cholesterinsenkenden Medikamente), die normalerweise eingesetzt werden, nur seltenst die bekannten Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen oder Leberbeschwerden verursachen. 

Physiologie/Biochemie des Cholesterinstoffwechsels Ca. 90% des Cholesterins wird im Stoffwechsel selbst synthetisiert, nur 10% werden mit der Nahrung aufgenommen. Das erklärt auch, weshalb die sogenannten Cholesterindiäten in den meisten Fällen nicht zum Ziel führen. Wenn das nämlich so gelänge, wären die verschiedenen Medikamente gar nicht entwickelt worden. 

Noch nicht lange bekannt ist, dass Cholesterin nicht nur von der Leber, sondern auch von der Darmschleimhaut produziert wird, nämlich dann, wenn grössere Mengen von Stärke gegessen werden. 

Wir haben schon vor mehr als 25 Jahren festgestellt, dass sich mit der Ernährung nach Rohner-Konzept die Cholesterinwerte bei ca. 90% der Patienten verbesserten, auch dann, wenn sie ihren Eierkonsum erhöhten. 

Die wissenschaftliche Erklärung (eben Anregung der Eigenproduktion in der Darmschleimhaut bei grösserem Stärkekonsum) zu dieser Beobachtung wurde aber erst vor wenigen Jahren geliefert. 

Mit dem Wirkstoff Monacolin gelingt es jetzt auch, die genetisch bedingte, erhöhte Syntheserate von Cholesterin in der Leber schonungsvoll zu beeinflussen. Wie schon erwähnt wird nicht nur der Gesamtcholesterinspiegel positiv beeinflusst, sondern eben auch das „schlechte“ Cholesterin (LDL) gesenkt. 

LDL gilt heute in der biologischen Medizin als ganz wichtiger Marker für chronische, keine direkten Beschwerden machende Entzündungen (silent inflammation). Solche Entzündungen werden dementsprechend nicht behandelt, beschäftigen das Immunsystem aber längerfristig und lenken dieses so von wichtigeren Aufgaben ab.



Silent Inflammation gilt in der komplementären Medizin deshalb als Wegbereiter für chronisch degenerative Erkrankungen wie z.B Krebs und spielt also nicht, wie allgemein vermutet, nur eine Rolle bei der Entwicklung der Arteriosklerose. 

Meine Therapieempfehlung: Nehmen Sie während 10 Wochen eine Kapsel täglich und lassen die Fettwerte vor Einnahmebeginn und am Ende dieser Zeit im gleichen Labor wieder bestimmen. So sehen Sie, wie gut das Präparat gewirkt hat. Das Präparat sollte nicht zusammen mit Grapefruitsaft eingenommen werden. 

Bezugsquelle:


Produktebeschreibung:

Rote Reishefe enthält Monacolin K, das die natürliche Regelung des Cholesterinspiegels unterstützt. Monacoin K aus rot fermentiertem Reis erzielt diesen positiven Effekt bereits in einer Tagesdosis von 10 mg (genau die Menge, die in einer Kapsel steckt. Wenn Sie die körpereigene Regelung des Cholesterinspiegels fördern möchten, ist diese ausgefeilte, synergistische Rezeptur optimal geeignet. Enthält außerdem Co-Q-10.




Sonntag, 10. August 2014

Cholin - entfettet und entgiftet die Leber

Cholin



Cholin (Trimethyl-äthanolamin) ist ein Aminoalkohol und ein quartäres Ammoniumsalz. Es wurde 1862 entdeckt und 1866 erstmals chemisch synthetisiert. Es entsteht aus 2-Amino-äthanol durch Methylierung.
Cholin ist ein für Säuger semi-essentieller Nährstoff: Bei adäquater Versorgung mit Aminosäuren, hier insbesondere Lysin und Methionin, kann Cholin in ausreichender Menge im Körper gebildet werden. Daneben wird es bei monogastrischen Tieren auch durch die Nahrung aufgenommen (da Cholin als Bestandteil des Lecithins in der Zellwandmenbran vorhanden ist). Wiederkäuer bilden hier eine Ausnahme, da Cholin nahezu vollständig im Pansen abgebaut wird.
  • Es ist ein Bestandteil des Lecithins.
  • Cholin ist in der Lage, im Stoffwechsel 3 Methylgruppen abzugeben; das entlastet den Methioninstoffwechsel (Methionin ist eine essentielle Aminosäure) und mittelbar auch den Stoffwechsel des Vitamins Folsäure.
  • Cholin ist ein Bestandteil des Neurotransmitters Acetylcholin.
Außerdem spielt Cholin eine wichtige Rolle im Aufbau und in der Signalverarbeitung von Zellmembranen.
CHOLIN gehört zu den B-Vitaminen. Da es der Körper in der Leber in geringen Mengen aus der Aminosäure Methionin und den Enzymträgern Vitamin B12 und Folsäure auch selbst herstellen kann - vorausgesetzt er hat genügend von diesen Substanzen, was heute eher selten ist - wird es als Vitaminoid (vitaminähnlicher Stoff) bezeichnet.
Cholin ist eine fettähnliche Substanz, die in allen Körperzellen zu finden  und wichtig für gute Gesundheit ist. Wenn wir zu wenig mit der Nahrung aufnehmen, können wir nur wenig davon speichern und bringen dann die Leber aus dem Gleichgewicht. Cholin und Inositol werden auch als "Fettkiller" bezeichnet, weil sie dafür sorgen, dass Fette flüssig bleiben und sich nicht in Organen oder Blutgefässen anstauen und ablagern , sondern alle Zellen mit den für sie unentbehrlichen Fettsäuren versorgen. Beide kontrollieren als Bausteine des Lezithins den Cholesterinspiegel. Cholin liegt in Lebensmitteln meist als Phosphatidylcholin vor, und wird in der Leber, im Gehirn und in den Nieren aufgenommen. 

Man findet es in vielen Lebensmitteln, dennoch ist seine tägliche Zufuhr in Westeuropa und in den USA mit 0,2 - 1 g zu niedrig. Lezithin aus Sojabohnen ist eine besonders gute Quelle von Cholin. Es enthält etwa 20% Phosphatidylcholin.
Funktionen des Cholins:
  • Entgiftung und Ausscheidung von Chemikalien: Cholin unterstützt die Enzyme der Leber, das Blut zu entgiften und Umweltgifte, Schwermetalle, Alkohol sowie Medikamente auszuscheiden.
  • Fettstoffwechsel in der Leber: Cholin transportiert Triglyceride und andere Fette aus der Leber in die Gewebe. Mangelt es daran, so häuft sich Fett in den Leberzellen an und die Funktion der Leber ist gestört. Es verhindert die Verfettung der Leber und die zusammen mit Inositol und Methionin die Schäden reduzieren und die Heilung vorantreiben.
  • Schwangerschaft: Der Bedarf ist erheblich höher, bei Mangel kann es zu Fettablagerungen in der Leber kommen.
  • Gehirn: Lezithin und Cholin können den Acetylcholin-Spiegel im Gehirn erhöhen. Sie können die Gedächtnisleistung steigern und bei Alzheimer-Krankheit sowie anderen Demenzen helfen, wo der Acetylcholin-Spiegel niedrig ist.
  • Bewegungsstörungen: Unregelmäßigkeiten des Acetylcholin-Systems im Gehirn können zu Bewegungsstörungen führen.. Menschen mit Huntington-Krankheit und anderen Nervenstörungen, die sich in abnormalen Bewegungen äussern, können durch Cholin- bzw. Lezithingaben Besserung erfahren.Bildung von Gallensteinen.
  • Aufbau von Acetylcholin: Cholin kann die Blut-Hirn-Schranke leicht durchdrngen und wird in Nerven und Gehirn zu Acetylcholin umgewandelt, einem Nervenbotenstoff (Neurotransmitter), der Nervenimpulse überträgt und Gefühle wie auch Verhalten steuert. Es wirkt entspannend, beruhigend , stressabbauend und Gedächtnis fördernd.
  • Aufbau der Zellwände: Cholin wird zum Aufbau der Zellwände im ganzen Körper benötigt und auch um Myelin herzustellen, die Markscheide der Nervenzellen. Es schützt somit Nervenzellen, Gehirn und Knochenmark.
Ursachen von Cholinmangel:
  • Der Bedarf an Cholin steigt beträchtlich bei Mangel an Folsäure und Vitamin B12.
  • Regelmäßiger Alkoholgenuss senkt den Cholinspiegel im Körper.
  • Während Schwangerschaft und Stillzeit ist der Bedarf erhöht.
  • Menschen mit Bauchspeicheldrüsen- oder anderen Fettverdauungsstörungen nehmen Cholin schlecht auf, so dass es zu Mangel kommen kann.
  • Chronische Erkrankungen, wie z.B. Arhtritis, entzündliche Darmerkrankungen oder AIDS erhöhen den Bedarf.
Folgen eines Cholinmangels:
  • Verfettung der Leber mit der Folge von Leberschäden und erhöhtem Risiko von Leberkrebs.
  • Gestörte Nierenfunktion mit der Folge hohen Blutdrucks. Es kann sich eine Nephritis entwickeln (Nierenentzündung).
  • Gestörter Carnitinstoffwechsel, gestörtes Wachstum.
  • Lern- und Gedächtnisstörungen.
  • Verminderte Produktion roter Blutkörperchen.
  • Unfruchtbarkeit
  • Ablagerung von LDL-Cholesterin in den Arterien (- Arteriosklerose)
Therapeutische Anwendung:
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Cholin vermag Triglyceride und den Cholesterinspiegel zu senken, sowie das gute HDL-Cholesterin zu erhöhen und senkt damit das Risiiko von Arteriosklerose, was auch günstig auf den Blutdruck wirkt. Cholin festigt überdies weiche Kapillarwände. Es hilft ferner bei Tinnitus (Ohrensausen) undSehstörungen.
  • Leber: Cholin regt die Engiftung der Leber an und kann Cholesterinablagerungen in Form von Gallensteinen verhindern.
  • Alkoholschäden: Alkohol kann zu Fettleber und Leberstörungen führen. Cholin kann
Erfahrungen mit Cholin:
Die berühmte amerikanische Ernährungswissenschaftlerin Adelle Davis schreibt in ihrem Buch: "Jeder kann gesund sein":  " Da bei Tieren unter Cholinmangel der Blutdruck ansteigt, führte man eine Untersuchung  an 158 Personen  mit gefährlich hohem Blutdruck durch, von denen etliche schon Schlaganfälle oder Netzhautblutungen oder beides durchgemacht hatten, andere an Nephritis litten. Alle wurden seit längerer Zeit mit verschiedenen Heilmitteln behandelt, alle ohne Erfolg. Deshalb setzte man alle Medikamente ab und gab nur Cholin, sonst blieb die Ernährung unverändert. Innerhalb von 5 - 10 Tagen besserten sich Kopfweh, Schwindel, Ohrensausen, Herzklopfen und Verstopfung. In allen Fällen war nach drei Wochen der Blutdruck gesunken, bei vielen sogar auf normale Werte. Allmählich kamen andere Besserungen dazu: Die Patienten berichteten, dass sie besser schlafen konnten, Harnverhaltungen kamen nicht mehr vor, Sehstörungen ließen nach, die Blutgefäße erweiterten sich und die Herzfunktion normalisierte sich. Ließ man das Cholin jedoch weg, stieg der Blutdruck über die Norm an, und die übrigen Symptome traten wieder auf."
US- Wissenschaftler schwören darauf, dass man mit Lezithin sehr erfolgreich  Arteriosklerose, überhöhte Leberfettwerte und sogar Leberverfettung (Zirrhose) behandeln kann. Selbst schwere Verstopfung spricht darauf an, wie es die Muskeln des Darmes anregt. Übrigens werden Cholin und Inosit als Bestandteilöe des Lezithins als "Anti-Aging-Therapeutikum" in den USA an Stelle von Valium und Librium (Tranquillizer) eingesetzt, da sie beruhigend und schlaffördernd wirken.
Der Bedarf wird auf 3000 -5000 mg täglich geschätzt.
Vorkommen in der Nahrung: 125 g Leber liefert 500 - 700 mg , ½ Tasse Weizenkeime 400 mg, 1 EL Hefe 40 - 180 mg,  1 gehäufter EL Lezithin 500 mg, 1 Ei 250 - 300 mg, 100 g Erdnüsse 100 mg, 1 Portion Gemüse, Vollkornbrot oder Fleisch 10 - 60 mg.
Ein vorhandener Leberschaden, z.B. bei Alkoholikern , kann durch mehrere Esslöffel Lezithin täglich bemerkenswert gebessert werden. Eine vollwertige Kost mit reichlich Protein trägt ein übriges dazu bei. Übrigens: Je mehr gesättigte (tierische)  oder gar gehärtete Fette ( in Pommes, Gebäck, Fertigprodukten...) man isst, desto mehr Cholin braucht man.
Tipp: Bei Stress und Erschöpfung täglich 1 EL Sojalezithin nehmen.

Montag, 28. April 2014

Muskatnuss - belebt und hilft bei Verdauungsstörungen


Muskatnuss





Der wohlriechende Samen ist als Küchengewürz bekannt. Dabei kann die Muskatnuss noch mehr: Seine ätherischen Öle helfen gegen Verdauungsstörungen ebenso wie gegen sexuelle Unlust. 

Die Muskatnuss-Frucht gleicht äusserlich einer Aprikose, die einen leuchtend roten Samenmantel (Arillus) birgt. In diesem steckt ein brauner, harter Kern und in diesem wiederum ein stark ölhaltiger Samen: die Muskatnuss (Myristica fragrans Houtt).




Handelsmonopol der Araber


Die Geschichte des Handels dieses äusserst aromatischen Gewürzes beginnt im 12. Jahrhundert. Nur die Araber kannten die südlichen Molukken (Indonesien) und einige wenige Nachbarinseln (Banda), auf denen dieser Baum wuchs. Die Gewürzhändler hüteten ihr Wissen um die genaue Lage der Inseln wie einen Schatz und konnten deshalb ihr Monopol fast vier Jahrhunderte aufrechterhalten. Als die Araber den besonderen Samen in Europa einführten, war Muskatnuss, ähnlich dem Pfeffer, ein rares Handelsgut und wurde mit Gold aufgewogen.



Vielleicht verführte die Seltenheit damalige Mediziner dazu, das Gewürz zu einem Wundermittel zu erklären. Eine Prise Muskatnuss sollte gegen praktisch alle erdenklichen Erkrankungen wirksam sein: So schworen führende Ärzte in London auf die Heilkraft der Muskatnuss bei Blutfluss oder Pest. Das Gleiche galt für Alltägliches wie Husten. Wer sich Luxus leisten konnte, der trank den Glühwein mit einer Prise Muskatnuss.

Unter Kopfjägern

Auch als die Europäer im 15. Jahrhundert immer mehr Seewege in die tropischen Gewässer eroberten, blieben die Molukken weiter unentdeckt. Ein Grund: Seefahrer, die zufällig auf die Muskatnuss-Inseln stiessen, konnten sie später nicht wiederfinden. Zusätzlich sind die Küsten von gefährlichen Riffen umgeben, an denen viele Schiffe zerschellten. Überlebende hatten wenig Chancen, ihr Geheimwissen weiterzugeben, denn ihnen drohte beim Betreten der Inseln eine neue Gefahr: Sie wurden von Kopfjägern ermordet und zierten als begehrte Trophäen die Stammeshäuser der Ureinwohner.

Ein gutes Magen-Darm-Mittel

Möglicherweise machten die Seeleute auf ihren langen Reisen zufällig eine wichtige Entdeckung: Geriebene Muskatnuss ist ein gutes Konservierungsmittel. Es verzögerte in erheblichem Masse den natürlichen Verwesungsprozess durch Verlangsamung der Oxidation. Ausserdem hatte der Samen noch einen weiteren Vorteil: Der charakteristische kräftige aromatische Geruch überdeckte den Gestank verdorbener Lebensmittel, die häufig noch das einzig Essbare an Bord waren. Mit dem brennend-würzigen, später etwas bitteren Geschmack konnten die Seeleute die schlechte Kost besser verzehren.

Und nicht zuletzt waren sie die Ersten, die Erfahrung mit der wohltuenden Wirkung des Samens auf den Magen-Darm-Trakt machten: Geriebene Muskatnuss wirkt gegen Blähungen, Durchfall und Magenkrämpfe. Auch die moderne Erfahrungsheilkunde benutzt Muskatnuss bei den genannten Beschwerden. Etwas in Vergessenheit geraten ist eine Anwendung bei starkem Durchfall: Dazu werden eine Messerspitze frisch geriebene Muskatnuss in einem Glas lauwarmem Wasser aufgelöst und langsam schluckweise getrunken. Die ätherischen Öle wirken beruhigend und entkrampfend auf die Darmmuskulatur.


Abenteuerliches

Wer Lust auf die spannende Geschichte des Muskatnuss-Handels hat, kann sich durch das Buch «Muskatnuss und Musketen. Der Kampf um das Gold Ostindiens» entführen lassen. Der Autor Giles Milton erzählt von der Entdeckung der Molukken, ihres wertvollen Gewürzes und seiner Ausbeutung. Miltons Darstellungen beruhen auf Eintragungen originaler Log-Tagebücher oder Briefen. Die gründliche Recherche, gepaart mit der Phantasie des Autors, entführt in die damalige Welt, liefert einen lebendigen Eindruck der strapaziösen, oft tödlich endenden Schiffsreisen.


– Milton, «Muskatnuss und Musketen – der Kampf um das Gold Ostindiens», Rowohlt Taschenbuch Verlag 2002, ISBN: 3-499-61367-0, Fr. 18.10




LSD aus der Natur

Muskatnuss enthält 
  • bis zu 16 Prozent ätherische Öle und 
  • bis zu 40 Prozent fettes Öl (Muskatbutter) mit hohem Anteil (etwa 75 Prozent) an dem Triglyzerid der Myristinsäure (gesättigte C14-Fettsäure), 
  • Stärke (etwa 30 Prozent), 
  • Zucker, 
  • Pektine und Farbstoffe bilden den Rest.

Unter anderem ist der Wirkstoff Myristicin als psychoaktiver Bestandteil der Muskatnuss mit halluzinogenem Charakter bekannt. Bei der Einnahme einer ganzen geriebenen Muskatnuss wurden leichte Bewusstseinsstörungen bis hin zu starken Halluzinationen beobachtet, die mit verändertem Raum- und Zeitgefühl, Euphorie, Benommenheit oder Sprachstörungen einhergehen können.

Ärzte raten deshalb von der Einnahme grosser Mengen geriebener Muskatnuss ab, da schwere Vergiftungen oder auch Psychosen ausgelöst werden können. Ausserdem kann es im Rausch zu Herzrasen, Magenschmerzen, Angstzuständen, Panikattacken, Übelkeit und Erbrechen kommen.



Wissenschaft und Forschung


In Thailand gehört die Muskatnuss zum traditionell angewandten Mittel gegen Magen-Erkrankungen, Magengeschwüre oder säurebedingte Magenerkrankungen, die häufig durch das Bakterium Helicobacter pylori entstehen und sogar zum Magenkrebs führen können; diese Erkrankungen kommen in Thailand selten vor. 
Wissenschaftler aus Bangkok untersuchten verschiedene traditionelle Pflanzen, die häufig in der Küche oder als Heilmittel eingesetzt werden. Bei der Muskatnuss stellten die Forscher vorbeugende, chemische Eigenschaften fest, die das Wachstum des Magenkeimes und die damit ausgelöste Formen von Magengeschwüren möglicherweise verhindern.

Japanische Wissenschaftler untersuchten die ätherischen Öle der Muskatnuss in Hinsicht auf ihre leberschützenden Effekte. In Tierversuchen fanden sie heraus, dass Myristicin durch Beeinflussung von Fresszell-Signalstoffen (TNF-alpha) zellschützende Eigenschaften hat und Leberkrebsauslösende Einflüsse entschärft.

Muskatnuss wird traditionell sowohl in der westlichen Naturheilkunde wie der ayurvedischen Medizin gerne als Aphrodisiakum eingesetzt. Vor kurzem haben indische Forscher in Tierexperimenten zeigen können, dass Muskatnuss-Extrakte sowohl Libido als auch Potenz fördern. Die Wissenschaftler vermuten einen nervenstimulierenden Einfluss der Muskatnuss.




Das Küchen-Gewürz


In unseren Breitengraden ist Muskatnuss eher als Gewürz bekannt: 
Zu einer typischen Béchamel-Sauce gehört fein geriebene, frische Muskatnuss. Bei Kartoffelstock, zu Raclette oder im Fondue wird es gerne verwendet, und die Italiener mögen das Gewürz auch zu Spinat. 
Wer mit Muskatnuss experimentieren möchte, kann sich von orientalischen Gerichten inspirieren lassen. In der marokkanischen, tunesischen oder indischen Küche wird es bei verschiedenen Fleischsorten ebenso verwendet wie in Gebäck.
Grundsätzlich wird frisch geriebene Muskatnuss empfohlen, weil sich der würzige Geschmack schnell verflüchtigt. Und: Eine sparsame Verwendung ist wichtig, sonst kann es leicht zu unliebsamen Überraschungen kommen. Das Gericht nimmt dann einen bitteren, unangenehmen Geschmack an.
Tipp: 
Wem der Samen zu kräftig ist, kann auch den getrockneten Samenmantel, der im Handel als Muskatblüte (Macis) verkauft wird, verwenden. Er enthält dieselben Inhaltsstoffe wie der Same, ist jedoch feiner und weniger intensiv. Wem beides, Same oder Macis, immer noch zu stark erscheint, kann fertige Gewürzmischungen benutzen. 
Die indische Fertigpaste Garam Massala beispielsweise oder die tunesische Galat Dagga enthalten unter anderem auch Muskatnuss. Die Pasten können eine interessante Bereicherung für Saucen oder als Fleischwürze sein, die je nach Geschmack eingesetzt werden.

Botanik:  Immergrüner Baum

Der Muskatnuss-Baum ist immergrün und reich verzweigt. Er erreicht eine Höhe von gegen 16 Meter und kann 100 Jahre alt werden. Die Muskatnuss-Produktion muss langfristig angelegt werden, denn ein Baum beginnt erst mit dem achten Jahr Früchte zu tragen, ab dem 15. Jahr erreicht er seine volle und lange andauernde Tragezeit. Jährlich können pro Baum gegen 2000 Früchte geerntet werden. 
Die reifen Früchte werden kurz vor dem Aufplatzen geerntet und das Fruchtfleisch entfernt. Die Kerne werden bis zu 8 Wochen getrocknet. Danach haben die Samenmäntel, die Macis, eine orange Farbe und die Nuss wird herausgebrochen. Umgangssprachlich spricht man zwar von Muskatnüssen, botanisch handelt es sich jedoch um eine einsamige Beere.
Werden Muskatnüsse trocken in einem verschlossenen Glas gelagert, halten sie rund acht Jahre. Um den heutigen Weltbedarf zu decken, gibt es Muskatnuss-Kulturen in Neuguinea, Indonesien, Indien, Madagaskar, Mauritius, Brasilien und Réunion.