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Samstag, 4. Juni 2016

Chai Sirup selber machen

 Chai Sirup selber machen


Chai-Sirup schmeckt lecker zu Schwarztee oder zu Milch. Wie ihr den Gewürzsirup selber machen könnt, erfahrt ihr in diesem Rezept

Das Rezept habe ich hier bei Tasty Yummies gefunden und mal wieder etwas abgewandelt. Meine Version:

Zutaten für ca. 400ml Sirup:
3 Tassen (ca. 600ml) Wasser 
eine Tasse brauner Zucker
3 Beutel Schwarztee
2 Zimtstangen
2 Sternanis
1 Vanilleschote 
10 Kapseln Kardamom
10 Nelkenstifte
ca. 1cm frischer Ingwer, in Scheiben geschnitten
wenige bunte Pfefferkörner
1 Prise geriebener Muskat
1 Teelöffel gemahlener Zimt 

Zum Anrichten:
(Soja-)milch
Schlagsahne
etwas gemahlener Zimt



1. Wasser und Zucker in einen Topf geben und unter Rühren aufkochen.

2. Teebeutel in den Sirup hängen.

3. Alle oben genannten Gewürze ebenfalls in den Topf mit dem Sirup geben.

4. Alles für 20 Minuten leicht weiterköcheln lassen, dabei immer mal wieder umrühren. Die Teebeutel ca. nach der Hälfte der Zeit rausnehmen, damit es nicht bitter wird.

5. Durch einen Papierfilter (oder Teesieb o.Ä.) gießen und den gefilterten Sirup in einer Schüssel auffangen.

6. Abkühlen lassen und in eine Flasche füllen. Verzieren, verschenken oder selber behalten :) Hält sich eine Woche im Kühlschrank. 

7. Wenn man das Konzentrat dann genießen will: Einfach einen Teil Sirup mit ca. 2 - 3 Teilen Milch aufgießen, mit Sahne und Zimt anrichten und servieren. Fertig ist der Chai Latte.


Das Tolle an dem Rezept ist, dass man es ganz nach Belieben abwandeln kann. Wer seinen Chai nicht so scharf mag, lässt den Pfeffer weg. Wer auf Zimt steht, nimmt doppelt so viele Zimtstangen oder Zimtpulver. 
Man kann auch weniger Zucker nehmen oder noch Orangenschalen hinzufügen... jeder, wie er möchte. 
Die Zubereitung ist ja, wenn man eh einmal alle Gewürze im Haus hat, weder teuer noch zeitaufwändig. Da kann man rumprobieren, bis man seinen Lieblingschaigeschmack gefunden hat. 

Donnerstag, 14. Januar 2016

Kardamome: Das gesunde Edelgewürz


Kardamom






Kardamom, lat. Elettaria cardamomum, zählt zur Familie der Ingwergewächse. Dort wird es der Gruppe der Einkeimblättrigen zugeordnet. Es kann bis zu 2 bis 3 Metern hoch werden, vereinzelt werden auch Größen bis zu 5,5 Meter erreicht.


Von der Pflanze werden die Samen verwendet. Diese reifen an den schilfartigen Stauden in Fruchtkapseln heran und enthalten ätherische Öle. Sie verleihen ein würziges, süßlich scharfes Aroma, bei welchem Sie an den Geschmack von Eukalyptus erinnert werden. 


Leider verfliegt dieses schnell und so wird Kardamompulver den ganzen Kapseln vorgezogen. Am besten mahlen Sie die Samenkapseln kurz vor dem Gebrauch, so wird das Aroma optimal genutzt. 

Lagern Sie die ganzen Früchte luftdicht verschlossen, kühl und dunkel. So lassen sich die Kapseln am längsten aufbewahren.



(Quelle: Wiki)



Die Fruchtkapseln werden übrigens auch heute noch mit der Hand gepflückt.

In der Küche wird Kardamom zur Würzung von Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und Spekulatius benutzt und für Wurstwaren, Liköre und als Bestandteil von Gewürzmischungen. In der indischen Küche wird es als Zusatz von Currypulver eingesetzt.

Die in Kardamom vorhandenen ätherischen Öle wirken anregend und krampflösend. Bei Blähungen ist dies hilfreich, ebenso lindert es Menstruationsbeschwerden und wirkt entkrampfend auf das Nervensystem.

Zur Einnahme zerstoßen Sie einfach die Samenkapseln und fügen diese den Speisen zu. Hierdurch wird eine bessere Verträglichkeit erreicht.

Sie den Kardamomsamen auch kauen und damit Mundgeruch entgegen wirken. In der Ayurvedischen Medizin wird Kardamom ebenfalls gegen Verdauungsstörungen eingesetzt.

Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Kardamomsamen können Sie im Reformhaus erwerben.



Mehr zu Kardamom:



Kardamom, das „Luxusgewürz“


Kardamom stammt aus Südasien, wo er heute noch wild vorkommt und wo er wohl seit Jahrtausenden angebaut und gehandelt wurde. Schon 3000 v. Chr. war Kardamom in Mesopotamien und in China bekannt. Im antiken Griechenland und Rom fand er selten den Weg in die Küche. Nur im Kochbuch des Apicius findet man ein Rezept mit Kardamom als Bestandteil einer Fischsauce. Überwiegend wurde der Kardamom als Medizin und in der Parfumerie verwendet. Im Mittelalter wurde liebevoll vom „Cardamömlin“ gesprochen und wie in der Antike galt es als Luxusgewürz. Im Parsifal des Wolfram von Eschenbach wurde ein Prunkteppich mit Muskat- Gewürznelken- und Kardamompulver gestaltet. Gestoßener Kardamom mit Honig empfahl Tabaernomontanus als Mittel „gegen blaue Mäuler, welche vom Schlagen oder Stoßen kommen.“ Kardamom blieb auch in Zeiten des kolonialen Imperialismus ein hochpreisiges Handelsgut. Die Holländisch- Ostindische Kompanie schloss gegen 1700 mit den Einwohnern von Canarare einen Exklusivvertrag ab, von dort Kardamom zu kaufen. Nach dem Abschluss hatten es die Holländer gar nicht mehr eilig. Sie wollten im Schutz der Vereinbarung warten, bis der Kardamom billiger wurde. Doch die Händler von Canarare gingen nicht darauf ein und verkauften alle Kardamomvorräte an zwei englische Schiffe, die dort zufällig ankerten. „Da müssen die Herren Holländer das Nachsehen haben, welches sie dann ziemlich schmerzte“, berichtete ein deutscher Angestellter der holländischen Kompanie nicht ohne Schadenfreude.


„Heiß“ geliebter Kardamom


Nach Safran und Vanille wird Kardamom oft als drittteuerstes Gewürz bezeichnet und der hohe Preis spiegelt die Beliebtheit dieses äußerst wohlriechenden Gewürzes wider. Mit 60 % sind die arabischen Länder bis hin über Nordafrika die Hauptverbraucher. In Arabien braucht man Kardamom vor allem zum Würzen von Kaffee. Kardamomduftender Kaffe ist fast zum Symbol arabischer Gastfreundlichkeit geworden. 


 Bei den Beduinen werden Kaffeekannen verwendet, in deren Ausguss Kardamomkapseln Platz finden. Der heiße Kaffee kommt beim Einschenken mit dem Gewürz in Berührung und nimmt dessen Aroma an. Wenn wir die kongenialen Partner Kaffee und Kardamom genießen wollen, gibt es mehrere Möglichkeiten: man kann frisch gemahlenen Kardamomsamen einfach unter das Kaffeepulver mischen oder die ganzen Kapseln im Kaffee mitziehen lassen. 

Diese Mischung macht müde Geister besonders munter: das Koffein des Kaffees regt an und Kardamom bringt nicht nur den Kreislauf in Schwung, sondern soll auch sinnlich anregend wirken. Diese perfekte Kombination ist für verschlafene Wintertage besonders zu empfehlen.


Exotische Würze


In arabischen Ländern wird nicht aller Kardamom für Kaffee verbraucht, Araber und Perser verwenden ihn auch für pikante Reisgerichte mit Fleisch, die eine Vielzahl von Gewürzen, dazu Nüsse und getrocknete Früchte wie Rosinen und Granatapfelkerne enthalten. In der mogulischen Küche Nordindiens wird Kardamom in großer Menge für köstliche Reisgerichte, Biryanis genannt, aber auch für feinwürzig geschmortes Fleisch wie Korma verwendet. Auch zu Currypulver gibt man kleine Mengen von Kardamom. In Kaschmir wird Kardamom aber vor allem zum Aromatisieren von grünem Tee verwendet.
In der mitteleuropäischen Küche ist Kardamom leider noch immer nur als Gewürz Lebkuchen bekannt. Anders in Skandinavien, dort ist Kardamom eines der meistgebrauchten Gewürze einerseits für Feingebäck, aber auch für Pasteten und Wurstsorten.


Ingwergewächs Kardamom


Der Kardamom wächst mit Wurzelausläufern und entwickelt bis zu 2 m hohe Blätter, die sehr aromatisch sind mit einem Duft der an Zimt erinnert. In Gartencentern wird Kardamom oft als „Zimtpflanze“ verkauft. Nicht einmal in warmen Wintergärten kann man tropenähnliche Temperaturen erreichen, es ist also kaum möglich, dass Kardamom bei uns in Kultur blüht und Samen, die als Gewürz verwendet werden, entwickelt. Allerdings kann man auch die Blätter für exotisch schmeckende Tees und Gerichte erwenden. Kardamom behält sein exquisites Aroma besser, wenn er samt den Kapseln gekauft wird, obwohl die Kapselwand kaum Aroma beisteuert. Vor dem Gebrauch werden die Samen aus den Kapsel gelöst und dann zerkleinert oder frisch gemahlen. Wenn man Kardamompulver kauft, sollte es möglichst bald aufgebraucht werden.


Heilkräftiger Kardamom


„Der Kardamom ist wärmend und beruhigend und stärkt den Magen, er fördert die Verdauung, wirkt gut gegen Kolik und Erkältungsbeschwerden im Magen und Gedärm“, schrieb ein englischer Kräuterkundiger im 18. Jh. Das sagt die Pharmakologie auch heute. 


Kardamom steigert die Magensaft- und Gallensekretion. Kardamom kann zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Meteorismus (Gasbauch). aber auch bei krampfartigen Magenbeschwerden eingesetzt werden. 

Wie Ingwer vermindert er eine zu hohe Säureproduktion des Magens. 

Außerdem hat Kardamom eine starke antibakterielle, pilzhemmende und antivirale Wirkung. 

Der beliebt gewordene Chai (oder Yogi)- Tee kann daher vor allem zur Vorbeugung von Erkältungserkrankungen in feucht- kalten Zeiten empfohlen werden.

Chai- Tee: 1 TL Kardamomfrüchte, 1 kleine Zimtstange, 1- 2 Nelken, 2 dünne Scheiben frischer Ingwer, etwas ungespritzte Zitronenschale. Den Kardamom mit ¼ l Wasser 5 Minuten kochen lassen, dann die übrigen Gewürze dazu geben, noch einmal kurz aufkochen lassen, und zugedeckt eine Stunde ziehen lassen, abseihen und dann auf Trinktemperatur erwärmen. In der Adventzeit kann man so einen Tee natürlich auch zusammen mit Rotwein zu einem fabelhaften grippevorbeugenden Glühwein umfunktionieren.
Kardamomtee wird im Ayurveda vor allem auch bei Gärungsprozessen im Magen, die oft die Ursache von Halitose (Mundgeruch) sind, eingesetzt und außerdem auch bei Husten und Asthma. Er wirkt schleimlösend und regt auch das Herz an.


Der sinnliche Duft des Kardamoms


Das Ayurveda schreibt dem Kardamom eine aphrodisierende, sinnlich anregende Wirkung zu. In der arabischen Heilkunde war das Gewürz nicht nur der „Duft des Orients“, sondern auch die „Samen des Paradieses“, denen man eine deutlich mannesstärkende Wirkung zuschreiben konnte. Kein Wunder, dass vor allem Saudiarabien einen so hohen Konsum an Kardamom vorzuweisen hat. Außerdem soll der Duft auch eine positive Wirkung auf das seelische Gleichgewicht haben, geistige Klarheit schaffen und das Gedächtnis stärken. Alles gute Gründe, Ehemännern regelmäßig mit Kardamom gewürzte Speisen oder K & K, Kaffee mit Kardamom vorzusetzen.

Montag, 28. April 2014

Muskatnuss - belebt und hilft bei Verdauungsstörungen


Muskatnuss





Der wohlriechende Samen ist als Küchengewürz bekannt. Dabei kann die Muskatnuss noch mehr: Seine ätherischen Öle helfen gegen Verdauungsstörungen ebenso wie gegen sexuelle Unlust. 

Die Muskatnuss-Frucht gleicht äusserlich einer Aprikose, die einen leuchtend roten Samenmantel (Arillus) birgt. In diesem steckt ein brauner, harter Kern und in diesem wiederum ein stark ölhaltiger Samen: die Muskatnuss (Myristica fragrans Houtt).




Handelsmonopol der Araber


Die Geschichte des Handels dieses äusserst aromatischen Gewürzes beginnt im 12. Jahrhundert. Nur die Araber kannten die südlichen Molukken (Indonesien) und einige wenige Nachbarinseln (Banda), auf denen dieser Baum wuchs. Die Gewürzhändler hüteten ihr Wissen um die genaue Lage der Inseln wie einen Schatz und konnten deshalb ihr Monopol fast vier Jahrhunderte aufrechterhalten. Als die Araber den besonderen Samen in Europa einführten, war Muskatnuss, ähnlich dem Pfeffer, ein rares Handelsgut und wurde mit Gold aufgewogen.



Vielleicht verführte die Seltenheit damalige Mediziner dazu, das Gewürz zu einem Wundermittel zu erklären. Eine Prise Muskatnuss sollte gegen praktisch alle erdenklichen Erkrankungen wirksam sein: So schworen führende Ärzte in London auf die Heilkraft der Muskatnuss bei Blutfluss oder Pest. Das Gleiche galt für Alltägliches wie Husten. Wer sich Luxus leisten konnte, der trank den Glühwein mit einer Prise Muskatnuss.

Unter Kopfjägern

Auch als die Europäer im 15. Jahrhundert immer mehr Seewege in die tropischen Gewässer eroberten, blieben die Molukken weiter unentdeckt. Ein Grund: Seefahrer, die zufällig auf die Muskatnuss-Inseln stiessen, konnten sie später nicht wiederfinden. Zusätzlich sind die Küsten von gefährlichen Riffen umgeben, an denen viele Schiffe zerschellten. Überlebende hatten wenig Chancen, ihr Geheimwissen weiterzugeben, denn ihnen drohte beim Betreten der Inseln eine neue Gefahr: Sie wurden von Kopfjägern ermordet und zierten als begehrte Trophäen die Stammeshäuser der Ureinwohner.

Ein gutes Magen-Darm-Mittel

Möglicherweise machten die Seeleute auf ihren langen Reisen zufällig eine wichtige Entdeckung: Geriebene Muskatnuss ist ein gutes Konservierungsmittel. Es verzögerte in erheblichem Masse den natürlichen Verwesungsprozess durch Verlangsamung der Oxidation. Ausserdem hatte der Samen noch einen weiteren Vorteil: Der charakteristische kräftige aromatische Geruch überdeckte den Gestank verdorbener Lebensmittel, die häufig noch das einzig Essbare an Bord waren. Mit dem brennend-würzigen, später etwas bitteren Geschmack konnten die Seeleute die schlechte Kost besser verzehren.

Und nicht zuletzt waren sie die Ersten, die Erfahrung mit der wohltuenden Wirkung des Samens auf den Magen-Darm-Trakt machten: Geriebene Muskatnuss wirkt gegen Blähungen, Durchfall und Magenkrämpfe. Auch die moderne Erfahrungsheilkunde benutzt Muskatnuss bei den genannten Beschwerden. Etwas in Vergessenheit geraten ist eine Anwendung bei starkem Durchfall: Dazu werden eine Messerspitze frisch geriebene Muskatnuss in einem Glas lauwarmem Wasser aufgelöst und langsam schluckweise getrunken. Die ätherischen Öle wirken beruhigend und entkrampfend auf die Darmmuskulatur.


Abenteuerliches

Wer Lust auf die spannende Geschichte des Muskatnuss-Handels hat, kann sich durch das Buch «Muskatnuss und Musketen. Der Kampf um das Gold Ostindiens» entführen lassen. Der Autor Giles Milton erzählt von der Entdeckung der Molukken, ihres wertvollen Gewürzes und seiner Ausbeutung. Miltons Darstellungen beruhen auf Eintragungen originaler Log-Tagebücher oder Briefen. Die gründliche Recherche, gepaart mit der Phantasie des Autors, entführt in die damalige Welt, liefert einen lebendigen Eindruck der strapaziösen, oft tödlich endenden Schiffsreisen.


– Milton, «Muskatnuss und Musketen – der Kampf um das Gold Ostindiens», Rowohlt Taschenbuch Verlag 2002, ISBN: 3-499-61367-0, Fr. 18.10




LSD aus der Natur

Muskatnuss enthält 
  • bis zu 16 Prozent ätherische Öle und 
  • bis zu 40 Prozent fettes Öl (Muskatbutter) mit hohem Anteil (etwa 75 Prozent) an dem Triglyzerid der Myristinsäure (gesättigte C14-Fettsäure), 
  • Stärke (etwa 30 Prozent), 
  • Zucker, 
  • Pektine und Farbstoffe bilden den Rest.

Unter anderem ist der Wirkstoff Myristicin als psychoaktiver Bestandteil der Muskatnuss mit halluzinogenem Charakter bekannt. Bei der Einnahme einer ganzen geriebenen Muskatnuss wurden leichte Bewusstseinsstörungen bis hin zu starken Halluzinationen beobachtet, die mit verändertem Raum- und Zeitgefühl, Euphorie, Benommenheit oder Sprachstörungen einhergehen können.

Ärzte raten deshalb von der Einnahme grosser Mengen geriebener Muskatnuss ab, da schwere Vergiftungen oder auch Psychosen ausgelöst werden können. Ausserdem kann es im Rausch zu Herzrasen, Magenschmerzen, Angstzuständen, Panikattacken, Übelkeit und Erbrechen kommen.



Wissenschaft und Forschung


In Thailand gehört die Muskatnuss zum traditionell angewandten Mittel gegen Magen-Erkrankungen, Magengeschwüre oder säurebedingte Magenerkrankungen, die häufig durch das Bakterium Helicobacter pylori entstehen und sogar zum Magenkrebs führen können; diese Erkrankungen kommen in Thailand selten vor. 
Wissenschaftler aus Bangkok untersuchten verschiedene traditionelle Pflanzen, die häufig in der Küche oder als Heilmittel eingesetzt werden. Bei der Muskatnuss stellten die Forscher vorbeugende, chemische Eigenschaften fest, die das Wachstum des Magenkeimes und die damit ausgelöste Formen von Magengeschwüren möglicherweise verhindern.

Japanische Wissenschaftler untersuchten die ätherischen Öle der Muskatnuss in Hinsicht auf ihre leberschützenden Effekte. In Tierversuchen fanden sie heraus, dass Myristicin durch Beeinflussung von Fresszell-Signalstoffen (TNF-alpha) zellschützende Eigenschaften hat und Leberkrebsauslösende Einflüsse entschärft.

Muskatnuss wird traditionell sowohl in der westlichen Naturheilkunde wie der ayurvedischen Medizin gerne als Aphrodisiakum eingesetzt. Vor kurzem haben indische Forscher in Tierexperimenten zeigen können, dass Muskatnuss-Extrakte sowohl Libido als auch Potenz fördern. Die Wissenschaftler vermuten einen nervenstimulierenden Einfluss der Muskatnuss.




Das Küchen-Gewürz


In unseren Breitengraden ist Muskatnuss eher als Gewürz bekannt: 
Zu einer typischen Béchamel-Sauce gehört fein geriebene, frische Muskatnuss. Bei Kartoffelstock, zu Raclette oder im Fondue wird es gerne verwendet, und die Italiener mögen das Gewürz auch zu Spinat. 
Wer mit Muskatnuss experimentieren möchte, kann sich von orientalischen Gerichten inspirieren lassen. In der marokkanischen, tunesischen oder indischen Küche wird es bei verschiedenen Fleischsorten ebenso verwendet wie in Gebäck.
Grundsätzlich wird frisch geriebene Muskatnuss empfohlen, weil sich der würzige Geschmack schnell verflüchtigt. Und: Eine sparsame Verwendung ist wichtig, sonst kann es leicht zu unliebsamen Überraschungen kommen. Das Gericht nimmt dann einen bitteren, unangenehmen Geschmack an.
Tipp: 
Wem der Samen zu kräftig ist, kann auch den getrockneten Samenmantel, der im Handel als Muskatblüte (Macis) verkauft wird, verwenden. Er enthält dieselben Inhaltsstoffe wie der Same, ist jedoch feiner und weniger intensiv. Wem beides, Same oder Macis, immer noch zu stark erscheint, kann fertige Gewürzmischungen benutzen. 
Die indische Fertigpaste Garam Massala beispielsweise oder die tunesische Galat Dagga enthalten unter anderem auch Muskatnuss. Die Pasten können eine interessante Bereicherung für Saucen oder als Fleischwürze sein, die je nach Geschmack eingesetzt werden.

Botanik:  Immergrüner Baum

Der Muskatnuss-Baum ist immergrün und reich verzweigt. Er erreicht eine Höhe von gegen 16 Meter und kann 100 Jahre alt werden. Die Muskatnuss-Produktion muss langfristig angelegt werden, denn ein Baum beginnt erst mit dem achten Jahr Früchte zu tragen, ab dem 15. Jahr erreicht er seine volle und lange andauernde Tragezeit. Jährlich können pro Baum gegen 2000 Früchte geerntet werden. 
Die reifen Früchte werden kurz vor dem Aufplatzen geerntet und das Fruchtfleisch entfernt. Die Kerne werden bis zu 8 Wochen getrocknet. Danach haben die Samenmäntel, die Macis, eine orange Farbe und die Nuss wird herausgebrochen. Umgangssprachlich spricht man zwar von Muskatnüssen, botanisch handelt es sich jedoch um eine einsamige Beere.
Werden Muskatnüsse trocken in einem verschlossenen Glas gelagert, halten sie rund acht Jahre. Um den heutigen Weltbedarf zu decken, gibt es Muskatnuss-Kulturen in Neuguinea, Indonesien, Indien, Madagaskar, Mauritius, Brasilien und Réunion.