Posts mit dem Label Therapie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Therapie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 27. September 2016

Kuriose Therapie: Achterbahn-Fahren gegen Nierensteine


(Quelle: Wiki)


Kuriose Therapie: Achterbahn-Fahren gegen Nierensteine

Weitere Gesundheits-Themen auf meiner Webseite -->


Rasante Therapie: Wer sich mit kleinen Nierensteinen herumplagt, sollte öfter in den Vergnügungspark gehen und dort in eine Achterbahn steigen. Solche Fahrten können offenbar den Abgang von kleineren Ablagerungen fördern, wie Forscher nun berichten. Auf den kuriosen Behandlungsansatz hatten sie Patienten gebracht – ihr volles Potenzial entfaltet die Therapie aber nur bei der richtigen Sitzposition.


Nierensteine können ziemlich unangenehm werden. Die Ablagerungen aus Bestandteilen des Urins bestehen meist aus Kalziumsalzen und wachsen mitunter auf Durchmesser von mehreren Zentimetern an. Ruhende Steine in der Niere bleiben häufig unentdeckt – problematisch wird es, wenn die Nierensteine in den Harnleiter gelangen und dort stecken bleiben: Sie lösen dann heftige, kolikartige Schmerzen aus, begleitet von Übelkeit und Erbrechen.

Allein in den USA kommen wegen eines Nierensteins jedes Jahr 300.000 Patienten als Notfall in die Klinik. Oftmals müssen die schmerzbringenden Übeltäter in solchen Extremfällen operativ entfernt werden. Kleinere Steine, die rechtzeitig entdeckt werden, können hingegen mithilfe von Medikamenten aus dem Körper hinausbefördert werden. Auch viel Trinken hilft, sie den Harnleiter hinunter zu spülen.


Spontane Genesung im Vergnügungspark


Wem das zu langweilig ist, der könnte es alternativ mit einer eher unkonventionellen Behandlungsmethode versuchen. Die einzige Bedingung: Einen empfindlichen Magen sollte man nicht haben. Denn die Therapie, die Mediziner um den Urologen David Wartinger von der Michigan State University nun proklamieren, spielt sich in einer Achterbahn ab. Sich in einem solchen Fahrgeschäft zu vergnügen, kann demnach dazu führen, dass kleine Nierensteine spontan abgehen.

Das mag zunächst verrückt klingen, ist aber ernst gemeint – und hat offenbar bereits einigen Patienten geholfen. Diese waren es auch, die die Forscher überhaupt auf die Idee brachten, das therapeutische Potenzial von Achterbahnen zu untersuchen. Wartinger und seinen Kollegen zufolge hatten ihnen mehrere Patienten davon berichtet, dass Nierensteine nach einer Fahrt mit der Big Thunder Mountain-Achterbahn in Walt Disney World in Orlando auf einmal ausgeschieden wurden.


Auf den Sitzplatz kommt es an


Das Team machte sich deshalb daran, die anekdotischen Erzählungen mithilfe eines Experiments zu überprüfen. Dafür bauten die Wissenschaftler ein anatomisch korrektes 3D-Modell von der Niere eines ihrer Patienten. Dieses befüllten sie mit Urin, positionierten drei kleinere Nierensteine unterschiedlicher Größen darin, verstauten das Modell in einem Rucksack und machten sich auf in den Vergnügungspark.


Nach insgesamt zwanzig Fahrten in der besagten Achterbahn kommen sie zu dem Schluss: Unabhängig von Größe und Position des Steins scheint eine rasante Fahrt den Abgang tatsächlich beschleunigen zu können. Dabei kommt es jedoch offenbar darauf an, wo man sitzt. Während Fahrten im hinteren Teil der Achterbahn immerhin mit einer Abgang-Rate von 63,9 Prozent aufwarten konnten, betrug die Ausscheidungsrate bei Fahrten in den vorderen Sitzen lediglich 16,7 Prozent.

Unterhaltsam und nicht-invasiv


"Unsere Erkenntnisse unterstützen die Hypothese, dass Fahrten in bestimmten Achterbahnen moderater Intensität manchen Patienten mit kleinen Nierensteinen helfen können", sagt Wartinger. Man könne so verhindern, dass die Steine größer werden und operativ entfernt werden müssen. Und das Beste: "Es ist eine relativ kostengünstige, nicht-invasive Methode."


Ob die Behandlung allerdings effektiver ist als die herkömmlichen Mittel, mit denen Betroffene kleinen Nierensteinen den Garaus machen können, bleibt fraglich. Auch die Forscher betonen: Ihre Ergebnisse seien vorläufig. Wer jedoch ohnehin gerne rasante Fahrten im Freizeitpark unternimmt, kann es ja mal mit dieser unterhaltsamen Therapiemaßnahme versuchen. (American Osteopathic Association, 2016)


(American Osteopathic Association, 27.09.2016 - DAL)

Sonntag, 10. August 2014

Huperzia Serrata gegen Senilität

HUPERZIA SERRATA
(
Lycopodium serratum) 





Der Gebrauch von Qian Ceng Ta hat in China eine Tradition von vielen hundert Jahren. In der Traditionellen Medizin wird es genutzt zur Behandlung von Entzündungen, Blutergüssen, Muskelzerrungen und Fieber.

Anwendung/Anwendungsgeschichte



1948 wurde Huperzin erstmals von chinesischen Forschern isoliert und seitdem intensiv erforscht. In China hat Huperzin den Status eines Medikaments. Die chinesischen Forschungsarbeiten zu Huperzin wurden in der westlichen Medizin bisher wenig wahrgenommen, so dass die Substanz hier meist in die Kategorie der Nahrungsergänzungsmittel eingeordnet wurde. In den USA beispielsweise wird Huperzin als natürliches Gesundheitsprodukt behandelt und ist freiverkäuflich. In China ist Huperzin als Reinstoff im Handel.

Wissenschaftliche Erkenntnisse



Untersuchungen zufolge wird Huperzin A im Gastrointestinaltrakt schnell absorbiert und zur Leber transportiert. Huperzin A und seine Metaboliten werden nach einer ersten Verstoffwechselung in der Leber weit im Körper verteilt, bis ins Gehirn. Der höchste Spiegel im Blut wird etwa 80 Minuten nach der Aufnahme erreicht.Zahlreiche Studien, vor allem aus China, legen nahe, dass Huperzin A bei der Behandlung von Alzheimer möglicherweise so wirksam ist wie die Medikamente Tacrin und Donezepil. Das überrascht insofern nicht, als Untersuchungen in vitro und an Tieren gezeigt haben, dass Huperzin A die Acetylcholinesterase hemmt. Die oben genannten Medikamente arbeiten auf dieselbe Weise und verbessern so Gedächtnis und Denkvermögen bei Menschen mit Alzheimer und Alters-Demenz.


Möglicherweise wirkt Huperzin hier sogar besser als Tacrin – hierzu müssen aber noch Langzeit-Studien durchgeführt werden. In einer doppelblinden randomisierten Studie wurde Huperzin A als Injektion an 56 Patienten mit Demenz nach mehreren Schlaganfällen oder Alters-Demenz und an 104 mit einfachen Erinnerungsstörungen getestet. Huperzin A zeigte gemäß der Wechsler-Skala (Erinnerungsvermögen) deutlich messbare positive Effekte. Bei einigen der Behandelten wurde indes Schwindel festgestellt.


1991 bekamen in einer doppelblinden Studie 160 Menschen, die aufgrund von Senilität an Gedächtnisstörungen litten, von chinesischen Wissenschaftlern intramuskuläre Injektionen mit Huperzin. Es wurde eine deutliche Besserung der Störungen festgestellt. 
Eine Untersuchung am israelischen Weizmann-Institut von 1997 zeigt, dass eine aus Huperzia gewonnene Substanz ein Enzym im Gehirn blockiert, das an der Entstehung der Alzheimer-Krankheit beteiligt ist. Auch in einer placebo-kontrollierten, doppelblinden Studie an 68 gesunden Erwachsenen, die allerdings ein schlechtes Erinnerungsvermögen hatten, konnten Gedächtnis und Lernfähigkeit verbessert werden. 
Berichte über Überdosierungen mit Huperzine A sind nicht bekannt.



Eine andere multizentrische, doppelblinde, placebo-kontrollierte und randomisierte Untersuchung an 50 Alzheimer-Patienten über acht Wochen brachte ebenfalls positive Ergebnisse. Bei 58 Prozent der mit Huperzin A Behandelten verbesserten sich Erinnerungs- und Denkvermögen sowie Verhalten deutlich.


Die aus China stammende Pflanze Huperzia serrata ist in der Botanik auch unter der Bezeichnung Lycopodium serratum bekannt. Sie gehört zur Familie der Lycopodiaceae. In China wird die Pflanze Qian Ceng Ta genannt, im Englischen „club moss“.

Die Alkaloide Huperzine A und Huperzine B konnten aus der Pflanze isoliert werden. L'huperzine, ou Sélagine, est un alcaloïde extrait d'une espèce de lycopode poussant en Chine, le Lycopodium serratum, également appelé Huperzia serrata.

Der Gebrauch von Qian Ceng Ta hat in China eine Tradition von vielen hundert Jahren. In der Traditionellen Medizin wird es eingesetzt als Bestandteil von Zubereitungen unter anderem zur Behandlung von Entzündungen, Blutergüssen, Muskelzerrungen, Fieber und Schizophrenie. Außerdem wurde Qian Ceng Ta eingesetzt, um Blutungen zu stoppen und Schwellungen zu lindern. Auch bei Demenz-Erkrankungen wie Alzheimer wird es eingesetzt.

Sowohl Huperzin A als auch Huperzin B wird Studien zufolge ein großer Effekt als Acetycholinesterase-Hemmer zugeschrieben. Die Wirkung von Huperzin A ist demnach drei mal stärker als die von Physostigmin und 30 mal stärker als die von Galanthamin – bei geringeren toxischen Nebenwirkungen. 

Studien an Ratten und Mäusen und an Menschen lassen vermuten, dass Huperzin ein großes Potenzial bei der Behandlung von Demenz-Erkrankungen hat (Liu et al. 1986, Wang et al. 1986, Wang et al. 1988, Tang et al. 1986, Xu and Tang 1987, Zhu and Tang 1987, Yan et al. 1987, Lu et al. 1988).