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Donnerstag, 21. September 2017

Spermidin aus Weizenkeimen gegen Demenz

Inhaltsstoff aus Weizenkeimen gegen Demenz?


Spermidin verbessert in Pilotstudie das Gedächtnis von Senioren





Pflanzenstoff zur Demenz-Vorbeugung: Ein Inhaltstoff aus Weizenkeimen kann offenbar das Gedächtnis im Alter verbessern und so einer Demenzerkrankung möglicherweise vorbeugen. Darauf deutet eine Pilotstudie deutscher Neurologen hin. 

Das Spermidin kurbelt die zelluläre Müllabfuhr an und gaukelt den Zellen zudem ein Fasten vor – beides wirkt positiv auf die Gesundheit von Gehirnzellen. Eine weitere, längere Studie soll nun den positiven Effekt des Spermidins überprüfen.

Alzheimer und andere Demenzerkrankungen nehmen zu: Bis 2050 könnte sich die Zahl der Betroffenen verdoppeln bis vervierfachen, wie Epidemiologen prognostizieren. Doch bisher scheint dagegen nichts zu helfen: Es gibt trotz weltweiter Forschung und milliardenschwerer Investitionen bisher keine Therapie, die die fortschreitende Zerstörung des Gehirns stoppen oder gar rückgängig machen kann. Immerhin sind einige vielversprechende Wirkstoffe zurzeit bereits im Test.

Auf der Suche nach einer Gegenstrategie setzen viele Forscher inzwischen auf die Prävention. Die Frage ist, welche Umweltfaktoren, Ernährung oder Lebensweise möglicherweise vor einer Demenz schützen kann. Über eine hoffnungsvolle Entdeckung berichten jetzt Neurologen dem aktuellen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Leipzig.

"Booster" für die Müllabfuhr der Zelle


Dabei handelt es sich um einen Inhaltsstoff von Weizenkeimen, das Spermidin. Im menschlichen Körper spielt diese Substanz eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung von Zellprozessen und fördert vor allem die Beseitigung von zellulärem Abfall mittels Autophagie. Weil sich bei Alzheimer solcher "Müll" in Form fehlgefalteter Proteine in den Hirnzellen sammelt, vermuten Forscher schon länger, dass die zelluläre Müllabfuhr hier gegensteuern könnte.




"Bisherige Daten lassen vermuten, dass sogenannte Polyamine, insbesondere das Spermidin, sich positiv auf die Gehirnfunktion und geistige Fähigkeiten auswirken", berichtet Agnes Flöel von der Neurologischen Universitätsklinik Greifswald. In Tierversuchen erwies sich das Spermidin bereits als wirksam: Es verlängerte die Lebensdauer von Würmern und Insekten und stoppte den altersbedingten Gedächtnisverlust bei Fruchtfliegen.


Einnahme verbesserte Gedächtnis


Flöel und ihre Kollegen haben daher in einer Pilotstudie untersucht, wie sich aus Weizenkeimen gewonnenes und in Kapseln verabreichtes Spermidin auf Lernen und Gedächtnis von Probanden auswirkte. Das Ergebnis: "Wir konnten zeigen, dass sich Gedächtnisleistungen bereits nach dreimonatiger Einnahme tendenziell verbessern, bei sehr guter Verträglichkeit der Kapseln", berichtet Flöel. 

Jetzt soll eine größere Studie diese Ergebnisse überprüfen und vertiefen. In ihr untersuchen die Mediziner die Wirkung einer zwölfmonatigen Gabe von natürlichem Spermidin aus Weizenkeimen auf Lernen und Gedächtnis sowie auf die Struktur des Gehirns. An der "Smart Age"-Studie nehmen ältere, noch gesunde Menschen teil, deren Gedächtnis sich nach eigener Einschätzung verschlechtert hat. Noch werden Studienteilnehmer gesucht (s.u.).

Vorgetäuschtes Fasten


Kann man eine Demenz demnach einfach wegessen oder eine vorbeugende Pille dagegen schlucken? "Nahrungsergänzungsmittel können nie eine ausgewogene Ernährung ersetzen", betont Flöel. Aber eine gesunde Ernährung kann durchaus zur Prävention beitragen. So sei es günstig, viel Obst, Gemüse und ungesättigte Fettsäuren zu sich zu nehmen und beim Zucker zu sparen. 

"Außerdem spielt es eine Rolle, wie viel man isst: In Studien führte eine Kalorienrestriktion, vor allem der Reiz des Fastens, zu besseren Gedächtnisleistungen", so die Neurologin.

Dies könnte auch die Wirkung des Spermidins erklären, denn dieses gehört zu den sogenannten Kalorienreduktions-Mimetika: 

"Das sind Substanzen, die Effekte des Fastens nachahmen. Der Körper produziert sie beim Abnehmen, man kann sie aber auch mit der Nahrung aufnehmen", erklärt Flöel. 

Auch einige weitere Vertreter dieser Fasten-"Imitatoren" könnten mögliche Helfer gegen die Demenz sein, darunter eine Substanz aus Grünem Tee und das in roten Trauben enthaltene Resveratrol.

"Für Resveratrol konnten wir positive Effekte auf die Gedächtnisleistung nachweisen, andere Gruppen fanden Auswirkungen auf die Durchblutung des Gehirns", berichtet Flöel.

Weitaus eindeutiger und einfacher aber sind Vorbeugungs-Maßnahmen, die jeder in seinem Alltag berücksichtigen kann: 

Ausreichend Bewegung, ein aktives soziales Leben und die Vermeidung von Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht können helfen, das Risiko für eine Demenz zu verringern.

(Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V., 21.09.2017 - NPO)

Donnerstag, 15. September 2016

Kinder: Omega-3-Fettsäuren verbessern das Lesen

Kinder: Omega-3-Fettsäuren verbessern das Lesen




Nahrung fürs Gehirn: Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren könnten die Lesefähigkeit von Schulkindern verbessern. In einer Studie schnitten Kinder der dritten Klasse, die zusätzlich diese Fettsäuren erhalten hatten, beim Lesen besser ab, als andere. Laut den Forschern könnten auch Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen von einer Nahrungsergänzung mit Omega-3 und Omega-6 profitieren.
Omega-Fettsäuren gelten schon länger als Gesundmacher. Sie sollen das Herz-Kreislauf-System stärken und bei Neugeborenen die Hirnentwicklung positiv beeinflussen. US-Forscher haben zudem nachgewiesen, dass das Fischfett Omega-3 die Hirnvernetzung bei Affen beschleunigt – besonders in den für Aufmerksamkeit zuständigen Hirnarealen. Zudem sollen die Omega-3-Fettsäuren bei älteren Menschen dem geistigen Abbau entgegenwirken.

Nahrungsergänzung für Schulkinder


Mats Johnson und sein Team von der Universität Göteborg haben nun untersucht, wie sich die Fettsäuren auf die geistigen Leistungen von Schulkindern auswirken. Im Speziellen wollten sie wissen, ob die Lesefähigkeiten der Kinder von der Gabe dieser "Nervenvitamine" profitieren. An der sechsmonatigen Studie nahmen 154 Schulkinder der dritten Klasse teil.

Die Forscher ermittelten vorab mit einem standardisierten Test, wie gut die Kinder schon lesen konnten. Die Forscher unterteilten die Schüler in zwei Gruppen. Die eine Gruppe bekam drei Monate lang Omega-3- und Omega-6-Kapseln. In der Kontrollgruppe nahmen die Kinder dagegen nur Placebos ein. Lehrer, Eltern und die Forscher übten während dieser Zeit nicht zusätzlich zum Schulunterricht mit den Kindern lesen, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. In den folgenden drei Monaten der Studie bekamen dann alle Kinder Omega-3- und Omega-6 Fettsäuren.

Kinder mit Defiziten verbesserten sich deutlich

Das Ergebnis: „Schon nach drei Monaten konnten wir sehen, dass die Lesefähigkeit der Kinder, die Fettsäuren bekommen hatten, sich im Vergleich zur Kontrollgruppe verbesserte“, sagt Johnson. Die Schulkinder, die zusätzlich Fettsäuren bekommen hatten, konnten vor allem unsinnige Wörter besser laut vorlesen und sie richtig betonen. Außerdem lasen sie Reihen aus Buchstaben schneller vor. 

Am stärksten waren die Effekte bei Kindern, die unter leichten Aufmerksamkeitsstörungen litten, wie die Forscher berichten. Bei ihnen verbesserte die Gabe der Fettsäuren die Lesegeschwindigkeit und die Worterkennung besonders deutlich. 

Fettsäuren fördern die Lernfähigkeit

Die Studie bestätigt damit grundsätzlich die positive Wirkung der Fettsäuren auf die Lernfähigkeit der Kinder. "Unsere Studie legt nahe, dass Kinder von einem Nahrungsergänzungsmittel mit einer speziellen Formel profitieren könnten. Um die Ergebnisse sicher bestätigen zu können, sollten sie aber noch in einer anderen Studie wiederholt werden“ so Johnson. 

Zum Teil decken sich diese Erkenntnisse mit anderen Studien: "Die Zellmembranen im Gehirn sind weitgehend aus mehrfach ungesättigten Fetten“ sagt Mats Johnson „und es gibt Studien, die zeigen, dass diese Fettsäuren für die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen und die Regulierung der Signalsysteme im Gehirn, wichtig sind.“


Erste Studie mit Placebo-Kontrollgruppe

Trotzdem sind die Ergebnisse nicht ganz unumstritten. Denn ähnliche Studien, bei denen Forscher eine Nahrungsergänzung mit Omega-3 bei Schulkindern getestet hatten, zeigten keine positive Wirkung. Johnson geht aber davon aus, dass dies an dem Aufbau der Studien lag, zum Beispiel an der Dosierung der Fettsäuren. Außerdem war diese Studie laut Johnson die Erste, bei der die Wirkung der Fettsäuren durch eine Placebo-Gruppe kontrolliert wurde.

Laut Johnson sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren und deren Rolle für das Lernverhalten von Kindern ein wachsendes Forschungsgebiet. "Unsere moderne Ernährung enthält relativ wenig Omega-3, was möglicherweise einen negativen Einfluss auf die Entwicklung unserer Kinder haben könnte“ so Johnson, „zumindest in Bezug auf das Lernen, Lesen, Schreiben und die Aufmerksamkeit“. (Journal of Child Psychology and Psychiatry, 2016; doi: 10.1111/jcpp.12614)
(Universität Göteborg, 15.09.2016 - HDI

Mittwoch, 3. Juni 2015

Darmbakterien sorgen für gesundes Gehirn

Darmbakterien sorgen für gesundes Gehirn




    Die Darmflora beeinflusst lebenslang die Immunabwehr des Gehirns und damit möglicherweise auch den Verlauf von Hirnerkrankungen wie Alzheimer und Multipler Sklerose. 

    Dies haben Forscher des Universitätsklinikums Freiburg erstmals an Mäusen festgestellt. 

    Bakterielle Abbauprodukte steuern Reifung und Funktion von Fresszellen des Gehirns, die bei Mäusen ohne Darmflora verkümmert sind. Nach Etablierung einer Darmflora waren die Zellen wieder gesünder. 





    Daraus ergeben sich Hinweise für einen Einfluss des Darms auf mögliche Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen, sondern auch auf die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung. Die Studie erscheint in der Zeitschrift „Nature Neuroscience“.
    Mikroglia sind die sogenannten Fresszellen des Gehirns, auch Gehirn-Makrophagen genannt. Sie beseitigen eingedrungene Keime und abgestorbene Nervenzellen und sind an der lebenslangen Formbarkeit des Gehirns beteiligt. Fehlgesteuerte Mikroglia-Zellen spielen bei mehreren Hirnerkrankungen eine Rolle. Wie die Reifung und Aktivierung dieser Zellen gesteuert wird, war bislang unklar. 

    Ohne Darmbakterien verkümmern die Immunzellen des Gehirns

    Prof. Dr. Marco Prinz, Ärztlicher Direktor des Instituts für Neuropathologie am Universitätsklinikum Freiburg und assoziiertes Mitglied des BIOSS Centre for Biological Signalling Studies Freiburg, leitete die Forschungsgruppe mit Mitgliedern aus Freiburg, Rehovot (Israel), München, Mainz, Köln, und Bern (Schweiz). Gemeinsam mit den Erstautoren Dr. Daniel Erny und Anna Lena Hrabě de Angelis konnte er erstmals im Tierversuch zeigen, dass ein intaktes Immunsystem des Gehirns von einer gesunden bakteriellen Darmflora abhängt. Dafür untersuchten sie Tiere, die in einer komplett sterilen Umgebung aufgezogen und gehalten wurden. Diese besaßen verkümmerte und unreife Mikroglia, die auf Entzündungsreize im Hirn kaum reagierten. „Unsere Ergebnisse weisen auf einen ständigen Informationsfluss zwischen Darmbakterien und Hirnmakrophagen hin“, sagt Prof. Prinz. 

    Auch Tiere, deren Darmbakterien durch eine vierwöchige Antibiotika-Therapie abgetötet worden waren, wiesen eine gestörte Immunantwort auf. Im Kontakt mit gesunden Tieren etablierte sich bei den zuvor steril gehaltenen Tieren schnell eine Darmflora. Dies hatte einen positiven Einfluss auf die Immunabwehr. Dabei galt: „Je größer die Vielfalt der Darmbakterien war, desto besser entwickelten sich auch die Mikroglia“, fasst der Neuropathologe zusammen. 

    Zersetzte Ballaststoffe steuern Immunreaktion im Gehirn

    Die Forscher zeigten, dass kurzkettige Fettsäuren als Botenstoff zwischen Darmflora und Mikroglia dienen. Diese werden bei der bakteriellen Verwertung von Ballaststoffen, Milchprodukten und weiteren Nahrungsmitteln produziert. Über das Blut könnten sie ins Gehirn gelangen und dort Mikrogliazellen helfen, Entzündungsreaktionen schnell und effizient zu bekämpfen. „Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, wie wichtig für die geistige Gesundheit eine ausgewogene Ernährung ist, die zur bakteriellen Bildung von kurzkettigen Fettsäuren beiträgt“, sagt Prof. Prinz. 

    Hat die Darmflora auch Einfluss auf Alzheimer, Parkinson und Multiple Sklerose?

    Die Studie dürfte auch für den Menschen eine hohe Relevanz haben. „Die Ergebnisse passen sehr gut zu früheren klinischen Studien und zu Untersuchungen anderer Forschungsgruppen“, so Prof. Prinz. 

    So werden Autoimmunerkrankungen des Darms wie Morbus Crohn mit einem Mangel an kurzkettigen Fettsäuren in Verbindung gebracht. Hier wird seit einiger Zeit die Behandlung durch eine so genannte Stuhltransplantation geprüft, bei der die Darmflora von einem auf einen anderen Menschen übertragen wird. 

    Wie groß der Einfluss der Darmflora auf Funktion und Entwicklung des Gehirns beim Menschen genau ist, müssen zukünftige Studien prüfen. 

    Sonntag, 10. August 2014

    Huperzia Serrata gegen Senilität

    HUPERZIA SERRATA
    (
    Lycopodium serratum) 





    Der Gebrauch von Qian Ceng Ta hat in China eine Tradition von vielen hundert Jahren. In der Traditionellen Medizin wird es genutzt zur Behandlung von Entzündungen, Blutergüssen, Muskelzerrungen und Fieber.

    Anwendung/Anwendungsgeschichte



    1948 wurde Huperzin erstmals von chinesischen Forschern isoliert und seitdem intensiv erforscht. In China hat Huperzin den Status eines Medikaments. Die chinesischen Forschungsarbeiten zu Huperzin wurden in der westlichen Medizin bisher wenig wahrgenommen, so dass die Substanz hier meist in die Kategorie der Nahrungsergänzungsmittel eingeordnet wurde. In den USA beispielsweise wird Huperzin als natürliches Gesundheitsprodukt behandelt und ist freiverkäuflich. In China ist Huperzin als Reinstoff im Handel.

    Wissenschaftliche Erkenntnisse



    Untersuchungen zufolge wird Huperzin A im Gastrointestinaltrakt schnell absorbiert und zur Leber transportiert. Huperzin A und seine Metaboliten werden nach einer ersten Verstoffwechselung in der Leber weit im Körper verteilt, bis ins Gehirn. Der höchste Spiegel im Blut wird etwa 80 Minuten nach der Aufnahme erreicht.Zahlreiche Studien, vor allem aus China, legen nahe, dass Huperzin A bei der Behandlung von Alzheimer möglicherweise so wirksam ist wie die Medikamente Tacrin und Donezepil. Das überrascht insofern nicht, als Untersuchungen in vitro und an Tieren gezeigt haben, dass Huperzin A die Acetylcholinesterase hemmt. Die oben genannten Medikamente arbeiten auf dieselbe Weise und verbessern so Gedächtnis und Denkvermögen bei Menschen mit Alzheimer und Alters-Demenz.


    Möglicherweise wirkt Huperzin hier sogar besser als Tacrin – hierzu müssen aber noch Langzeit-Studien durchgeführt werden. In einer doppelblinden randomisierten Studie wurde Huperzin A als Injektion an 56 Patienten mit Demenz nach mehreren Schlaganfällen oder Alters-Demenz und an 104 mit einfachen Erinnerungsstörungen getestet. Huperzin A zeigte gemäß der Wechsler-Skala (Erinnerungsvermögen) deutlich messbare positive Effekte. Bei einigen der Behandelten wurde indes Schwindel festgestellt.


    1991 bekamen in einer doppelblinden Studie 160 Menschen, die aufgrund von Senilität an Gedächtnisstörungen litten, von chinesischen Wissenschaftlern intramuskuläre Injektionen mit Huperzin. Es wurde eine deutliche Besserung der Störungen festgestellt. 
    Eine Untersuchung am israelischen Weizmann-Institut von 1997 zeigt, dass eine aus Huperzia gewonnene Substanz ein Enzym im Gehirn blockiert, das an der Entstehung der Alzheimer-Krankheit beteiligt ist. Auch in einer placebo-kontrollierten, doppelblinden Studie an 68 gesunden Erwachsenen, die allerdings ein schlechtes Erinnerungsvermögen hatten, konnten Gedächtnis und Lernfähigkeit verbessert werden. 
    Berichte über Überdosierungen mit Huperzine A sind nicht bekannt.



    Eine andere multizentrische, doppelblinde, placebo-kontrollierte und randomisierte Untersuchung an 50 Alzheimer-Patienten über acht Wochen brachte ebenfalls positive Ergebnisse. Bei 58 Prozent der mit Huperzin A Behandelten verbesserten sich Erinnerungs- und Denkvermögen sowie Verhalten deutlich.


    Die aus China stammende Pflanze Huperzia serrata ist in der Botanik auch unter der Bezeichnung Lycopodium serratum bekannt. Sie gehört zur Familie der Lycopodiaceae. In China wird die Pflanze Qian Ceng Ta genannt, im Englischen „club moss“.

    Die Alkaloide Huperzine A und Huperzine B konnten aus der Pflanze isoliert werden. L'huperzine, ou Sélagine, est un alcaloïde extrait d'une espèce de lycopode poussant en Chine, le Lycopodium serratum, également appelé Huperzia serrata.

    Der Gebrauch von Qian Ceng Ta hat in China eine Tradition von vielen hundert Jahren. In der Traditionellen Medizin wird es eingesetzt als Bestandteil von Zubereitungen unter anderem zur Behandlung von Entzündungen, Blutergüssen, Muskelzerrungen, Fieber und Schizophrenie. Außerdem wurde Qian Ceng Ta eingesetzt, um Blutungen zu stoppen und Schwellungen zu lindern. Auch bei Demenz-Erkrankungen wie Alzheimer wird es eingesetzt.

    Sowohl Huperzin A als auch Huperzin B wird Studien zufolge ein großer Effekt als Acetycholinesterase-Hemmer zugeschrieben. Die Wirkung von Huperzin A ist demnach drei mal stärker als die von Physostigmin und 30 mal stärker als die von Galanthamin – bei geringeren toxischen Nebenwirkungen. 

    Studien an Ratten und Mäusen und an Menschen lassen vermuten, dass Huperzin ein großes Potenzial bei der Behandlung von Demenz-Erkrankungen hat (Liu et al. 1986, Wang et al. 1986, Wang et al. 1988, Tang et al. 1986, Xu and Tang 1987, Zhu and Tang 1987, Yan et al. 1987, Lu et al. 1988).