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Montag, 6. Mai 2019

ZITRONEN SIND GESUND


ZITRONEN SIND EINE DER GESÜNDESTEN FRÜCHTE AUF UNSEREM PLANETEN AUFGRUND IHRER UNZÄHLIGEN GESUNDHEITSFÖRDERNDEN VITAMINE UND NÄHRSTOFFE.




Wascht die Früchte zunächst gründlich mit Apfelessig oder etwas Backpulver ab. Anschließend ihr legt eure Zitronen in den Gefrierschrank und holt sie erst wieder heraus, wenn sie komplett gefroren sind. Dann reibt ihr die komplette Frucht mit einer Reibe und füllt sie in Eiswürfelförmchen. Anschließend friert ihr die geriebene Zitronen erneut ein. So habt ihr sie immer griffbereit und könnt sie ganz einfach für eure Smoothies, Gemüsepfannen, Salatdressings, Tees, Suppen, Dessert und vieles mehr portionieren. Eurer kulinarischen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Gleichzeitig tut ihr eurem Körper damit auch noch etwas Gutes; also probiert es doch einfach einmal aus!



Zu den möglichen positiven Wirkungen der Zitrone auf den Körper gehören:
  • die Prävention von Asthma
  • die Hemmung von Entzündungen
  • die Entgiftung der Nieren und der Leber
  • die Stärkung des Immunsystems
  • die Regulation des Blutdrucks
  • die Eliminierung von Bakterien im Organismus
  • die Linderung von Depressionen und Stress
  • die Bekämpfung von Krebs

Mittwoch, 3. Juni 2015

Spurenelement Selen: weitaus wichtiger für unsere Zellen und unsere Gesundheit als häufig angenommen.

Selen: Wichtig für unsere Zellen und unsere Gesundheit





Schützt die Zellen vor Oxidation

Das Spurenelement Selen ist weitaus wichtiger für unsere Zellen und unsere Gesundheit als häufig angenommen. Es ist essentieller Bestandteil verschiedener Enzymsysteme (z. B. Glutathionperoxidase), die freie Radikale neutralisieren. 





Stärkt Immunsystem

Selen ist besonders wichtig für ein starkes Immunsystem und soll verschiedenen Studien zufolge positive Eigenschaften für die Zellgesundheit in den Geweben von Lunge, Darm, Brust und Prostata haben.

Bindet Schwermetalle

Selen kann Schwermetalle binden, mit denen wir im Alltag häufig in Berührung kommen. Dadurch werden z.B. Cadmium und Quecksilber inaktiviert und ausgeschieden. Aus Amalgam-Zahnfüllungen wird ständig Quecksilber freigesetzt. Cadmium ist Bestandteil von Auto- und Industrieabgasen sowie des Tabakrauches.

Essentiell

Selen ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, das der Körper nicht selbst produziert, sondern das mit der Nahrung aufgenommen wird. Selen ist als Bestandteil von über 20 Enzymen und Proteinen mit unterschiedlicher physiologischer Wirkung direkt am Schutz der Zellen und Organe vor freien Radikalen beteiligt.



Die Aufgaben von Selen



Als Bestandteil von verschiedenen Enzymen greift Selen an verschiedenen Stellen in unseren Stoffwechsel ein:


  • Die Krebsforschung ist heute sicher, dass Selen antioxidative Schutzsysteme unterstützt, Immunmechanismen stabilisiert und an der Induktion des programmierten Zelltods in Tumorzellen mitwirkt. Eine simultane Aktivierung all dieser Mechanismen durch Selen bewirkt, dass der Organismus auf mehreren Ebenen gegen Krebszellen vorgehen kann.
  • Selen ist ein wichtiges Antioxidans und schützt unsere Zellen vor der Zerstörung durch freie Radikale und vor der Entstehung von Krebs.
  • Selen bindet Schwermetalle wie Arsen, Blei oder Quecksilber, unterstützt somit die Entgiftung von diesen Stoffen und schützt die Körperzellen.
  • Selen ist mit an der Umwandlung und Aktivierung von Schilddrüsenhormonen beteiligt und beugt einer Unterfunktion vor.
  • Selen stärkt das Immunsystem, indem es die Produktion von Antikörpern und die Aktivität der natürlichen Killerzellen stimuliert.


Selen spielt deswegen nicht nur in der Vorbeugung von Erkrankungen, sondern auch bei der akuten Therapie von Erkältungserkrankungen, Tumorerkrankungen oder rheumatischen Erkrankungen eine große Rolle.


Ursachen für einen Selenmangel



Oft liegt die Ursache des Selenmangels in einer verminderten Zufuhr von Selen durch eine einseitige Ernährung oder Bevorzugung selenarmer Nahrungsmittel. Nordeuropa und auch Deutschland gehören zu den Ländern mit überwiegend selenarmen Böden, so dass unsere Nutzpflanzen wie Getreide, Kartoffeln oder Gemüse unter heutigen Bedingungen wenig Selen enthalten.


Durchfall und chronische Erkrankungen im Bereich des Magen-Darm-Traktes wie zum Beispiel Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Morbus Chron können die Selenaufnahme über die Nahrung vermindern und einen Selenmangel begünstigen. Auch Schwermetallbelastung, Rauchen, Stress, Schwangerschaft und Krebserkrankungen gehen mit einem erhöhten Bedarf an Selen einher.


Eine Unterversorgung mit Selen kann ebenso zahlreiche Erkrankungen von Gelenken und Bewegungsapparat verursachen. Chronischer, massiver Selenmangel kann sogar zu degenerativen Veränderungen nahezu aller Gelenke führen. 

Patienten, die an zu häufigen Infekten erkranken, hervorgerufen durch RNA-Viren, leiden durchwegs an schwerer Selenunterversorgung. RNA-Viren können zu Kinderlähmung oder Influenza führen. Selen kommt in der Therapie und Prävention dieser Erkrankungen immer mehr Bedeutung zu.

Selen: effektiver Zellschutz und Bestandteil der Krebsvorbeugung


Mit Selen lässt sich eine Krebstherapie günstig beeinflussen. Die tumorpräventive Wirkung einer Seleneinnahme wurde in verschiedenen Studien bewiesen. In der bekanntesten, der "Clark Studie", einer 1996 durchgeführten Doppelblindstudie an 1312 Patienten mit Hauttumoren, konnte gezeigt werden, dass durch eine tägliche Seleneinnahme von 200 mcg Selen sowohl die Anzahl an Neuerkrankungen für verschiedene Tumore als auch die gesamte Krebssterblichkeit gesenkt wurde.



Selen mindert offensichtlich die Nebenwirkungen einer Chemotherapie und macht den Körper empfänglicher für die gewünschte Wirkweise. Es schützt die gesunden Körperzellen vor schädlichen Wirkungen dieser Therapien, so dass sich Patienten unter dem Einfluss des Spurenelementes schon deutlich wohler fühlen. Diese Schutzwirkung des Selens bezieht sich auf alle konventionellen Krebstherapien, also auch auf die Strahlentherapie.



Selen, der Stoff, der unsere Zellen schützt und Krebs vorbeugen helfen kann. Verschiedene Enzyme in unserem Körper funktionieren nur mit Selen, z.B. Enzyme, die freie Radikale unschädlich machen oder unsere Abwehrfunktionen stabilisieren. Freie Radikale sind aggressive Sauerstoffverbindungen, die unsere Zellen schädigen.

Krebsvorbeugung


Schon bei der Krebsvorbeugung spielt Selen eine wichtige Rolle: Es erhöht den Schutz vor freien Radikalen, stärkt das Immunsystem, macht bestimmte Krebs erregende Stoffe unschädlich. Ursache für die Entstehung von freien Radikalen sind u. a. der Tumorstoffwechsel und die entzündlichen Prozesse, die bei Krebspatienten häufig auftreten. Auch Arzneimittel zur Krebsbekämpfung (Zytostatika) produzieren freie Radikale. Sie schädigen besonders Herz und Nieren. Auch bei der Strahlentherapie entstehen diese aggressiven Sauerstoffmoleküle. Im kranken Gewebe sollen sie die Krebszellen töten, gelangen sie aber in gesunde Zellen, können sie diese schädigen.



Prof. Beuth: "Selen sollte in der akuten Therapiephase als Arzneimittel eingesetzt werden, in der Nachsorge – wenn ein Selenmangel festgestellt wurde – auch als Nahrungsergänzungsmittel. 

Der Grund: Krebspatienten haben meistens einen niedrigeren Selenwert als Gesunde. Das deutet auf einen erhöhten Selenverbrauch hin." (Berliner Kurier, 19.01.2010) Prof. Dr. Beuth ist Direktor der Uni-Klinik Köln.


Buchempfehlung zu Selen und Krebs"Selen gegen Krebs" (Prof. Dr. med J. Beuth; Dr. V. Drebing): Menschen mit Selenmangel erkranken wesentlich häufiger an Magen- und Darmkrebs, Brust-, Lungen- und Hautkrebs als gut versorgte Personen. 


Eindeutige Forschungsergebnisse belegen, dass hochdosiertes Selen in der Krebsvorsorge inzwischen unverzichtbar ist. Die Folgen der Chemotherapie und Bestrahlung werden gelindert, Selen fördert den Milderungs- und Heilungsprozess nachhaltig und wirkt langfristig wachstumshemmend. Dieser Ratgeber beschreibt leicht verständlich den aktuellen Stand der Forschung. Für Krebspatienten bietet er darüber hinaus wertvolle Hilfe für mehr Lebensqualität.






Selen für die Schilddrüse


Im Gegensatz zu Jod führte Selen lange Zeit ein Schattendasein. Heute steht es wie kein anderes lebenswichtiges Spurenelement im Fokus der Krebsforschung. Viel zu oft wird aber vergessen, dass auch die Schilddrüse nur optimal funktionieren kann, wenn neben Jod ausreichend Selen zur Verfügung steht. Oftmals ist eine Unterfunktion der Schilddrüse auch durch einen Selenmangel verursacht.

Dosierung und Herstellung



Die amerikanische Akademie der Wissenschaft hält 200 Mikrogramm täglich als Nahrungsergänzung für sicher und angemessen.



Selen aus Selenhefe: Bei diesem Verfahren wird Hefe auf selenreichen Nährböden gezüchtet und anschließend getrocknet. So können die Hefen auf natürliche Weise einen hohen Anteil an organischem Selen synthetisieren. Die daraus resultierende Hefe hat eine hohe Konzentration der in Selen enthaltenden Eiweiße Selenomethionin und Selenocystein, diese Verbindungen sind natürlicherweise auch in Pflanzen enthalten. 

Organische Selenverbindungen

Organische Selenverbindungen können vom Körper besser resorbiert werden als anorganische. Selenit- und Selenat- Verbindungen müssen im Organismus erst zu biologisch aktiven Selenoproteinen wie Selenmethionin oder Selenocystein umgewandelt zu werden.



Darmbakterien sorgen für gesundes Gehirn

Darmbakterien sorgen für gesundes Gehirn




    Die Darmflora beeinflusst lebenslang die Immunabwehr des Gehirns und damit möglicherweise auch den Verlauf von Hirnerkrankungen wie Alzheimer und Multipler Sklerose. 

    Dies haben Forscher des Universitätsklinikums Freiburg erstmals an Mäusen festgestellt. 

    Bakterielle Abbauprodukte steuern Reifung und Funktion von Fresszellen des Gehirns, die bei Mäusen ohne Darmflora verkümmert sind. Nach Etablierung einer Darmflora waren die Zellen wieder gesünder. 





    Daraus ergeben sich Hinweise für einen Einfluss des Darms auf mögliche Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen, sondern auch auf die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung. Die Studie erscheint in der Zeitschrift „Nature Neuroscience“.
    Mikroglia sind die sogenannten Fresszellen des Gehirns, auch Gehirn-Makrophagen genannt. Sie beseitigen eingedrungene Keime und abgestorbene Nervenzellen und sind an der lebenslangen Formbarkeit des Gehirns beteiligt. Fehlgesteuerte Mikroglia-Zellen spielen bei mehreren Hirnerkrankungen eine Rolle. Wie die Reifung und Aktivierung dieser Zellen gesteuert wird, war bislang unklar. 

    Ohne Darmbakterien verkümmern die Immunzellen des Gehirns

    Prof. Dr. Marco Prinz, Ärztlicher Direktor des Instituts für Neuropathologie am Universitätsklinikum Freiburg und assoziiertes Mitglied des BIOSS Centre for Biological Signalling Studies Freiburg, leitete die Forschungsgruppe mit Mitgliedern aus Freiburg, Rehovot (Israel), München, Mainz, Köln, und Bern (Schweiz). Gemeinsam mit den Erstautoren Dr. Daniel Erny und Anna Lena Hrabě de Angelis konnte er erstmals im Tierversuch zeigen, dass ein intaktes Immunsystem des Gehirns von einer gesunden bakteriellen Darmflora abhängt. Dafür untersuchten sie Tiere, die in einer komplett sterilen Umgebung aufgezogen und gehalten wurden. Diese besaßen verkümmerte und unreife Mikroglia, die auf Entzündungsreize im Hirn kaum reagierten. „Unsere Ergebnisse weisen auf einen ständigen Informationsfluss zwischen Darmbakterien und Hirnmakrophagen hin“, sagt Prof. Prinz. 

    Auch Tiere, deren Darmbakterien durch eine vierwöchige Antibiotika-Therapie abgetötet worden waren, wiesen eine gestörte Immunantwort auf. Im Kontakt mit gesunden Tieren etablierte sich bei den zuvor steril gehaltenen Tieren schnell eine Darmflora. Dies hatte einen positiven Einfluss auf die Immunabwehr. Dabei galt: „Je größer die Vielfalt der Darmbakterien war, desto besser entwickelten sich auch die Mikroglia“, fasst der Neuropathologe zusammen. 

    Zersetzte Ballaststoffe steuern Immunreaktion im Gehirn

    Die Forscher zeigten, dass kurzkettige Fettsäuren als Botenstoff zwischen Darmflora und Mikroglia dienen. Diese werden bei der bakteriellen Verwertung von Ballaststoffen, Milchprodukten und weiteren Nahrungsmitteln produziert. Über das Blut könnten sie ins Gehirn gelangen und dort Mikrogliazellen helfen, Entzündungsreaktionen schnell und effizient zu bekämpfen. „Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, wie wichtig für die geistige Gesundheit eine ausgewogene Ernährung ist, die zur bakteriellen Bildung von kurzkettigen Fettsäuren beiträgt“, sagt Prof. Prinz. 

    Hat die Darmflora auch Einfluss auf Alzheimer, Parkinson und Multiple Sklerose?

    Die Studie dürfte auch für den Menschen eine hohe Relevanz haben. „Die Ergebnisse passen sehr gut zu früheren klinischen Studien und zu Untersuchungen anderer Forschungsgruppen“, so Prof. Prinz. 

    So werden Autoimmunerkrankungen des Darms wie Morbus Crohn mit einem Mangel an kurzkettigen Fettsäuren in Verbindung gebracht. Hier wird seit einiger Zeit die Behandlung durch eine so genannte Stuhltransplantation geprüft, bei der die Darmflora von einem auf einen anderen Menschen übertragen wird. 

    Wie groß der Einfluss der Darmflora auf Funktion und Entwicklung des Gehirns beim Menschen genau ist, müssen zukünftige Studien prüfen. 

    Montag, 1. Juni 2015

    Die Enzymtherapie in der Onkologie

    Die Enzymtherapie in der Onkologie



    Historische Wurzeln der Enzymtherapie

    Später wurden neben pflanzlichen Proteasen auch solche tierischen Ursprungs entdeckt. Der schottische Arzt Dr. John Beard (1857 – 1924) berichtete etwa, dass er mit frischem Pankreassaft (Trypsin) Tumore verschwinden lassen konnte [3]. Die Betonung liegt dabei auf dem Wort “frisch”, da Enzyme schnell unwirksam werden und altern. In den 30er Jahren entdeckte Ernst Freund, Direktor des Krebszentrums am Rudolfina-Spital in Wien, dass Karzinomzellen in vito durch das Serum Gesunder zerstörbar waren, nicht jedoch durch das Serum Krebskranker. Freund konnte nachweisen, dass diese fehlende zytolytische Aktivität im Serum Krebskranker durch sogenannte “blocking factors” hervorgerufen wurde.

    Die Enzymtherapie in der Onkologie

    Neben der antiödematösen, antiinflammatorischen und analgetischen Wirkung von Enzymen (gut geeignet etwa als Grippemittel, bei festsitzendem Husten bzw. Nasennebenhöhlenprozessen und Verletzungen im sportlichen Bereich) ist für die Onkologie insbesondere von Bedeutung, dass Enzyme Metastasierungsprozesse beeinflussen und wachtumshemmend auf Primärtumore wirken können. So hat man in den neunziger Jahren festgestellt, dass Bromelain sogennate Adhäsionsmoleküle, die u. a. für den Metastasierungsprozess verantwortlich gemacht werden, hemmen kann (Adhäsionsmolekül CD 44).

    Blocking factors und Escape-Phänomen

    Man hat festgestellt, dass die bereits erwähnten “blocking factors” identisch sind mit Immunkomplexen. Diese entstehen etwa durch einen Überschuss von Tumorzellantigenen mit Antikörpern, die nach der Zerstörung von Krebszellen freigesetzt werden. Dieses Überangebot von Immunkomplexen lenkt das Immunsystem ab. Man bezeichnet diesen Effekt als “Escape-Phänomen”; das Immunsystem wird sozusagen “beschäftigt” gehalten und so von seiner eigentlichen Abwehrfunktion abgelenkt. Enzyme können diese Immunkomplexe auflösen und damit indirekt den Krebs bekämpfen. Bleibt die Anzahl der Immunkomplexe gering, so können die Makrophagen diese eliminieren – eine intakte Immunosurveillance liegt vor [4]. Erst bei überschüssigen Immunkomplexen (etwa bei Pankreas- und Magenkrebs sowie beim Mammakarzinom) wird das Immunsystem abgelenkt.
    Ein weiteres “Escape-Phänomen” ist in der Tatsache gegeben, dass eine übermäßige Fibrinbildung Tumorzellantigene markieren kann, die sich damit dem Zugriff von Antikörpern entziehen können [5]. Enzyme sind in der Lage, überschüssiges Fibrin abzubauen und damit Tumorzellantigene zu “demaskieren”.

    Regulierung des Zytokinspiegels

    Die Enzyme Trypsin, Chymotrypsin, Lipase, Papain und Bromelain steigern in vitro die Aktivität von Makrophagen und natürlichen Killerzellen, wobei vermehrt Zytokine (TNFL, IL18 und IL6), die als Botenstoffe des Immunsystems fungieren, freigesetzt werden. In vivo ist allerdings keine Zytokinstimulation, eher eine Zytokinregulierung zu beobachten.
    Ein weiterer Mechanismus ist die Bindung und Zytokinen an das L2-Makroglobulin (L2 MG), das ein Regulator- und Transportprotein für Zytokine darstellt. Bei überschießender Zytokinfreisetzung treten zu viele Zytokin-L2-MG-Komplexe auf, die eine negative Immunwirkung haben – Enzyme sind in der Lage, diese Komplexe schnell zu entsorgen. Sie spalten durch ihre Aktivität polymerisierte TNF-Komplexe. Diese werden für die Kachexie verantwortlich gemacht. Die normalerweise tumorzide Wirkung von TNF geht bei dieser Komplexbildung verloren.

    Regulierung von Adhäsionsmolekülen

    Adhäsionsmoleküle sind Oberflächenmerkmale von Zellen, die für den Zell-zu-Zell-Kontakt verantwortlich sind. Auch Immunzellen besitzen Adhäsionsmoleküle. Sie gehören zu den entscheidensten Regulatorproteinen des Immunsystems (z.B. Selektine, Immunglobuline, cartilage-link). Werden die Adhäsionsmoleküle zu stark gebildet, so wird eine stärkere Metastasierungtendenz die Folge sein. Enzyme können die Expression von Adhäsionsmoleküle runterregulieren [6], so beispielsweise das Adhäsionsmolekül Vitronektin bei Melanomzellen oder das CD 44 tumorrelevante Adhäsionsmolekül. Tab. 1 fasst die hier dargestellten Mechanismen einer Interaktion von Enzymen mit dem Immunsystem zusammen.

    Tab. 1 Interaktionen von Enzymen mit dem Immunsystem

    Regulation von Immunkomplexen
    Demaskierung von Tumorzellantigenen
    Stimulierung des monoukleäre-phagozytären Systems
    Entsorgung von Zytokin-L2-Makroglobulin Komplexen
    Spaltung von TNF-Monstermolekülen
    Beeinflussung von Adhäsionsmolekülen

    Mit Enzymtherapie die Folgen invasier Maßnahmen mildern

    Bezüglich der Operation können Enzyme lokale Ödeme und Wundheilungsstörungen gut beeinflussen. Bekannt ist seit den Arbeiten Rokitanskys auch, dass Enzyme Kolliqualionsnekrosen von Tumorgewebe hervorrufen können [7]. Rokitansky berichtet auch über eine Zehn-Jahres-Überlebensrate von 75,6 Prozent (Mammakarzinom T3, N1/N2, MO) unter Enzymgabe, wogegen eine vergleichbare Gruppe aus der Literatur nur eine Zehn-Jahres-Überlebensrate von 25 bis 50 Prozent hatte.
    Insbesondere additiv zu einer Chemotherapie können Enzyme von großer Wichtigkeit sein. So kann etwa ein Pneumotoxizität von Bleomycin durch Enzyme verhindert und die Blomycindosis auf das Zwei- bis Dreifache gesteigert werden [8]. Ähnliches gilt für die Lebertoxizität von Carboplatin beim Ovarialkarzinom. Beim Kolonkarzinom könnte die Toxitität von 5-FU / Levamisol durch Enzyme möglicherweise gar vermindert werden. Bezüglich der positiven Wirkung von Enzymen additiv zu einer Strahlentherapie ist bekannt, dass eine strahlenbedingte Entzündung schneller abklingen und der sog. Strahlenkater vermindert werden kann. Große klinische Studien [9] belegen eindrucksvoll den Wert der Enzymtherapie in Ergänzung zu Chemo- udn Strahlentherapie. Tab. 2 fasst die Vorteile der Enzymtherapie in diesem Zusammenhang zusammen.

    Tab. 2 Mögliche Vorteile einer ergänzender Enzymtherapie bei Chemo- und Strahlentherapie

    Bei Chemotherapie

    Übelkeit, Brechreiz und Haarausfall können reduziert werden
    toxische Effekte einzelner Chemotherapeutika können ausbleiben
    Appetit- und Gewichtszunahme
    Verminderung von Depression und Schwächezuständen
    Hebung der Lebensqualität

    Bei Bestrahlung

    Verminderung von Durchfall
    Reduktion von Haut- und Schleimhautentzündungen
    Verminderung schädlicher Medikamente, die zur Gegensteuerung der Radiation notwendig sind

    Literatur


    [1] Tabelle des Statistischen Bundesamtes Deutschland. Sterbefälle 2011 insgesamt nach den 10 häufigsten Todesursachen der ICO-10.
    [2] Statistik der Deutschen Krebshilfe e.V., Stand: 02/2012
    [3] Beard J.: The Action of Trypsin, in: Br Med J 4, 140-41, 1906 sowie Beard J: The Enzym Treatment of Cancer. London: Chatto and Windus, 1911
    [4] Vgl. die frühen Forschungen des rus. Bakteriologen Ilja Matschnikows (1845-1916), der zusammen mit Paul Ehrlich “in Anerkennung ihrere Arbeiten über die Immunität” 1908 den Nobelpreis für Medizin erhielt
    [5] Nieper HA: Bromelain in der Kontrolle malignen Wachstums, Krebsgeschehen 8,9-15, 1976 Maurer HR: Bromelain: biochemistry, pharmacology and medical use. In: Cellular and Molecular Life Sciences. Band 58, 2001
    [6] Desser L. Krokon EA et al: influence of Cytokines and proteolytic enzymes on the expression of vitrocetion receptor (VNR) in human melanoma cells. J. Cancer Res CI in Oncol 118. Suppl. R 117, 1992
    [7] Rokitansky O, Die operative Behandlung des Mammakarzinoms mit adjuvanter Enzymtherapie Acta medica empica 1983, Nr. 3, 115-116
    [8] Schedler M. et al: Adjuvant therapy with hydrolytic enzymes in oncology a hopeful effort to avoid bleomysinum induced pneumotcxcity? Cancer R. Cin Oncol 116, Supp. 1, 432, 1990, Vgl. auch Rübben H: Uroonkologie: Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2009, S. 239
    [9] HAGER, D. Komplemtäre Onkologie, Adjuvarte, additive, supportive Therapiekonzepte für Klinik und Praxis. Forum Medizin Verlagsgesellschaft, Gröfling 1996