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Freitag, 22. September 2017

Fasten und Insulinzyklus


Die wirksamste und zugleich müheloseste Unterstützung der Auftophagie ist das Fasten.
Beim längeren Fasten tritt der Körper nach einiger Zeit in einen Zustand ein, den man Ketose nennt.

Statt von Kohlenhydrat ernähren sich die Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) zunehmend von Fett. 

Weil wir unsere Mitochondrien dauern mit Kohlenhydraten füttern, können sie kaum mehr zur Fettverbrennung umstellen. Die Kohlenhydrate halten das Insulinsystem ständig im Gange.

Der Insulinkreislauf muss erst einmal unterbrochen werden, damit die Mitochondrien im Gehirn und anderswo von der Zuckerernährung auf die Fetternährung übergehen können.







Donnerstag, 21. September 2017

Spermidin aus Weizenkeimen gegen Demenz

Inhaltsstoff aus Weizenkeimen gegen Demenz?


Spermidin verbessert in Pilotstudie das Gedächtnis von Senioren





Pflanzenstoff zur Demenz-Vorbeugung: Ein Inhaltstoff aus Weizenkeimen kann offenbar das Gedächtnis im Alter verbessern und so einer Demenzerkrankung möglicherweise vorbeugen. Darauf deutet eine Pilotstudie deutscher Neurologen hin. 

Das Spermidin kurbelt die zelluläre Müllabfuhr an und gaukelt den Zellen zudem ein Fasten vor – beides wirkt positiv auf die Gesundheit von Gehirnzellen. Eine weitere, längere Studie soll nun den positiven Effekt des Spermidins überprüfen.

Alzheimer und andere Demenzerkrankungen nehmen zu: Bis 2050 könnte sich die Zahl der Betroffenen verdoppeln bis vervierfachen, wie Epidemiologen prognostizieren. Doch bisher scheint dagegen nichts zu helfen: Es gibt trotz weltweiter Forschung und milliardenschwerer Investitionen bisher keine Therapie, die die fortschreitende Zerstörung des Gehirns stoppen oder gar rückgängig machen kann. Immerhin sind einige vielversprechende Wirkstoffe zurzeit bereits im Test.

Auf der Suche nach einer Gegenstrategie setzen viele Forscher inzwischen auf die Prävention. Die Frage ist, welche Umweltfaktoren, Ernährung oder Lebensweise möglicherweise vor einer Demenz schützen kann. Über eine hoffnungsvolle Entdeckung berichten jetzt Neurologen dem aktuellen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Leipzig.

"Booster" für die Müllabfuhr der Zelle


Dabei handelt es sich um einen Inhaltsstoff von Weizenkeimen, das Spermidin. Im menschlichen Körper spielt diese Substanz eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung von Zellprozessen und fördert vor allem die Beseitigung von zellulärem Abfall mittels Autophagie. Weil sich bei Alzheimer solcher "Müll" in Form fehlgefalteter Proteine in den Hirnzellen sammelt, vermuten Forscher schon länger, dass die zelluläre Müllabfuhr hier gegensteuern könnte.




"Bisherige Daten lassen vermuten, dass sogenannte Polyamine, insbesondere das Spermidin, sich positiv auf die Gehirnfunktion und geistige Fähigkeiten auswirken", berichtet Agnes Flöel von der Neurologischen Universitätsklinik Greifswald. In Tierversuchen erwies sich das Spermidin bereits als wirksam: Es verlängerte die Lebensdauer von Würmern und Insekten und stoppte den altersbedingten Gedächtnisverlust bei Fruchtfliegen.


Einnahme verbesserte Gedächtnis


Flöel und ihre Kollegen haben daher in einer Pilotstudie untersucht, wie sich aus Weizenkeimen gewonnenes und in Kapseln verabreichtes Spermidin auf Lernen und Gedächtnis von Probanden auswirkte. Das Ergebnis: "Wir konnten zeigen, dass sich Gedächtnisleistungen bereits nach dreimonatiger Einnahme tendenziell verbessern, bei sehr guter Verträglichkeit der Kapseln", berichtet Flöel. 

Jetzt soll eine größere Studie diese Ergebnisse überprüfen und vertiefen. In ihr untersuchen die Mediziner die Wirkung einer zwölfmonatigen Gabe von natürlichem Spermidin aus Weizenkeimen auf Lernen und Gedächtnis sowie auf die Struktur des Gehirns. An der "Smart Age"-Studie nehmen ältere, noch gesunde Menschen teil, deren Gedächtnis sich nach eigener Einschätzung verschlechtert hat. Noch werden Studienteilnehmer gesucht (s.u.).

Vorgetäuschtes Fasten


Kann man eine Demenz demnach einfach wegessen oder eine vorbeugende Pille dagegen schlucken? "Nahrungsergänzungsmittel können nie eine ausgewogene Ernährung ersetzen", betont Flöel. Aber eine gesunde Ernährung kann durchaus zur Prävention beitragen. So sei es günstig, viel Obst, Gemüse und ungesättigte Fettsäuren zu sich zu nehmen und beim Zucker zu sparen. 

"Außerdem spielt es eine Rolle, wie viel man isst: In Studien führte eine Kalorienrestriktion, vor allem der Reiz des Fastens, zu besseren Gedächtnisleistungen", so die Neurologin.

Dies könnte auch die Wirkung des Spermidins erklären, denn dieses gehört zu den sogenannten Kalorienreduktions-Mimetika: 

"Das sind Substanzen, die Effekte des Fastens nachahmen. Der Körper produziert sie beim Abnehmen, man kann sie aber auch mit der Nahrung aufnehmen", erklärt Flöel. 

Auch einige weitere Vertreter dieser Fasten-"Imitatoren" könnten mögliche Helfer gegen die Demenz sein, darunter eine Substanz aus Grünem Tee und das in roten Trauben enthaltene Resveratrol.

"Für Resveratrol konnten wir positive Effekte auf die Gedächtnisleistung nachweisen, andere Gruppen fanden Auswirkungen auf die Durchblutung des Gehirns", berichtet Flöel.

Weitaus eindeutiger und einfacher aber sind Vorbeugungs-Maßnahmen, die jeder in seinem Alltag berücksichtigen kann: 

Ausreichend Bewegung, ein aktives soziales Leben und die Vermeidung von Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht können helfen, das Risiko für eine Demenz zu verringern.

(Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V., 21.09.2017 - NPO)

Montag, 11. September 2017

Fasten - Sinn und Zweck

Fasten


Ein ganz wichtiger Bestandteil einer Entgiftungskur ist das Faste. Wir fasten nicht um abzunehmen, das ist eher eine missbräuchliche Anwendung dieser Praxis. 
Beim Fasten bringen wir die Regenerationsmechanismen des Körpers in Gang und vertreiben die Nebel in unserem Gehirn.
Wir bewirken mit dem Fasten eine Reinigung auf der Zellebene. Wenn wir länger als ein paar Stunden keinen Zucker und kein verarbeitetes Getreide konsumieren, kommt ein Prozesse in Gang, den man als Autophagozytose oder Autophagie bezeichnet. Dabei werden Abfälle in den Zellen so recycelt, dass das Zellmaterial anschliessend wieder als Baumaterial neuer Zellen verwendet werden kann.





Beim Entschlacken entlassen die Zellen Abfälle, die mit dem Blutstrom in den Verdauungstrackt gelanten und schliesslich ausgeschieden werden.
Solange wir Zucker aufnehmen, befindet sich der Körper im Aufbaumodus un erzeugt Muskelgewebe. 
Nehmen wir auch nur ein paar Stunden keinen Zucker zu uns, beginnen die  Autophagozytose und das Recycling.

Selbst bei sehr kurzen Fastenzeiten kommen erstaunliche Dinge in Körper und Gehirn in Gange. Bereits nach vierundzwanzig Stunden nimmt die Produktion des Wachstumshormons (Somatropin), das für die Reparaturen unserer Körperzellen sorgt, um das Fünffache zu. 

Wenn wir auch nur achtzehn Stunden lang auf Zucker verzichten, beginnen die Selbstheilungskräfte des Körpers zu wirken, die Zellen werden entgiftet, die Langlebigkeitsgene eingeschaltet.

Beim Entgiftungsfasten nehmen wir von sechs Uhr abends bis zum nächsten Mittag keinerlei Zucker zu uns.

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Gesunde Ernährung verbessert die Wirkung 

Um die Wirkung des Fastens zu verstärken sollte der Speiseplan viel frisches und balaststoffreiches Gemüse bieten, dazu gesunde Nüsse, Kerne und Öle sowie Fisch mit hohem Gehalt an Omega-3-Fettsäuren (Kaltwasserfische).

Sorgen Sie für reichlichen Zufuhr von ballaststoffreichem Gemüse aus der Familie der Kreuzblütler, zu der allen Kohlsorten, wie Rotkohl, Brokkoli und Kohlrabi, aber auch Senf, Rettich und Radieschen gehören.

Diese Gemüsesorten, aktivieren einen genetischen Signalweg, der die Produktion von Antioxidantien und entgiftenden Enzymen reguliert und die Langlebigkeitsgene in den Zellen einschaltet.



Wurzelgemüse sind eher zu meiden, da sie einen hohen glykämischen Index haben und den Blutzuckerspiegel heben.

Essen Sie in der Entschlackungsphase nur einmal im Tag Obst, und zwar am Nachmittag. Obstsäfte sollte Sie ganz weglassen, da diese ebenfalls den Blutzucker erhöhen.

Nehmen Sie lieber gleich am Morgen einen frischen Saft aus grünem Bio-Gemüse zu sich.
Ein wenig Karotte oder Apfel als Geschmackszusatz schadet nicht.

Nach der Entgiftung oder Entschlackung kommt der Körper auch gut mit massvollen Mengen anderer gesunder Nahrungsmittel zurecht, die während der Entgiftung nicht erlaubt sind.
Sie können jetzt wieder eine Tasse Kaffee pro Tag und gelegentlich ein Glas Wein trinken.

Stark blutzuckerwirksame Nahrungsmittel wie Karotten oder Kartoffelpüree müssen Sie nicht ganz und für immer von Ihrem Speiseplan streichen, aber achten Sie stets auf Ihre Stimmungslage und auf die Signale Ihres Körpers, um zu wissen, wann Sie wieder entgiften müssen.



Während der Entschlackungskur ist es wichtig, dass Sie nach sechs Uhr abends nichts mehr essen, so dass bis zum ersten Frühstück mindestens zwölf Stunden fasten, und die Glukose-Versorgung für achtzehn Stunden unterbrochen ist.







Fasten - die Hintergründe



Fasten macht gesund. Es kann bei der Prävention von Alzheimer, Demenz und Brustkrebs helfen. Und Genussmenschen sei gesagt: Es lässt sich leicht in den Alltag integrieren.


Man kann auf viele Arten weniger essen – diätgewohnte Menschen wissen das nur zu gut. 


Grundsätzlich sind zwei Varianten zu unterscheiden: 
  • dauernd weniger essen oder 
  • die Abstände zwischen den Mahlzeiten verlängern. Letzteres heisst im Fachjargon intermittierendes Fasten.



Nach 18 Stunden wird Fett verbrannt


Wenn man isst, geht die Energie vereinfacht gesagt in die Leber, wo sie als Glykogen gespeichert wird. Es dauert ungefähr 12 bis 18 Stunden, bis das Glykogen in der Leber abgebaut ist. Doch dazu kommt es bei drei Mahl­zeiten pro Tag nie – ausser man ist körperlich aktiv.

Wenn man aber lange genug nichts isst, hat die Leber Zeit, das Glykogen abzubauen. Danach beginnt die Fettverbrennung, wobei Ketone gebildet werden. 


Obwohl sie das nicht wussten, nutzten schon die alten Römer deren Wirkung: Wenn einer von ­ihnen einen epileptischen Anfall hatte, ­wurde er ohne Nahrung in einen Raum gesperrt. Das würde, so der Glaube damals, seine Dämonen austreiben. Tatsächlich halfen die Ketone – die noch heute gegen Epilepsie eingesetzt werden. 

In Sibirien behandelt man seit 1995 Patienten, die an Bluthochdruck, Diabetes, Rheuma oder Allergien leiden, mit Fastenkuren. Bei rund zwei Dritteln mit Erfolg.

Fasten bedeutet Stress für den Körper. Forscher Mattson sagt, das Hirn lerne durch diese Belastung, mit Stress umzugehen. 


Beim Fasten aktiviert der Körper seine Selbstheilungsmechanismen, wobei es eine untergeordnete Rolle spielt, ob man jeden Tag während 16 Stunden auf Nahrung verzichtet, einen Tag pro Woche das Essen auslässt oder jeden Monat ein paar ­Tage fastet. 

Hauptsache, man macht es einigermassen regelmässig. Und passend zum Lebensstil.




Wie beim Sport fühlt man sich auch durch intermittierendes Fasten besser. Das liegt daran, dass in beiden Fällen im Hirn Proteine entstehen, die ihrerseits neue Nervenzellen und neue Verbindungen zwischen diesen bilden. 


Das verbessert die Lern- und Erinnerungsleistung. Diese Proteine helfen, Parkinson zu verhindern. 

«Wir haben auch festgestellt, dass intermittierendes Fasten die Zellen dazu bringt, defektes Erbgut zu reparieren», sagt Mark Mattson.





Fasten ist das beste Heilmittel



Fasten ist nicht per se gefährlich, da ist sich die Evolutionsbiologie inzwischen sicher. Schon die allerersten Tiere auf der Erde müssen über einen Mechanismus verfügt ­haben, dank dem sie längere Hungerzeiten durchstehen konnten, ohne gesundheitliche Schäden zu erleiden. Drei warme Mahlzeiten und zwei Snacks dazwischen sind so ziemlich das Letzte, ­wofür wir gemacht sind.

Ganz neu ist die Erkenntnis nicht. Schon Paracelsus, einer der Väter der westlichen Medizin, soll gesagt haben: «Fasten ist das beste Heilmittel.» Und 4000 Jahre zuvor zierten die alten Ägypter eine Pyramide mit einer ­Inschrift, die sinngemäss lautet: Der Mensch lebt von einem Drittel von ­allem, was er isst. Von den übrigen zwei Dritteln leben die Ärzte.



«Es geht nicht mehr um die Kalorienzahl, sondern darum, wann man isst.»

Satchin Panda, Biologe

Zu den Tipps und Ratgebern über Faste


Ruth Patterson, Professorin für Krebsprävention an der Uni von San Diego, sieht zudem Zusammenhänge zwischen der Ernährung und dem Brustkrebsrisiko. «Wir wissen, dass Östrogen ein Risikofaktor für Brustkrebs ist, weil Östrogen ein Wachstumsfaktor ist. Genau das ist Insulin auch. Je nachdem, was wir essen, steigt unser Insulinspiegel. 


Es ist kein Zufall, dass übergewichtige, körperlich weniger aktive Frauen und Frauen mit Diabetes ein erhöhtes Brustkrebsrisiko haben», sagt die Forscherin.

Den Insulinspiegel senkt man ­unter anderem durch Essenspausen, da Insulin ausgeschüttet wird, wenn es gebraucht wird. Und es ist nicht nur ein potenter Wachstumsfaktor, sondern vor allem ein Speicherhormon. Es ist daran beteiligt, den Zucker, den wir nicht verbrennen, als Glykogen in Leber und Muskeln zu speichern.
Deren Speicherkapazität ist auf rund ein halbes Kilo begrenzt. 



Wenn die Speicher voll sind, werden zusätzlich zugeführte Kohlenhydrate in Fett umgewandelt. Die Fettspeicher sind praktisch unbegrenzt – schlechte News für alle Abnehmwilligen.






Dicke und schlanke Mäuse



Für Menschen, die Fett abbauen wollen, sind längere Essenspausen also sinnvoll. Das legen auch Laborversuche nahe. 





Mäuse, die nur während acht Stunden am Tag fressen durften, waren am Ende schlanker als Mäuse, die rund um die Uhr knabbern durften – obwohl sie gesamthaft gleich viel Energie zu sich genommen hatten.
Der ausführende Forscher Satchin Panda vom Salk-Institut in Kalifornien sagt: «Jahrelang haben wir nur über Kalorienkonsum und -verbrauch gesprochen, über gesunde Ernährung und Fitnesstraining. Heute glauben wir, dass es mindestens so wichtig ist, wann jemand isst wie was er isst.»

Bei seinem Experiment stellte ­Panda zudem fest, dass diejenigen Mäuse, die jeweils nur während acht Stunden frassen, auch bessere Leberwerte, weniger Entzündungen und bessere Cholesterin- und Blutzuckerwerte hatten.

Diejenigen Mäuse, die den ganzen Tag frassen, hatten da­gegen einen hohen Cholesterinspiegel, hohe Blutzuckerwerte, eine Fettleber und weitere Stoffwechselprobleme.


Dem Magen eine Pause gönnen



Für Panda liegt der Grund in der Vergangenheit: «Während Millionen von Jahren assen die Menschen nur tagsüber. Erst in den letzten 50 Jahren ist Essen rund um die Uhr verfügbar. ­Unsere Daten legen die Vermutung nahe, dass unsere Verdauung während der Nacht ­eine Pause braucht, genau wie unser Hirn. 


Magen und Leber regenerieren sich über Nacht.»

Bevor man Pandas Erkenntnisse zur Vorbeugung und Bekämpfung von Fettleibigkeit und Diabetes anwenden kann, braucht es Stu­dien am Menschen. «Trotzdem kann man die Daten als Paradigmenwechsel bezeichnen», sagt der Biologie­professor. 


«Es geht nicht mehr einfach darum, wie viele Kalorien man zu sich nimmt und wie viele man verbraucht, sondern darum, wann wir essen und wie das den Kalorienverbrauch und die Gesundheit beeinflusst.» 

Man müsse jetzt im grösseren Stil erforschen, ob der Essenszeitpunkt auch die negativen Eigenschaften von zu hohem Fruktose- und Kohlenhydratkonsum beeinflusst.

«Am Fasten interessiert mich vor allem der gesundheitliche Nutzen», sagt Lawrence Rajendran. Der Zell­biologe forscht mit seinem Team in Schlieren für die Uni Zürich und inte­ressiert sich für neurodegenerative ­Erkrankungen wie Demenz und Alzheimer. «Alzheimer ist eine Folge des Alterns. 


Es gibt eine erbliche Komponente, aber die ist klein», sagt er. Grundsätzlich weiss man, dass Alzheimer entsteht, wenn sich im Hirn zwischen den Nervenzellen amyloide Plaque ablagert, eine Art Stoffwechselabfall.



Rajendran: «Es ist ein kleines Protein, ein Peptid, das sich ansammelt. Wir wissen nicht sicher, wie es dazu kommt und ob es wirklich der Grund für Alzheimer ist – es könnten Infektionen sein, unsere Lebensweise, unsere Ernährung. Vermutlich ist es eine Kombination von allem.»

Rajendran untersucht, ob Fasten Alzheimer vorbeugen kann. Bekannt ist, dass bei Erkrankten die Amyloid-Ablagerungen nicht mehr entsorgt werden. «Wenn das Hirn Nahrung in Überfluss hat, wird der Abfall-Schredder-Mechanismus heruntergefahren. Die Folge: Mehr von den Abfällen bleiben liegen. Wir erklären das damit, dass die Abfallverwertung eine eigentliche Recycling-Bude ist. Wenn jetzt genug externe Nahrung kommt, muss man nicht so viel recyceln, um genug zu haben», so Rajendran.

Der Forscher weiss, warum er fastet



Die Erkenntnis könnte der Präven­tion von Alzheimer dienen: Wenn man dem Körper zu wenig Nahrung zuführt, werfen die Zellen den Recycling-­Mechanismus an und räumen die Plaques weg, die sich sonst ansammeln. 


Rajendran sagt, es sei am besten, in den mittleren Jahren zu fasten. Bei älteren Patienten könnte der Nährstoffentzug auch negative Auswirkungen haben. Fasten ist bei Alzheimer also eventuell eher als Prävention denn als Therapie geeignet.

«Wir wissen heute noch lange nicht ­alles», sagt er. «Wir wissen, dass es auch Krebsarten gibt, bei denen Fasten eine extrem positive Wirkung hat. Natürlich sollte man so etwas aber nie ohne ärztliche Aufsicht machen.»

Aufgrund seiner Erkenntnisse hat der Neurobiologe seinen Lebensstil geändert: «Seit ich die Ergebnisse dieser Forschung kenne, lasse ich das Frühstück weg. Ich weiss, warum.»



Wer sollte nicht fasten?

Wer regelmässig fastet, hält seine Linie und ist gesünder. Letzteres gilt allerdings nicht für alle.
  • Kinder und Jugendliche sollten grundsätzlich nicht fasten. Falls es darum geht, echtes Übergewicht zu bekämpfen, sollte man sich an Spezialisten wenden und vor allem darauf achten, dass keine klassische Fastenkur stattfindet, sondern eine langfristige Ernährungsumstellung.
  • Schwangere Frauen und stillende Mütter sollten nie fasten (siehe «Jede Diät ist ein Risiko»).
  • Auch Senioren sollten nicht fasten. Bei ihnen sorgt ein leicht erhöhter Body-Mass-Index statistisch gesehen für mehr Gesundheit und ein längeres Leben.
  • Personen mit psychischen Erkrankungen oder Stoffwechselerkrankungen (Diabetes Typ 1)
  • Auf keinen Fall ohne ärztliche Aufsicht fasten sollten Untergewichtige sowie Menschen, die in ärztlicher Behandlung sind und regelmässig Medikamente (vor allem Herz-Kreislauf-Medikamente oder Psychopharmaka) einnehmen müssen. 

Freitag, 19. Mai 2017

Intervall-Fasten


Gesund abnehmen mit Intervall-Fasten





Beim Fasten verzichtet man für eine bestimmte Zeit vollständig oder teilweise auf bestimmte Speisen, Getränke und Genussmittel. Traditionelles Heilfasten und Intervall-Fasten können dabei helfen, gesund abzunehmen und das Körpergewicht zu halten. Beim Fasten schüttet der Körper Stoffe aus, die Entzündungen dämpfen können. Allerdings löst der totale Verzicht auf Nahrung Stress aus: Der Körper reduziert den Energieverbrauch und baut Eiweiß in den Muskeln ab.


Intervall-Fasten kann vor Diabetes schützen


Beim Intervall-Fasten kann man zwischen täglichen Essenspausen oder ganzen Fastentagen wählen - zum Beispiel 16 Stunden während der Nacht pausieren, eine Mahlzeit am Tag ausfallen lassen oder fünf Tage in der Woche normal essen und zwei Tage nichts. Dadurch lernt der Stoffwechsel, von seinen Reserven zu leben, und der Muskelabbau wird verhindert. In der restlichen Zeit isst man in Maßen, worauf man Lust hat. Trinken darf man auch während des Fastens - aber nur kalorienfreie Getränke (Wasser, ungesüßter Tee oder maßvoll schwarzen Kaffee). Studien haben gezeigt, dass Intervall-Fasten beim Abnehmen hilft und auch vor Diabetes (Typ 2) schützen kann und möglicherweise sogar bei Krebstherapien unterstützend wirkt.


So funktioniert Intervall-Fasten


Schon seit Urzeiten ist der menschliche Stoffwechsel auf Fastenzeiten gepolt. In Zeiten des Überflusses schlemmten unsere Vorfahren ungehemmt, in Zeiten des Mangels blieb der Magen dafür einige Stunden oder Tage leer. Der menschliche Körper übersteht längere Hungerperioden, indem er in verschiedenen Organen und Geweben Energiereserven speichert und bei Bedarf wieder mobilisiert.
Beim Intervall-Fasten kommt es zu heilsamen biochemischen Veränderungen im Körper, etwa zu einem verbesserten Zucker- und Fettstoffwechsel. Der Stoffwechsel wird nicht gedrosselt, die Muskelmasse nicht abgebaut. Dadurch wird der gefürchtete Jo-Jo-Effekt vermieden.

Vorsicht bei Vorerkrankungen


Intervall-Fasten ist nicht geeignet bei:
  • niedrigem Blutdruck
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • verschiedenen Stoffwechselerkrankungen
  • Krebserkrankungen
  • Essstörungen wie Anorexie oder Bulimie
  • Untergewicht
  • hohem Lebensalter
  • vielen chronischen Krankheiten - den Arzt fragen

Fasten nach der 5:2-Methode


Die bekannteste Form des Intervall-Fastens ist die 5:2-Diät: An fünf Tagen in der Woche darf man wie gewohnt essen, ohne Kalorien zu zählen. An zwei Tagen wird die Nahrungszufuhr bei Frauen auf 500, bei Männern auf 600 Kalorien reduziert. Dazu gilt es, viel Wasser und ungesüßten Tee zu trinken. Kohlenhydrate wie Brot, Nudeln, Kartoffeln und Zucker sind an den Fastentagen tabu. So lernt der Körper, von seinen Reserven zu leben.


Rezepte für das 5:2-Fasten


Gemüsebrühe

Gemüsereste gründlich waschen und mit Wasser aufgießen, ein Lorbeerblatt hinzugeben. 45 Minuten köcheln, dann durch ein Sieb abgießen. Über einen Fastentag verteilt kann man davon beliebig viel trinken.

Frühstück (168 kcal)

Paprika würfeln und ohne Fett in eine beschichtete Pfanne geben. Ein Ei mit etwas Mineralwasser aufschlagen und hinzugeben. Kurz stocken lassen, mit Schnittlauch bestreuen und pfeffern. Mit einer Scheibe Knäckebrot servieren.


Gebackener Spargel mit Salat (100 kcal)

Spargel schälen und holzige Enden abschneiden, mit Pfeffer und Muskat würzen. Auf die Spitzen einige Tropfen Öl geben. Spargel in Backpapier gewickelt in den Ofen geben. Nach dem Backen mit jungem Spinat, Feldsalat und Radieschen servieren. Für das Dressing ein wenig Leinsamenöl mit Essig und Zitronensaft verrühren, mit Muskatblüte, Salz und Pfeffer abschmecken, damit den Salat  beträufeln. Wer 50 Gramm Putenbrust oder Vorderschinken dazu serviert, muss 61 kcal hinzurechnen.


Abendessen (228 kcal)

Körnigen Frischkäse mit Leinsamenöl, Bärlauch, Kurkumawurzel, Salz und Pfeffer würzen. Grüne Gurken ohne Fett in der Pfanne grillen, dazu ein paar Leinsamen anrösten. Für den Erdbeeren-Rhabarber-Mix junge rote Rhabarber-Stangen kurz garen, mit den Erdbeeren mischen, Zitronensaft und ein paar Spritzer Öl darüber träufeln. Beim Anrichten wird zunächst der Frischkäse auf die gegrillten Gurken gegeben, dann der Rhabarber-Erdbeeren-Mix mit den gerösteten Leinsamen darüber verteilt. Zum Schluss noch ein paar Sonnenblumenkerne darüberstreuen.