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Montag, 20. Mai 2019

Omega-7-Fettsäuren


Omega-7-Fettsäuren




Konkurrenz für Omega-3 und -6: Die noch recht unbekannten Omega-7-Fettsäuren kann der menschliche Körper selbst zusammenbauen, sie kommen aber auch in Nüssen vor wie Macadamia.


Während die bekannten Omega-3- und -6-Fettsäuren vom Körper nicht selbst hergestellt werden können, trifft das nicht auf ihre Cousins zu, die Omega-7- und Omega-9-Fettsäuren. Omega-7-Fettsäuren gibt es in jedem tierischen Gewebe, besonders in der Leber reichern sie sich an.

Körper stellt Omega-7-Fettsäuren selbst her. Das heißt aber nicht, dass sie weniger wichtig für die Gesundheit sind: Vor allem die Omega-7-Fettsäure Palmitoleinsäure scheint 
Entzündungsprozesse zu hemmen und dadurch vielen Zivilisationskrankheiten wie 
  • Arteriosklerose, 
  • Typ-2-Diabetes und 
  • Herzinfarkt vorzubeugen.
Außerdem sorgen Omega-7-Fettsäuren ersten Studien zufolge für einen günstigeren Cholesterinspiegel.

Neben Macadamiaöl findet sich Palmitoleinsäure reichlich – bis zu einem Anteil von vierzig Prozent – in Sanddorn und dem Öl der chilenischen Haselnuss Gevuina avellana.
Fisch enthält ebenfalls Omega-7-Fettsäuren, aber viel weniger als die pflanzlichen Nahrungsmittel.

Palmitoleinsäure wirkt Diabetes, Entzündungen und Fettleber entgegen


In Sanddorn steckt eine beträchtliche Menge Palmitoleinsäure. Sie spielt für den Körper eine wichtige Rolle und beugt verschiedenen Krankheiten vor.

Die erste Fettsäure, die Aufgaben eines Hormons übernimmt

Zudem war Palmitoleinsäure die erste bekannte Fettsäure, die im Körper als Hormon wirkt.
 
Die Forscher tauften den Stoff in ihrer "Cell"-Publikation deshalb Lipokin, zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern für "Fett" und "Bewegung".

Sie konnten beobachteten, dass die Omega-7-Fettsäure in Muskel- und Leberzellen wirkt. Demnach erhöht Palmitoleinsäure die Empfindlichkeit gegenüber Insulin, was Diabetes vom Typ 2 entgegenwirkt, und sie hemmt auch die Fetteinlagerung in die Leber.

Mittwoch, 23. August 2017

Heilmittel aus der Natur: Ein Zuckerkettenmolekül aus Braunlagen könnte gegen Arthritis wirken.



Algenzucker gegen Arthritis?


Polysaccharid aus Braunalgen könnte Knorpelabbau in den Gelenken stoppen




(Quelle: Wicki)


Heilmittel aus der Natur: Ein Zuckermolekül aus Braunlagen könnte gegen Arthritis wirken. Das chemisch modifizierte Algenprodukt wirkt in Zellkulturen entzündungshemmend und unterdrückt die Immunreaktion gegen Knorpelzellen, wie eine Studie zeigt. Sollte sich diese Wirkung in Tierversuchen und klinischen Studien bestätigen, könnte das Algenmittel den Abbau des Gelenkknorpels bei Arthritis stoppen oder zumindest verlangsamen.


Bis zu 90 Prozent aller über 65-Jährigen leiden unter einer Arthritis – einer entzündlichen Gelenkerkrankung, die zum Knorpelabbau in den Gelenken führt. Fehlt die schützende Knorpelschicht, stoßen die Knochen direkt aufeinander und dies verursacht heftige Schmerzen. Doch bisher gilt die Arthritis als unheilbar. Gängige Behandlungsmethoden wie Entzündungshemmer und Schmerzmittel bekämpfen in erster Linie die Symptome. Als letzter Ausweg hilft dann oft nur noch eine Operation, bei der das betroffene Gelenk durch ein künstliches ersetzt wird.

Algenzucker mit Sulfatanhängen


Doch jetzt gibt es vielleicht Hoffnung auf eine wirksame Therapie. Marcy Zenobi-Wong von der ETH Zürich und ihre Kollegen haben eine Natursubstanz entdeckt, die den Knorpelabbau in den Gelenken stoppen könnte. Dabei handelt es sich um ein aus den Stielen des Palmentangs (Laminaria hyperborea) gewonnene Polysaccharid. Dieses Alginat ähnelt von Natur aus bestimmten extrazellulären Biomolekülen aus Knorpelgewebe. 

Von einigen Biopolymeren ist bekannt, dass sie entzündungshemmend wirken können und auch dem oxidativen Stress in Zellen entgegenwirken. Die Idee der Forscher: Vielleicht könnte diese Substanz im Gelenk ähnlich wirken. Um das testen, setzten sie Zellkulturen von Knorpelzellen entweder Alginat zu oder eine chemische modifizierte Variante, bei der sie zusätzliches Sulfat ins Molekülgerüst des Zuckers eingebaut hatten.

Wirkt gegen Entzündungen und Zellstress


Das Ergebnis: Das modifizierte Alginat wirkte tatsächlich entzündungshemmend und antioxidativ. Je mehr Sulfatgruppen an das Alginatmolekül angehängt waren, desto potenter war diese Schutzwirkung des Algenprodukts, wie die Forscher berichten. Sowohl in menschlichen Knorpelzellen, als auch in Makrophagen hemmte das Alginatsulfat die Aktivität von Genen, die eine Entzündungsreaktion auslösen. 

"Die sulfatierten Alginate schützen demnach in vitro effektiv gegen Entzündungen und oxidativen Stress", so Zenobi-Wong und ihre Kollegen. "Sie sind damit ein vielversprechendes Biomaterial für die Behandlung der Osteoarthritis." Das Algenmittel könnte damit vielleicht den Abbau der Gelenkknorpel bei Arthritis verlangsamen, vielleicht sogar stoppen.

Nächster Schritt: Tierversuche


Allerdings: Bisher haben die Forscher diese Wirkung der Alginatsulfate nur im Labor mit Zellkulturen untersucht. Ob das Mittel auch beim Menschen hilft, ist daher noch offen. Als nächstes wollen Zenobi-Wong und ihre Kollegen die Substanzen im Tierversuch testen. Ist auch dies erfolgreich, könnten anschließend klinische Studien mit Testpersonen folgen. 

Sollte sich die positive Wirkung des Alginats auch beim Menschen bestätigen, könnte damit endlich ein wirksames Mittel gegen den Knorpelabbau gefunden sein. Doch bis dies geklärt ist, werden noch einige Jahre vergehen, wie die Forscher betonen. (Biomaterials Science, 2017; doi: 10.1039/c7bm00341b)

Dienstag, 9. Juni 2015

Entzündungen: Mitverursacher von Herzkreislauferkrankungen, Schlaganfällen, Alzheimer, ..

Enzündungen: Ursachen, Symptome, Therapien und Hausmittel



Eine Entzündung (Inflammation) ist eine Reaktion des Körpers auf schädliche Reize, mit dem Ziel, den Auslöser für die Schädigung und die Folgen zu beseitigen. Deshalb sind Entzündungen ganz normaler Bestandteil bei der Wundheilung und Infektionsabwehr. Trotzdem können sie großen Schaden anrichten.


Entzündungen können ganz abgegrenzt vorkommen (zum Beispiel Pickel) oder den ganzen Körper betreffen (zum Beispiel als Sepsis / Blutvergiftung). Sie werden meist mit der Wortendung -itis und dem betroffenen Organ bezeichnet (zum Beispiel Arthritis = Gelenkentzündung, Gastritis =Magenschleimhautentzündung).


Wissenschaftler gehen davon aus, dass auch Herzkreislauferkrankungen, Schlaganfälle, Alzheimer und Krebs auf Entzündungsreaktionen im Körper zurückzuführen sind (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11005841).


So gibt es beispielsweise einen Zusammenhang zwischen den typischen Entzündungsparametern im Blut und chronischem Herzversagen. Die Forscher konnten zeigen, dass große Mengen der entzündungsauslösenden Zytokine im Blut das Sterblichkeitsrisiko stark erhöhen (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11120695).


Interessant sind in diesem Zusammenhang auch folgende Erkenntnisse zu Entzündungsmarkern und koronaren Herzerkrankungen.

Symptome, Auslöser und Ablauf einer Entzündung





Es gibt fünf typische lokale Zeichen dafür, dass gerade eine Entzündung abläuft: Rubor (Rötung), Calor (Hitze/Überwärmung), Tumor (Schwellung), Dolor (Schmerz) und Functio laesa (gestörte Funktion). Diese Zeichen sind bei einer Entzündung, die zum Beispiel im Körperinneren abläuft, nicht immer gleich erkennbar. Allgemeine Entzündungssymptome können Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl sein. Entzündungen können aber auch ohne klare Symptome ablaufen. Schaden richten sie dennoch an.


Auslöser für Entzündungsreaktionen gibt es viele: Verletzungen, Reibung, Wärme, UV-Strahlung, Säuren, Vergiftungen, ein Ungleichgewicht körpereigener Enzyme, Allergene und natürlich Bakterien, Viruserkrankung, Parasiten oder Pilzerkrankungen. 





Generell versucht unser Körper, solche Probleme ohne eine Entzündung zu beseitigen, denn die Entzündung kostet ihn viel Kraft und kann Schaden anrichten. Aber nicht immer ist das möglich. Dann setzt das Immunsystem die Entzündung als Mittel ein, schädliche Stoffe schnell und effektiv zu beseitigen.


Die Entzündungsreaktion selbst beginnt mit einer kurzen Phase der Minderdurchblutung und geht dann lokal zu einer Mehrdurchblutung über. So können Entzündungszellen aus dem Blut (= weiße Blutkörperchen) an den Entzündungsherd gelangen und die Auslöser sowie untergegangene Gewebsteile aufnehmen und abbauen.


Die hohe Aktivität unseres Immunsystems war eine Voraussetzung dafür, dass der Mensch sich über die ganze Welt ausbreiten konnte: Es konnte auch neuen Erregern in weit entfernten Gegenden etwas entgegensetzen. Heute wird dieser Vorteil manchmal zum Nachteil: Unser überaktives Immunsystem ist Auslöser für viele Autoimmunkrankheiten, zum Beispiel Allergien, Diabetes, Rheuma oder Multiple Sklerose.








Für Säuglinge hat sich die Natur etwas besonders Praktisches ausgedacht: Da ihr eigenes Immunsystem noch nicht voll entwickelt ist und sie außerdem nicht aus schädlichen Situationen weglaufen können, brauchen sie besonders effektive Methoden zur Abtötung von Krankheitserregern. 


In der Muttermilch ist deshalb ein Stoff namens Lactoferrin enthalten, der sehr effektiv Erreger bindet und aus dem Körper ausscheiden hilft.

 Das Beste daran: Der Körper kann auf diese Weise die schädlichen Stoffe loswerden, ohne auf Entzündungen zurückgreifen zu müssen. Und dadurch hat er Energien frei, die dringend für das Gehirnwachstum gebraucht werden. Auch bei Erwachsenen, die an chronischen Infektionen oder Entzündungen leiden, kann Lactoferrin gute Dienste leisten.






„Stille“ Entzündungen



Tritt eine starke Entzündung mit Schmerzen und Schwellungen, womöglich sogar mit Fieber auf, wird schnell deutlich, dass etwas nicht in Ordnung ist. Oft sind Entzündungen aber viel unauffälliger, und das kann sehr problematisch werden. Viele Menschen haben dauerhafte leichte Entzündungen, ohne dass sie es überhaupt merken. Trotzdem können diese entzündlichen Prozesse Auslöser für viele chronische Krankheiten sein.


Hauptursache von solchen „stillen“ Entzündungen ist die Lebensweise vieler Menschen mit zu wenig Bewegung, Vitamin-D-Mangel und falscher Ernährung.


Ob Sie unterschwellige Entzündungen haben, lässt sich recht gut über einen Blutwert feststellen: Die Menge an C-reaktivem Protein (CRP) sagt einiges über Entzündungsprozesse im Körper aus.
Fettzellen als Entzündungsauslöser


Aus einem weiteren Grund ist eine gesunde Ernährung wichtig für die Bekämpfung von Entzündungen: Übergewicht ist ein deutlicher Risikofaktor für chronische Entzündungen. Prall gefüllte Fettzellen geben ständig Botenstoffe ab, die Entzündungen auslösen und fördern.


Übergewichtige haben deshalb fast immer leicht erhöhte Entzündungswerte im Blut. Diese werden meist gar nicht wahrgenommen, können aber zur Entstehung von Diabetes, Schlaganfall, Herzinfarkt, Arthrose, Rheuma oder Krebs beitragen. 


Wer es schafft, durch gesunde Ernährung und regelmäßiges Training die Fettzellen wieder zu verkleinern, verringert also auch die Gefahr von Entzündungen und eventuell daraus entstehenden schweren Erkrankungen. Besonders gefährlich ist übrigens das Bauchfett. Personen, die eher an der Hüfte und am Po zunehmen, haben leichte Vorteile.



Cyclooxygenase-2 – ein wichtiges Enzym, das Probleme bereiten kann


Eines unserer wichtigsten Enzyme, das an Entzündungsprozessen im Körper beteiligt ist, ist die Cyclooxygenase-2 (COX-2). Denn sie hilft dabei, Prostaglandine und Zytokine zu produzieren, die ihrerseits dafür nötig sind, Krankheitskeime zu bekämpfen und Infektionen zu heilen. 


Doch kommt es bei einigen Menschen zu einer unkontrollierten Überproduktion von COX-2, sodass chronische Entzündungen und Schmerzen eine Folge sein können. Oft erhalten Patienten mit rheumatischen Erkrankungen, einer schmerzhaften Arthrose oder allgemein bei Schmerzen auch so genannte selektive COX-2-Hemmer.





Diese können allerdings sehr vielschichtige Nebenwirkungen haben. Denn COX-2 scheint nicht nur bei Entzündungsreaktionen wichtig zu sein, sondern auch bei der Magengesundheit eine entscheidende Rolle zu spielen. Außerdem binden die Medikamente zwar das Enzym, doch ändern sie nichts an dem Grundproblem, nämlich daran, dass COX-2 bei den erkrankten Personen zu häufig hergestellt wird. Dieses Prinzip ist für mich so hirnrissig, wie einem Menschen Schmerzmittel zu geben, dem ein Pferd auf den Fuß getreten ist und dessen Huf immer noch auf dem Fuß steht. Herzlich willkommen in unserer symptomorientierten Medizin.


Bevor die COX-2-Hemmer auf den Markt kamen, waren Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) die Mittel der Wahl. Doch bei ihnen traten noch weitaus häufiger Magenschleimhautschäden und Nierenprobleme während einer Langzeittherapie auf. Denn die Medikamente hemmten nicht nur die Aktivität von COX-2, sondern außerdem die von einem nahe verwandten Enzym, das die Magensäureproduktion reguliert. Ich rate aber auch hier zur Vorsicht: Nur wenige Patienten kennen noch den Skandal aus dem Jahr 2000 um den Cox-2-Hemmer VIOXX.


Auf der anderen Seite sind zahlreiche Vitalstoffe bekannt, die Entzündungsreaktionen nebenwirkungsfrei im Körper minimieren, sodass eine gesunde Ernährung in jedem Fall der Medikamenteneinnahme vorzuziehen ist. Aber davon hört man in den Praxen relativ wenig.


  1. Unser Immunsystem wird durch Vitamin C, Selen und Zink gegen Entzündungskeime gestärkt. Die Produktion von Antikörpern wird gefördert.
    In Hagebutten, Kiwis, schwarzen Johannisbeeren und in Sanddorn steckt sehr viel Vitamin C.
    Linsen, Weizenkleie und auch Erbsen sind die perfekten Zink-Lieferanten. Und Selen finden wir reichlich in Thunfisch, Sojabohnen und Hering.

  2. Die Aroniabeere, die violett-schwarze Beere, besitzt einen hohen Anteil an dem Farbstoff Anthocyan. Dieser ist gegen Entzündungen besonders wirksam. Unser Tipp: Holen Sie sich aus dem Reformhaus Aroniabeerensaft und trinken Sie täglich 20 ml.
  3. Einen effektiven Entzündungsschutz bieten die Fasern der Ballaststoffe. In Weizenkleie, Obst und Gemüse, Salat und auch in Leinsamen finden wir besonders viele davon.
  4. Stark entzündungshemmend wirken auch die Carotinoide. In Möhren, Aprikosen, roter Paprika, Nektarinen, Mangos und Tomaten sind viele enthalten.
  5. Bei den sekundären Pflanzenstoffen Glucosinulate handelt es sich um hervorragende Entzündungsschützer. Wir finden sie ausreichend in Brokkoli, Kresse und Wirsingkohl. Ebenso schützen uns die Saponine, die wir in Erbsen, Bohnen und Sojabohnen finden, sowie die Phytosterine, enthalten in Nüssen und Samen.
  6. Unsere Zellen werden mit Vitamin E gegen aggressive Sauerstoffradikale geschützt, welche sie und ihr Erbgut schädigen. In dem Gewebe kommt es zu oxydativem Stress, anschließend zu einer Entzündung. Essen Sie 1 EL Olivenöl täglich sowie 2 EL Weizenkeime oder eine Hand voll Haselnüsse, um das zu verhindern.
  7. Für ein Leben ohne böse Entzündungen sind Sojaprodukte empfehlenswert Die Sauerstoffradikale werden durch sie unschädlich gemacht. 
  8. Die immunologische Abwehrfunktion des Darms wird durch probiotische Milchsäure gestärkt. Unser Tipp: Ein Glas frische Buttermilch, Kefirtrunk oder Sauerkrautsaft täglich ist perfekt.
  9. Der Entzündungsstoffwechsel wird durch Omega-3-Fettsäuren im Fischöl perfekt reguliert. Die richtige Dosis ist, zweimal in der Woche Thunfisch, Makrele oder Lachs mit auf den Speiseplan setzen.
  10. Grüner Tee hilft ebenso, das Entzündungsparameter in Takt zu halten. Trinken Sie täglich zwei bis drei Tassen.
  11. Oder nehmen Sie täglich eine hochwertige und gut abgestimmte Nahrungsergänzung zu sich.

Quelle hochwertiger, naturbelassener und gut abgestimmter Nahrungsergänzung (hier klicken)

Donnerstag, 4. Juni 2015

Weihrauch - altes Naturheilmittel neu entdeckt

WEIHRAUCH – 
ALTES NATURHEILMITTEL NEU ENTDECKT



Weihrauch in Deutschland – das ist ein problematisches Kapitel. Weihrauch enthält entzündungshemmende Präparate, aber das Extrakt des indischen Weihrauchbaums (Boswellia Serrata) ist in Deutschland nicht zugelassen: H15. Nur das reine Harz ist es, im Handel unter dem Namen Olibanum.

Doch Olibanum hat einen Haken, die Wirkstoffkonzentration ist zu niedrig, um eine echte entzündungshemmende Wirkung zu zeigen.




DAS REINE HARZ IST IN DEUTSCHLAND ERHÄLTLICH



Das Harz des Weihrauchbaums respektive der Milchsaft, der bei der Ernte direkt aus dem Baum austritt, ist in Deutschland unter der Bezeichnung Olibanum als Wirkstoff, Räucherwerk und Kosmetikartikel erhältlich.





H15 hingegen, welcher die Extrakte des Harzes, die so genannten Boswelliasäuren in hoher Konzentration enthält, wird hingegen nicht angeboten. Doch gerade dieser Extrakt ist medizinisch besonders bedeutungsvoll.


Weihrauch kennen sicherlich die meisten Betroffenen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung als entzündungshemmende Alternative etwa zu Kortison-Präparaten und 5-Aminosalicylaten, wie Salofalk und Claversal. Doch mit dem bekanntesten Weihrauchpräparat, gewonnen aus der Pflanze Boswellia Serrata, dem indischen Weihrauch, ist das so eine Sache. 

Denn es hat in Deutschland weder als Nahrungsergänzung / Medizinprodukt noch als Arzneimittel eine Zulassung.



H15 BEZIEHUNGSWEISE BOSWELLIASÄUREN WIRKEN ENTZÜNDUNGSHEMMEND – ABER WIE?



Es gibt in der Medizin verschiedene Wege, Entzündungen zu hemmen. Wobei hier nur die Rede von krankhaften, chronischen Entzündungsvorgängen und nicht etwa von Entzündungen im Rahmen natürlicher Prozesse, wie beispielsweise bei der Virenabwehr sein soll. 
Am Ursprungspunkt solcher Entzündungsprozesse stehen Phospholipide, Fettverbindungen, die bei Reaktion mit ihren Enzymen, den Phospholipasen, die entzündungsfördernde Arachidonsäure abspalten. 




Dieser Prozess kann beispielsweise durch Kortisonverbindungen oder durch vollständiges Vitamin E, das alle Tocopherole enthält (s. Gesundheits-Brief Ausgabe Mai/2010) unterbunden werden.


Kortison, das medizinisch verwendet wird, setzt also an einer oberen Ebene der „Entzündungshierarchie“ an, wie ich es nenne. Aber es geht noch weiter. Die entzündungsfördernde Arachidonsäure wiederum kann in zwei Substanzen gespalten werden, die dann real Entzündungen auslösen beziehungsweise am Laufen halten: Einmal in die so genannten Prostaglandine, und dann an so genannte Leukotriene.


Entzündungshemmende Medikamente, die Sie sicherlich alle kennen, wie beispielsweise Ibuprofen, hemmen die Entstehung der Prostaglandine. 

Und Weihrauch? Der hemmt die Entstehung der Leukotriene. Leukotriene lösen entzündliche Reaktionen im Körper aus, die mit einer gesteigerten Abwehr einhergehen, insbesondere allergische Reaktionen und Autoimmunreaktionen, wie Asthma Bronchiale, Morbus Crohn und teilweise Neurodermitis.

WAS IST DER VORTEIL VON WEIHRAUCH GEGENÜBER BEISPIELSWEISE KORTISON?



Das waren recht viele Fremdwörter. Stellt sich die Frage: Was haben Sie davon? 

Kortison setzt, wie wir gesehen haben, an einer oberen Ebene der „Stoffwechselhierarchie“ an und beeinflusst neben der körperlichen Entzündungstätigkeit auch viele andere Prozesse des Stoffwechsels, weswegen bei einer hohen Dosierung Nebenwirkungen quasi vorprogrammiert sind. 

Weihrauch-Extrakt oder Boswelliasäuren hingegen wirken spezifischer auf die Entzündung, weniger auf andere Stoffwechselprozesse. Und können daher mit geringer Gefahr für Nebenwirkungen hoch dosiert eingesetzt werden.


Konkrete Einsatzgebiete sind 

  • entzündliche rheumatische Erkrankungen, 
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, 
  • Asthma, 
  • Allergien und 
  • entzündliche Hauterkrankungen.


Die bekannte Fachzeitschrift „Natur und Heilen“ berichtet in Heft 12/03 über kompetente Studien am Universitätsklinikum Charité in Berlin über die Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Patienten mit chronischer Polyarthritis, Migräne und Asthma.



DIE BOSWELLIASÄURE MIT DER MEISTEN „POWER“!



In medizinisch-wissenschaftlichen Untersuchungen wird zwischenzeitlich eine Unterart von Boswelliasäuren als „Referenz“ hergenommen. Sie hört auf den komplizierten Namen „Acetyl-Keto-β-Boswelliasäure“, abgekürzt AKBA. 

Diese ist von allen Arten von Boswelliasäuren am wirkungsvollsten. Und jetzt kommt es: 

Nimmt man eine pharmazeutische Wirkeinheit des bekannten indischen Harzes, H15, und zum Vergleich denafrikanischen Weihrauch, Boswellia Carterii, her, zeigt sich der afrikanische Weihrauch mit einem Gehalt an AKBA von 13,3 mg gegenüber H15 mit durchschnittlich 8,8 mg überlegen.


Wobei H15 an sich ja bereits ein Konzentrat ist, das die Boswelliasäuren um den Faktor 1 zu 2,5 konzentriert. 

Indischer Weihrauch an sich, in seiner ursprünglichen Form, enthält pro Wirkstoffeinheit nicht mehr als rund 3 mg AKBA. Gegenüber 13,3 mg beim afrikanischen Weihrauch. 

Dagegen existieren im indischen Weihrauch auch noch, wenn auch schwach, entzündungsfördernde Stoffe, welche die Wirkung der entzündungshemmenden Boswelliasäuren abschwächen.




UNTERSTÜTZUNG IN DER KREBSTHERAPIE?


Vielversprechendes über Weihrauch auch zum Thema Krebs. Diverse Studien haben gezeigt, dass der afrikanische Weihrauch – hier allerdings in noch höherer Dosierung – den Stoffwechsel von Tumoren ausbremsen und damit Krebs bekämpfen kann. Woran es liegt? 

Die gleichen Mechanismen, die die „Entzündungskaskade“ unterbrechen, scheinen auch den Stoffwechsel von Tumorzellen zu hemmen!