Donnerstag, 15. September 2016

Kinder: Omega-3-Fettsäuren verbessern das Lesen

Kinder: Omega-3-Fettsäuren verbessern das Lesen




Nahrung fürs Gehirn: Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren könnten die Lesefähigkeit von Schulkindern verbessern. In einer Studie schnitten Kinder der dritten Klasse, die zusätzlich diese Fettsäuren erhalten hatten, beim Lesen besser ab, als andere. Laut den Forschern könnten auch Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen von einer Nahrungsergänzung mit Omega-3 und Omega-6 profitieren.
Omega-Fettsäuren gelten schon länger als Gesundmacher. Sie sollen das Herz-Kreislauf-System stärken und bei Neugeborenen die Hirnentwicklung positiv beeinflussen. US-Forscher haben zudem nachgewiesen, dass das Fischfett Omega-3 die Hirnvernetzung bei Affen beschleunigt – besonders in den für Aufmerksamkeit zuständigen Hirnarealen. Zudem sollen die Omega-3-Fettsäuren bei älteren Menschen dem geistigen Abbau entgegenwirken.

Nahrungsergänzung für Schulkinder


Mats Johnson und sein Team von der Universität Göteborg haben nun untersucht, wie sich die Fettsäuren auf die geistigen Leistungen von Schulkindern auswirken. Im Speziellen wollten sie wissen, ob die Lesefähigkeiten der Kinder von der Gabe dieser "Nervenvitamine" profitieren. An der sechsmonatigen Studie nahmen 154 Schulkinder der dritten Klasse teil.

Die Forscher ermittelten vorab mit einem standardisierten Test, wie gut die Kinder schon lesen konnten. Die Forscher unterteilten die Schüler in zwei Gruppen. Die eine Gruppe bekam drei Monate lang Omega-3- und Omega-6-Kapseln. In der Kontrollgruppe nahmen die Kinder dagegen nur Placebos ein. Lehrer, Eltern und die Forscher übten während dieser Zeit nicht zusätzlich zum Schulunterricht mit den Kindern lesen, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. In den folgenden drei Monaten der Studie bekamen dann alle Kinder Omega-3- und Omega-6 Fettsäuren.

Kinder mit Defiziten verbesserten sich deutlich

Das Ergebnis: „Schon nach drei Monaten konnten wir sehen, dass die Lesefähigkeit der Kinder, die Fettsäuren bekommen hatten, sich im Vergleich zur Kontrollgruppe verbesserte“, sagt Johnson. Die Schulkinder, die zusätzlich Fettsäuren bekommen hatten, konnten vor allem unsinnige Wörter besser laut vorlesen und sie richtig betonen. Außerdem lasen sie Reihen aus Buchstaben schneller vor. 

Am stärksten waren die Effekte bei Kindern, die unter leichten Aufmerksamkeitsstörungen litten, wie die Forscher berichten. Bei ihnen verbesserte die Gabe der Fettsäuren die Lesegeschwindigkeit und die Worterkennung besonders deutlich. 

Fettsäuren fördern die Lernfähigkeit

Die Studie bestätigt damit grundsätzlich die positive Wirkung der Fettsäuren auf die Lernfähigkeit der Kinder. "Unsere Studie legt nahe, dass Kinder von einem Nahrungsergänzungsmittel mit einer speziellen Formel profitieren könnten. Um die Ergebnisse sicher bestätigen zu können, sollten sie aber noch in einer anderen Studie wiederholt werden“ so Johnson. 

Zum Teil decken sich diese Erkenntnisse mit anderen Studien: "Die Zellmembranen im Gehirn sind weitgehend aus mehrfach ungesättigten Fetten“ sagt Mats Johnson „und es gibt Studien, die zeigen, dass diese Fettsäuren für die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen und die Regulierung der Signalsysteme im Gehirn, wichtig sind.“


Erste Studie mit Placebo-Kontrollgruppe

Trotzdem sind die Ergebnisse nicht ganz unumstritten. Denn ähnliche Studien, bei denen Forscher eine Nahrungsergänzung mit Omega-3 bei Schulkindern getestet hatten, zeigten keine positive Wirkung. Johnson geht aber davon aus, dass dies an dem Aufbau der Studien lag, zum Beispiel an der Dosierung der Fettsäuren. Außerdem war diese Studie laut Johnson die Erste, bei der die Wirkung der Fettsäuren durch eine Placebo-Gruppe kontrolliert wurde.

Laut Johnson sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren und deren Rolle für das Lernverhalten von Kindern ein wachsendes Forschungsgebiet. "Unsere moderne Ernährung enthält relativ wenig Omega-3, was möglicherweise einen negativen Einfluss auf die Entwicklung unserer Kinder haben könnte“ so Johnson, „zumindest in Bezug auf das Lernen, Lesen, Schreiben und die Aufmerksamkeit“. (Journal of Child Psychology and Psychiatry, 2016; doi: 10.1111/jcpp.12614)
(Universität Göteborg, 15.09.2016 - HDI

Montag, 5. September 2016

Gotu Kola, ein kraftvolles Kraut für das Gehirn und die damit verbundenen Drüsen und Systeme

Gotu Kola


(Quelle: Wiki)

Eines der führenden Kräuter in der holistischen Medizin des Ayurveda ist Gotu Kola, ein kraftvolles Kraut für das Gehirn und die damit verbundenen Drüsen und Systeme. Gotu Kola verbessert gezielt die Sauerstoffaufnahme in das Gehirn und in die Zellen des Körpers im allgemeinen, und es wurde gezeigt, dass es bei langzeitiger Einnahme tatsächlich die Intelligenz der Anwender erhöht.

Es wurde auch nachgewiesen, dass es die trans-hemisphärische Kommunikation im Gehirn verbessert und harmonisiert, was wahrscheinlich auch der Grund ist, weshalb es traditionell von Meditierenden verwendet wurde. Die Synchronisation der Gehirn-Hemisphären erzeugt messbare Veränderungen im Gehirnwellen-Zustand des Alpha-, Gamma- und Theta-Spektrums, was mit erweiterten Bewusstseinszuständen verbunden ist.

Von Gotu Kola wird auch gesagt, dass es direkt positiv auf die Zirbeldrüse wirkt, teilweise wegen des oben beschriebenen Mechanismus und auch aufgrund der Tatsache, dass es sich um ein gefässerweiterndes Mittel handelt und somit den Fluss von Blut und Sauerstoff in die Schlüsselbereiche und Drüsen des Gehirns und des Körper erhöht.
Die Hindus halten es auch für ein starkes Kraut zum Ausbalancieren der Hypophyse und des Kronen-Chakras und das so im Wesentlichen gleich zwei Fliegen mit einem Schlag erledigen kann. In diesem Sinne wirkt die Pflanze als eine Art „Abkürzung“ für einen Zugang zu einem höherem Bewusstseinszustand und zu verbesserter Wahrnehmung und ist ein Schlüssel-Kraut für die Harmonisierung des Gehirns und der höheren Chakren.

Montag, 15. August 2016

Manche Menschen halten Hypnose für faule Zauberei – zu Unrecht, wie die Medizin heute weiß.

Was im Gehirn unter Hypnose passiert


Hirn im Ausnahmezustand: Forscher haben erstmals beobachtet, was im Gehirn bei Hypnose genau vor sich geht. Ihre Studie zeigt: Der Trancezustand offenbart sich durch drei typische Veränderungen in der Hirnaktivität. Das Wissen darüber, welche Regionen im Gehirn an einer erfolgreichen Hypnose beteiligt sind, eröffnet nun neue Ansätze für Therapien. Vor allem Menschen, die sich bislang nur schlecht hypnotisieren lassen, könnten davon profitieren.
Manche Menschen halten Hypnose für faule Zauberei – zu Unrecht, wie die Medizin heute weiß. Tatsächlich lassen sich mit dieser Methode psychische und körperliche Prozesse beeinflussen, die sonst nur schwer steuerbar sind. Studien belegen: Hypnose hilft Patienten mit Angststörungen, lindert chronische Schmerzen und kann sogar die Schlafqualität verbessern.

"Hypnose ist die älteste Form westlicher Psychotherapie", sagen Wissenschaftler um Heidi Jiang von der Northwestern University in Chicago. "Sie ist ein effektives Mittel, um die Art und Weise zu verändern, wie wir unser Gehirn benutzen – und kann damit unsere Wahrnehmung und unseren Körper kontrollieren." Doch obwohl das medizinische Potenzial der Methode immer mehr Anerkennung finde, wisse man nur wenig darüber, wie sie auf der physiologischen Ebene funktioniere. Das Forscherteam hat diese Wissenslücke nun geschlossen – und herausgefunden, was im Gehirn unter Hypnose passiert.



Gehirn unter Beobachtung


Für ihre Studie akquirierten die Wissenschaftler 36 Probanden, die sich in Eignungstests als besonders gut hypnotisierbar erwiesen hatten, sowie 21 Teilnehmer, die sich nur sehr schwer in Trance versetzen ließen. "Diese Kontrollgruppe ist wichtig. Denn nur so können wir sicher sein, dass das, was wir sehen, tatsächlich auf die Hypnose zurückzuführen ist", erklären die Forscher.


Mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) beobachtete das Team die Gehirnaktivität der Versuchsteilnehmer unter vier verschiedenen Bedingungen: während sich die Probanden ausruhten, während sie sich an etwas erinnern sollten und zweimal, während sie hypnotisiert wurden.

Veränderungen im Trancezustand


Tatsächlich konnten Jiang und ihre Kollegen dabei eindeutig bestimmte Hirnregionen identifizieren, die sich im Trancezustand verändern. So sinkt unter Hypnose zum einen die Aktivität im dorsalen anterioren Gyrus cinguli.




Dieser Bereich gehört zum sogenannten Salienz-Netzwerk: Es entscheidet, wie stark wir auf bestimmte Reize reagieren und signalisiert damit, was besonders relevant ist.

"Während der Hypnose ist man so versunken, dass man sich um nichts Anderes von außen kümmert", erklärt Mitautor David Spiegel von der Standford University.

Zweitens beobachtete das Team eine erhöhte Aktivität der Verbindung zwischen einem Teil des präfrontalen Kortex und der Inselrinde. Laut den Forschern hilft diese dem Gehirn dabei zu verarbeiten, was im Körper geschieht.

Die dritte Veränderung passiert zwischen dem präfrontalen Kortex und dem sogenannten Default Mode Netzwerk, jenen Regionen, die beim Nichtstun aktiv sind und beim Lösen von Aufgaben deaktiviert werden. Die Verbindung zwischen diesen beiden Bereichen wird im Hypnosezustand schwächer.

Die Forscher glauben: Das zeigt an, dass die eigenen Aktionen und das Bewusstsein darüber nicht mehr verknüpft sind. 

Während der Hypnose führe dieser Zustand dazu, dass man sich in seinem Tun unbewusst von anderen leiten lasse.

Interessanterweise beeinflusst auch regelmäßige Meditation die Verknüpfungen im Default Mode Netzwerk, wie Studien belegen.

Chance für schwer hypnotisierbare Menschen?


Diese neuen Erkenntnisse könnten künftig vor allem Patienten helfen, bei denen die Hypnose bislang nicht funktioniert. "Jetzt, wo wir wissen, welche Gehirnregionen an einem Trancezustand beteiligt sind, können wir die Effektivität einer Hypnose womöglich beeinflussen", sagt Spiegel.

Die Idee: eine Therapie, die Hirnstimulation und Hypnose vereint. "Uns reizt der Ansatz, die Hypnosefähigkeit einer Person zu verbessern, indem wir gezielt bestimmte Bereiche in ihrem Gehirn stimulieren", so Spiegel.

Bislang gelten den Forschern zufolge nur rund zehn Prozent der Bevölkerung als außerordentlich gut hypnotisierbar, rund die Hälfte spricht mittelgut auf die Methode an.

Die von dem Team erdachte Behandlung könnte unter Umständen auch den bislang nur schwer mit Hypnose therapierbaren Menschen helfen – und ihnen dadurch zum Beispiel starke Schmerzmedikamente ersparen. Bevor das möglich werde, sei aber noch mehr Forschung nötig, schließt das Team. (Cerebral Cortex, 2016)
(Stanford University Medical Center, 29.07.2016 - DAL)

Mittwoch, 3. August 2016

15 Hausmittel gegen kalte Füße

15 Hausmittel gegen kalte Füße






Vor allem Frauen leiden oft unter kalten Füßen. Meist kann man deswegen sogar nicht einschlafen. Erfahren Sie hier, welche Hausmittel gegen kalte Füße helfen.

Männer leiden mit den Frauen


Wenn Frauen an kalten Füßen leiden, dann leiden meist die Männer mit, wenn die kalten Füße der Frauen zum Wärmen unter die warme Decke der Männer geschoben werden. Um kalte Füße vorzubeugen, reicht es nicht aus, sich warme Socken anzuziehen oder die Füße auf die Heizung zu legen. Auch die Decke ist nicht immer ausreichend. Aber es gibt einige Methoden, mit denen man dieses Problem gut in den Griff bekommen kann. Besonders in der kalten Jahreszeit leiden viele Menschen nämlich unter dauerhaft kalten Füßen.

Schutzmechanismus des Körpers

Kalte Füße entstehen, wenn sich durch einen Nervenreiz bei Kälte die Blutgefäße verengen und das Blut hauptsächlich in die lebenswichtigen Organe wie das Herz, die Lunge oder das Gehirn gepumpt wird. Alles, was weit davon entfernt ist, wird also dementsprechend nicht mehr mit dem warmen Blut versorgt. Wie Sie sehen, handelt es sich dabei also um einen reinen Schutzmechanismus des Körpers. Er versorgt bei Kälte lieber die wirklich lebenswichtigen inneren Organe als die Hände und Füße. Wer jedoch ständig unter kalten Füßen und Händen leidet, bei dem ist eine Erkrankung nicht auszuschließen.

Ursachen für kalte Füße


Kalte Hände und Füße können nämlich auch eine Folge 
  • eines Mineralstoffmangels, 
  • einer hormonellen Umstellung, 
  • Stress, 
  • Bewegungsmangel 
  • und Flüssigkeitsmangel sein. 
Einige Menschen haben aber auch dauerhaft kalte Füße, weil sie an Diabetes, Schilddrüsen-erkrankungen, Arterienverengungen oder aber auch an einem niedrigen Blutdruck leiden. Bevor Sie eine Selbstbehandlung gegen die kalten Füße starten, sollten Sie erst einmal von einem Arzt abklären lassen, welche Ursachen diese Durchblutungsstörung hat.

Hausmittel gegen kalte Füße


  • Zum einen hilft Wassertreten.
    Dies sollten Sie zwei Mal am Tag in warmem Wasser tun. Entweder in einer kleinen Schüssel, als Fußbad sozusagen, oder in der Badewanne. Anschließend ab dem Knie die Beine kalt abbrausen. Das fördert die Durchblutung. Auch Wechselbäder sind durchblutungsfördernd.
  • Nehmen Sie abends ein heißes Fußbad.
    Geben Sie dort etwas Holzasche hinein und zwei Esslöffel Salz. Wenn das regelmäßig gemacht wird, werden die kalten Füße schnell der Vergangenheit angehören.
  • Massieren Sie Ihre Füße etwa zehn Minuten lang mit einem Igelball. Damit regen Sie die Durchblutung der Füße an.
  • Wenn Sie schon im Bett liegen und aufgrund Ihrer kalten Füße nicht einschlafen können, dann sollten Sie die Füße in die Kniekehle des anderen Beines klemmen. So werden sie schnell wieder warm.
  • Badezusätze aus Eukalyptus, Fichtennadel, Rosmarin oder Rosskastanie in Fußbädern wirken durchblutungsfördernd.
  • Machen Sie Fußbäder, in die Sie entweder drei Tropfen Zimtöl, den Saft von zwei Zitronen oder 20 Gramm Senfmehl geben.
  • Machen Sie jeweils morgens uns abends im Sitzen zehn Minuten Fußgymnastik. Dabei sollten Sie zuerst Ihre Zehen strecken. Anschließend sollten Sie Ihre Fußgelenke kreisen lassen. Zum Schluss sollten Sie Ihre Füße anziehen und wieder ausstrecken.
  • Geben Sie einen Teelöffel Rosmarinblätter in ein Teeei. Geben Sie dieses in eine Tasse und übergießen Sie es mit heißem Wasser. Lassen Sie den Tee fünf Minuten ziehen und trinken Sie ihn.
  • Scharfe Speisen regen die Durchblutung an. Wenn Sie diese essen, dann werden Sie bestimmt ganz schnell warme Füße bekommen. 
  • Übergießen Sie ein paar Scheiben Ingwer mit heißem Wasser. Wenn Sie diesen Tee trinken, dann wird Ihnen auch warm werden.
  • Tragen Sie weite Schuhe und dicke Socken.
  • Reiben Sie Ihre Füße vor dem Zubettgehen mit Rizinusöl ein. Anschließend sollten Sie Socken über die Füße ziehen.
  • Machen Sie Bürstenmassagen. Bei jedem Bein sollten Sie an der Außenseite mit kreisenden Bewegungen beginnen. Arbeiten Sie sich dabei vom Knöchel zum Oberschenkel hinauf. Anschließend ist die Innenseite der Beine dran.
  • Alternativ zur Bürstenmassage können Sie Ihre Beine auch mit einem Massagehandschuh massieren.
  • Legen Sie sich zum Schlafen eine Wärmflasche an das Fußende. 

Wie Sie sehen können Sie mit einigen einfachen Hausmitteln viel bewirken. Wenn Sie darauf achten, dass Sie Ihre Füße immer schon warm halten, dann können Sie somit sogar Erkältungskrankheiten vorbeugen, da diese oftmals durch kalte Füße hervorgerufen werden.

Die Durchblutung kann zudem mit Vitalstoffen verbessert werden, die bewirken, dass die Blutgefässe sich entkrampfen, wodurch das Blut barrierefreier zirkulieren kann. L-Arginin, L-Citrullin kombiniert mit Randen-Pulver (Rote Beete Pulver) sind wirksame, natürliche Substanzen.


Sonntag, 31. Juli 2016

Kurkuma erhöht die Anzahl der Stammzellen im Gehirn

Kurkuma steigert auf natürliche Weise
das Wachstum von Gehirnzellen


Laut einer neuen Studie, die in der Zeitschrift Science Daily veröffentlicht wurde, könnte das seit Urzeiten bekannte indische Gewürz Kurkuma die Gesundung eines verletzten Gehirns unterstützen und auch zur Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen eingesetzt werden.



Um die Wirkung von Kurkuma auf Gehirnzellen zu untersuchten, badeten Wissenschaftler zunächst endogene neurale Stammzellen – das sind Stammzellen aus erwachsenen Gehirnen – in Extrakten einer chemischen Substanz aus der Kurkuma. 

Im Vergleich mit einer Kontrollgruppe, die diese Substanz nicht erhielt, beobachteten sie ein um 80 Prozent gesteigertes Wachstum von Stammzellen.

Wir alle wissen, dass Kurkuma sehr gesund für Menschen ist; es kann verschiedene Krankheiten lindern oder heilen, und das ganz ohne Nebenwirkungen. Viele Studien haben gezeigt, dass Cholesterinsenker, Antidepressiva, Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente potenziell durch das uralte Gewürz ersetzt werden können.

Das klingt beeindruckend, ist aber noch längst nicht alles, denn Kurkuma kann möglicherweise auch dazu beitragen, bei Menschen nach Kopfverletzungen oder Schlaganfällen das geschädigte Gehirn zu reparieren.

Studie zeigt: Kurkuma unterstützt das Stammzellwachstum 

Im nächsten Schritt des Experiments injizierten die Forscher aromatisches ar-Turmeron (ein chemisches Extrakt aus der Kurkuma) in Teile des Gehirns einer Ratte und beobachteten ein ähnlich gesteigertes Wachstum und vermehrte Proliferation von Stammzellen in Neuronen, wie Dr. Adele Rüger, Koautorin der Studie, mitteilt.

Anhand von PET-Aufnahmen entdeckten die Wissenschaftler bei den Ratten, die die Kurkuma-Injektionen erhalten hatten, eine Weitung der Subventrikulären Zone (SVZ) und einer Vergrößerung des Hippocampus.

Die Autoren bezeichneten diese Beobachtung als signifikant, da es sich bei der SVZ und dem Hippocampus im Gehirn von Säugetieren um die zwei Bezirke handele, in denen die Neurogenese,das Wachstum von Neuronen, auftrete.

Dank der neuralen Stammzellen kann sich das Gehirn innerhalb gewisser Grenzen selbst reparieren. Neurale Stammzellen wandeln sich bei Stimulation in Neuronen und zwei andere Arten von Neuralzellen. Dies trage zur Wiederherstellung des Gehirns bei, berichtet Newsweek.

Frühere Studien hatten ergeben, dass eine Steigerung der Anzahl der neuralen Stammzellen bei Versuchstieren zu einer besseren Regeneration [beispielsweise] nach einem Schlaganfall beitrage, sagte Rüger, die als Wissenschaftlerin am Universitätsklinikum Köln und am Institut für Neurowissenschaften und Medizin [in Jülich] tätig ist.

Nach Ansicht der Wissenschaftler verhindert ar-Turmeron die Aktivierung von Mikrogliazellen. Werden diese Zellen aktiviert, tragen sie zur Neuroinflammation bei, die das Gehirn beeinträchtigt und laut früheren Studien mit verschiedenen neurologischen Erkrankungen in Verbindung gebracht wird.

Bisher war Wissenschaftlern nicht bekannt, dass ein Kurkuma-Extrakt das Gehirn zur Selbstreparatur bewegen könnte


Auf der Grundlage dieser neuen Erkenntnisse halten es die Wissenschaftler für denkbar, dass das Gewürz erfolgreich zur Behandlung degenerativer Erkrankungen wie Alzheimer eingesetzt werden könnte.

Es sei zwar beschrieben worden, dass mehrere Substanzen die Proliferation von Stammzellen im Gehirn fördern, aber nur wenige Medikamente förderten darüber hinaus die Differenzierung von Stammzellen zu Neuronen. Gerade dies sei ein wichtiges Ziel in der regenerativen Medizin, betonte Rüger. »Die Ergebnisse über aromatisches Turmeron bringen uns diesem Ziel einen Schritt näher.«

Zusätzlich zur Wiederherstellung des Gehirns zeigt ar-Turmeron weiteren Nutzen, unter anderem wirkt es antimikrobiell und antimykotisch. Man nimmt an, dass es hilft, die Leber gesund zu halten, es kann sogar als Mittel gegen Schlangenbisse angewendet werden.

Auch ein weiterer Kurkuma-Extrakt, das Curcumin, ist sorgfältig untersucht worden. Es ist bekannt dafür, Entzündungen zu lindern; aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften hilft es, freie Radikale im Körper zu bekämpfen, wie die Website Authority Nutrition mitteilt. Freie Radikaletragen zur Alterung und zum Fortschreiten von Krankheiten bei.

Wie Wissenschaftler betonen, trägt Curcumin auch dazu bei, die Gehirntätigkeit zu erhöhen, es mindert das Risiko von Gehirnerkrankungen und fördert die Bildung eines Hormons, das für die Prävention von Depression und Alzheimer verantwortlich ist.

Die Bildung des Wachstumsfaktors BDNF (nach dem Englischen Brain-Derived Neurotrophic Factor), der als Hormon für die Gehirnfunktion zuständig ist, wird durch Curcumin gesteigert. Wissenschaftler vermuten, dass die vermehrte Bildung von BDNF Erkrankungen des Gehirns verzögern oder heilen, das Gedächtnis stärken und uns klüger machen kann.

Mit jeder Studie, bei der eine zusätzliche gesunde Wirkung von Kurkuma entdeckt wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Forschung eines Tages die unglaublichen Fähigkeiten dieses Gewürzes vollständig verstehen wird.

Freitag, 29. Juli 2016

Galaktose: Ein Zucker gegen die Vergesslichkeit




Galaktose: Ein Zucker gegen die Vergesslichkeit




Ein enger Verwandter des Traubenzuckers könnte nach ersten Studien gegen leichte Formen von Demenz helfen. Aber der entgültige Beweis steht noch aus.

Die Tochter ist angetan von dem besonderen Zucker, mit dem sie seit einiger Zeit den Tee ihrer demenzkranken Mutter süßt. In einem Internetforum berichtet sie, die 86-Jährige erzähle seitdem nicht mehr ganz so wirre Geschichten. „Meine Mutter bekommt jetzt seit gut drei Monaten die Galaktose und ich kann inzwischen sagen, dass sie definitiv darauf anspricht.“ Ihre Mutter sei zwar nach wie vor sehr vergesslich. Doch immerhin helfe ihr das Pulver besser als die zuvor vom Arzt verordneten Medikamente, ihre Gedanken zu ordnen. Mit Kosten von rund 40 Euro pro Monat sei es zudem erschwinglich.


Es sind Einzelfälle, über die im Netz berichtet wird. Doch das Wirkprinzip ist plausibel. Unser Gehirn ist für seine Arbeit auf Zucker angewiesen, rund 150 Gramm davon braucht es jeden Tag. Doch unter Umständen hat der Traubenzucker (Glukose), den wir mit der Nahrung zuführen, Schwierigkeiten, im Kopf anzukommen. Etwa, wenn das für die Glukoseverwertung wichtige Insulin wegen einer Zuckerkrankheit (Diabetes) oder einer Vorstufe davon nicht mehr wirkt. Damit es wirkt, braucht es an den Zellen biochemische „Antennen“, sonst kann es trotz reichlicher Zufuhr in unserem Zentralnervensystem zu einem Mangel kommen. Einem Defizit, das auch bei der Entwicklung einer Demenz eine Rolle spielen kann.


Erste Berichte über Galaktose und Gedächtnisleistung klingen begeistert


„Die Natur hat dafür jedoch eine Hintertür offengelassen“, sagt Werner Reutter, Biochemiker an der Berliner Charité. „Galaktose, der Schwesterzucker der Glukose, kann im Gegensatz zur Glukose unabhängig vom Insulin in die Zellen gelangen.“ 


Dabei ist ein Transportereiweiß namens GLUT-3 im Spiel, für dessen Funktionieren kein Insulin nötig ist. Das Konzept ist plausibel und die Berichte über Verbesserungen der Gedächtnisleistung bei Menschen mit leichter Demenz klingen begeistert. Doch größere Studien, die belegen, dass Galaktosepulver bei Menschen wirkt, fehlen bislang.

Vor kurzem ist jedoch in der Fachzeitschrift „Neuropharmacology“ eine Arbeit erschienen, in der über ein erfolgreiches Tierexperiment berichtet wurde. Die Pharmakologin Melita Salkovic-Petrisic von der Universität Zagreb konnte in Zusammenarbeit mit Reutter zeigen, dass Ratten, deren Insulin-Andockstellen (Rezeptoren) gezielt durch die Gabe der Substanz Streptozotocin außer Gefecht gesetzt wurden, ihr Gedächtnis nicht verloren, wenn sie danach mit dem Trinkwasser Galaktose bekamen.


Die Tiere, die nach dieser Blockade der Insulinrezeptoren nur ihr normales Futter und Wasser angeboten bekamen, fanden ihre gewohnte Futterstelle dagegen nicht mehr von allein. Ihr Gedächtnis hatte empfindlich gelitten. „Die Galaktosegabe über das Trinkwasser wirkt sich wohltuend auf Lernen und Gedächtnis aus. Studien zu kognitiven Defiziten, die mit einem schlecht funktionierenden Glukosestoffwechsel verbunden sind, könnten lohnend sein“, folgern die Autoren.


Der Dünndarm spaltet Milchzucker in Galaktose und Traubenzucker auf

Galaktose – das Wort enthält den griechischen Begriff für Milch. Und tatsächlich ist es der Milchzucker Laktose, der im Dünndarm in Galaktose und Glukose aufgespalten wird. Viel Milch oder Milchprodukte zu sich zu nehmen reiche trotzdem nicht, damit die Gehirnzellen genug Galaktose abbekommen, meint Reutter. 


Denn erstens muss ein Konzentrationsgefälle zwischen Blut und Hirnzellen vorliegen, damit die Galaktose auf einfachem Weg in die Zellen gelangt. Und zweitens vertragen rund zehn Prozent der erwachsenen Mitteleuropäer Laktose überhaupt nicht oder nur in kleineren Mengen, weil sie einen Mangel an dem Enzym Laktase haben

Größere Mengen an laktosehaltigen Milchprodukten können sie sich nur um den Preis von Bauchkrämpfen und Durchfall zu Gemüte führen. Die Autoren plädieren deshalb dafür, gegen leichte Ausprägungen von Verwirrtheit und Demenz reine Galaktose einzunehmen, etwa den Tee damit zu süßen.

Galaktose ist ein Lebensmittel, kein Medikament. „Schädliche Wirkungen sind nicht zu befürchten“, sagt Mediziner Reutter. Einzige Ausnahme sind Menschen mit einem erblichen Enzymmangel, der den Abbau dieser Zuckerform verhindert. Die Störung namens Galaktosämie ist jedoch, im Unterschied zur Laktose-Unverträglichkeit, extrem selten und wird schon bei Neugeborenen erkannt.

Paradox: Das Gehirn von Zuckerkranken "hungert" nach Zucker


Dass ausgerechnet eine besondere Form von Zucker Menschen mit zu hohem Blutzucker helfen soll, erscheint paradox. „Im Gehirn von Diabetikern scheint es trotz ihres hohen Blutzuckerspiegels einen Mangel an Glukose zu geben“, bestätigt aber Agnes Flöel, Neurologin an der Charité, die seit Jahren zum Thema Diabetes und Demenz, menschliches Gedächtnis und Zuckerstoffwechsel forscht.


Ein Mangel, der sich auf das Gedächtnis auswirkt. Eine Studie ihrer Arbeitsgruppe, die im letzten Jahr in der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht wurde, zeigt, dass selbst bei Noch-Gesunden die Gedächtnisleistung umso schlechter ist, je höher die Langzeitwerte des Blutzuckers sind. „Ist der dafür maßgebliche HbA1C-Wert dagegen niedrig, dann sind die Zellen empfindlicher für die Wirkung von Insulin und können Glukose besser aufnehmen.“ Was nachweislich dabei hilft, die Stoffwechsellage in diese gewünschte Richtung zu verbessern, ist Abnehmen und körperliche Aktivität.


Der stichhaltige Beweis dafür, dass auch Galaktosepulver dem Gedächtnis von Menschen mit einer leichten Demenz aufhelfen kann, deren Antennen für Insulin nicht mehr hinreichend funktionieren, steht dagegen noch aus. Dafür wäre eine große und kostspielige klinische Studie nötig.

Mittwoch, 27. Juli 2016

Alzheimer, Insulin und Galactose: Ein "Schwesterzucker" der Glucose gibt Hirnzellen neue Energie.

Alzheimer, Insulin und Galactose: Ein "Schwesterzucker" der Glucose gibt Hirnzellen neue Energie.



 
Demenz durch Alzheimer - die Erkrankung ist mittlerweile für die ansonsten so gesund und fit wie nie in die Rente gehenden Deutschen eines der größten Schreckgespenster des Alterns. 

Der überwiegende Anteil der Betroffenen leidet an der nicht erblichen, sogenannten sporadischen Form der Erkrankung, deren Ursachen nach wie vor nicht eindeutig geklärt sind. 

Ein neuerer, in vieler Hinsicht einleuchtender und durch diverse Studienergebnisse gestützter Erklärungsansatz sieht Alzheimer als eine Art Diabetes des Gehirns [1,2]. 

Im Rahmen dieser Überlegungen ist auch Galactose als eine alternative Energiequelle für Nervenzellen ins Gesichtsfeld der Forschung gerückt. Lesen Sie hier, wie ein einfacher Zucker helfen könnte, die kognitive Leistungsfähigkeit von Demenzkranken zu verbessern.

Alzheimer als Insulinresistenz: Ein interessanter Erklärungsansatz


Die klassische Alzheimerforschung sieht die mit der Demenzerkrankung assoziierten Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Protein-Fibrillen im Gehirn als Ursache der kognitiven Defekte. Genetische Risikofaktoren, Toxine, aber auch Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Blutfettwerte begünstigen die Bildung dieser zerstörerischen Eiweißsubstanzen.

Ein alternativer, aktuell heiß diskutierter Ansatz in der Alzheimer-Forschung hält die Plaques und Fibrillen dagegen für sekundäre Folgen eines Geschehens, das mit einer Art Diabetes des Gehirns seinen Anfang nimmt. Ähnlich wie beim Typ-2 Diabetes soll dieser Stoffwechselstörung eine Insulinresistenz der normalerweise auf Insulin reagierenden Zellrezeptoren im Gehirn zugrunde liegen.

Kognitive Prozesse verbrauchen große Mengen an Energie. Zu ihrer Bereitstellung verlässt sich das Gehirn voll und ganz auf Zucker: Etwa 140 Gramm Glucose verbrennen unsere Hirnzellen normalerweise pro Tag. Dafür, dass Zucker in die Zellen gelangt, sorgen spezielle Glucosetransporter in der Zellmembran. Insulinresistenz im Gehirn könnte unter anderem dazu führen, dass Nervenzellen hungern, weil sie trotz eines Überangebots an Glucose den lebenswichtigen Energiespender nicht mehr aufnehmen können.

Insulin und Glucose - altbekannte Fakten


Welche wichtige Rolle Insulin im Zusammenhang mit dem Transport von Glucose spielt, ist allgemein bekannt: Bei erhöhtem Blutzuckerspiegel von der Bauchspeicheldrüse produziert, bindet das Hormon überall im Körper an Insulinrezeptoren der Zellen. Die Rezeptoren leiten das wichtige Signal ins Zellinnere weiter und veranlassen damit unter anderem den Einbau von Glucosetransportern des insulinabhängigen Typs (GLUT-4) in die Zellmembran.

Ohne Insulin und Insulinrezeptoren können viele Körperzellen keine Glucose aufnehmen. Beim Typ-1 Diabetes fehlt das Insulin, beim Typ-2 Diabetes liegt das Problem bei den Insulinrezeptoren, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr auf Insulin reagieren.


Insulin und das Gehirn - ein kleiner Paradigmenwechsel


Zwar wird auch heute noch gelehrt, dass sich die Zellen des Zentralnervensystems vorwiegend über insulinunabhängige Zuckertransporter (GLUT-1 und GLUT-3) mit Glucose versorgen. Bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts galt das Gehirn im Ganzen noch als weitgehend unbeeinflusst von Insulin.

Das wird heute ganz anders gesehen. Wir wissen jetzt, dass Insulin im Gehirn präsent ist, eventuell sogar dort zusätzlich produziert wird, dass Hirnzellen zahlreiche Insulinrezeptoren besitzen und Insulin das Gehirn auf eindrucksvolle Weise beeinflusst. Es ist unumstritten, dass das Hormon eine Schlüsselkomponente zahlreicher Hirnprozesse bildet, die von der Regulation der Körpertemperatur bis zu kognitiven Leistungen, zur Bildung und Konsolidierung von Gedächtnisinhalten reichen [3].

Es ist also durchaus möglich, dass auch die Annahme von der ausschließlich Insulin-unabhängigen Glucoseversorgung der Hirnzellen kurz vor der Revision steht.

Zwar ist wahrscheinlich, dass die Rolle, die Insulin im Gehirn spielt, nicht ausschließlich, vielleicht nicht einmal in erster Linie über die Regulation der Zuckeraufnahme in die Nervenzellen vermittelt wird, sondern auch über andere Signalwege läuft. Aber es gibt nicht nur einen solide etablierten Zusammenhang zwischen Diabetes und Alzheimer (unter anderem die großangelegte sogenannte Rotterdam-Studie bescheinigt Diabetikern ein verdoppeltes Risiko, auch die Demenzerkrankung zu entwickeln [4]), sondern auch deutliche Hinweise auf einen direkten Effekt von Insulin auf den Zuckerstoffwechsel in wichtigen Hirnarealen [5].

Aufschlussreich sind weiterhin Untersuchungen an älteren Diabetespatienten, bei denen in wichtigen Gehirnregionen ein deutlich herabgesetzter Glucosestoffwechsel gefunden wurde: Das vorhandene Glucoseangebot wurde von den Hirnzellen nicht umgesetzt [6]. Diese Patienten schnitten auch in kognitiven Tests schlechter ab als gleichaltrige Probanden mit gesundem Zuckerstoffwechsel. Gerade in den Regionen mit schlechterem Glucoseumsatz bilden sich später die typischen Alzheimer-Plaques. Das rechtfertigt die Vermutung, dass die Störung im Zuckerstoffwechsel der Ablagerung der toxischen Eiweißkörperchen vorhergeht.


Hunger im Gehirn


Die Folgen eines herabgesetzten Glucosestoffwechsels - ob durch Insulinresistenz ausgelöst oder durch einen anderen, ungeklärten Mechanismus - sind fraglos dramatisch für die Nervenzellen. Zum einen mindert sich ihre Leistungsfähigkeit: Für kognitive Prozesse wichtige Neurotransmitter können nicht mehr ausreichend gebildet werden. Zum anderen induziert der Mangelzustand eine Entgleisung des Energiestoffwechsels der Zellen: Eiweiße und andere wertvolle Zellbausteine werden zwecks Energiegewinnung verbrannt. Dabei entstehen giftige Abfallprodukte wie freie Radikale und Ammoniak, die die Zellen zusätzlich schädigen. Freie Radikale werden allgemein mit Alterungsprozessen, Ammoniak insbesondere auch mit Alzheimer in Verbindung gebracht. 

Galactose als alternative Energiequelle für Hirnzellen


Der Gedanke, Hirnzellen könnten ganz einfach hungern, weil sie keine Glucose aufnehmen können, brachte Forscher und Praktiker wie den Berliner Mediziner Prof. Werner Reutter, den Hannoveraner Ernährungswissenschaftler Prof. Andreas Hahn und die Konstanzer Heilpraktiker Kurt und Reiner Mosetter darauf, alternative Zuckerquellen für die Nervenzellen in Betracht zu ziehen. Als ein Zucker, der den Energiebedarf der Hirnzellen auch dann noch decken könnte, wenn die insulinabhängige Glucoseaufnahme nicht mehr funktioniert, kam Galactose ins Spiel.

Galactose ist ein Schwesterzucker der Glucose, bei dem lediglich eine Hydroxy-Gruppe spiegelverkehrt angeordnet ist. Diese scheinbar insignifikante Veränderung erlaubt dem Zucker, auch dort die Zellmembran zu passieren, wo der insulinabhängige Transport versagt. Einmal in der Zelle, wird Galactose rasch in Glucose umgewandelt. Damit besitzt sie therapeutisches Potential bei Erkrankungen, die mit einer gestörten Funktion des Insulinrezeptors zusammenhängen: Der alternative Zucker könnte dem Energiedefizit der Zellen entgegenwirken.

Eine 2014 im Fachblatt Neuropharmacology veröffentliche Studie zeigte, wie sich die Gabe von Galactose auf die kognitiven Leistungen von Ratten auswirkte, deren hirnständige Insulin-Rezeptoren chemisch inaktiviert wurden. Eine Kontrollgruppe, die danach nur ihr normales Futter erhielt, fand sich in ihnen bekannten Umgebungen nicht mehr zurecht - ihr Gedächtnis hatte gelitten. Ratten, deren Trinkwasser täglich Galaktose in einer Dosis von 100 bis 300 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht zugesetzt wurde, zeigten diese kognitiven Defizite nicht [7].

Die Autoren um Prof. Reutter folgern aus ihren Beobachtungen, dass Galactose dem Gedächtnis insbesondere bei leichten Ausprägungen von Demenz in der Tat auf die Sprünge helfen könnte. Mit schädlichen Wirkungen einer oralen Galactosegabe rechnen die Forscher nicht: Als eine Komponente des Milchzuckers ist Galactose ein Lebensmittel, und auch in reiner Form ist der Zucker in fermentierten Milchprodukten und einigen anderen Lebensmitteln enthalten.


Wie wird Galactose hergestellt?


Galactose kann durch chemische, enzymatische oder physikalische Verfahren hergestellt werden. Dabei wird der Milchzucker  in seine Bestandteile Glukose und Galactose gespalten. Eine Herstellung aus pflanzlichen Quellen isz aufgrund nur gering enthaltenen Galactose-Anteile sehr viel teurer. Bei einem chemischen Trennungsverfahren kann es zu Verunreinigungen mit Schadstoffen wie zum Beispiel Schwermetallen kommen. Auch die enzymatische Trennung birgt Risiken, da es dabei zu Verunreinigungen der Galactose kommen kann. Das beste Verfahren ist die Aufspaltung der Laktose durch Druck, worin die gewonnene Galactose nie mit unerwünschten Substanzen in Verbindung kommen. So können Verunreinigungen ausgeschlossen werden. Am Ende des Prozesses steht dann eine hochreine und für den Verzehr sichere Galaktose.

Galactose am besten mit Antioxidantien kombinieren!


Der Vorschlag, es einmal mit Galactose als alternativer Energiequelle für Hirnzellen zu versuchen, ist des weiteren natürlich keine Einladung zu überbordendem Galactose-Verzehr. Wir empfehlen (nach Rücksprache mit Ihrem Arzt) eine tägliche Dosis von 20 bis 30 Gramm Galactose (etwa zwei bis drei Teelöffel), mit der sich beispielsweise der Tee süßen lässt. Darüber hinaus sollte, wie allgemein sinnvoll, bei der Ernährung zugunsten von komplexen Kohlehydraten, Proteinen und wertvollen Fetten auf Zucker und Weißmehle so weit wie möglich verzichtet werden.

Es gibt anekdotische Hinweise auf eine sehr positive Wirkung von Galactose in den empfohlenen Dosen sowohl bei leichter kognitiver Beeinträchtigung wie bei fortgeschrittenem Alzheimer. Immer wieder berichten pflegende Angehörige von positiven Einflüssen des Zuckers auf ihre demenzkranken Familienmitglieder (etwa im Alzheimer-Forum von onmeda.de). Leider liegen bislang keine rigorosen klinischen Untersuchungen zum Effekt von Galactose auf Alzheimerpatienten vor. Die Ergebnisse einer sechsmonatigen klinischen Studie mit rund 60 Teilnehmern, die 2009 unter der Leitung von Prof. Hahn an der Universität Hannover durchgeführt wurde, blieben, obschon als viel versprechend beschrieben, leider unveröffentlicht.

Angesichts des Verdachts, durch Galactose könnten freie Radikale freigesetzt werden, erscheint die Kombination des Zuckers mit Antioxidantien besonders sinnvoll. Diese Substanzen (zu ihnen gehören die Vitamine C und E, aber auch Vitalstoffe wie Astaxanthin, L-Carnitin und Coenzym Q10) machen freie Radikale unschädlich und besitzen damit eine Schutzwirkung nicht nur für das Nervensystem, sondern auch für alle anderen Körpergewebe.
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Quellen:
[1] Alzheimer durch Insulinresistenz im Gehirn? Thomas Müller. Ärzte Zeitung, 07.10.2010
[2] Alzheimer's disease is type 3 diabetes: evidence reviewed. S.De La Monte. Journal of Diabetes Science and Technology 2 (20080
[3] Insulin action in brain regulates systemic metabolism and brain function. A.Kleinridders et al. Diabetes 63 (2014)
[4] Association of diabetes mellitus and dementia: the Rotterdam Study. A.Ott, R.P.Stolk et al. Diabetologia 39 (1996)
[5] The role of insulin in human brain glucose metabolism: an 18fluoro-deoxyglucose positron emission tomography study. E.M.Bingham, D.Hopkins et al. Diabetes 51 (2002)
[6] Insulin resistance and Alzheimer-like reductions in regional cerebral glucose metabolism for cognitively normal adults with prediabetes or early type 2 diabetes. L.D.Baker, D.J.Cross et al. Archives of Neurology 68 (2011)
[7] Long-term oral galactose treatment prevents cognitive deficits in male Wistar rats treated intracerebroventricularly with streptozotocin. M.Salkovic-Petrisic, K.Mosetter, W.Reutter et al. Neuropharmacology 77 (2014)
[8] Establishment of the mimetic aging effect in mice caused by D-galactose. Shih-Ching Ho et al. Biogerontology 4 (2003)
[9] d-Galactose Effectiveness in Modeling Aging and Therapeutic Antioxidant Treatment in Mice. K.Parameshwaran et al. Rejuvenation Res. 13 (2010)