Dienstag, 19. Juli 2016

Vier enzymreiche Nahrungsmittel für eine bessere Verdauung



Vier enzymreiche Nahrungsmittel für eine bessere Verdauung



(Quelle: Wiki)

Enzyme sind sehr empfindliche Nährstoffe, die praktisch für den gesamten Stoffwechsel gebraucht werden. In unserem Körper sind 3000 spezifische Enzyme an über 7000 enzymatischen Reaktionen beteiligt. Einfacher gesagt: Ohne Enzyme könnten wir nicht leben.

Und hier ist das Problem: Unsere durchschnittliche Ernährung enthält so gut wie keine Enzyme. Durch industrielle Verarbeitung und Kochen oder Braten werden sie oftmals alle zerstört, sodass im Körper ein Defizit entsteht. Viele gesundheitliche Beschwerden lassen sich dadurch beheben, dass enzymreichere Nahrungsmittel gegessen werden, beispielsweise die folgenden vier:

Papaya

Die Papaya liefert reichlich proteolytische Enzyme wie beispielsweise das Papain, das bei der Verdauung helfen kann. Papain gilt als besonders wirksam in der Aufspaltung von Fleisch und anderen Proteinen, es löst die Peptidbindungen komplexer Proteine, sodass die einzelnen Aminosäuren frei werden, die der Körper dann für Wachstum und Reparatur nutzen kann.

Da die Papaya auch viele natürliche Zucker enthält, sollte sie allein gegessen werden (nicht zusammen mit einer schweren Mahlzeit mit tierischem Eiweiß), am besten 15 bis 30 Minuten vor der Mahlzeit.

Ananas


Bromelain ist ein komplexes Gemisch von Substanzen aus Stamm und Frucht der Ananas. Von mehreren Dutzend Verbindungen in diesem Rohextrakt sind vor allem die proteinverdauenden Enzyme, die so genannten Cystein-Proteasen, sehr gut erforscht.

Diese Enzyme stärken aber nicht nur die Verdauung, sondern wie Untersuchungen gezeigt haben, helfen sie auch bei Entzündung, gesteigerter Blutgerinnung und bestimmten Formen des Tumorwachstums. Da auch die Ananas reich an natürlichen Zuckern ist, sollte auch sie alleingegessen werden, am besten 15 bis 30 Minuten vor einer Mahlzeit.

Bienenpollen

Viele halten Bienenpollen für das komplexeste natürliche Nahrungsmittel überhaupt. Es enthält fast alle Nährstoffe, die der Mensch braucht, plus ein breites Spektrum von nützlichen Enzymen wie beispielsweise Amylase, Katalase, Kozymase, Dehydrogenase, Diaphorase, Diastase, Pektase und Phosphatase.

Bienenpollen können allein gegessen werden oder unter Studentenfutter, Haferbrei, Superfood-Snacks und Smoothies gemischt werden. Bei einer Bienenpollenallergie kann es zu allergischen Reaktionen kommen, seien Sie also vorsichtig, wenn Sie sie zum ersten Mal probieren.

Fermentierte Nahrungsmittel

Die Fermentierung zur Herstellung von Sauerkraut und Kimchi wurde schon vor Jahrhunderten entwickelt, um Gemüse über den Winter haltbar zu machen. Angeblich zogen die römischenSoldaten mit Fässern voll Sauerkraut ins Feld, um bei längeren Kriegen Darminfektionen zu verhindern.

Fermentierte Nahrungsmittel sind eine hervorragende Nährstoffquelle. Sie liefern unter anderem lebendige Enzyme (vorausgesetzt, sie wurden nicht pasteurisiert). Diese lebendigen Enzyme sind begleitet von nützlichen Probiotika. Beides zusammen ergibt eine exzellente Kombination für eine gute Verdauung.

Fermentierte Nahrungsmittel können allein gegessen werden, sind aber auch eine wunderbare Beilage zu jedem Gericht. Wenn Sie die Verdaulichkeit einer Mahlzeit verbessern wollen, sollten Sie fermentiertes Gemüse dazu essen.

Weitere enzymreiche Nahrungsmittel sind Melonen, Mango, Kiwi, Weintrauben, Avocado, naturbelassener Honig, Kefir, Weizengrassaft und Kokoswasser. Natürlich sind Enzyme nur ein Teil eines gesunden Verdauungsprozesses.


Quellen:


Montag, 18. Juli 2016

Granatapfel: Anti-Aging-Geheimnis gelüftet

Granatapfel: Anti-Aging-Geheimnis gelüftet


(Quelle: Wiki)



Jungbrunnen für die Muskeln: Ein Wirkstoff aus dem Granatapfel erweist sich als wirksames Anti-Aging-Mittel. Denn das Urolithin A bekämpft die alterstypische Muskelschwäche, indem es das "Aufräumsystem" der Muskelzellen reaktiviert, wie Experimente belegen. 

Bekamen Mäuse-Senioren einige Wochen lang diese Substanz verabreicht, stieg ihre Muskelausdauer dadurch wieder um 42 Prozent, wie Forscher im Fachmagazin "Nature Medicine" berichten. Erste klinische Studien mit Menschen sollen bereits begonnen haben.
Granatäpfel gelten schon länger als ausgesprochen gesundes "Superfood". Denn sie enthalten viel Vitamin C und Ellagtannin, ein Polyphenol, dem unter anderem krebsvorbeugende Wirkung zugeschrieben wird. 
In unserem Darm wird das Ellagtannin von den dort vorkommenden Mikroben in Ellagsäure und dann in Urolithine umgewandelt. Wie genau diese Urolithine wirken und was passiert, wenn man sie direkt einnimmt, war bislang jedoch ungeklärt.

Das hat sich nun geändert: Johan Auwerx von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) und seine Kollegen haben in Experimenten mit Fadenwürmern und Mäusen erstmals die Wirkung von Urolithin A auf einen wichtigen Aspekt des Alterns getestet: die Alterung der Muskelzellen und damit die Ursache der altersbedingten Muskelschwäche, auch Sarkopenie genannt. 




(Quelle: Wiki)


Mitochondrien-Müll in der Zelle


Normalerweise sorgen zelleigene Aufräum-Prozesse dafür, dass fehlerhafte und nicht mehr funktionierende Zellbestandteile entsorgt werden. Auch die Kraftwerke der Zelle, die Mitochondrien, können durch Mutationen geschädigt sein und müssen dann beseitigt werden, damit die verbleibenden besser arbeiten können. Doch in höherem Alter geschieht dies nicht mehr.


"Die Mitophagie lässt nach, wenn wir älter werden", erklärt Koautor Patrick Aebischer von der EPFL. In den Muskeln reichern sich als Folge nicht mehr funktionierende Mitochondrien an und verhindern, dass neue, leistungsfähige Zellkraftwerke gebildet werden. "Die Reduktion der mitochondrialen Funktion gilt als eine der Hauptursachen der altersbedingten Muskelschwäche", so Aebischer.

Langlebige Würmer und ausdauernde Mäuse-Senioren


Doch wie sich nun zeigt, kann Urolithin A dieses Nachlassen der zelleigenen Mitophagie bremsen und sogar wieder rückgängig machen. Für ihre Studie verabreichten die Forscher Fadenwürmern und Mäusen mit dem Futter verschiedenen Dosen von Urolithin A. Bei den kurzlebigen Fadenwürmern zeigte sich der Effekt sehr schnell: Die Würmer, die den Granatapfel-Wirkstoff bekommen hatten, lebten mehr als 45 Prozent länger als ihre Altersgenossen.

Ältere Mäuse, die mehrere Wochen lang täglich 50 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht Urolithin A bekommen hatten, schnitten hinterher in Tests auf dem Laufrad und in Greiftests deutlich besser ab als vorher und auch als ihre Altersgenossen: Ihre Griffstärke war um neun Prozent gestiegen, ihre Ausdauer beim Rennen erhöhte sich im Mittel um 42 Prozent, wie die Forscher berichten.

Mitophagie reaktiviert


Bei beiden Tierarten stellten die Wissenschaftler zudem klare Unterschiede in der Mitophagie der Muskelzellen fest: In den Zellen der behandelten Tiere fanden sich weniger beschädigte und leistungsschwache Mitochondrien als bei ihren Altersgenossen. "Die verbleibenden Mitochondrien aber waren robust und dazu fähig, den Energiebedarf der Zellen zu decken", berichten Auwerx und seinen Kollegen. 

Nach Ansicht der Forscher ist dies ein Meilenstein der Anti-Aging-Forschung. "Es ist das einzige bisher bekannte Molekül, das den mitochondrialen Aufräum-Prozess reaktivieren kann", erklärt Aebischer. Zumindest für die Muskelzellen scheint der Granatapfel-Wirkstoff wie ein Jungbrunnen zu wirken. "Die Wirkung von Urolithin A ist stark und messbar und noch dazu handelt es sich um eine komplett natürliche Substanz."

Erste klinische Studien laufen bereits


Die Wissenschaftler halten es für durchaus wahrscheinlich, dass das Urolithin A auch beim Menschen die Muskelalterung aufhalten kann. "Wenn so evolutionär entfernte Arten wie Fadenwürmer und Mäuse auf die gleiche Weise auf diesen Granatapfel-Wirkstoff reagieren, dann spricht dies dafür, dass wir an einem fundamentalen Mechanismus aller lebenden Organismen ansetzen", so Aebischer.

Aebischer und seine Kollegen sind so überzeugt von ihrem Fund, dass sie ein Start-up-Unternehmen gegründet haben. In diesem haben sie bereits Methoden entwickelt, um Urolithin A genau dosiert verabreichen zu können. Eine erste klinische Studie mit Menschen hat bereits in mehreren europäischen Kliniken begonnen, wie sie berichten.

Allerdings: Wer nun massenhaft Granatäpfel kauft und isst, sollte nicht zu viel erwarten. Denn das Urolithin A wird nur dann in unserem Darm produziert, wenn unsere Darmflora die richtige Zusammensetzung hat. 

Daher kann es sein, dass das Granatapfel-Abbauprodukt in unserem Körper gar nicht oder nur in sehr geringer Menge entsteht. Unter anderem deshalb setzen die Forscher auf die direkte Gabe des Urolithins. (Nature, Medicine, 2016; target="_blank"> doi: 10.1038/nm.4132)

Samstag, 16. Juli 2016

Die Ernährung beeinflusst die Stresspegel bei Kindern



Mineralstoffe und der Stresspegel bei Kindern






Eine mineralstoffarme Ernährung kann bei Kindern zu einem erhöhten Stresshormonspiegel führen. Grund für die gesteigerte Produktion des Stresshormons Cortisol ist die ernährungsbedingte Säurebelastung. Dies haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Gießen und Bonn herausgefunden.


Die Wissenschaftler hatten bereits zuvor beobachtet, dass eine regelmäßig erhöhte Säurebelastung durch die Ernährung nicht nur mit einer verringerten Knochenstabilität, sondern auch mit höheren Blutdruckwerten bei Kindern einhergeht. Die aktuellen Studienergebnisse zeigen erstmals einen hormonellen Mechanismus auf, über den die Qualität der Ernährung langfristig auf unsere Gesundheit wirkt.


In die Hormonstudie wurden 200 gesunde Kinder eingeschlossen, die ohne Vorgaben zu ihrer Ernährung jeweils über 24 Stunden Urin gesammelt hatten. In den Urinproben von 100 dieser Kinder hatten die Wissenschaftler vor Beginn der Hormonmessungen eine niedrige Säureausscheidung über die Nieren gemessen (Net Acid Excretion, NAE), in den anderen 100 Urinproben eine hohe NAE. Die NAE gilt als ein verlässlicher Biomarker zur Beurteilung der Nettosäurebelastung des Gesamtorganismus.


Bei den Kindern mit hoher NAE fanden die Forscher – nach Ausschluss aller Störeinflüsse wie unterschiedlicher Urinmenge oder Eiweißzufuhr – nicht nur eine höhere Sekretion des Stresshormons Cortisol. Es war auch die Ausscheidung an spezifischen zellulären Cortisol-Umbauprodukten, etwa des 6-beta-Hydroxycortisols oder des Cortisons signifikant gegenüber den Kindern der Niedrig-NAE-Gruppe gesteigert.


Diese Ergebnisse legen nach Ansicht der Wissenschaftler nahe, dass Cortisol auch bereits unter einer weniger stark ausgeprägten, lediglich durch die Ernährung beeinflussten Säurebelastung in Zielgeweben wie der Niere oder den Knochenzellen wirkt. 



Sie gehen davon aus, dass den Glucocorticoid-Hormonen, also dem Cortisol und Kortison, eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von langfristigen ungünstigen Ernährungseinflüssen auf das Skelettsystem und auf andere relevante Gesundheits-Parameter zukommt. Die Originalstudie finden Sie hier (engli.).

Donnerstag, 14. Juli 2016

L-Arginin: eine besondere Aminosäure

L-Arginin: eine besondere Aminosäure



Bei L-Arginin (Arg oder R) handelt es sich um eine proteinogene Aminosäure, die für den Menschen semiessentiell ist, da der Organismus sie nicht in ausreichendem Maße synthetisiert.
Die Bezeichnung "Arginin" entstammt dem lateinischen Begriff "argentum", was "Silber" bedeutet. So wurde die Aminosäure in früheren Zeiten zunächst als Silber-Salz isoliert. Erstmals gewinnen ließ sich Arginin 1895 aus Hornsubstanz.

Eigenschaften von Arginin


Von allen proteinogenen Aminosäuren weist Arginin den größten Masseanteil an Stickstoff auf. Zusammen mit Histidin und Lysin zählt Arginin zu den basischen Aminosäuren bzw. Hexonbasen, da sie eine Guadinin-Gruppe enthält, die im neutralen Bereich über eine positive Ladung verfügt.
In Wasser ist Arginin gut löslich. Außerdem reagiert die Aminosäure alkalisch. Durch die positive Ladung werden argininhaltige Proteine wasserlöslicher.

Biosynthese


Säugetiere und Menschen sind über den Harnstoffzyklus fähig, Arginin aus Ornithin zu bilden. Allerdings ist der Reingewinn an der Aminosäure unwesentlich, was daran liegt, dass Ornithin rasch zu Harnstoff abgebaut wird. Außerdem steht das Ornithin nur in geringen Mengen zur Verfügung.


Funktionen von Arginin



Arginin hat Anteil an vielen biologischen Funktionen.
So bildet die Aminosäure in Speicherzellen und Keimlingen ein Stickstoff-Reservoir.
Außerdem stellt Arginin einen Metaboliten des Harnstoffzyklus dar.
In diesem erfolgt die Umwandlung von Ammoniak, welches sich beim Abbau von Stickstoffverbindungen wie Aminosäuren bildet, in Harnstoff. Darüber hinaus handelt es sich bei Arginin um die einzige Vorstufe von Stickstoffmonoxid (NO), das zu den kleinsten Botenstoffen des menschlichen Organismus zählt. Aufgrund einer Stickstoff-Synthase kommt es zur Entstehung des Endothelium-derived relaxing Factor (EDRF).

Physiologisch bewirkt EDRF eine Erweiterung der Blutgefäße.
Das Aktivieren der löslichen Guanylatcyclase führt zum Erschlaffen der glattenMuskulatur.
Außerdem lässt der Blutgefäßtonus nach.
Studien zufolge bewirkt Arginin durch diese Gefäßerweiterung das Absinken von erhöhtem Blutdruck.

Im Bodybuilding verwendet man Arginin wegen seiner gefäßerweiternden Eigenschaften als Pump-Supplement. Die biologische Wirkung ist allerdings nicht nachgewiesen.


Vorkommen


Arginin kommt in zahlreichen Nahrungsmitteln vor. Besonders reichhaltig vertreten ist die Aminosäure in
  • Kürbiskernen
  • Pinienkernen
  • Walnüssen
  • Erdnüssen und
  • getrockneten Erbsen.
Weitere argininhaltige Lebensmittel sind
  • ungeschälter Reis
  • Buchweizenkörner
  • Hähnchenbrustfilet
  • Schweinefleisch
  • Eier
  • Lachs
  • Mais-Vollkornmehl
  • Weizen-Vollkornmehl und
  • Milch.
Allerdings enthalten diese Nahrungsmittel praktisch nur chemisch gebundenes und kein freies Arginin.

Medizinischer Gebrauch

Arginin lässt sich auch zu medizinischen Zwecken einsetzen. So kommt die Aminosäure zur Therapie von schwerwiegenden metabolischen Alkalosen zur Anwendung. In der Kinderheilkunde setzt man sie ein, um einen zu hohen angeborenen Ammoniakgehaltim Blut zu behandeln.
Des Weiteren lässt sich Arginin zur Diagnose von Wachstumshormonmangel im Falle von Minderwuchs verwenden. Da Arginin zudem ein wichtiger Bestandteil der künstlichen Ernährung ist, benutzt man die Aminosäure für Elektrolytkonzentrate und perorale Diätetika.
Zur Anwendung kommt Arginin auch als Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke. So ist die Aminosäure in Mitteln gegen
  • Bluthochdruck
  • Arteriosklerose
  • Erektionsstörungen und
  • endothelialen Dysfunktionen

enthalten.


Scharfe Chilis gegen Bluthochdruck?




Scharfe Chilis gegen Bluthochdruck



(Quelle: Wiki)


Können Inhaltsstoffe des Chilis dazu beitragen, den Blutdruck nachhaltig zu senken? Die Ernährung hat zweifelsfrei einen Einfluss auf den Blutdruck. Wer Kolorienreich isst, sich wenig bewegt, riskiert langfristig einen Bluthochdruck. Umgekehrt kann eine Obst- und Gemüsereiche Kost dazu beitragen, den Blutdruck in Schach zu halten. Doch kann eine gezielte Ernährung den Blutdruck auch senken? Chinesische Forscher sagen Ja. Sie haben erstaunliche Effekte beobachtet.



Kann Bluthochdruck mit scharfen Chili gesenkt werden? 


Dieser Frage sind chinesische Wissenschaftler nachgegangen. Zhiming Zhou von der Third Military Medical University im chinesischen Chongqing hat den Einfluss des in Chilis vorhandenen Schärfestoffes Capsaicin auf die Blutgefäße untersucht und die Ergebnisse seiner siebenmonatigen Studie in der Fachzeitschrift „Cell Metabolism“ veröffentlicht.

Zhu beschreibt in dem Artikel einerseits den molekularen Prozess der zur Senkung des Blutdrucks führt und stellt zudem die Ergebnisse seiner siebenmonatigen Langzeitstudie vor, die den Zusammenhang zwischen Chiliverzehr und Blutdruck empirisch untersucht. 

Daraus geht hervor, dass Capsaicin in den Versuchen an Laborratten mit chronischen hohem Blutdruck eindeutig zu einer Senkung des Blutdrucks beigetragen hat. Das dem Futter beigemischte Capsaicin hat einen erhöhten Stickstoffmonoxid Ausstoß im Stoffwechsel der Ratten zur Folge, wodurch sich die Wände der Blutgefäße entspannen, diese sich weiten und der Blutdruck sinkt.

Wirkung beim Menschen noch unklar


Ob sich die Ergebnisse ohne weiteres auf den Menschen übertragen lassen, gilt es für Zhu nun in anschließenden Studien zu untersuchen. Er geht jedoch von einem ebenso eindeutigen Ergebnis aus. Einen Anhaltspunkt liefert ihm heute bereits die unterschiedlichen Verteilung der Bevölkerung mit zu hohem Blutdruck in China. So leiden im Südwesten Chinas wo deutlich mehr Chili verzehrt wird als im Nordosten nur 10 – 14 Prozent der Bevölkerung an zu hohem Blutdruck gegenüber 20 Prozent im Nordosten.

Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, können Menschen die an zu hohem Blutdruck leiden in Zukunft evt. auf teure blutdrucksenkende Medikamente verzichten und stattdessen eine gute Portion Chili zu sich nehmen. Wem die herkömmlichen Chilis dabei zu scharf sind, der hat auch die Option auf eine mildere Variante auszuweichen die zwar kein Capsaicin enthält, aber einen Wirkstoff dem die Wissenschaftler um Zhu eine ähnliche Blutdruck senkende Wirkung zusprechen.

In Deutschland leiden derzeit fast 25% der Bevölkerung an Bluthochdruck (Hypertonie), der z. B. durch die Beeinträchtigungen des Herz-Kreislauf-Systems, durch hormonelle Probleme, Stoffwechselkrankheiten oder durch Nierenschäden hervorgerufen werden kann. Aber auch eine falsche Ernährung, Bewegungsmangel und Stress können Ursache für einen zu hohen Blutdruck sein. Damit einher geht ein erhöhtes Risiko von koronaren Herzkrankheiten, Nierenversagen oder Herzinfarkten. Daher sollte Hypertonie auf jeden Fall ärztlich behandelt und regelmäßig kontrolliert werden.

Wenn sich die Ergebnisse der Third Military Medical University Studie in den folgenden Test am Menschen bestätigen, so bietet ein erhöhter Chili-Konsum erkrankten Personen eine gute Option, abseits der konventionellen Schulmedizin gegen den zu hohen Blutdruck vorzugehen.


Abnehmen mit Chilis


Eine weitere Studie von US-Forschern, die ihre Ergebnisse im Wissenschaftsmagazin „Physiologe & Behavior“ veröffentlichten, zeigte, dass Chili (Capsicum) eine gute Unterstützung beim Verlieren von Körperfunden darstellt. Zum einen erhöht der regelmäßige Chili-Konsum den täglichen Kalorienverbrauch und zum anderen zügelt das scharfe Gewürz den Appetit auf Süßigkeiten und salzige Speisen. Diese Eigenschaften können sich ebenfalls positiv auf den Blutdruck auswirken. (fp)

Sonntag, 10. Juli 2016

Chronischem Erschöpfungssyndrom: biologische Indikatoren

Veränderungen in der Darmflora von CFS-Patienten entdeckt


Hoffnung für Menschen mit Chronischem Erschöpfungssyndrom: Mediziner haben weitere biologische Indikatoren für die rätselhafte Krankheit gefunden. In der Darmflora von CFS-Patienten entdeckten sie auffällige Veränderungen, gemeinsam mit anormal erhöhten Entzündungswerten im Blut. Das könnte künftig die Diagnose erleichtern und vielleicht sogar wertvolle Hinweise für die Ursachenforschung liefern.Das Chronische Erschöpfungssyndrom (CFS) ist mehr als nur Schlappheit: Patienten mit dieser Erkrankung leiden an immer wiederkehrender enormer Erschöpfung, Muskelschmerzen und Schlafstörungen. Oft sind ihre Symptome unspezifisch und ohne erkennbare Ursache – nach wie vor hält sich deshalb das Vorurteil, das Leiden sei rein psychologisch bedingt oder gar pure Einbildung.


(Quelle: Wiki)


Doch in letzter Zeit finden Forscher immer mehr Hinweise auf klare biologische Gründe für die Erkrankung. So entdeckten sie charakteristische Anomalien im Gehirn von CFS-Patienten und fanden jüngst auch eindeutige Veränderungen im Immunsystem der Betroffenen. Nun haben Wissenschaftler um Ludovic Giloteaux von der Cornell University weitere körperliche Marker ausgemacht: in der Darmflora der Patienten.

Verarmte Darmflora


Für ihre Studie analysierten und verglichen die Forscher Stuhl- und Blutproben von 48 CFS-Patienten sowie 39 gesunden Kontrollpersonen. Dafür sequenzierten sie bestimmte Regionen mikrobieller DNA, um die im Darm vorkommenden Bakterien zu identifizieren, und maßen zudem die Konzentration von fünf verschiedenen Entzündungsmarkern im Blut der Probanden.


Dabei fanden sie tatsächlich auffallende Veränderungen: Patienten, die unter dem Chronischen Erschöpfungssyndrom litten, hatten im Vergleich zu den gesunden Testpersonen eine deutlich verarmte Darmflora. In ihrem Mikrobiom tummelten sich viel weniger Arten – vor allem weniger von solchen, die als entzündungshemmend gelten. 

Diese Auffälligkeit kennen Mediziner auch bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn.

Im Blut der Patienten spürten die Forscher zudem erhöhte Werte für alle getesteten Entzündungsmarker auf, darunter das Lipopolysaccharid-bindende-Protein, ein an der Immunantwort gegen bestimmte Bakterien beteiligtes Enzym. Für die Forscher ist diese Beobachtung ein Hinweis darauf, dass bei den Patienten womöglich Bakterien durch eine undichte Darmschleimhaut ins Blut gelangen und dort eine Immunreaktion auslösen.


Ursache oder Folge?


Die neu entdeckten Auffälligkeiten könnten in Zukunft bei der Diagnose der rätselhaften Krankheit helfen, so die Wissenschaftler. Speisten sie die körperlichen Marker in ein Softwareprogramm ein, konnte dieses anhand von Blut- und Stuhlproben CFS-Patienten immerhin mit einer Trefferquote von knapp 83 Prozent erkennen.

Von der Diagnose zur Ursachenerkennung ist es jedoch noch ein weiter Weg: "Unsere Ergebnisse zeigen zwar, dass die Darmflora bei CFS gestört ist und widerlegen damit erneut die lächerliche These einer psychologischen Ursache der Erkrankung", sagt das Team.

Es sei aber unklar, ob das veränderte Mikrobiom eine Ursache der Krankheit sei oder lediglich eine Folge des Leidens.

Nichtsdestotrotz hegen Giloteaux und seine Kollegen die Hoffnung, dass eine Behandlung der aus dem Gleichgewicht geratenen Darmflora den Betroffenen helfen könnte: "Ernährungsumstellungen oder die Gabe von Probiotika könnten die Therapie womöglich unterstützen", schließen sie. (Microbiome, 2016; doi: 10.1186/s40168-016-0171-4)

Samstag, 2. Juli 2016

Lecithin - Powerstoff für die Zellen

Lecithin - Powerstoff für die Zellen




(Quelle: Wiki)



Noch vor Jahren galt Lecithin als Nervenstärker. Heute weiß man, dass der Vitalstoff für zahlreiche Körperfunktionen notwendig ist und Krankheiten vorbeugen kann.

Lecithin gilt jetzt als Multitalent unter den lebenswichtigen Vitalstoffen. Es enthält die Stoffgruppe der Phospholipide, aus denen im Körper ungesättigte Fettsäuren, Glycerin, Phosphorsäure und Cholin freigesetzt werden. 

Lecithin stellt den mengenmäßig größten Phospholipid-Anteil 
  • der Zellmembranen und ist außerdem 
  • Bestandteil von Gehirn- und Nervenzellen, 
  • der Schleimschicht des Darms und
  • der Lunge. 
Phospholipide sind außerdem am 
  • Stoffwechsel, der Energieversorgung und 
  • an der Atmung der Zellen beteiligt und 
  • sind unabdingbar für den Cholesterinstoffwechsel.


Als Baustein der Nervenzellmembranen im Gehirn nimmt Lecithin unmittelbar Einfluss auf die Funktionstüchtigkeit der grauen Zellen. Steht der Nervenzelle zu wenig Lecithin zur Verfügung, kann es zum Nachlassen der kognitiven Leistungsfähigkeit, der Reaktionsgeschwindigkeit und des Erinnerungsvermögens kommen. Eine ausreichende Lecithin-Versorgung zahlt sich laut zahlreicher Studien der letzten Jahre jedoch nicht nur für die grauen Zellen aus. 


Weitere positive Effekte konnten im Zusammenhang mit 

  • der Leber- und Gallenfunktion, 
  • der Darmgesundheit, 
  • der Fettverdauung, 
  • Muskelkraft und Kraftausdauer und 
  • der Schwangerschaft beobachtet werden.

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Studien belegen die Wirksamkeit des Lecithins


Wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass Lecithin den Transport von Cholesterin durch die Blutgefäße ermöglicht. Dadurch entfernt Lecithin überschüssiges Cholesterin aus dem Blutkreislauf und senkt somit letztendlich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 

Auch der positive Effekt auf Lebererkrankungen, wie alkoholischer Fettleber und Hepatitis, gilt als gesichert, ebenso die unterstützende Wirkung bei der Behandlung von Colitis ulcerosa, einer chronischen Dickdarmentzündung.

Mindestens bei einem Teil von Patienten, die an erkrankt sind, kann Lecithin außerdem die Signalübertragung zwischen den Gehirnzellen verbessern. Wissenschaftler vermuten, dass Lecithin auf diese Weise den Ausbruch der degenerativen Erkrankung verzögern kann. 
Sportler profitieren von Lecithin in erster Linie aufgrund seiner Funktion als Energiespender für die Muskulatur. Sie arbeitet effektiver und braucht weniger Zeit, um nach dem Training zu regenerieren.


Nahrungsergänzung kann sinnvoll sein


Normalerweise wird Lecithin mit der Nahrung ausreichend aufgenommen. So steckt der Vitalstoff etwa in tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln wie Eiern, Hülsenfrüchten, Nüssen, Hefe, Fisch und Weizenkeimen. 
Bei starker körperlicher oder geistiger Belastung, wie z. B. in stressigen Phasen, beim Sport oder in der Schwangerschaft, kann der Vitalstoff dem Körper zusätzlich in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt werden. Das in Pillen, Pulvern und Ampullen eingesetzte Lecithin ist pflanzlichen Ursprungs und wird aus der Soja-Bohne gewonnen. Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Durchfall sind bisher nur bei viel zu hoher Dosierung beobachtet worden.





Quellen: Nach Informationen der Josefee Apotheke Loeben