Mittwoch, 23. August 2017

Heilmittel aus der Natur: Ein Zuckerkettenmolekül aus Braunlagen könnte gegen Arthritis wirken.



Algenzucker gegen Arthritis?


Polysaccharid aus Braunalgen könnte Knorpelabbau in den Gelenken stoppen




(Quelle: Wicki)


Heilmittel aus der Natur: Ein Zuckermolekül aus Braunlagen könnte gegen Arthritis wirken. Das chemisch modifizierte Algenprodukt wirkt in Zellkulturen entzündungshemmend und unterdrückt die Immunreaktion gegen Knorpelzellen, wie eine Studie zeigt. Sollte sich diese Wirkung in Tierversuchen und klinischen Studien bestätigen, könnte das Algenmittel den Abbau des Gelenkknorpels bei Arthritis stoppen oder zumindest verlangsamen.


Bis zu 90 Prozent aller über 65-Jährigen leiden unter einer Arthritis – einer entzündlichen Gelenkerkrankung, die zum Knorpelabbau in den Gelenken führt. Fehlt die schützende Knorpelschicht, stoßen die Knochen direkt aufeinander und dies verursacht heftige Schmerzen. Doch bisher gilt die Arthritis als unheilbar. Gängige Behandlungsmethoden wie Entzündungshemmer und Schmerzmittel bekämpfen in erster Linie die Symptome. Als letzter Ausweg hilft dann oft nur noch eine Operation, bei der das betroffene Gelenk durch ein künstliches ersetzt wird.

Algenzucker mit Sulfatanhängen


Doch jetzt gibt es vielleicht Hoffnung auf eine wirksame Therapie. Marcy Zenobi-Wong von der ETH Zürich und ihre Kollegen haben eine Natursubstanz entdeckt, die den Knorpelabbau in den Gelenken stoppen könnte. Dabei handelt es sich um ein aus den Stielen des Palmentangs (Laminaria hyperborea) gewonnene Polysaccharid. Dieses Alginat ähnelt von Natur aus bestimmten extrazellulären Biomolekülen aus Knorpelgewebe. 

Von einigen Biopolymeren ist bekannt, dass sie entzündungshemmend wirken können und auch dem oxidativen Stress in Zellen entgegenwirken. Die Idee der Forscher: Vielleicht könnte diese Substanz im Gelenk ähnlich wirken. Um das testen, setzten sie Zellkulturen von Knorpelzellen entweder Alginat zu oder eine chemische modifizierte Variante, bei der sie zusätzliches Sulfat ins Molekülgerüst des Zuckers eingebaut hatten.

Wirkt gegen Entzündungen und Zellstress


Das Ergebnis: Das modifizierte Alginat wirkte tatsächlich entzündungshemmend und antioxidativ. Je mehr Sulfatgruppen an das Alginatmolekül angehängt waren, desto potenter war diese Schutzwirkung des Algenprodukts, wie die Forscher berichten. Sowohl in menschlichen Knorpelzellen, als auch in Makrophagen hemmte das Alginatsulfat die Aktivität von Genen, die eine Entzündungsreaktion auslösen. 

"Die sulfatierten Alginate schützen demnach in vitro effektiv gegen Entzündungen und oxidativen Stress", so Zenobi-Wong und ihre Kollegen. "Sie sind damit ein vielversprechendes Biomaterial für die Behandlung der Osteoarthritis." Das Algenmittel könnte damit vielleicht den Abbau der Gelenkknorpel bei Arthritis verlangsamen, vielleicht sogar stoppen.

Nächster Schritt: Tierversuche


Allerdings: Bisher haben die Forscher diese Wirkung der Alginatsulfate nur im Labor mit Zellkulturen untersucht. Ob das Mittel auch beim Menschen hilft, ist daher noch offen. Als nächstes wollen Zenobi-Wong und ihre Kollegen die Substanzen im Tierversuch testen. Ist auch dies erfolgreich, könnten anschließend klinische Studien mit Testpersonen folgen. 

Sollte sich die positive Wirkung des Alginats auch beim Menschen bestätigen, könnte damit endlich ein wirksames Mittel gegen den Knorpelabbau gefunden sein. Doch bis dies geklärt ist, werden noch einige Jahre vergehen, wie die Forscher betonen. (Biomaterials Science, 2017; doi: 10.1039/c7bm00341b)

Donnerstag, 17. August 2017

Artemisia annua als Heilpflanze

Artemisia annua als Heilpflanze 



Leiden Sie an einer chronischen Krankheit? Möchten Sie wissen, wie Sie sich im Fall einer Infektion wirksam heilen können? Oder wollen Sie Ihr Immunsystem stärken, um resistenter gegen Krankheiten und schädliche Umwelteinflüsse zu werden?
Die Antwort darauf sind keine Antibiotika oder sonstige chemische Produkte der Pharmaindustrie, sondern einfach - eine Pflanze. 
Nicht irgendeine Pflanze, sondern die Heilpflanze Artemisia annua. Klingt zu schön, um wahr zu sein, denken Sie? Doch tatsächlich ist der Einjährige Beifuß, wie die Artemisia annua hierzulande heißt, eine wahre Wunderpflanze, die eine wahre Wunderwirkung für den menschlichen Körper entfaltet.

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Starke Inhaltsstoffe

Dank ihres hohen Gehalts vieler wichtiger Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente bietet die Artemisia annua Ihnen die Möglichkeit, Ihren ganzen Organismus zu stärken, die Funktionen Ihrer Organe zu fördern und Ihr Immunsystem anzukurbeln. Der kaum vergleichbar hohe Wert an Antioxidantien schützt Sie zudem wie ein innerer Schutzschild gegen die schädlichen Einflüsse unserer modernen Welt.

Effektiv gegen viele Krankheiten

Schon seit Jahrtausenden ist bekannt, dass der Einjährige Beifuß ein hochwirksames Heilmittel gegen eine Vielzahl von Krankheiten darstellt. Hierunter befinden sich sowohl 
  • chronische Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Rheuma als auch 
  • Infektionen durch Viren, Bakterien, Pilze, Würmer und Einzeller wie zum Beispiel Malaria, AIDS, E.coli, Bandwürmer, Grippe und Krankenhauskeime. 
  • Sogar bei Entwöhnungskuren kann die Artemisia annua Ihnen helfen.

Der Einjährige Beifuß (Artemisia annua) hat im Westen in den 1970-er-Jahren vor allem durch seine spektakuläre Wirkung bei Malaria Aufmerksamkeit erlangt. Doch diese Heilpflanze kann weit mehr: 
In China wird sie bereits seit Hunderten von Jahren erfolgreich gegen Parasiten, Bakterien, Viren und Pilze sowie zur Stabilisierung des Immunsystems eingesetzt. Neueste Studien weisen nun darauf hin, dass Artemisia annua sogar bei Diabetes und Krebs erfolgversprechende Wirkung zeigt.
 Artemisia annua, ein Verwandter unseres gewöhnlichen Beifußes (Artemisia vulgaris), hat seine steile Karriere vor allem der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zu verdanken – und zwar als Anti-Malaria-Pflanze.
So suchte China im Vietnamkrieg fieberhaft nach einem Mittel gegen jene Infektionskrankheit, die Tausende von Vietkong-Soldaten dahinraffte. Mehr als 500 Wissenschaftler wurden damals für dieses militärische Geheimprojekt freigestellt.
1969 fand die Professorin Youyou Tu schließlich in alten Schriften aus dem dritten Jahrhundert einen Hinweis auf „Quing Hao“ – so heißt Artemisia annua auf Chinesisch: Ein wundersames Kraut, welches angeblich das Wachstum der Malaria-Parasiten ausbremsen sollte. Youyou Tu testete damals das beschriebene Extrakt an malariakranken Mäusen und stellte fest: Die Erreger der Malaria wurden zu hundert Prozent getötet!
Für die Entdeckung des Artemisinins wurde Youyou Tu 2015 mit dem Medizin-Nobelpreis geehrt. Mittlerweile gilt das Kombinationspräparat auf Artemisinin-Basis weltweit als das Anti-Malaria-Medikament und hat Millionen von Menschen das Leben gerettet.

Ausgewählte Studien zu Artemisia annua (hauptsächlich englisch)



5 Tipps zum Abnehmen mit der Acai-Beere

5 Tipps zum Abnehmen
mit der Acai-Beere


Samba, Sonne, Schönheitsköniginnen – vielerorts gelten Brasilianer als Vorreiter in Sachen sexy Kurven. Wie schaffen die Südamerikaner das? Sie setzen unter anderem auf exotische Diäten. Während in Europa zum Beispiel die so genannte „Acai-Beere“ kaum jemandem bekannt ist, nutzen viele Brasileros sie seit Jahrzehnten für scharfen Kurven.
Nach Brasilien setzen nun auch die USA auf die exotische Wunderfrucht: die Acai-Beere. In Deutschland gilt das Obst noch als Geheimtipp, während brasilianische Schönheiten seit Jahrzehnten auf Diäten mit den runden Früchtchen schwören. EATSMARTER hat sich auf die Fährte der Acai-Beere begeben und festgestellt: Die Früchtchen verlocken zum Abnehm-Test, sind aber kaum in Deutschland zu finden.

1. Woher kommt die Acai-Beere?

Die Acai-Beere ist in Deutschland bekannt als Kohlpalmen-Beere. Die südamerikanische Palmenart wird vor allem in Brasilien angebaut. Die Brasileros nutzen nicht nur die Beeren, sondern auch die Palmherzen als Nahrungsmittel. In Südamerika heißt die Palme übrigens „açaizeiro“, die Frucht „açaí“ – daher stammt der exotische Name.


2. Wie sieht eine Acai-Beere aus?

Die leckeren Steinfrüchte sind rund und haben einen Durchmesser von etwa einem bis zu zwei Zentimetern – sie sind damit etwas kleiner als eine Kirsche. Die Beeren glänzen purpur-schwarz oder grün, innen verstecken sie kugelige Samen.


3. Wieso hilft die Beere beim Abnehmen?


Die Acai-Beere lässt Experten zufolge die Kilos in kurzer Zeit purzeln, weil sie den Hunger mindert und so hervorragend Fettpölsterchen verbrennen. Allerdings sind das nicht die einzigen Vorteile der Frucht: Sie soll zusätzlich dabei helfen, Giftstoffe aus dem Körper auszuschwemmen und sorgt dadurch für ein vitaleres Leben.  
Die Acai-Beere kurbelt den Stoffwechsel an und trägt durch ihre Inhaltsstoffe zum Wohlbefinden bei. Dadurch soll man sich energiegeladener fühlen und damit einen wachsenden Drang zu Bewegung und Aktivität entwickeln. Dieser anregende Effekt sowie appetithemmende Inhaltsstoffe der Acai-Beere lassen angeblich die Kilos purzeln.
Verfechter der Acai-Diät gehen sogar so weit zu sagen, dass die Beere die Frucht mit der besten antioxitativen Wirkung aller Obst- und Gemüsesorten ist. Zudem enthält sie ungesättigte Omega-Fettsäuren, die sich positiv auf ein reines Hautbild und das Gefäßsystem auswirken.

Im Rahmen eines Diätplanes können verschiedene Gerichte mit der Acai-Beere eine schmackhafte Erweiterung des alltäglichen Speisezettels sein. In diesem Zusammenhang sind Rezepte existent, die eine Grundlage für die Zubereitung von Müsli, Quarkspeisen und Smoothies sind.

4. Wie viel nimmt man mit der Acai-Beere ab?


In manchen Foren ist die Rede davon, dass mit Hilfe der Acai-Diät innerhalb von zwei Wochen sechs Kilogramm gepurzelt sind. Wie bei jeder Diätform ist der Gewichtsverlust allerdings davon abhängig, wie konsequent man die Diät umsetzt und wie der eigene Körper darauf reagiert.

5. Woher bekomme ich die Acai-Beeren?

Leider sind die Früchtchen in Deutschland ziemlich teuer - sie müssen extra importiert werden. Günstige Angebote finden sich kaum oder nur in minderer Qualität. Daher wird oft auf Acai-Pulver  zurückgegriffen, welches sich hervorragend in Smoothies und Früchtebreis verarbeiten lässt.


Mittwoch, 2. August 2017

Geißraute: Appetitzügler

Geißraute: Appetitzügler "Herba Galegae" hilft beim Abnehmen

Gegen Übergewicht ist ein wirksames Kraut gewachsen: Herba Galegae, die Geißraute. Herba Galegae wächst natürlich als 50-90 Zentimeter hohe Staude auf feuchten Wiesen in Südeuropa und in Vorderasien.
Aufgrund der vielen positiven Wirkungen der Geißraute wird es heutzutage aber auch zunehmend für medizinische Zwecke angebaut.
Das Kraut der Geißraute enthält als Hauptwirkstoff das Galegin, wie auch der lateinische Name Galegae schon bezeichnet. Galegin ist das erste Glukokinin, das aus einer Pflanze isoliert werden konnte.
Es hat einen Insulin sparenden Effekt und bewirkt über den Nervus Vagus eine anhaltende Blutzuckersenkung sowie eine Verminderung der Harnzuckerausscheidung. Ein hoher Insulinspiegel verhindert den Abbau von Fettreserven, begünstigt den Aufbau von neuem und steigert so den Appetit. Genau diesem Problem wirkt das Galegin entgegen.


(Quelle: Wiki)

Geißraute: Galegin dämpft spürbar den Appetit


Die Bitterstoffe in der Heilpflanze Herba Galegae dämpfen zusätzlich auf natürliche Weise das Hungergefühl und aktivieren darüber hinaus den Stoffwechsel und die Verdauung. Geißraute erhalten Sie in Apotheken als Teekraut zur Zubereitung eines Teeaufgusses.
Nehmen Sie pro Tasse 1 gehäuften Teelöffel Geißrautenkraut und übergießen es mit heißem Wasser. Etwa 5 Minuten ziehen lassen und in kleinen Schlucken trinken.
Ärzte empfehlen, die erste Tasse bereits morgens vor dem Frühstück zu trinken, danach jeweils eine Tasse vor den Mahlzeiten.
Den Geißrautentee gibt es in Apotheken auch in Kapselform. Die Kapseln sind zwar bequem für unterwegs oder im Büro, aber leider viel zu teuer!


Herba Galegae: Der besondere Schlankheits-Tee

Wenn Sie ohnehin gerne Tee trinken, dann bereiten Sie sich doch einen wohlschmeckenden Kräutertee zu: Mischen Sie einfach Ihren Lieblingstee, vielleicht Rooibos-Vanille, mit der entsprechenden Menge Geißrautenkraut und trinken Sie diesen Tee über den Tag verteilt.
Aufgrund seiner Blutzucker senkenden Wirkung dämpft der Tee wirksam Heißhungergefühle, besonders auf süße Naschereien. Mit Rooibos-Vanille gemixt ergibt sich sogar ein super-leckerer Appetitzügler. Probieren lohnt sich.
Falls Sie an weiteren Tipps von mir zum Abnehmen interessiert sind, finden Sie unterhalb des Artikels auch einer meiner Bücher zu diesem Thema.
Viel Erfolg beim Anwenden von Herba Galegae / Greißraute zum Abnehmen!

Mittwoch, 12. Juli 2017

Unsere Vorfahren assen zehn Mal mehr Vitamine

Normalkost reicht schon lange nicht mehr


In den 30er-Jahren hat der Zahnarzt Weston A. Price die Welt bereist und die Zähne und die Ernährung «primitiver» Völker untersucht. Ob im Lötschental, bei den Eskimos oder auf den Philippinen, das Ergebnis war immer dasselbe: Karies und andere degenerative Krankheiten waren praktisch ungekannt. Die Ernährung enthielt mindestens viermal mehr Mineralien und wasserlösliche Vitamine und mindestens zehnmal mehr fettlösliche Vitamine aus Tierfetten (Vitamin A, Vitamin D), verglichen mit der Ernährung der Stadtbevölkerung in den USA. Inzwischen ist der Konsum von Zucker und Teigwaren weiter gestiegen, der Mineral- und Vitamingehalt von Früchten und Gemüse ist um 30 bis 50 Prozent gesunken (hier), doch der Bedarf ist wegen Stress und Umwelteinflüssen grösser geworden.
Jetzt die gute Nachricht: Heute kennen wir fast alle wichtigen Vitalstoffe, wir können die Defizite messen und mit einer reichen Palette von Ersatzstoffen ausgleichen. Dr. Wolfgang J. Fassnacht hat als langjähriger Kurarzt in Oberstaufen die Erfahrung gemacht, dass  Medikamente zwar oft schnelle Erleichterung bei den Symptomen bringen, eine nachhaltige Verbesserung aber meist nur mit Zusätzen und mit Diätänderung zu erreichen ist. «Wenn dann der Patient noch mehr Lust auf Bewegung hat und den Stress besser wegsteckt, habe ich einen Patienten weniger.»

Unterversorgt sind vorallem Veganer

Die grössten Defizite sieht Fassnacht beim Magnesium und bei den Vitaminen D, B12 und C. Manchmal bringt auch Lithium den nötigen Kick. Unterversorgt seien vorallem Veganer, Patienten nach Magenoperation und Frauen mit Monatsblutungen sowie schwangere Frauen. Auch Stress, Alkohol und Medikamente sind Nährstoffräuber. Doch Dr. Fassnacht will niemandem ein Bluttuning und teure Zusatzstoffe verkaufen. In Leber etwa sei fast alles drin, es müsse allerdings Bio sein. Knochensud, Randen, Zuckerrohrmelasse, Kräuter und Gewürze seien ebenfalls gute Quellen von Mineralstoffe und Vitaminen.
Wer Zusatzstoffe in Eigenregie nimmt, sollte das kleine Einmaleins der Zellbiologie verstehen: Zunächst: Wir wissen längst noch nicht alles. Deshalb gilt es, nichts zu verpassen und möglichst viele Gemüse und Früchte zu essen, möglichst Bio, in allen Farben und möglichst regional und saisonal von wegen Biorhythmus.

Die ideale Kombination

Aber wir kennen Dutzende Stoffe, mit denen die Zelle Fett und Zucker in Energie umwandelt. Zwischen ihnen bestehen Hunderte von Wechselbeziehungen. Also braucht es immer eine Kombination. Zunächst empfehlen sich die Stoffe, von denen wir erstens fast immer zu wenig haben und die man zweitens kaum überdosieren kann. Dazu gehören Magnesium, Kalzium, Mangan, Zink, Biotin, und die B-Vitamine (alle Arten) C und D. Diese sollten in jedem Multipräparat enthalten sein. Magnesium und Vitamin C sind aber meist viel zu niedrig dosiert. Da sollte man nachhelfen. Durchfall zeigt an, wenn wir zu hoch dosiert haben. Wichtig sind auch Omega-3-Fette, die man jedoch separat (etwa als Lebertran) zu sich nehmen soll.
Ist man damit ausreichend versorgt, steigt die Chance, dass unser Körper genügend Arginin, Kreatin, Carnitin, CoEnzym Q 10 und Alpha-Liponsäure herstellen kann. Auch diese Stoffe werden von den Zellen dringend gebraucht. Zur Sicherheit, bzw. bei ungenügender Leistungsfähigkeit, sollte man auch diese Stoffe extra zuführen.

Sushi gegen Jodmangel

Dann gibt es zwei wichtige Stoffe, von denen man auch zu viel haben kann, und die deshalb in den meisten Multipräparaten nicht oder nur in geringen Mengen vorkommen: Eisen und Jod. Frauen vor den Wechseljahren haben eher zu wenig Jod, Männer tendenziell zu viel. Wer nicht schwitzen kann oder leicht friert und eher eine zu tiefe Körpertemperatur aufweist, leidet vermutlich unter einem Jodmangel und sollte es erst einmal mit Meeresfrüchten und Sushi (Algen) versuchen. Haarausfall, spröde Nägel, trockene Haut und eine bleiche Zunge deuten auf einen Eisenmangel hin. Eine einfache Blutanalyse zeigt, ob dies der Fall ist.
Bei den standardmässigen Labor-Tests wird Ferritin (Eisen) fast immer gemessen. Dabei wird meist ein Referenzwert von 30 und 200 Mikrogramm pro Liter angegeben. Ein Wert von 35 würde also durchgehen. Dr. John van Limburg von der Seegarten-Klinik sieht das anders: «Wenn ich – vor allem bei Patientinnen – Werte unter 50 messe, freue ich mich, denn in solchen Fälle erreiche ich oft mit einfachen Eiseninfusionen spektakuläre Erfolge.» Auch beim Vitamin D sei der untere erlaubte Wert mit 50 Mol viel zu tief angesetzt.
Wichtig sind bei den Blut-Analysen auch die Entzündungswerte. Sie geben Hinweise darauf, ob das Problem vielleicht im Darm liegt. Die beste Nährstoffzufuhr nützt nämlich nichts, wenn ein entzündeter Darm sie nicht aufnehmen kann. In diesem Fall helfen Probiotika, Chia- oder Leinsamen. Halten Blähungen, Durchfall oder Verstopfung an, muss die Sache gründlicher angegangen werden

Freitag, 19. Mai 2017

Intervall-Fasten


Gesund abnehmen mit Intervall-Fasten





Beim Fasten verzichtet man für eine bestimmte Zeit vollständig oder teilweise auf bestimmte Speisen, Getränke und Genussmittel. Traditionelles Heilfasten und Intervall-Fasten können dabei helfen, gesund abzunehmen und das Körpergewicht zu halten. Beim Fasten schüttet der Körper Stoffe aus, die Entzündungen dämpfen können. Allerdings löst der totale Verzicht auf Nahrung Stress aus: Der Körper reduziert den Energieverbrauch und baut Eiweiß in den Muskeln ab.


Intervall-Fasten kann vor Diabetes schützen


Beim Intervall-Fasten kann man zwischen täglichen Essenspausen oder ganzen Fastentagen wählen - zum Beispiel 16 Stunden während der Nacht pausieren, eine Mahlzeit am Tag ausfallen lassen oder fünf Tage in der Woche normal essen und zwei Tage nichts. Dadurch lernt der Stoffwechsel, von seinen Reserven zu leben, und der Muskelabbau wird verhindert. In der restlichen Zeit isst man in Maßen, worauf man Lust hat. Trinken darf man auch während des Fastens - aber nur kalorienfreie Getränke (Wasser, ungesüßter Tee oder maßvoll schwarzen Kaffee). Studien haben gezeigt, dass Intervall-Fasten beim Abnehmen hilft und auch vor Diabetes (Typ 2) schützen kann und möglicherweise sogar bei Krebstherapien unterstützend wirkt.


So funktioniert Intervall-Fasten


Schon seit Urzeiten ist der menschliche Stoffwechsel auf Fastenzeiten gepolt. In Zeiten des Überflusses schlemmten unsere Vorfahren ungehemmt, in Zeiten des Mangels blieb der Magen dafür einige Stunden oder Tage leer. Der menschliche Körper übersteht längere Hungerperioden, indem er in verschiedenen Organen und Geweben Energiereserven speichert und bei Bedarf wieder mobilisiert.
Beim Intervall-Fasten kommt es zu heilsamen biochemischen Veränderungen im Körper, etwa zu einem verbesserten Zucker- und Fettstoffwechsel. Der Stoffwechsel wird nicht gedrosselt, die Muskelmasse nicht abgebaut. Dadurch wird der gefürchtete Jo-Jo-Effekt vermieden.

Vorsicht bei Vorerkrankungen


Intervall-Fasten ist nicht geeignet bei:
  • niedrigem Blutdruck
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • verschiedenen Stoffwechselerkrankungen
  • Krebserkrankungen
  • Essstörungen wie Anorexie oder Bulimie
  • Untergewicht
  • hohem Lebensalter
  • vielen chronischen Krankheiten - den Arzt fragen

Fasten nach der 5:2-Methode


Die bekannteste Form des Intervall-Fastens ist die 5:2-Diät: An fünf Tagen in der Woche darf man wie gewohnt essen, ohne Kalorien zu zählen. An zwei Tagen wird die Nahrungszufuhr bei Frauen auf 500, bei Männern auf 600 Kalorien reduziert. Dazu gilt es, viel Wasser und ungesüßten Tee zu trinken. Kohlenhydrate wie Brot, Nudeln, Kartoffeln und Zucker sind an den Fastentagen tabu. So lernt der Körper, von seinen Reserven zu leben.


Rezepte für das 5:2-Fasten


Gemüsebrühe

Gemüsereste gründlich waschen und mit Wasser aufgießen, ein Lorbeerblatt hinzugeben. 45 Minuten köcheln, dann durch ein Sieb abgießen. Über einen Fastentag verteilt kann man davon beliebig viel trinken.

Frühstück (168 kcal)

Paprika würfeln und ohne Fett in eine beschichtete Pfanne geben. Ein Ei mit etwas Mineralwasser aufschlagen und hinzugeben. Kurz stocken lassen, mit Schnittlauch bestreuen und pfeffern. Mit einer Scheibe Knäckebrot servieren.


Gebackener Spargel mit Salat (100 kcal)

Spargel schälen und holzige Enden abschneiden, mit Pfeffer und Muskat würzen. Auf die Spitzen einige Tropfen Öl geben. Spargel in Backpapier gewickelt in den Ofen geben. Nach dem Backen mit jungem Spinat, Feldsalat und Radieschen servieren. Für das Dressing ein wenig Leinsamenöl mit Essig und Zitronensaft verrühren, mit Muskatblüte, Salz und Pfeffer abschmecken, damit den Salat  beträufeln. Wer 50 Gramm Putenbrust oder Vorderschinken dazu serviert, muss 61 kcal hinzurechnen.


Abendessen (228 kcal)

Körnigen Frischkäse mit Leinsamenöl, Bärlauch, Kurkumawurzel, Salz und Pfeffer würzen. Grüne Gurken ohne Fett in der Pfanne grillen, dazu ein paar Leinsamen anrösten. Für den Erdbeeren-Rhabarber-Mix junge rote Rhabarber-Stangen kurz garen, mit den Erdbeeren mischen, Zitronensaft und ein paar Spritzer Öl darüber träufeln. Beim Anrichten wird zunächst der Frischkäse auf die gegrillten Gurken gegeben, dann der Rhabarber-Erdbeeren-Mix mit den gerösteten Leinsamen darüber verteilt. Zum Schluss noch ein paar Sonnenblumenkerne darüberstreuen.

Donnerstag, 11. Mai 2017

kognitive Esskontrolle

Kognitive Esskontrolle


"Eigentlich müsste man an eine anfängliche Phase des Abnehmens eine lange Phase anflanschen, die man 'Training des Gewichthaltens' nennen könnte" 
Thomas Ellrott

"Über alle Studien hinweg schaffen es nur wenige Menschen, ihr Gewicht dauerhaft niedrig zu halten" 
Christine Brombach



Mit einer schnellen Diät sind die Pfunde meist nicht dauerhaft aus der Welt zu schaffen. Wer mit seinem Gewicht kämpft, hat ein Leben lang damit zu tun – und muss Langzeitstrategien entwickeln. 

Das Stichwort heißt "kognitive Esskontrolle".

Starre Esskontrollen mit Verboten wie "Ich esse nie wieder Schokolade, Butter oder Chips" sind dabei nicht hilfreich, denn nur ein kleiner "Fehltritt" – eine Hand voll Chips auf einer Party, das Naschen vom Schokokuchen, den die Nachbarin vorbeibringt – kann zum so genannten Deichbruchphänomen führen: "Der Patient gibt seine rigide Esskontrolle über die verbreitete Denkschablone 'Nun ist es auch egal!' schlagartig zu Gunsten einer zügellosen Nahrungsaufnahme auf", so Ellrott. Phasen des maßlosen Essens wechseln sich mit Phasen strenger Diät ab und fördern so die Entstehung von Essstörungen wie Bulimie und Binge Eating Disorder, Heißhungerattacken, bei der man die Esskontrolle verliert.

Besser geeignet ist die flexible Esskontrolle. Auch hier kommt man um eine verminderte Kalorienzufuhr nicht herum, kann sich also nicht vorwiegend von Fertigpizza und Chips ernähren. 

Aber solche "Sünden" sind, als Ausnahme von der Regel, erlaubt und können in einen Wochenplan eingebaut werden: "Wenn ich diese Woche dreimal eine Stunde joggen gehe, darf ich eine Tüte Chips essen. 

Man muss neue Gewohnheiten entwickeln, etwa regelmäßige Bewegung einplanen und sich selbst 'austricksen', indem man bestimmte Lebensmittel erst gar nicht einkauft", sagt Brombach. 

Der beste Schutz sei aber: gar nicht erst zunehmen!

Das heißt auch, sich einmal pro Woche wiegen. "Regelmäßiges Wiegen beugt einer starken Zunahme vor. Man kann gegensteuern, noch bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist", sagt Ellrott. 

Ein anderer Trick: sich selbst beobachten, indem man alles, was man isst und trinkt, protokolliert oder fotografiert – dank Smartphone fix erledigt. 

Manuela kennt all diese Tipps. "Vor allem das Protokollieren hat mir am Anfang ungeheuer geholfen, weil ich mich an etwas festhalten konnte. Auch meine sinkende Gewichtskurve hat mich extrem motiviert." Manches Mal wollte sie schon den Kampf gegen ihre Pfunde aufgeben, sich am liebsten einen Satz "Fettkleider" kaufen und das Leben genießen. Stattdessen hat sie sich zwei Hunde gekauft und für einen Halbmarathon angemeldet.

Quantitative Vorgaben

Quantitative Vorgaben erzeugen Erfolgserlebnisse: Klare Zielvorgaben, die in kleine Schritte eingeteilt und leicht kontrolliert werden können, erzeugen Erfolgserlebnisse und verstärken damit gewünschtes Verhalten.


Flexible statt rigider Kontrolle


Flexible statt rigider Kontrolle: Rigide Kontrollmaßnahmen („ich esse nie mehr …“) destabilisieren bei geringster Überschreitung das Verhalten. Flexible Vorgaben („ich versuche, in der nächsten Woche nur eine Tafel Schokolade zu essen“) können leichter eingehalten werden und stärken das Selbstvertrauen

Realistische Zielsetzungen: Patienten haben oft unrealistische Abnehmvorstellungen. Aufgabe des Beraters ist es, kleine Schritte zu planen und auf realistische Zielsetzungen zu achten


ImpulsE (ein Akronym für Impulsivität und ihre Interaktion mit Emotionsregulation)



Bei Adipositas und pathologischem Essverhalten (wie enthemmtem Überessen, ausgeprägtem Verlangen nach Süßem oder Essattacken mit Kontrollverlust) sind therapeutische Erfolge – besonders was eine langfristige Gewichtsreduktion angeht – bis dato als mäßig zu beurteilen. Das liegt zum einen sicher daran, dass die Ursachen komplex sind und zum anderen wichtige aufrechterhaltende Faktoren in den bisherigen Therapiekonzeptionen noch nicht genügend beachtet wurden.
ImpulsE (ein Akronym für Impulsivität und ihre Interaktion mit Emotionsregulation) ist ein kognitiv-behavioraler Therapieansatz, der neue Schwerpunkte setzt: die Hemmungs- und Selbstkontrollkompetenz von Personen. 

Ein Essimpuls durchläuft nacheinander drei Inhibitionsprozesse bis es zu einem enthemmten Essverhalten kommt. Häufig trägt eine beeinträchtigte Emotionswahrnehmung oder -regulation die Aufrechterhaltung des enthemmten Verhaltens mit. Hieraus ergeben sich vier Therapieziele. Zuerst soll der Patient lernen, seine Emotionen besser wahrzunehmen und adaptiv zu regulieren. Das zweite Ziel betrifft die Hemmung von Störfaktoren, es wird erlernt, interferierende Prozesse mit Gedanken und Empfindungen an schmackhafte Nahrungsmittel zu hemmen und bei der Sache zu bleiben. Beim Therapieziel Belohnungsaufschub geht es um die Stärkung der Fähigkeit, langfristige Belohnungen (wie eine stabile Gewichtsreduktion) unmittelbaren Belohnungen durch Essen vorzuziehen. Die Verbesserung der Handlungskontrolle zielt darauf, dass der Patient lernt, bereits begonnenes enthemmtes Essverhalten zu unterbrechen.

Das Generalziel des Programms, das besonders für Personen nach misslungenen Behandlungsversuchen wirksam sein kann, besteht darin, dass die Fähigkeit verbessert wird, auf Essensreize kognitiv flexibel zu reagieren und aus Hunger- und Genusserleben und nicht aus dem Impuls heraus aus dem Nahrungsangebot auswählen zu können. Die vier Therapieziele werden im Verlauf von sieben ImpulsE-Modulen bearbeitet, die für Gruppensitzungen konzipiert sind. Das Programm kann aber auch in leicht abgewandelter Form im einzeltherapeutischen Setting sowie im stationären Rahmen angewendet werden. Zu den einzelnen Modulen werden unterschiedliche Interventionen vorgestellt, die beliebig ausgewählt und kombiniert werden können. Im Buch werden die Module und Interventionen ausführlich in allen Einzelheiten und gut verständlich dargestellt. Die beigefügte CD-ROM enthält eine umfangreiche Materialiensammlung, die bei der Durchführung des Therapieprogramms verwendet werden kann