Donnerstag, 4. Juni 2015

Viele Vitalpilze können als Krebs begleitende Therapie eingesetzt werden

Welche Vitalpilze helfen bei Krebs
begleitender Therapie?


Krebserkrankungen gab es schon immer. Die Häufigkeit hat jedoch aus verschiedenen Gründen zugenommen. Sie gehören deshalb zu den schwerwiegendsten Gesundheitsproblemen der Gegenwart. Grundsätzlich kann jedes Organ davon betroffen werden, der Brustkrebs ist bei Frauen die häufigste Form, der Prostatakrebs bei Männern sowie Darm- und Lungenkrebs bei beiden Geschlechtern. Trotz intensiver Forschung gehören sie zu häufigsten Todesursachen und sind meist mit grossen Schmerzen und Leiden verbunden.

Bei frühzeitiger Entdeckung ist die Diagnose Krebs heute aber kein Todesurteil.


Einer der wichtigen Risikofaktoren für die Krebsentstehung ist die steigende Lebenserwartung. Krebs kann jedoch auch junge Personen oder sogar Kinder betreffen. Die Ursachen sind vielgestaltig und bis heute noch nicht umfassend abgeklärt und erforscht. 
Erwiesenermassen gibt es genetische Einflussfaktoren. 

Äussere Einflüsse wie falsche Ernährung, Umweltgifte, Rauchen oder nukleare Strahlung können das Krebsrisiko enorm erhöhen. 

Der Zeitpunkt der Diagnose entscheidet wesentlich über die Heilungschancen. Die meisten Krebsarten sind heute bei frühzeitiger Erkennung sehr gut behandelbar. Aufgrund der vom Patienten geschilderten Symptome ergibt sich eine Verdachtsdiagnose, die mit Analyse der Blutwerte und verschiedenen Untersuchungen erhärtet oder widerlegt wird. Je nach Ergebnis der Untersuchungen wird die Therapie gewählt. 

Die häufigste Behandlungsmethode ist nach wie vor, den Tumor operativ zu entfernen. Anschliessend wird mit Chemotherapie und/oder Strahlentherapie die Neubildung von Zellen gehemmt und im Operationsgebiet verbliebene Tumorzellen abgetötet. Je nach Krebsart kann auch eine hormonelle Behandlung anschliessen, da es Krebsarten gibt, welche auf das Vorhandensein von bestimmten Hormonen zurückgeführt werden. 

Die psychische Verfassung des Patienten ist manchmal entscheidend für die Heilung. 

Da die Diagnose Krebs ein schwerer Schock ist, ist eine psychologische Betreuung um so wichtiger, damit der Patient den Lebenswillen behält und aktiv mitkämpft gegen die Krankheit.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden seit Jahrtausenden die Vitalpilze, auch Heilpilze genannt, erfolgreich zur Linderung zahlreicher Beschwerden und zur Vorbeugung gegen viele schwere Krankheiten verwendet. 

Ihr breites Anwendungsspektrum und die ganzheitliche Wirkungsweise begründen die hohe Verehrung, welche den Vitalpilzen in asiatischen Ländern entgegengebracht wird. In den westlichen Industrieländern wurde man erst durch die Berichte von japanischen Wissenschaftlern auf die Vitalpilze aufmerksam. 

Mittlerweile sind die vielen Bioaktivstoffe, welche in diesen Pilzen enthalten sind, zu einem grossen Teil bereits analysiert und geprüft worden. Dabei konnte man die den Vitalpilzen nachgesagten Wirkungen wissenschaftlich belegen. 

In Japan werden seit längerer Zeit, neuerdings auch in den USA, Vitalpilze bei Krebspatienten eingesetzt, einerseits als begleitende Therapie und andererseits zur Reduzierung der Nebenwirkungen von Strahlen- und Chemotherapie. 

In zahlreichen Studien und wissenschaftlichen Untersuchungen wurden die positiven Wirkungen der Vitalpilze bei Krebspatienten bestätigt. 

Es gibt mehrere Gründe für die Wirksamkeit der Vitalpilze bei der begleitenden Krebstherapie und natürlich auch als vorbeugende Massnahme. 

Man weiss heute, dass die in den Vitalpilzen enthaltenen Polysaccharide die Immunantwort aktivieren und auf diese Weise das Wachstum von Tumoren hemmen, Sie 

verhindern nachweislich, dass die Zellen geschädigt oder Umweltgifte in Krebs erregende Substanzen umgewandelt werden. Ausserdem sind Vitalpilze bei einer bereits fortgeschrittenen Krebserkrankung hilfreich, da sie allgemein stärkend wirken und das psychische Wohlbefinden deutlich verbessern. Besonders efektiv ist der Einsatz von Vitalpilzen während einer Chemo- oder Strahlentherapie. 
Es werden die oft drastischen Nebenwirkungen deutlich verringert. Ausserdem wird durch die Vitalpilze das durch die Chemo- oder Strahlentherapie stark geschwächte Immunsystem gezielt gestärkt. 

Viele Patienten erliegen nicht dem Krebsleiden selbst, sondern an verhältnismässig harmlosen Infektenm die der Körper nicht mehr abwehren kann. Die Vitalpilze stärken die körpereigene Abwehr und haben zusätzlich antibakterielle und antivirale Eigenschaften.
Meist ist bei einer Krebsbehandlung die Kombination mehrerer Vitalpilze empfehlenswert. 

Hier in kurzer Form die Wirkungen der einzelnen Pilze:

Agaricus blazei Murill (ABM) 



Im Agaricus wurde die bisher höchste Konzentration an Polysacchariden nachgewiesen. Er wurde in zahlreichen Studien bei Krebserkrankungen eingesetzt. In vielen Fällen stoppte der Agaricus erfolgreich das Tumorwachstum und wirkte auch rückbildend bei verschiedenden Krebsarten in Organen wie Darm, Lunge, Unterleib, Brust, Bauchspeicheldrüse, Prostata, Leber und bei Leukämie. 
Das allgemeine Wohlbefinden, sowie Haarausfall und Schwächezustände wurden im Rahmen einer Chemo- oder Strahlentherapie mit Agaricus positiv beeinflusst. Der Agaricus ist sicherlich der Vitalpilz der bei Krebs am Häufigsten und mit dem grössten Erfolg eingesetzt wird. 




Shiitake (Lentinula edodes) 



Shiitake ist besonders wirksam bei Tumorerkrankungen der Leber, der Bauchspeicheldrüse, der Verdauungsorgane und bei Lungenkrebs, Brustkrebs, Eierstockkrebs und Leukämie. Merkliche Besserungen im Blutbild und im Allgemeinbefinden wurden mit Shiitake bei der begleitenden Krebstherapie festgestellt.



Reishi (Ganoderma lucidum) 



Gemäss einer umfassenden amerikanischen Studie hat der Reishi seine besonderen Fähigkeiten bei Krebserkrankungen des Magens, der Leber, der Lunge und der Haut. Patienten, die mit Reishi behandelt wurden, litten deutlich weniger an Infektionen, da sich ihre Antikörperproduktion stark verbesserte. 
In verschiedenen Studien wirkte sich Reishi in hoher Dosierung besonders positiv bei der (Nach-)Behandlung von Lungenkrebs, Gehirntumoren, Leber-, Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs aus. Während einer Chemotherapie bewirkt Reishi eine geringere Neigung zu Entzündungen, weniger Haarausfall und eine Verbesserung des Allgemeinbefindens. 




Schmetterlingstramete (Coriolus versicolor) 



Coriolus hat besonders positive Wirkungen bei hormonabhängigem Brust- und Prostatakrebs. Auch bei verschiedenen anderen Krebserkrankungen zeigt sich während der Einnahme von Coriolus ein hemmender Effekt auf das Wachstum der entarteten Zellen und sogar manchmal eine Rückbildung bestehender Tumore. Begleitend zu einer Strahlen- oder Chemotherapie konnte mit dem Coriolus eine Verbesserung der Hormon- und Schleimhautregulation sowie der Blutbildung erreicht werden. 



Eichhase (Polyporus umbellatus) 


Bei Krebserkrankungen der Lunge, Leber, Prostata udn bei Leukämie ist der Polyporus besonders wirksam. Ausserdem stärkt er das während einer Chemo- oder Strahlentherapie besonders belastete Lymphsystem.



Igelstachelbart (Hericium erinaceus) 



In klinischen Studien führte der Hericium zu erstaunlichen Ergebnissen bei der Behandlung von Speiseröhren-, Magen- und Darmkrebs. In der begleitenden Krebstherapie wirkte sich der Hericius positiv bei Appetitmangel, Durchfall, Haarausfall, Depressionen und Entzündungen aus.




Raupenpilz (Cordyceps sinensis) 


Dieser Pilz führte in klinischen Studien bei Lungen-, Prostata- und Hautkrebs zu deutlichen Verbesserungen. In der begleitenden Krebstherapie wurden weniger Infektionen beobachtet und es kam zu einer erfreulichen Steigerung der Antriebskraft und einer Linderung depressiver Verstimmungen.




Maitake (Grifola frondosa) 


Gemäss verschiedenen Untersuchungen weiss man, dass Maitake die Metastasenbildung verringert und den Krankheitsverlauf bei Krebs generell günstig beeinflusst. Maitake wird in Japan bei Leukämie, hormonabhängigen Krebsarten sowie Lungen- und Hautkrebs als Standardmedikation gegeben. In der begleitenden Krebstherapie wurden Besserungen der Blutbildung und des Allgemeinbefindesn festgestellt.



Schopftintling (Coprinus comatus) 


Der Coprinus kann aufgrund seiner nachgewiesenen Inhaltsstoffe speziell das Wachstum entarteter Zellen hemmen. Studien belegen ausserdem die hohe Wirksamkeit bei Geschwüren des Binde- und Stützgewebes.




Quintessenz


Vitalpilze sind 100% natürliche Heilmittel und haben keinerlei Nebenwirkungen. 
Ihre vielfältigen Wirkstoffe sind heute bereits zu einem grossen Teil wissenschaftlich erforscht und deren Wirkungen nachgewiesen. In zahlreichen Studien wurde bestätigt was die Traditionelle Chinesische Medizin seit Jahrtausenden behauptet. Heutzutage werden meist Extrakte in Kapseln im Handel angeboten. Man kann bedenkenlos über viele Jahre hinweg täglich solche Kapseln einnehmen, ohne dass irgendwelche Nebenwirkungen auftreten.

Grundsätzlich können also alle Vitalpilze als Krebs begleitende Therapie eingesetzt werden!

Arbeitsweise unseres Gedächtnisses, Dauerfeuer im Hippocampus

Arbeitsweise unseres Gedächtnisses


Dauerfeuer im Gehirn: Wenn wir uns neue Dinge merken, arbeiten unsere Gedächtniszellen plötzlich im Gleichtakt. Hirnforscher haben nun aufgeklärt, wie der Taktgeber dieser Synchronisierung funktioniert. 

Dies gewährt wichtige neue Einblicke in die Arbeitsweise unseres Gedächtnisses und könnte auch neue Erkenntnisse zu Demenz-Erkrankungen liefern, schreiben die Wissenschaftler im "Journal of Neuroscience".


Im Zentrum unseres Gedächtnisses, dem Hippocampus, herrscht Dauerfeuer: Wenn wir uns Dinge einprägen, feuern die Nervenzellen ihre Signale bis zu zehn Mal in der Sekunde. 

Dies geschieht jedoch nicht in wildem Durcheinander – im Gegenteil: Die Zellen arbeiten im schönsten Gleichtakt zusammen wie die Instrumente eines Orchesters. Taktgeber für diesen gemeinsamen Rhythmus ist das sogenannte mediale Septum im Vorderhirn, etwas entfernt vom Hippocampus.



Taktgeber im Vorderhirn


Funktioniert das Septum nicht richtig, verwandelt sich die rhythmische Zusammenarbeit in eine chaotische Kakofonie. Gleichzeitig versorgt das Septum auch den Hippocampus mit dem Nervenzell-Botenstoff Acetylcholin. Dieser ist wichtig, damit wir neue Gedächtnisinhalte abspeichern können. Menschen mit einem geschädigten Septum haben daher Probleme, sich neue Geschehnisse zu merken.

Diese beiden Wechselwirkungen zwischen Septum und Hippocampus sind seit einigen Jahrzehnten bekannt. Unerforscht war dagegen bislang, wie die Acetylcholin-Ausschüttung und die Taktgeber-Funktion miteinander zusammenhängen. Diese Frage haben Wissenschaftler um Holger Dannenberg von der Universität Bonn nun geklärt.



Präzise und synchrone Nervensignale


Eine Schlüsselrolle übernehmen demnach Acetylcholin-produzierende Zellen im Septum. Diese "cholinergen" Zellen sind mit dem Hippocampus verkabelt, so dass sie dort Acetylcholin ausschütten können. Das Acetylcholin bremst im Hippocampus die Gedächtniszellen, so dass diese langsamer feuern.

Gleichzeitig aktivieren die cholinergen Zellen im Septum selbst die eigentlichen Taktgeber-Zellen. Auch diese entsenden Steuersignale in den Hippocampus. 

Darüber können sie sehr genau regeln, wann und mit welcher Frequenz die Gedächtniszellen feuern. Zusammen bewirken diese zwei Effekte, dass die Gedächtniszellen im Hippocampus zwar seltener feuern, dafür aber sehr präzise und synchron. Die cholinergen Zellen sind also gewissermaßen der Taktstock, mit dem das Septum den Rhythmus vorgibt.



Merken und Erinnern geht nicht zur gleichen Zeit



Doch warum ist es überhaupt nötig, dass die Nervenzellen im Hippocampus synchron aktiv werden? 

"Vermutlich ist der Rhythmus wichtig, um die Funktionen des Gedächtnisses zu koordinieren", spekuliert Dannenberg. "So ist es wahrscheinlich nur in bestimmten Phasen des Rhythmuses möglich, Inhalte zu speichern, und in anderen Phasen, gespeicherte Inhalte zu laden."

Merken und Erinnern werden so zeitlich voneinander entkoppelt. Wenn das nicht funktioniert, gerät unser Gedächtnis durcheinander. Eventuell erlauben die Ergebnisse daher auch neue Einblicke in die Entstehung von Demenz-Erkrankungen. So gibt es bereits Hinweise darauf, dass bei Alzheimer-Patienten die Funktion des Septums gestört ist. Auch der Botenstoff Acetylcholin spielt bei der Alzheimer-Krankheit eine zentrale Rolle. 

(Journal of Neuroscience, 2015; doi: 10.1523/JNEUROSCI.4460-14.2015)

Weihrauch - altes Naturheilmittel neu entdeckt

WEIHRAUCH – 
ALTES NATURHEILMITTEL NEU ENTDECKT



Weihrauch in Deutschland – das ist ein problematisches Kapitel. Weihrauch enthält entzündungshemmende Präparate, aber das Extrakt des indischen Weihrauchbaums (Boswellia Serrata) ist in Deutschland nicht zugelassen: H15. Nur das reine Harz ist es, im Handel unter dem Namen Olibanum.

Doch Olibanum hat einen Haken, die Wirkstoffkonzentration ist zu niedrig, um eine echte entzündungshemmende Wirkung zu zeigen.




DAS REINE HARZ IST IN DEUTSCHLAND ERHÄLTLICH



Das Harz des Weihrauchbaums respektive der Milchsaft, der bei der Ernte direkt aus dem Baum austritt, ist in Deutschland unter der Bezeichnung Olibanum als Wirkstoff, Räucherwerk und Kosmetikartikel erhältlich.





H15 hingegen, welcher die Extrakte des Harzes, die so genannten Boswelliasäuren in hoher Konzentration enthält, wird hingegen nicht angeboten. Doch gerade dieser Extrakt ist medizinisch besonders bedeutungsvoll.


Weihrauch kennen sicherlich die meisten Betroffenen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung als entzündungshemmende Alternative etwa zu Kortison-Präparaten und 5-Aminosalicylaten, wie Salofalk und Claversal. Doch mit dem bekanntesten Weihrauchpräparat, gewonnen aus der Pflanze Boswellia Serrata, dem indischen Weihrauch, ist das so eine Sache. 

Denn es hat in Deutschland weder als Nahrungsergänzung / Medizinprodukt noch als Arzneimittel eine Zulassung.



H15 BEZIEHUNGSWEISE BOSWELLIASÄUREN WIRKEN ENTZÜNDUNGSHEMMEND – ABER WIE?



Es gibt in der Medizin verschiedene Wege, Entzündungen zu hemmen. Wobei hier nur die Rede von krankhaften, chronischen Entzündungsvorgängen und nicht etwa von Entzündungen im Rahmen natürlicher Prozesse, wie beispielsweise bei der Virenabwehr sein soll. 
Am Ursprungspunkt solcher Entzündungsprozesse stehen Phospholipide, Fettverbindungen, die bei Reaktion mit ihren Enzymen, den Phospholipasen, die entzündungsfördernde Arachidonsäure abspalten. 




Dieser Prozess kann beispielsweise durch Kortisonverbindungen oder durch vollständiges Vitamin E, das alle Tocopherole enthält (s. Gesundheits-Brief Ausgabe Mai/2010) unterbunden werden.


Kortison, das medizinisch verwendet wird, setzt also an einer oberen Ebene der „Entzündungshierarchie“ an, wie ich es nenne. Aber es geht noch weiter. Die entzündungsfördernde Arachidonsäure wiederum kann in zwei Substanzen gespalten werden, die dann real Entzündungen auslösen beziehungsweise am Laufen halten: Einmal in die so genannten Prostaglandine, und dann an so genannte Leukotriene.


Entzündungshemmende Medikamente, die Sie sicherlich alle kennen, wie beispielsweise Ibuprofen, hemmen die Entstehung der Prostaglandine. 

Und Weihrauch? Der hemmt die Entstehung der Leukotriene. Leukotriene lösen entzündliche Reaktionen im Körper aus, die mit einer gesteigerten Abwehr einhergehen, insbesondere allergische Reaktionen und Autoimmunreaktionen, wie Asthma Bronchiale, Morbus Crohn und teilweise Neurodermitis.

WAS IST DER VORTEIL VON WEIHRAUCH GEGENÜBER BEISPIELSWEISE KORTISON?



Das waren recht viele Fremdwörter. Stellt sich die Frage: Was haben Sie davon? 

Kortison setzt, wie wir gesehen haben, an einer oberen Ebene der „Stoffwechselhierarchie“ an und beeinflusst neben der körperlichen Entzündungstätigkeit auch viele andere Prozesse des Stoffwechsels, weswegen bei einer hohen Dosierung Nebenwirkungen quasi vorprogrammiert sind. 

Weihrauch-Extrakt oder Boswelliasäuren hingegen wirken spezifischer auf die Entzündung, weniger auf andere Stoffwechselprozesse. Und können daher mit geringer Gefahr für Nebenwirkungen hoch dosiert eingesetzt werden.


Konkrete Einsatzgebiete sind 

  • entzündliche rheumatische Erkrankungen, 
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, 
  • Asthma, 
  • Allergien und 
  • entzündliche Hauterkrankungen.


Die bekannte Fachzeitschrift „Natur und Heilen“ berichtet in Heft 12/03 über kompetente Studien am Universitätsklinikum Charité in Berlin über die Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Patienten mit chronischer Polyarthritis, Migräne und Asthma.



DIE BOSWELLIASÄURE MIT DER MEISTEN „POWER“!



In medizinisch-wissenschaftlichen Untersuchungen wird zwischenzeitlich eine Unterart von Boswelliasäuren als „Referenz“ hergenommen. Sie hört auf den komplizierten Namen „Acetyl-Keto-β-Boswelliasäure“, abgekürzt AKBA. 

Diese ist von allen Arten von Boswelliasäuren am wirkungsvollsten. Und jetzt kommt es: 

Nimmt man eine pharmazeutische Wirkeinheit des bekannten indischen Harzes, H15, und zum Vergleich denafrikanischen Weihrauch, Boswellia Carterii, her, zeigt sich der afrikanische Weihrauch mit einem Gehalt an AKBA von 13,3 mg gegenüber H15 mit durchschnittlich 8,8 mg überlegen.


Wobei H15 an sich ja bereits ein Konzentrat ist, das die Boswelliasäuren um den Faktor 1 zu 2,5 konzentriert. 

Indischer Weihrauch an sich, in seiner ursprünglichen Form, enthält pro Wirkstoffeinheit nicht mehr als rund 3 mg AKBA. Gegenüber 13,3 mg beim afrikanischen Weihrauch. 

Dagegen existieren im indischen Weihrauch auch noch, wenn auch schwach, entzündungsfördernde Stoffe, welche die Wirkung der entzündungshemmenden Boswelliasäuren abschwächen.




UNTERSTÜTZUNG IN DER KREBSTHERAPIE?


Vielversprechendes über Weihrauch auch zum Thema Krebs. Diverse Studien haben gezeigt, dass der afrikanische Weihrauch – hier allerdings in noch höherer Dosierung – den Stoffwechsel von Tumoren ausbremsen und damit Krebs bekämpfen kann. Woran es liegt? 

Die gleichen Mechanismen, die die „Entzündungskaskade“ unterbrechen, scheinen auch den Stoffwechsel von Tumorzellen zu hemmen!

Mittwoch, 3. Juni 2015

Spurenelement Selen: weitaus wichtiger für unsere Zellen und unsere Gesundheit als häufig angenommen.

Selen: Wichtig für unsere Zellen und unsere Gesundheit





Schützt die Zellen vor Oxidation

Das Spurenelement Selen ist weitaus wichtiger für unsere Zellen und unsere Gesundheit als häufig angenommen. Es ist essentieller Bestandteil verschiedener Enzymsysteme (z. B. Glutathionperoxidase), die freie Radikale neutralisieren. 





Stärkt Immunsystem

Selen ist besonders wichtig für ein starkes Immunsystem und soll verschiedenen Studien zufolge positive Eigenschaften für die Zellgesundheit in den Geweben von Lunge, Darm, Brust und Prostata haben.

Bindet Schwermetalle

Selen kann Schwermetalle binden, mit denen wir im Alltag häufig in Berührung kommen. Dadurch werden z.B. Cadmium und Quecksilber inaktiviert und ausgeschieden. Aus Amalgam-Zahnfüllungen wird ständig Quecksilber freigesetzt. Cadmium ist Bestandteil von Auto- und Industrieabgasen sowie des Tabakrauches.

Essentiell

Selen ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, das der Körper nicht selbst produziert, sondern das mit der Nahrung aufgenommen wird. Selen ist als Bestandteil von über 20 Enzymen und Proteinen mit unterschiedlicher physiologischer Wirkung direkt am Schutz der Zellen und Organe vor freien Radikalen beteiligt.



Die Aufgaben von Selen



Als Bestandteil von verschiedenen Enzymen greift Selen an verschiedenen Stellen in unseren Stoffwechsel ein:


  • Die Krebsforschung ist heute sicher, dass Selen antioxidative Schutzsysteme unterstützt, Immunmechanismen stabilisiert und an der Induktion des programmierten Zelltods in Tumorzellen mitwirkt. Eine simultane Aktivierung all dieser Mechanismen durch Selen bewirkt, dass der Organismus auf mehreren Ebenen gegen Krebszellen vorgehen kann.
  • Selen ist ein wichtiges Antioxidans und schützt unsere Zellen vor der Zerstörung durch freie Radikale und vor der Entstehung von Krebs.
  • Selen bindet Schwermetalle wie Arsen, Blei oder Quecksilber, unterstützt somit die Entgiftung von diesen Stoffen und schützt die Körperzellen.
  • Selen ist mit an der Umwandlung und Aktivierung von Schilddrüsenhormonen beteiligt und beugt einer Unterfunktion vor.
  • Selen stärkt das Immunsystem, indem es die Produktion von Antikörpern und die Aktivität der natürlichen Killerzellen stimuliert.


Selen spielt deswegen nicht nur in der Vorbeugung von Erkrankungen, sondern auch bei der akuten Therapie von Erkältungserkrankungen, Tumorerkrankungen oder rheumatischen Erkrankungen eine große Rolle.


Ursachen für einen Selenmangel



Oft liegt die Ursache des Selenmangels in einer verminderten Zufuhr von Selen durch eine einseitige Ernährung oder Bevorzugung selenarmer Nahrungsmittel. Nordeuropa und auch Deutschland gehören zu den Ländern mit überwiegend selenarmen Böden, so dass unsere Nutzpflanzen wie Getreide, Kartoffeln oder Gemüse unter heutigen Bedingungen wenig Selen enthalten.


Durchfall und chronische Erkrankungen im Bereich des Magen-Darm-Traktes wie zum Beispiel Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Morbus Chron können die Selenaufnahme über die Nahrung vermindern und einen Selenmangel begünstigen. Auch Schwermetallbelastung, Rauchen, Stress, Schwangerschaft und Krebserkrankungen gehen mit einem erhöhten Bedarf an Selen einher.


Eine Unterversorgung mit Selen kann ebenso zahlreiche Erkrankungen von Gelenken und Bewegungsapparat verursachen. Chronischer, massiver Selenmangel kann sogar zu degenerativen Veränderungen nahezu aller Gelenke führen. 

Patienten, die an zu häufigen Infekten erkranken, hervorgerufen durch RNA-Viren, leiden durchwegs an schwerer Selenunterversorgung. RNA-Viren können zu Kinderlähmung oder Influenza führen. Selen kommt in der Therapie und Prävention dieser Erkrankungen immer mehr Bedeutung zu.

Selen: effektiver Zellschutz und Bestandteil der Krebsvorbeugung


Mit Selen lässt sich eine Krebstherapie günstig beeinflussen. Die tumorpräventive Wirkung einer Seleneinnahme wurde in verschiedenen Studien bewiesen. In der bekanntesten, der "Clark Studie", einer 1996 durchgeführten Doppelblindstudie an 1312 Patienten mit Hauttumoren, konnte gezeigt werden, dass durch eine tägliche Seleneinnahme von 200 mcg Selen sowohl die Anzahl an Neuerkrankungen für verschiedene Tumore als auch die gesamte Krebssterblichkeit gesenkt wurde.



Selen mindert offensichtlich die Nebenwirkungen einer Chemotherapie und macht den Körper empfänglicher für die gewünschte Wirkweise. Es schützt die gesunden Körperzellen vor schädlichen Wirkungen dieser Therapien, so dass sich Patienten unter dem Einfluss des Spurenelementes schon deutlich wohler fühlen. Diese Schutzwirkung des Selens bezieht sich auf alle konventionellen Krebstherapien, also auch auf die Strahlentherapie.



Selen, der Stoff, der unsere Zellen schützt und Krebs vorbeugen helfen kann. Verschiedene Enzyme in unserem Körper funktionieren nur mit Selen, z.B. Enzyme, die freie Radikale unschädlich machen oder unsere Abwehrfunktionen stabilisieren. Freie Radikale sind aggressive Sauerstoffverbindungen, die unsere Zellen schädigen.

Krebsvorbeugung


Schon bei der Krebsvorbeugung spielt Selen eine wichtige Rolle: Es erhöht den Schutz vor freien Radikalen, stärkt das Immunsystem, macht bestimmte Krebs erregende Stoffe unschädlich. Ursache für die Entstehung von freien Radikalen sind u. a. der Tumorstoffwechsel und die entzündlichen Prozesse, die bei Krebspatienten häufig auftreten. Auch Arzneimittel zur Krebsbekämpfung (Zytostatika) produzieren freie Radikale. Sie schädigen besonders Herz und Nieren. Auch bei der Strahlentherapie entstehen diese aggressiven Sauerstoffmoleküle. Im kranken Gewebe sollen sie die Krebszellen töten, gelangen sie aber in gesunde Zellen, können sie diese schädigen.



Prof. Beuth: "Selen sollte in der akuten Therapiephase als Arzneimittel eingesetzt werden, in der Nachsorge – wenn ein Selenmangel festgestellt wurde – auch als Nahrungsergänzungsmittel. 

Der Grund: Krebspatienten haben meistens einen niedrigeren Selenwert als Gesunde. Das deutet auf einen erhöhten Selenverbrauch hin." (Berliner Kurier, 19.01.2010) Prof. Dr. Beuth ist Direktor der Uni-Klinik Köln.


Buchempfehlung zu Selen und Krebs"Selen gegen Krebs" (Prof. Dr. med J. Beuth; Dr. V. Drebing): Menschen mit Selenmangel erkranken wesentlich häufiger an Magen- und Darmkrebs, Brust-, Lungen- und Hautkrebs als gut versorgte Personen. 


Eindeutige Forschungsergebnisse belegen, dass hochdosiertes Selen in der Krebsvorsorge inzwischen unverzichtbar ist. Die Folgen der Chemotherapie und Bestrahlung werden gelindert, Selen fördert den Milderungs- und Heilungsprozess nachhaltig und wirkt langfristig wachstumshemmend. Dieser Ratgeber beschreibt leicht verständlich den aktuellen Stand der Forschung. Für Krebspatienten bietet er darüber hinaus wertvolle Hilfe für mehr Lebensqualität.






Selen für die Schilddrüse


Im Gegensatz zu Jod führte Selen lange Zeit ein Schattendasein. Heute steht es wie kein anderes lebenswichtiges Spurenelement im Fokus der Krebsforschung. Viel zu oft wird aber vergessen, dass auch die Schilddrüse nur optimal funktionieren kann, wenn neben Jod ausreichend Selen zur Verfügung steht. Oftmals ist eine Unterfunktion der Schilddrüse auch durch einen Selenmangel verursacht.

Dosierung und Herstellung



Die amerikanische Akademie der Wissenschaft hält 200 Mikrogramm täglich als Nahrungsergänzung für sicher und angemessen.



Selen aus Selenhefe: Bei diesem Verfahren wird Hefe auf selenreichen Nährböden gezüchtet und anschließend getrocknet. So können die Hefen auf natürliche Weise einen hohen Anteil an organischem Selen synthetisieren. Die daraus resultierende Hefe hat eine hohe Konzentration der in Selen enthaltenden Eiweiße Selenomethionin und Selenocystein, diese Verbindungen sind natürlicherweise auch in Pflanzen enthalten. 

Organische Selenverbindungen

Organische Selenverbindungen können vom Körper besser resorbiert werden als anorganische. Selenit- und Selenat- Verbindungen müssen im Organismus erst zu biologisch aktiven Selenoproteinen wie Selenmethionin oder Selenocystein umgewandelt zu werden.



Darmbakterien sorgen für gesundes Gehirn

Darmbakterien sorgen für gesundes Gehirn




    Die Darmflora beeinflusst lebenslang die Immunabwehr des Gehirns und damit möglicherweise auch den Verlauf von Hirnerkrankungen wie Alzheimer und Multipler Sklerose. 

    Dies haben Forscher des Universitätsklinikums Freiburg erstmals an Mäusen festgestellt. 

    Bakterielle Abbauprodukte steuern Reifung und Funktion von Fresszellen des Gehirns, die bei Mäusen ohne Darmflora verkümmert sind. Nach Etablierung einer Darmflora waren die Zellen wieder gesünder. 





    Daraus ergeben sich Hinweise für einen Einfluss des Darms auf mögliche Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen, sondern auch auf die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung. Die Studie erscheint in der Zeitschrift „Nature Neuroscience“.
    Mikroglia sind die sogenannten Fresszellen des Gehirns, auch Gehirn-Makrophagen genannt. Sie beseitigen eingedrungene Keime und abgestorbene Nervenzellen und sind an der lebenslangen Formbarkeit des Gehirns beteiligt. Fehlgesteuerte Mikroglia-Zellen spielen bei mehreren Hirnerkrankungen eine Rolle. Wie die Reifung und Aktivierung dieser Zellen gesteuert wird, war bislang unklar. 

    Ohne Darmbakterien verkümmern die Immunzellen des Gehirns

    Prof. Dr. Marco Prinz, Ärztlicher Direktor des Instituts für Neuropathologie am Universitätsklinikum Freiburg und assoziiertes Mitglied des BIOSS Centre for Biological Signalling Studies Freiburg, leitete die Forschungsgruppe mit Mitgliedern aus Freiburg, Rehovot (Israel), München, Mainz, Köln, und Bern (Schweiz). Gemeinsam mit den Erstautoren Dr. Daniel Erny und Anna Lena Hrabě de Angelis konnte er erstmals im Tierversuch zeigen, dass ein intaktes Immunsystem des Gehirns von einer gesunden bakteriellen Darmflora abhängt. Dafür untersuchten sie Tiere, die in einer komplett sterilen Umgebung aufgezogen und gehalten wurden. Diese besaßen verkümmerte und unreife Mikroglia, die auf Entzündungsreize im Hirn kaum reagierten. „Unsere Ergebnisse weisen auf einen ständigen Informationsfluss zwischen Darmbakterien und Hirnmakrophagen hin“, sagt Prof. Prinz. 

    Auch Tiere, deren Darmbakterien durch eine vierwöchige Antibiotika-Therapie abgetötet worden waren, wiesen eine gestörte Immunantwort auf. Im Kontakt mit gesunden Tieren etablierte sich bei den zuvor steril gehaltenen Tieren schnell eine Darmflora. Dies hatte einen positiven Einfluss auf die Immunabwehr. Dabei galt: „Je größer die Vielfalt der Darmbakterien war, desto besser entwickelten sich auch die Mikroglia“, fasst der Neuropathologe zusammen. 

    Zersetzte Ballaststoffe steuern Immunreaktion im Gehirn

    Die Forscher zeigten, dass kurzkettige Fettsäuren als Botenstoff zwischen Darmflora und Mikroglia dienen. Diese werden bei der bakteriellen Verwertung von Ballaststoffen, Milchprodukten und weiteren Nahrungsmitteln produziert. Über das Blut könnten sie ins Gehirn gelangen und dort Mikrogliazellen helfen, Entzündungsreaktionen schnell und effizient zu bekämpfen. „Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, wie wichtig für die geistige Gesundheit eine ausgewogene Ernährung ist, die zur bakteriellen Bildung von kurzkettigen Fettsäuren beiträgt“, sagt Prof. Prinz. 

    Hat die Darmflora auch Einfluss auf Alzheimer, Parkinson und Multiple Sklerose?

    Die Studie dürfte auch für den Menschen eine hohe Relevanz haben. „Die Ergebnisse passen sehr gut zu früheren klinischen Studien und zu Untersuchungen anderer Forschungsgruppen“, so Prof. Prinz. 

    So werden Autoimmunerkrankungen des Darms wie Morbus Crohn mit einem Mangel an kurzkettigen Fettsäuren in Verbindung gebracht. Hier wird seit einiger Zeit die Behandlung durch eine so genannte Stuhltransplantation geprüft, bei der die Darmflora von einem auf einen anderen Menschen übertragen wird. 

    Wie groß der Einfluss der Darmflora auf Funktion und Entwicklung des Gehirns beim Menschen genau ist, müssen zukünftige Studien prüfen. 

    Montag, 1. Juni 2015

    Die Enzymtherapie in der Onkologie

    Die Enzymtherapie in der Onkologie



    Historische Wurzeln der Enzymtherapie

    Später wurden neben pflanzlichen Proteasen auch solche tierischen Ursprungs entdeckt. Der schottische Arzt Dr. John Beard (1857 – 1924) berichtete etwa, dass er mit frischem Pankreassaft (Trypsin) Tumore verschwinden lassen konnte [3]. Die Betonung liegt dabei auf dem Wort “frisch”, da Enzyme schnell unwirksam werden und altern. In den 30er Jahren entdeckte Ernst Freund, Direktor des Krebszentrums am Rudolfina-Spital in Wien, dass Karzinomzellen in vito durch das Serum Gesunder zerstörbar waren, nicht jedoch durch das Serum Krebskranker. Freund konnte nachweisen, dass diese fehlende zytolytische Aktivität im Serum Krebskranker durch sogenannte “blocking factors” hervorgerufen wurde.

    Die Enzymtherapie in der Onkologie

    Neben der antiödematösen, antiinflammatorischen und analgetischen Wirkung von Enzymen (gut geeignet etwa als Grippemittel, bei festsitzendem Husten bzw. Nasennebenhöhlenprozessen und Verletzungen im sportlichen Bereich) ist für die Onkologie insbesondere von Bedeutung, dass Enzyme Metastasierungsprozesse beeinflussen und wachtumshemmend auf Primärtumore wirken können. So hat man in den neunziger Jahren festgestellt, dass Bromelain sogennate Adhäsionsmoleküle, die u. a. für den Metastasierungsprozess verantwortlich gemacht werden, hemmen kann (Adhäsionsmolekül CD 44).

    Blocking factors und Escape-Phänomen

    Man hat festgestellt, dass die bereits erwähnten “blocking factors” identisch sind mit Immunkomplexen. Diese entstehen etwa durch einen Überschuss von Tumorzellantigenen mit Antikörpern, die nach der Zerstörung von Krebszellen freigesetzt werden. Dieses Überangebot von Immunkomplexen lenkt das Immunsystem ab. Man bezeichnet diesen Effekt als “Escape-Phänomen”; das Immunsystem wird sozusagen “beschäftigt” gehalten und so von seiner eigentlichen Abwehrfunktion abgelenkt. Enzyme können diese Immunkomplexe auflösen und damit indirekt den Krebs bekämpfen. Bleibt die Anzahl der Immunkomplexe gering, so können die Makrophagen diese eliminieren – eine intakte Immunosurveillance liegt vor [4]. Erst bei überschüssigen Immunkomplexen (etwa bei Pankreas- und Magenkrebs sowie beim Mammakarzinom) wird das Immunsystem abgelenkt.
    Ein weiteres “Escape-Phänomen” ist in der Tatsache gegeben, dass eine übermäßige Fibrinbildung Tumorzellantigene markieren kann, die sich damit dem Zugriff von Antikörpern entziehen können [5]. Enzyme sind in der Lage, überschüssiges Fibrin abzubauen und damit Tumorzellantigene zu “demaskieren”.

    Regulierung des Zytokinspiegels

    Die Enzyme Trypsin, Chymotrypsin, Lipase, Papain und Bromelain steigern in vitro die Aktivität von Makrophagen und natürlichen Killerzellen, wobei vermehrt Zytokine (TNFL, IL18 und IL6), die als Botenstoffe des Immunsystems fungieren, freigesetzt werden. In vivo ist allerdings keine Zytokinstimulation, eher eine Zytokinregulierung zu beobachten.
    Ein weiterer Mechanismus ist die Bindung und Zytokinen an das L2-Makroglobulin (L2 MG), das ein Regulator- und Transportprotein für Zytokine darstellt. Bei überschießender Zytokinfreisetzung treten zu viele Zytokin-L2-MG-Komplexe auf, die eine negative Immunwirkung haben – Enzyme sind in der Lage, diese Komplexe schnell zu entsorgen. Sie spalten durch ihre Aktivität polymerisierte TNF-Komplexe. Diese werden für die Kachexie verantwortlich gemacht. Die normalerweise tumorzide Wirkung von TNF geht bei dieser Komplexbildung verloren.

    Regulierung von Adhäsionsmolekülen

    Adhäsionsmoleküle sind Oberflächenmerkmale von Zellen, die für den Zell-zu-Zell-Kontakt verantwortlich sind. Auch Immunzellen besitzen Adhäsionsmoleküle. Sie gehören zu den entscheidensten Regulatorproteinen des Immunsystems (z.B. Selektine, Immunglobuline, cartilage-link). Werden die Adhäsionsmoleküle zu stark gebildet, so wird eine stärkere Metastasierungtendenz die Folge sein. Enzyme können die Expression von Adhäsionsmoleküle runterregulieren [6], so beispielsweise das Adhäsionsmolekül Vitronektin bei Melanomzellen oder das CD 44 tumorrelevante Adhäsionsmolekül. Tab. 1 fasst die hier dargestellten Mechanismen einer Interaktion von Enzymen mit dem Immunsystem zusammen.

    Tab. 1 Interaktionen von Enzymen mit dem Immunsystem

    Regulation von Immunkomplexen
    Demaskierung von Tumorzellantigenen
    Stimulierung des monoukleäre-phagozytären Systems
    Entsorgung von Zytokin-L2-Makroglobulin Komplexen
    Spaltung von TNF-Monstermolekülen
    Beeinflussung von Adhäsionsmolekülen

    Mit Enzymtherapie die Folgen invasier Maßnahmen mildern

    Bezüglich der Operation können Enzyme lokale Ödeme und Wundheilungsstörungen gut beeinflussen. Bekannt ist seit den Arbeiten Rokitanskys auch, dass Enzyme Kolliqualionsnekrosen von Tumorgewebe hervorrufen können [7]. Rokitansky berichtet auch über eine Zehn-Jahres-Überlebensrate von 75,6 Prozent (Mammakarzinom T3, N1/N2, MO) unter Enzymgabe, wogegen eine vergleichbare Gruppe aus der Literatur nur eine Zehn-Jahres-Überlebensrate von 25 bis 50 Prozent hatte.
    Insbesondere additiv zu einer Chemotherapie können Enzyme von großer Wichtigkeit sein. So kann etwa ein Pneumotoxizität von Bleomycin durch Enzyme verhindert und die Blomycindosis auf das Zwei- bis Dreifache gesteigert werden [8]. Ähnliches gilt für die Lebertoxizität von Carboplatin beim Ovarialkarzinom. Beim Kolonkarzinom könnte die Toxitität von 5-FU / Levamisol durch Enzyme möglicherweise gar vermindert werden. Bezüglich der positiven Wirkung von Enzymen additiv zu einer Strahlentherapie ist bekannt, dass eine strahlenbedingte Entzündung schneller abklingen und der sog. Strahlenkater vermindert werden kann. Große klinische Studien [9] belegen eindrucksvoll den Wert der Enzymtherapie in Ergänzung zu Chemo- udn Strahlentherapie. Tab. 2 fasst die Vorteile der Enzymtherapie in diesem Zusammenhang zusammen.

    Tab. 2 Mögliche Vorteile einer ergänzender Enzymtherapie bei Chemo- und Strahlentherapie

    Bei Chemotherapie

    Übelkeit, Brechreiz und Haarausfall können reduziert werden
    toxische Effekte einzelner Chemotherapeutika können ausbleiben
    Appetit- und Gewichtszunahme
    Verminderung von Depression und Schwächezuständen
    Hebung der Lebensqualität

    Bei Bestrahlung

    Verminderung von Durchfall
    Reduktion von Haut- und Schleimhautentzündungen
    Verminderung schädlicher Medikamente, die zur Gegensteuerung der Radiation notwendig sind

    Literatur


    [1] Tabelle des Statistischen Bundesamtes Deutschland. Sterbefälle 2011 insgesamt nach den 10 häufigsten Todesursachen der ICO-10.
    [2] Statistik der Deutschen Krebshilfe e.V., Stand: 02/2012
    [3] Beard J.: The Action of Trypsin, in: Br Med J 4, 140-41, 1906 sowie Beard J: The Enzym Treatment of Cancer. London: Chatto and Windus, 1911
    [4] Vgl. die frühen Forschungen des rus. Bakteriologen Ilja Matschnikows (1845-1916), der zusammen mit Paul Ehrlich “in Anerkennung ihrere Arbeiten über die Immunität” 1908 den Nobelpreis für Medizin erhielt
    [5] Nieper HA: Bromelain in der Kontrolle malignen Wachstums, Krebsgeschehen 8,9-15, 1976 Maurer HR: Bromelain: biochemistry, pharmacology and medical use. In: Cellular and Molecular Life Sciences. Band 58, 2001
    [6] Desser L. Krokon EA et al: influence of Cytokines and proteolytic enzymes on the expression of vitrocetion receptor (VNR) in human melanoma cells. J. Cancer Res CI in Oncol 118. Suppl. R 117, 1992
    [7] Rokitansky O, Die operative Behandlung des Mammakarzinoms mit adjuvanter Enzymtherapie Acta medica empica 1983, Nr. 3, 115-116
    [8] Schedler M. et al: Adjuvant therapy with hydrolytic enzymes in oncology a hopeful effort to avoid bleomysinum induced pneumotcxcity? Cancer R. Cin Oncol 116, Supp. 1, 432, 1990, Vgl. auch Rübben H: Uroonkologie: Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2009, S. 239
    [9] HAGER, D. Komplemtäre Onkologie, Adjuvarte, additive, supportive Therapiekonzepte für Klinik und Praxis. Forum Medizin Verlagsgesellschaft, Gröfling 1996