Mittwoch, 9. November 2016

Entsäuerung: Sauer oder basisch wirkende Lebensmittel


 Sauer oder basisch wirkende Lebensmittel





Wer einen säureempfindlichen Magen hat, weiss aus eigener Erfahrung: 

Zitronen sind sauer und Kaffee auch. Dennoch sind beide Lebensmittel laut Säure-Base-Tabelle basisch – ebenso wie Orangen, Äpfel und sogar Weisswein. 

Was paradox erscheint, hat eine einfache Erklärung:

Im Mund und im Magen wirkt die Säure, im restlichen Organismus das, was nach der Verdauung übrig bleibt.


Viele Früchte enthalten organische Säuren, die in der Atmungskette verstoffwechselt werden. Aus ihnen wird Energie gewonnen, während CO2 entsteht und ausgeatmet wird. 

Ins Blut gelangen die basisch wirkenden Mineralstoffe im Obst, z. B. Kalium und Magnesium. Auch Gemüse ist reich an basischen Mineralstoffen.

Proteinreiche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Milch- und Getreideprodukte enthalten dagegen viele sauer wirkende Aminosäuren, aus denen im Stoffwechsel Sulfat entsteht. Dieses wirkt zusammen mit Phosphor und Chlorid im Körper letztlich sauer. 

Sind die sauren Mineralstoffe in der Überzahl, wird das Puffersystem im Blut aktiv, damit der optimale pH-Wert von 7,4 nicht zu stark absinkt.

Die entstandenen Säuren binden an Natrium aus dem Natrium-Bikarbonat-Puffersystem. Die auf diese Weise neutralisierten Säurereste werden über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. 

Allerdings wird in diesem Fall der Natrium-Bikarbonat-Puffer im Blut reduziert, was eine gewisse metabolische Ansäuerung bedeutet. Säuren werden in die Gewebe eingelagert.



Der Pral-Wert eines Lebensmittels in den Säure-Base-Tabellen gibt die Säurebelastung der Niere durch Mineralstoffe und Eiweiss an. Er wird über den durchschnittlichen Anteil dieser Stoffe berechnet und bezieht sich jeweils auf 100 Gramm des Nahrungsmittels. 


Der Pral-Wert sagt aber nichts über den pH-Wert der unverdauten Nahrung aus. 

Deshalb ist die Säure-Base-Tabelle bei Sodbrennen die falsche Informationsquelle.