Dienstag, 14. November 2017

Moderater Kaffeekonsum tut Geist und Körper gut

Gesunder Genuss



Kaffee ist ein besonders intensiv erforschtes Lebensmittel - zum Glück für alle Kaffeeliebhaber. Denn galt der Genuss des Bohnengetränks lange Zeit als ein der Gesundheit wenig zuträgliches Laster, haben zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen sein Image in den vergangenen Jahren ins Gegenteil gekehrt.
So entpuppte sich die Annahme, Kaffee sei schädlich für Herz und Kreislauf oder begünstige Krebs, in groß angelegten epidemiologischen Ernährungsstudien als Mythos. Stattdessen zeigte sich: Kaffee ist nicht nur nicht schädlich. Er hat sogar vielfältige gesundheitsfördernde Eigenschaften und steht somit durchaus im Einklang mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung.

Schutz vor Diabetes & Co


Inzwischen gibt es unter anderem Hinweise darauf, dass ein moderater Kaffeekonsum positive Auswirkungen auf den Stoffwechsel hat und zum Beispiel das Risiko einer Diabetes Typ 2-Erkrankung senken oder vor Leberzirrhosen schützen kann. Außerdem scheint Kaffeetrinken die DNA vor umweltbedingten Schäden bewahren zu können.

Welche der über 1.000 Inhaltsstoffe des Kaffees für diese Schutzwirkungen verantwortlich sind, ist in vielen Fällen noch unklar. Wissenschaftler vermuten allerdings, dass die hohe antioxidative Aktivität vieler dieser Stoffe eine Rolle dabei spielt. So stehen Antioxidantien in dem Ruf, zerstörerische Prozesse in den Zellen zu verzögern, weil sie einen wesentlichen Beitrag zum Schutz vor freien Radikalen leisten.


Doping fürs Gehirn


Die meisten positiven Effekte des Kaffees lassen sich sowohl mit der koffeinhaltigen als auch mit der koffeinfreien Variante erzielen. Bestimmte Gesundmacher-Eigenschaften des Kaffees gehen jedoch direkt auf das Koffein zurück. So fördert die Wachmacher-Substanz nicht nur die Aufmerksamkeit - sie wirkt sich auch positiv auf das Langzeitgedächtnis aus, wie Untersuchungen zeigen.

Bei Parkinson-Patienten kann das Koffein offenbar Gehirnzellen vor dem Niedergang bewahren und so einem Fortschreiten der Erkrankung entgegenwirken. Der Grund: Es bindet im Gehirn an Adenosin-Rezeptoren und blockiert damit Andockstellen für Vorstufen der für Parkinson typischen zellgiftigen Proteinansammlungen.


Schwarz ist besser


Als heilbringendes Wundermittel taugt Kaffee zwar trotz allem nicht. Ein paar Tassen pro Tag tuen Gehirn und Körper aber in jedem Fall gut. Wer im vollen Umfang von den positiven Wirkungen des Bohnengetränks profitieren möchte, sollte es allerdings schwarz trinken. Cappuccino und andere Kaffeevarianten mit Milch sind nicht nur aufgrund des Fettgehalts weniger gesund.

Die Milch hemmt auch den Prozess, der für die positive Wirkung auf den Stoffwechsel verantwortlich ist, wie Wissenschaftler herausgefunden haben. Schuld scheint die vor allem in tierischen Produkten enthaltene Aminosäure Methionin zu sein. "Trinken Sie deshalb Kaffee mit gutem Gewissen, aber am besten schwarz oder mit pflanzlich basierter Milch, wie Mandel- oder Kokosmilch", empfiehlt Studienautor Frank Madeo von der Universität Graz.

Der Gesundmacher Kaffee

Ist Kaffee gut fürs Herz?

Kaffee  könnte vor Infarkten schützen


Neues vom Gesundmacher Kaffee: Das koffeinhaltige Getränk könnte tatsächlich wirkungsvoll vor Herzinfarkten und Schlaganfällen schützen, wie eine Studie bestätigt. Mit jeder Tasse Kaffee pro Woche scheint demnach das Risiko für diese gesundheitlichen Komplikationen zu sinken. Der festgestellte Nutzen müsse nun jedoch durch weitere Untersuchungen gesichert werden, betonen die Forscher.



Kaffeeliebhaber haben es schon immer gewusst: Das schwarze Getränk schmeckt nicht nur gut und macht wach – es hält auch gesund. Regelmäßiger Kaffeekonsum kann zum Beispiel bei chronischem Stress helfen, Diabetes vorbeugen, sich positiv auf den Fettstoffwechsel auswirken und sogar unsere DNA vor Schäden schützen, wie Studien belegen.

In letzter Zeit reihen sich immer mehr positive Effekte in diese Liste ein. So gibt es mittlerweile auch Hinweise darauf, dass Kaffee gut fürs Herz sein könnte – obwohl man bis vor einigen Jahren eher noch vom Gegenteil ausging. Eine Untersuchung von Forschern um Laura Stevens von der University of Colorado in Aurora untermauert diese Annahme nun.

Weniger Infarkte


Für ihre Studie haben Stevens und ihre Kollegen Daten von 17.000 Erwachsenen im Alter von 44 Jahren und älter analysiert. Im Zuge der Langzeit-Untersuchung "Framingham Heart Study" hatten die Teilnehmer unter anderem angegeben, wie sie sich ernährten. Außerdem wurden Informationen über ihre Herzgesundheit erhoben.

Die Auswertung zeigte:

Wer Kaffee trinkt, hat seltener Probleme mit Herz und Gefäßen als Menschen, die keinen Kaffee konsumieren.

Konkret scheint das Kaffeetrinken in einem direkten Zusammenhang mit einem geringeren Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall zu stehen.

Mit jeder Tasse Kaffee pro Woche sinkt das Risiko für diese gesundheitlichen Komplikationen demnach um sieben bis acht Prozent, wie die Wissenschaftler berichten.

Zusammenhang noch unklar


Warum Kaffee diese gesundheitsfördernde Wirkung entfalten könnte, ist jedoch noch unklar. Hinzu kommt: Ob der positive Effekt tatsächlich durch das koffeinhaltige Getränk verursacht wird, lässt sich aus den Daten nicht mit Sicherheit ablesen. Ebenso gut könnte es sein, dass Kaffeetrinker sich generell gesünder verhalten – und der Effekt dadurch zustande kommt. Die Ergebnisse passten aber zu früheren Untersuchungen, die Kaffee eine positive Wirkung auf die Gefäße bescheinigen, betont Stevens.

Ob die Inhaltsstoffe der schwarzen Bohne wirklich als Wundermedizin gegen Herzkrankheiten taugen, müssen nun weitere Studien bestätigen.

Bis dahin rät die American Heart Association, auf deren Jahreskonferenz die Ergebnisse präsentiert wurden, neben dem moderaten Genuss von Kaffee vor allem dazu, weniger rotes Fleisch mit vielen gesättigten Fettsäuren zu essen.

Stattdessen gelte es, vermehrt auf Obst, Gemüse, Fisch und Vollkornprodukte zu setzen. (American Heart Association, Scientific Sessions, 2017)

Donnerstag, 2. November 2017

Nährstoff-Cocktail gegen Alzheimer?


Spezielle Zusätze bremsen Abbau der Hirnsubstanz und Alltagsfähigkeiten


Hoffnung für Menschen mit beginnendem Alzheimer: Eine spezieller Nährstoff-Cocktail könnte das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit im Frühstadium bremsen. Darauf deutet eine europäische Studie mit gut 300 Patienten hin. Bekamen diese zwei Jahre lang täglich einen Trinkjoghurt mit speziellen Inhaltsstoffen, verlangsamte sich der Abbau des Hirnvolumens im Hippocampus, außerdem schnitten die Teilnehmer bei Tests ihrer Alltagsfähigkeiten deutlich besser ab.



Alzheimer ist eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen weltweit. Allein in Deutschland sind rund 1,3 Millionen Menschen von der fortschreitenden Demenz betroffen – Tendenz steigend. Doch trotz aller Forschung gibt es bisher kein Heilmittel. Kein bekannter Wirkstoff kann das Fortschreiten der Demenz bisher aufhalten oder gar umkehren – obwohl immerhin 35 Wirkstoffe in klinischen Studien sind.




Kann die Ernährung helfen?


Doch Forscher suchen auch nach Möglichkeiten, um den Ausbruch der Alzheimer-Krankheit zu verhindern oder zumindest lange hinauszuzögern. Eine ihrer Ansatzstellen ist dabei neben Bewegung auch die Ernährung. Studien zeigen, dass beispielsweise die Mittelmeer-Diät in gewissem Maße vor einem geistigen Abbau im Alter schützen kann.

Ob bestimmte Nährstoffe auch in konzentrierter Form eine solche Schutzwirkung entfalten, hat nun ein internationales Forscherteam um Hilkka Soininen von der Universität von Ostfinnland untersucht. Die Wissenschaftler testeten in einer doppelblinden, randomisierten Studie mit 311 Patienten im Alter zwischen 55 und 85 Jahren, wie gut ein spezieller Nährstoff-Cocktail das Fortschreiten des Hirnabbaus bei einer Vorstufe von Alzheimer bremsen kann.


Omega-3-Fettsäuren und Vitamine


Der  Nährstoff-Cocktail besteht aus einem Trinkjoghurt, dem unter anderem die Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) zugesetzt sind. Außerdem enthält der Cocktail Folsäure, Cholin, die Vitamine B12, B6, C und E sowie Selen, Phospholipide und den Zellbaustein Uridinmonophosphat.

Tierversuche haben bereits gezeigt, dass diese Nährstoffkombination mehrere für die Funktion des Gehirns wichtige Prozesse verbessern kann, darunter die die Zusammensetzung der neuronalen Membranen, die Bildung von Synapsen und die Signalübertragung. Auch die Durchblutung des Gehirns und die Neubildung von Gehirnzellen wurde bei den Tieren angeregt, wie die Forscher berichten.

Tests über zwei Jahre hinweg


Die aktuelle Studie fand an elf Kliniken in Europa statt und dauerte zwei Jahre. Die Hälfte der Patienten erhielt dabei täglich einen Trinkjoghurt mit dem Nähstoff-Cocktail, die anderer Hälfte bekam einen gleich aussehenden und gleich schmeckenden Joghurt ohne den Zusatz. Weder Patienten noch Mediziner wussten, um welche Variante es sich handelte.

Alle drei bis sechs Monate unterzogen die Forscher ihre Probanden einer ganzen Batterie von neurologischen Tests. Darin wurde geistige Fähigkeiten wie das Lernen, Erinnern oder Erkennen von Wörtern und Zahlen überprüft. Auch die Fähigkeit zur Bewältigung des Alltags wurde getestet. Außerdem untersuchten die Wissenschaftler mittels Hirnscans, ob und wie sich das Volumen verschiedener Hirnbereiche im Laufe der zwei Jahre veränderte.

Fitter im Alltag


Das Ergebnis: Der Nährstoff-Cocktail wirkte sich zwar nicht in allen kognitiven Fähigkeiten und Testkategorien signifikant aus. Es gab aber zwei überraschend deutliche positive Effekte bei den Patienten: Nach zwei Jahren hatte sich der Demenzstatus dieser Probanden um 45 Prozent weniger verschlechtert als in der Kontrollgruppe, wie die Forscher berichten.

Das bedeutet: Gerade die Aufgaben des täglichen Lebens bewältigten die Patienten mit dieser Behandlung deutlich besser und länger selbstständig als ohne. Beispiele hierfür sind die Fähigkeit, mit Notfällen im Haushalt umzugehen, finanzielle oder geschäftliche Vorgänge zu bewältigen oder wichtige Ereignisse nicht zu vergessen. Gerade diese Alltagsfähigkeiten wurden mit dem Nährstoff-Cocktail weitgehend stabilisiert.


Hirnabbau verlangsamt


Und noch etwas bewirkte der Nährstoff-Cocktail: Die für Alzheimer typische Schrumpfung des Gehirns verlangsamte sich, wie die Hirnscans enthüllten. Das Volumen des für das Gedächtnis wichtigen Hippocampus zeigte eine um 26 Prozent geringere Abnahme. Diese Hirnregion gilt als der Hirnbereich, der mit als erster vom Abbau der Hirnsubstanz bei Alzheimer betroffen ist.

Zudem zeigten die Aufnahmen, dass die Hirnventrikel bei diesen Patienten um 16 Prozent weniger an Größe zugenommen hatten. Diese flüssigkeitsgefüllten Hohlräume vergrößern sich typischerweise, wenn durch Alzheimer die Hirnsubstanz verloren geht. Die Verlangsamung dieser Entwicklung deutet daher ebenfalls auf eine positive Wirkung des Nährstoff-Cocktails hin, so die Forscher.


"Nährstoff-Cocktail kann helfen"


"Die LipiDiDiet Studie zeigt damit, dass die Nährstoffbehandlung helfen kann, sowohl die Gehirnsubstanz und das Gedächtnis zu bewahren als auch den Anforderungen des täglichen Lebens gerecht zu werden – wohl der bedrückendste Aspekt der Alzheimer-Krankheit", sagt Soininen. Zwar wird dadurch der Ausbruch von Alzheimer nicht verhindert, aber möglicherweise zumindest in einigen Aspekten gebremst.

Die Wissenschaftler halten es daher für sinnvoll, die Wirkung solcher Nähstoff-Cocktails weiter zu untersuchen – auch und gerade bei Patienten mit Vorformen von Alzheimer oder ersten Frühstadien. "Je früher diese Intervention eingesetzt wird, desto größer ist der Nutzen für den Patienten", sagt Studienleiter Tobias Hartmann von der Universität des Saarlandes. (The Lancet Neurology,2017; doi: 10.1016/S1474-4422(17)30332-0)

Samstag, 28. Oktober 2017

Gib der gesunden Darmflora eine Chance


Wenn wir klein sind, bekommen wir von unserer Mutter Trosthäppchen, und von da an greifen wir bei jedem Stress am liebsten zu Ähnlichem. Die Folge:

Unsere wunderbare Darmflora wird geradezu süchtig nach Zucker, anderen raffinierten Kohlenhydraten und ungesunden Fetten, uns wenn wir dann mehr als zwölf Stunden am Stück nichts essen, geht sie auf die Barrikaden.
Nicht wir kommen dann schier um vor Hunger, sondern unsere Darmbakterien fühlen sich so und setzen Toxine frei, die unserem Gehirn Unterernährung signalisieren.

Eigentlich bräuchten wir nicht unbedingt etwas zu essen, bekommen aber einen regelrechten Wolfshunger, weil unsere Darmflora Futter möchte.

Zum Glück sind diese Mikroben derart schlau, dass sie schon nach 24 Stunden Entzug beginnen, sich umzustellen. Die Sucht nimmt ab, und es stellt sich ein neues Gleichgewicht ein, sodass eine gesunde Darmflora nachwachsen kann.
Wir lassen Zucker- und Stärkehaltiges sowie schlechte Fette weg und nehmen hochwertige Probiotika ein.
So kann sich die gesunde Darmflora schnell ausbreiten.

Das macht kurze Fastenperioden so wertvoll, denn sie stellen im Darm ein gesundes Gleichgewicht her und mobilisieren die Selbstheilung des Körpers.




Freitag, 27. Oktober 2017

Mit Regenwurm-Schleim gegen Lungenkrebs






Regenwürmer (Lumbricidae) sind im Boden zu Hause und ernähren sich dort von Pilzen, Bakterien und vor sich hinrottenden Pflanzen. Um sich vor den Keimen im Untergrund zu schützen, produzieren sie eine hoch antibiotische Substanz – Schleim.




Die ersten Labortests waren noch wenig überzeugend: Die Substanz zerstörte zwar wie erhofft die Krebszellen, allerdings rückte sie auch gesundem Gewebe zu Leibe, wie «Science & Scholarship in Poland» berichtet.


Daraufhin veränderten Rzymowska und ihre Kollegen die Aufbereitung des Schleims – mit Erfolg. Bei dieser Zellkultur konnten 80 Prozent aller Krebszellen zerstört werden.

Gewinnung des Schleims



Um an die vielversprechende Substanz zu gelangen, müssen die Regenwürmer mit schwachen Stromstössen (4,5 Volt) gemolken werden. Anschliessend reinigen die Forscher den Schleim und erhitzen ihn auf 70 Grad, um ihn danach tiefzukühlen. Diese Prozedur ist entscheidend: Nur wenn man die richtige Temperatur auswähle, «entsteht ein selektiv wirksames Präparat, das normale Zellen nicht angreift», wie es in der Mitteilung heisst.


Aus einem Regenwurm lassen sich im Schnitt 0,1 Milliliter Extrakt gewinnen. Wie viel es davon braucht, um einen Tumor erfolgreich zu behandeln, ist noch unklar. Das wollen die Forscher in weiteren Untersuchungen herausfinden

Lancet Studie: Folgen der Fehlernährung


Folgen der Fehlernährung




Fehlerhafte Ernährung hat im Jahr 2016 bei jedem fünften Todesfall eine entscheidende Rolle gespielt. Das geht aus der weltweit größten Gesundheitsstudie hervor, die in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht wurde. 

Das Sterberisiko steigt demnach, wenn jemand zum Beispiel wenig Vollkornprodukte, kaum Nüsse, Obst oder Fisch, dafür aber viel verarbeitetes Fleisch konsumiert.




Ein solches Essverhalten könne Übergewicht, einen hohen Blutzuckerspiegel, Bluthochdruck und zu hohe Cholesterinwerte verursachen, warnen die Forscher. Dabei handelt es sich um vier der zehn häufigsten Risikofaktoren für einen frühzeitigen Tod. 

Trotz vieler Fortschritte im Gesundheitsbereich sei vor allem Übergewicht ein ernsthaftes Problem in vielen Ländern, erklärt Christopher Murray vom Institut für Gesundheitsevaluation der Universität von Washington in Seattle (USA).

2016 seien rund zehn Millionen Menschen an Krankheiten gestorben, zu denen ihre Essgewohnheiten beigetragen hätten. Die Ergebnisse sind Teil der Global Burden of Disease Study, für die mehr als 2500 Experten jährlich Daten zu mehr als 330 Krankheiten, Todesursachen und Verletzungen zusammentragen. 

Viele Ergebnisse sind aufgefächert für 195 Länder und Regionen, darunter auch Deutschland.

Susanne Rolinski vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK):


Mehr Tote durch ungesunde Ernährung als durch Hunger


"Doch schon heute verursacht ungesunde Ernährung eine höhere Sterblichkeit als Unterernährung und Hunger", so der Forscher weiter. Ungesunde Ernährungsstile, die reich an rotem Fleisch, Zucker und verarbeiteten Nahrungsmitteln sind, stellen einen wichtigen Risikofaktor für Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Krebs, oder Herz- und Kreislaufkrankheiten dar. Durch den erwarteten enormen Anstieg des Fleischkonsums in Schwellenländern könnte dieser Risikofaktor künftig sogar noch relevanter werden.


Quelle: Lancet, Spiegel online, Scinexx.de, PIK

Samstag, 21. Oktober 2017

Der Darm ist die "Wurzel der Pflanze Mensch" (Franz Xaver Mayr)

Der Darm ist die "Wurzel der Pflanze Mensch" (Franz Xaver Mayr) 





Darmreinigungssysteme im Überblick von Barbara Simonsohn Quelle: CO'MED – Fachmagazin für Complementär-Medizin, 12/2001 Darmreinigungskuren sind "in". 

Franz Xaver Mayr, österreichischer Darmspezialist, wird wieder viel gelesen. Er sagte: "Der Tod sitzt im Darm" und fand heraus, daß fast alle Krankheiten besser wurden oder sogar verschwanden, wenn der Darm gesund war. 

Heutzutage ist der Darm durch zu viel Streß, tierisches Eiweiß, Alkohol und Kaffe sowie Fertignahrung und "Junk Food" zusätzlichen Belastungen ausgesetzt. 

Wußten Sie, daß die Oberfläche des Dünndarms, der aus Tausenden von kerzenförmigen Ausbuchtungen – Darmzotten – besteht, auseinandergewalzt so groß wie ein Fußballfeld von etwa 4000 Quadratmetern wäre?

Und daß wir im Idealfall etwa 2,5 Kilo "gute" Darmbakterien haben, die unsere Nahrung aufschließen und uns vor Schadstoffen und Erregern schützen und daß wir diese durch ballastreiche Kost wie Flohsamenschalen füttern und "bei Laune halten" sollten? Oder daß allein der Dünndarm eines Erwachsenen sieben bis neun Meter lang ist? 

Oder das im Darm der Hauptsitz unseres Immunsystems angesiedelt ist? 

Die Verschlackung der Darmzotten kann zu Gesundheitsstörungen und Mangelzuständen selbst bei gesunder, vitalstoffreicher Ernährung führen, weil Nährstoffe nicht optimal ausgenutzt werden können. 

Es kann zu einer Selbstvergiftung des Organismus über den Darm kommen. 

Im Dünndarm findet die Assimilation der Nahrung statt, während der Dickdarm im Wesentlichen nur noch die Aufgabe hat, das, was der Körper nicht brauchen kann, durch Eindicken für die Ausscheidung vorzubereiten. Wer dies versteht, begreift auch, warum die "Colon-Hydro-Therapie" oder Einläufe die ausschließlich den Dickdarm erreichen, nur von begrenzter Wirkung sein können.

Im sieben bis neun Meter langen Dünndarm findet die eigentliche Verdauungsleistung, das Aufschließen und die Aufnahme der Nährstoffe, statt: 

Ideal ist es, dem Darm einmal im Jahr für mindestens zehn Tage "Urlaub" zu gönnen und zu fasten. Morgens und eventuell abends sollte ein Bittersalz-Trunk eingenommen werden. 

Man nimmt dazu morgens einen flachen Teelöffel Bittersalz oder Magnesiumsulfat (Apotheke) in einem viertel Liter Wasser gut verrührt zu sich. Mit dieser laut Dr. Renate Collier "physiologischen Lösung" – das menschliche Blut enthält etwa gleich viel Salz – werden die Darmzotten umspült und Ablagerungen ausgeschieden. Es kann nicht zu einer Rückvergiftung durch Schlacken über die Darmwand ins Blut kommen. 

Diesen Bittersalz-Trunk kann man kurmäßig beim Fasten, für vier Wochen oder auch für unbegrenzte Zeit einnehmen. Es gibt Darmreinigungskuren auf dem Markt, wie die Gray-Kur oder die Clean-meout- Kur, welche Kräuter aus konventionellem Anbau enthalten. 

Pestizide und andere Agrargifte sind "Gift" für unsere empfindliche Darmschleimhaut! 


Die Clean-me-out-Methode arbeitet mit Abführmitteln: 


Der Darm sollte aber lernen, sich selbst zu reinigen und aus eigener Kraft zu entleeren. Abführmittel, auch pflanzliche wie Sennesblätter, erschlaffen immer den Darm, wodurch die wichtige Persitaltik gestört ist. Daher kann ich solche Darmreingungskuren nicht befürworten! 

60 Prozent aller Frauen jenseits des 50. Geburtstages greifen regelmäßig zu Abführmitteln, eine erschreckende Zahl. Wer mit Abführmitteln einmal anfängt, bei dem funktioniert die Verdauung schnell überhaupt nicht mehr "ohne". Fatal, daß einige Ärzte behaupten, eine tägliche Entleerung sei nicht nötig, zwei Mal die Woche reiche. Entzündungen mit der möglichen Entwicklung von Dickdarmkrebs sind vorprogrammiert! 

Das Clean-me-out-Programm betrachte ich außerdem als überteuert. Es kostet mehr als 1000 Mark. 

Eine sanfte und gleichzeitig gründliche Darmreinigungs- und Vitalisierungsmethode aus den USA, "Éjuva", macht seit einigen Jahren auch in Deutschland Furore: 

Diese Kur wurde von Rohköstlern entwickelt und verwendet 93 spezielle Kräuter aus Wildwuchs oder Bio-Anbau, zum Beispiel aus Indien, China, Neuseeland und den USA, die eine sanfte und gründliche Reinigung des Darms und eine Wiederherstellung der körperlichen Homoöstase durch den Aufbau einer gesunden Darmflora bewirken. 

Die Kur besteht aus vier Phasen: 

Die ersten beiden Phasen lockern Kot- und Schleimablagerungen im Darm, die dann in Phase drei und vier zur Ausscheidung kommen. In der vierten Phase wird keine feste Nahrung gegessen, sondern außer den Präparaten täglich vier Kombi-Shakes getrunken, außerdem frische Frucht- und Gemüsesäfte. Die Hersteller legen großen Wert darauf, daß in der sensiblen Phase der Darmreinigung nur unbelastete Bio-Pflanzen verwendet werden. 

Das Éjuva-System aus Bremen ist zwar gut, aber eben auch mit knapp 1000 DM nicht gerade billig. 

In der Zwischenzeit habe ich ein weiteres gutes und preiswertes Darmreinigungsprogramm kennen gelernt und ausprobiert: Die "Colodyne" von der englichen Firma "Life Plus", die seit 1936(!) mit natürlichen Nahrungsergänzungen auf dem Markt ist. 

Vorteil: Die Zutaten sind alle natürlich und aus BIO-Anbau und die Herstellung erfolgt bei Körpertemperatur, alle pflanzlichen Enzyme sind noch intakt. Eine kleine Packung (300 Gramm) kostet etwa 50 DM, und eine große, 700 Gramm, etwa 80 DM. 

Für das, was man mit dem "Colonformula"-System erreichen kann, nämlich eine gründliche Darmreinigung und Aufbau einer gesunden Darmflora, sind dies sehr moderate Preise. 

Das Produkt enthält eine patentierte Mischung aus Lysozyme-Enzymen mit Grapefruit-Enzymen, Bromelain und Papain aus der Papaya-Frucht und eine stabilisierte Mischung nützlicher Micro-Flora einschließlich Lactobazillus Salvarius, Lactobazillus Acidophilus, Lactobazillus Bulgaricus und Lactobazillus Bifidus. "Colodyne" ist auf "Phytozyme-Basis" hergestellt, das heißt, die Inhaltsstoffe sind an spezielle Kräuter gebunden und sekundäre Pflanzenstoffe und Pflanzenenzyme sorgen für eine hohe Bioverfügbarkeit. Natürlich sind darin keine Konservierungsstoffe, kein Zucker, Stärke, Weizen, Hefe, Korn, Milch, Sojaderviate, künstliche Geschmacksstoffe oder Farbzusätze enthalten. Im "Colodyne"-Pulver sind Psylliumsamen und Psylliumsamen-Schalen enthalten, außerdem Flachssamen, Meeresalgen, Rote Beete-Pulver, Blätter der schwarzen Walnuss, Mannitol und eine Acidophilus-Kultur. 

Wie ein Schwamm saugen die Flohsamenschalen Darmgifte auf und erhöhen gleichzeitig das Darmvolumen, was eine zügige Darmentleerung zur Folge hat. Naturheilärzte machen giftige Abfallprodukte im Darm, die in den Darmtaschen faulen, für Entzündungen der Darmschleimhaut – Diverticulitis – sowie andere Krebsarten verantwortlich. 

Das Präparat löst nach und nach den Schleim an den Darmwänden auf: Wenn man diese Kur macht, stellt man fest, daß sich manchmal Schleimstreifen und alle möglichen schlecht riechenden Ablagerungen im Stuhl befinden. Das Abwerfen von körperlichem Ballast wird auch oft durch eine seelische Reinigung begleitet, indem Themen zum Beispiel in Träumen auftreten, die man für längst vergessen und erledigt hielt. 

 Die vielen Faserstoffe in "Colonformula" sind ein idales "Futter" für die mehr als 80 Billionen(!) Darmbakterien, die etwa 2,5 Kilo unseres Körpergewichts ausmachen: Darmbakterien produzieren wichtige Vitamine wie Vitamin B12 und sind für einen gesunden ph-Wert im Darm zuständig. Durch die Pflege pysiologischer Darmbakterien können sich keine Pilze wie Candida Albicans bilden und vermehren. Verschiedene Kräuter in "Colodyne" reinigen zusätzlich den Darm von Ablagerungen. Verschiedene puderförmige Bentonite – natürlicher Lehm/Ton – bauen Gifte ab. 

Alginate ist eine Meeresweiden-Substanz, die gifte METAlle und Umweltgifte absorbiert, speziell Aluminium, das der Körper normalerweise nur schwer ausscheiden kann. Aluminiumbelastung kann zu Alzheimer, Depressionen und Psychosen führen und den Herzmuskel schädigen. Alginate hält das gelöste Aluminium im Verdauungstrakt, so daß es mit dem Stuhl ausgeschieden werden kann und nicht über die Galle resorbiert wird. "Colonformula" ist ein Pulver, was man in Wasser oder Saft einrühren kann und entweder morgens oder abends einnimmt. 

In den ersten Tagen, zu Beginn der Reinigungsphase, können Blähungen auftreten. Im Laufe der Kur kann man dann feste Ablagerungen beobachten, die teilweise Jahre alt sein können. Wer die Kur macht, kann einen sofort spürbaren Effekt wahrnehmen. Da die Rückvergiftung über den Darm ins Blut aufhört, fühlt man sich klarer und besser gelaunt. Außerdem werden Nährstoffe zum Beispiel in Obst und Gemüse viel besser aufgenommen, wenn die Darmzotten von Schlacken befreit sind. Wenn der Stuhl wohlgeformt und fast geruchslos ist, man keine Blähungen oder sonstige Verdauungsstörungen hat und man sich rundherum wohl fühlt, kann man die Kur beenden. 

Man kann sie aber auch in geringerer Dosierung für unbegrenzte Zeit fortsetzen, damit es erst gar nicht wieder zu Schlacken und Ablagerungen im Darm kommt und die Darmflora durch Faserstoffe und Kräuter ständig "gefüttert" und gepflegt wird. 

Die Kur kann mit den Produkten Paracleans (Bitterstoffe) und organischem Schwefel (MSM) ergänzt werden.

Über die Autorin: BARBARA SIMONSOHN studierte Sozialwissenschaften und schloss ihr Studium als Diplom-Politologin ab. Später entschloss sie sich, etwas über biologischen Land- und Gartenbau zu lernen und besuchte die Findhorn-Gemeinschaft in Schottland sowie den bio-dynamischen Hof von Baldur Springmann, dem bekanntesten Öko-Bauer Deutschlands. Die Autorin beschäftigt sich seit zwanzig Jahren mit dem Thema Ernährung und ließ sich von der Naturheilärztin Dr. Renate Collier zur Azidose- und Fastenleiterin ausbilden.