Dienstag, 16. Februar 2016

BIRKENZUCKER (Xylit): Tiefer glykämischer Index


 BIRKENZUCKER (Xylit)




1. Gewinnung von Birkenzucker (Xylit)




Für die Xylit-Herstellung werden Xylan-haltige Pflanzenmaterialien (z.B. Holz, Rinde oder Maiskolbenreste) zerkleinert und mit Wasser gemischt, so dass sich das Xylan im Wasser löst. Xylan ist ein Xylose-Polysaccharid, ein langkettiges Holzzucker-Molekül, das auch Hemicellulose genannt wird und für Menschen unverdaulich ist. Bei Buchenholz, das hauptsächlich für die Xylose-Herstellung verwendet wird, beträgt der Xylan-Anteil ca. 27 %. Mit verschiedenen Verfahren kann man das Xylan hydrolisieren, so dass einzelne Holzzucker-Moleküle (Xylose) entstehen. Aus Xylose wird in einem weiteren Verarbeitungsschritt Xylit hergestellt.


Xylose schmeckt deutlicher weniger süß als normaler Zucker (Saccharose) und kann vom menschlichen Körper nicht verdaut werden. Durch Ionen-Austausch-Chromatographie wird die Xylose isoliert, gereinigt und schließlich mit Wasserstoff und Raney-Nickel katalytisch zu Xylit hydriert. Die Lösung wird konzentriert, gefiltert und durch weitere Verfahren von Schwermetallen und anderen Verunreinigungen gereinigt, bis kristallines, sehr reines Xylit übrig bleibt. Durch Kristallisation erhält man orthorhombische Kristalle, die aber meist unregelmäßig sind. Durch Sprühtrocknung kann sehr feines Pulver hergestellt werden, das zum Beispiel für die Herstellung von Bonbons und in der Pharmazie beliebt ist. Um feines Xylitpulver zu erhalten, können größere Kristalle gemahlen werden.


2. Der glykämische Index:



Der glykämische Index (GI) wurde ursprünglich für die Kontrolle des Blutzuckerspiegels von Diabetikern entwickelt. Der Index zeigt, wie schnell sich das im gegebenen Lebensmittel enthaltene Kohlenhydrat im Organismus einzieht – je niedriger der GI-Wert einer Speise ist, desto weniger Glukose gerät in den Blutstrom, so soll die Bauchspeicheldrüse auch weniger Insulin erzeugen, damit die Glukose zu den Zellen gelangt. Je weniger Insulin sich bildet, desto weniger Fett wird von dem Organismus gelagert.

Vom glykämischen Index her können die Lebensmittel in drei große Gruppen geteilt werden: Der Verzehr der Gruppen mit einem GI-Wert von 0-55 sind mit niedriger, mit einem Wert von 56-69 mittlerer und der Verzehr der Gruppe mit einem GI-Wert von 70-100 höherer Blutzuckerspiegelerhöhung verbunden. Als Vergleich: Der glykämische Index der konventionellen braunen und weißen Zucker befindet sich zwischen 68 und 100, also möglichst hoch, hingegen ist der Index des Birkenzuckers 7.

Zahlreiche klinische Versuche beweisen, dass der Organismus den Birkenzucker sehr langsam verarbeitet und nicht die gesamte Menge. Der Birkenzucker verursacht keine plötzliche Änderung im Blutzuckerspiegel: er löst weder die Erhöhung, weder die Reduzierung aus; eher stabilisiert und hält diesen niedrig. Die Diabetiker können – unter Anwendung des Birkenzuckers – süße Speisen verzehren, indem ihr Blutzuckerspiegel nicht steigt.

Für die Verdauung des Birkenzuckers ist kein Insulin erforderlich.

Nach einer am 21. Juli 1981 veröffentlichten Forschung haben 14 Insulinbenutzer versuchsweise ein mit entweder 30g Birkenzucker oder mit 30g Traubenzucker versüßtes Frühstück erhalten, während dessen die Reaktionen ihrer Organismen ständig kontrolliert wurden. 

Der Unterschied war spektakulär. Bei den Personen, die Traubenzucker verzehrt haben, war die Erhöhung des Blutzuckerspiegels und des Bedarfs an Insulin sofort messbar. Der Verzehr von 30 g Birkenzucker hat keine sofortige Nebenwirkung verursacht. Die weiteren Vermessungen nach 1 bzw. 2 Stunde/n haben bestätigt, dass die Verdauung und die Wirkung des Birkenzuckers der Stärke gleichwertig und für Diabetiker vollständig sicher sind.

3. Verzehr des Birkenzuckers für Diabetiker


Die mit Birkenzucker zubereiteten Speisen können aufgrund der Regelung der
einheitlichen internationalen lebensmittelhygienischen Anforderungen auch offiziell mit dem Unterscheidungsmerkmal „von Diabetikern verbrauchbar“ gekennzeichnet werden.

Bei der Zuckerkrankheit ist der Kohlenhydratgehalt eines gegebenen Produktes wichtig. 25% des Birkenzuckers ziehen sich direkt als Kohlenhydrat ein, jedoch während des gesamten Verdauungszyklus nehmen weitere 13-25% indirekt an der Verdauung von Kohlenhydraten teil und beeinflussen dadurch den Kohlenhydrat-Energiehaushalt. Bei den Zuckerkranken – unabhängig von der Phase der Krankheit – sollen 50% Kohlenhydrat eingerechnet werden, also 100g Birkenzucker bedeuten 50g Kohlenhydrat.

Für diejenige, die nach der Heilmethode der Zuckerkrankheit suchen, schlagen wir vor, mit ihrem Arzt über die Vorteile und physiologischen Wirkungen des Birkenzuckerverzehrs zu konsultieren. Viele leiden daran, dass sie nicht sicher sind, warum sie auf ihre Lieblingsspeisen und Getränke verzichten müssen.

Ein Menü, das wenig verfeinertes Kohlenhydrat (z. B. Weißmehl und davon zubereitete Kuchen, Backwaren u. ä.) enthält, stellt mit Birkenzucker kombiniert einen langfristig stabilen Insulinspiegel und reduziert die Notwendigkeit der Insulinspritzen.