Mittwoch, 13. Juni 2018

Ginkgo Biloba: Natürlicher Schutz für die Gefäße




Natürlicher Schutz für die Gefäße



Ginkgo-Extrakte scheinen frühen Phasen der Gefäßverkalkung vorzubeugen. Das führen Berliner Wissenschaftler vor allem auf das antioxidative Potenzial der enthaltenen Flavonoide zurück.

Ein Extrakt aus Ginkgo-biloba-Blättern scheint der Entstehung arteriosklerotischer Plaques in Blutgefäßen vorzubeugen. Darauf deutet eine Pilotstudie von Wissenschaftlern um Professor Dr. Günter Siegel vom Institut für Physiologie der Charité Universitätsmedizin Berlin hin. Erschienen ist sie in der Fachzeitschrift »Atherosclerosis« (Band 192, Seiten 438 bis 444).

Gewöhnlich kommen Ginkgo-Extrakte zum Einsatz, um bei älteren Menschen die Durchblutung und Konzentrationsfähigkeit zu steigern. Siegel und Kollegen deuten nun auch auf eine Schutzwirkung vor Arteriosklerose hin.

An der Studie nahmen insgesamt acht Patienten teil, die sich alle aufgrund einer schweren Arteriosklerose einer Bypass-Operation am Herzen unterziehen mussten. Nach dem Eingriff bekamen sie als Standardtherapie Acetylsalicylsäure zur Gerinnungshemmung sowie blutdrucksenkende Beta-Blocker und ACE-Hemmer. Zusätzlich nahmen sie acht Wochen lang zweimal täglich 120 Milligramm des Ginkgo-Spezial-Extraktes EGb 761 (Rökan® novo) ein.

Vor und nach diesem Zeitraum wurde ihnen eine Blutprobe entnommen und im Labor untersucht, unter anderem mithilfe eines In-vitro-Modells, das die Bildung von Plaques und damit besonders frühe Phasen der Arteriosklerose erfassen soll. Dazu isolierten die Wissenschaftler aus den Blutproben die arteriosklerosefördernden Lipoproteine VLDL, IDL und LDL und brachten sie in Kontakt mit Calcium und einer Silikatoberfläche, die vorher mit einem Lipoproteinrezeptor aus Gefäßwänden beschichtet wurde. Dieses Modell haben Siegel und Kollegen selbst entwickelt. Seine Aussagekraft bestätigten sie, indem sie damit Blutproben von Herz-Kreislauf-Patienten testeten, die mit bekanntermaßen blutfettsenkenden und damit vor Arteriosklerose schützenden Statinen behandelt wurden.

In der aktuellen Untersuchung zeigten die Forscher, dass sich in dem Modell nach dem Behandlungszeitraum mit dem Ginkgo-Extrakt durchschnittlich zwölf Prozent weniger Plaques bildeten, die zudem knapp ein Viertel kleiner waren.

Dabei beeinflusste der Extrakt aber nicht etwa die Zusammensetzung der Blutfette, wie Zusatzuntersuchungen zeigten.

Vielmehr reduzierten die darin enthaltenen Flavonoide die Oxidation von LDL-Cholesterin, die maßgeblich für die Plaquebildung verantwortlich sein soll. Gleichzeitig sinkt auch der Spiegel an Lipoprotein A, das ebenfalls die Arterienverkalkung fördern kann. Dagegen nahm die Konzentration der gefäßerweiternden Sunstanzen cAMP und cGMP deutlich zu.

Die Forscher schlussfolgern, dass Ginkgo-Extrakte möglicherweise die Standardtherapie von Patienten mit einem hohen Herz-Kreislauf-Risiko ergänzen können.

Vielleicht eignen sie sich auch, wenn Statine sich als unverträglich erweisen oder allein nur eine unzureichende Wirksamkeit zeigen. Das alles sei jedoch in klinischen Studien mit mehr Patienten zu überprüfen.


Ginkgo gegen dickes Blut


Untersuchungen von Ginkgo zeigten dabei, dass sich die Pflanze durch einen extrem hohen Gehalt an Terpenoiden, einem sekundären Pflanzenstoff, auszeichnet, der ähnlich wie OPC wirkt:

Die Terpenoide schenken der Membran von roten und weissen Blutkörperchen eine höhere Flexibilität, wodurch diese schneller und flüssiger durch den Körper schwimmen können.
Zudem wirken die Pflanzenstoffe im Ginkgo einer Thrombozytenaggregation entgegen, wodurch die Blutplättchen nicht mehr verklumpen.

Ginkgo ist neben OPC insofern eine weitere natürliche Alternative zur Blutverdünnung.