Mittwoch, 11. November 2015

Theanin und GABA

Theanin und GABA



(Quelle: Wiki)



Eine Nahrungsergänzung von GABA keinen Sinn macht,  um die entspannende Wirkung von GABA zu geniessen – die Aminosäure ist schlicht nicht in der Lage, die  Blut-Hirn-Schranke zu überwinden.
Ohnehin würde ich Entspannungstechniken wie Meditation bevorzugen,
und wer einen ruhigen Job mit viel körperlicher Bewegung hat, braucht dieses
wahrscheinlich alles nicht.
Wer aber unter Dauerstress leidet, könnte von einem erhöhten Anteil von GABA im Gehirn durchaus profitieren.
GABA wirkt angstlösend, muskelentspannend, schmerzstillend und blutdruckstabilisierend.
Typische Stresssymptome werden so reduziert.
Auch wird GABA neben den beiden Schlafhormonen Melatonin und Seratonin (dem Vorgänger von Melatonin) eine schlaffördernde Wirkung nachgesagt.
Eine Möglichkeit, sein Vorkommen vom GABA im Gehirn zu beeinflussen ist Theanin.
Genau wie GABA handelt es sich hier um eine nicht-proteinogene Aminosäure, also ein Eiweiß, was nicht in den Muskel eingebunden wird, sondern andere Funktionen im Körper erfüllt.
Theanin ist in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und so psychaktiv zu wirken, indem es sowohl das Aufkommen von GABA als auch seinem eigentlichen Antagonisten Dopamin erhöht.


(Quelle: Wiki)

Die Folge: ein ruhiger, entspannter, dennoch wacher Zustand.
Kommt einem als Meditierendem bekannt vor?
Ganz richtig, Theanin fördert die Bildung von Alphawellen im Gehirn. Diesen Alphazustand, also die Dominanz von Alphawellen im Gehirn erreicht der Mensch seit Jahrtausenden durch Meditation. Das lässt sich wunderbar mithilfe eines EEG messen.
Theanin kommt praktisch nur in grünen Tee in nennenswerten Mengen vor. Auch schwarzer Tee enthält Theanin, allerdings wurde durch die Fermentation der (eigentlich grünen) Teeblätter viel Theanin zerstört.
In Tee ist Theanin immer zusammen mit Koffein enthalten. Interessanterweise wirken die beiden Inhaltsstoffe ziemlich gegensätzlich: Theanin wirkt beruhigend, Koffein aufputschend.
Theanin erklärt somit 2 Eigenschaften des grünen Tees:
  • Grüner Tee wirkt anregend, aber nicht wie Kaffee aufputschend und nervös machend
  • kurz gebrühter grüner Tee wirkt aufputschender als 5 Minuten gebrühter Tee, da Koffein viel schneller freigesetzt wird als Theanin
Theanin ist also ein weiterer Grund, grünen Tee zu trinken. Grüner Tee wirkt auch Arteriosklerose, Krebs und Diabetes entgegen und  hilft sogar beim Abnehmen.
Wer von der entspannenden, Alphawellen-fördernden Wirkung von Theanin profitieren möchte, kommt mit grünen Tee nicht sehr weit, da die Wirkung des Theanins immer von der entgegengesetzten Wirkung des
Koffeins aufgehoben wird.
Abhilfe schaffen hier Kapseln aus Grüntee Extrakt. Diese enthalten zwar immer auch etwas Koffein, das Verhältnis ist aber wesentlich günstiger und auch die Menge des extrem gesunden Epigallocatechingallat (EGCG) ist deutlich höher als in normalen
Teebeuteln.
Mittlerweile gibt es auch schon Theanin Kapseln.
Diese werden aus Teeblättern gewonnen und enthalten bis zu
200 mg Theanin, neben den anderen, sehr gesunden Pflanzenstoffen