Sonntag, 10. August 2014

Cholin - entfettet und entgiftet die Leber

Cholin



Cholin (Trimethyl-äthanolamin) ist ein Aminoalkohol und ein quartäres Ammoniumsalz. Es wurde 1862 entdeckt und 1866 erstmals chemisch synthetisiert. Es entsteht aus 2-Amino-äthanol durch Methylierung.
Cholin ist ein für Säuger semi-essentieller Nährstoff: Bei adäquater Versorgung mit Aminosäuren, hier insbesondere Lysin und Methionin, kann Cholin in ausreichender Menge im Körper gebildet werden. Daneben wird es bei monogastrischen Tieren auch durch die Nahrung aufgenommen (da Cholin als Bestandteil des Lecithins in der Zellwandmenbran vorhanden ist). Wiederkäuer bilden hier eine Ausnahme, da Cholin nahezu vollständig im Pansen abgebaut wird.
  • Es ist ein Bestandteil des Lecithins.
  • Cholin ist in der Lage, im Stoffwechsel 3 Methylgruppen abzugeben; das entlastet den Methioninstoffwechsel (Methionin ist eine essentielle Aminosäure) und mittelbar auch den Stoffwechsel des Vitamins Folsäure.
  • Cholin ist ein Bestandteil des Neurotransmitters Acetylcholin.
Außerdem spielt Cholin eine wichtige Rolle im Aufbau und in der Signalverarbeitung von Zellmembranen.
CHOLIN gehört zu den B-Vitaminen. Da es der Körper in der Leber in geringen Mengen aus der Aminosäure Methionin und den Enzymträgern Vitamin B12 und Folsäure auch selbst herstellen kann - vorausgesetzt er hat genügend von diesen Substanzen, was heute eher selten ist - wird es als Vitaminoid (vitaminähnlicher Stoff) bezeichnet.
Cholin ist eine fettähnliche Substanz, die in allen Körperzellen zu finden  und wichtig für gute Gesundheit ist. Wenn wir zu wenig mit der Nahrung aufnehmen, können wir nur wenig davon speichern und bringen dann die Leber aus dem Gleichgewicht. Cholin und Inositol werden auch als "Fettkiller" bezeichnet, weil sie dafür sorgen, dass Fette flüssig bleiben und sich nicht in Organen oder Blutgefässen anstauen und ablagern , sondern alle Zellen mit den für sie unentbehrlichen Fettsäuren versorgen. Beide kontrollieren als Bausteine des Lezithins den Cholesterinspiegel. Cholin liegt in Lebensmitteln meist als Phosphatidylcholin vor, und wird in der Leber, im Gehirn und in den Nieren aufgenommen. 

Man findet es in vielen Lebensmitteln, dennoch ist seine tägliche Zufuhr in Westeuropa und in den USA mit 0,2 - 1 g zu niedrig. Lezithin aus Sojabohnen ist eine besonders gute Quelle von Cholin. Es enthält etwa 20% Phosphatidylcholin.
Funktionen des Cholins:
  • Entgiftung und Ausscheidung von Chemikalien: Cholin unterstützt die Enzyme der Leber, das Blut zu entgiften und Umweltgifte, Schwermetalle, Alkohol sowie Medikamente auszuscheiden.
  • Fettstoffwechsel in der Leber: Cholin transportiert Triglyceride und andere Fette aus der Leber in die Gewebe. Mangelt es daran, so häuft sich Fett in den Leberzellen an und die Funktion der Leber ist gestört. Es verhindert die Verfettung der Leber und die zusammen mit Inositol und Methionin die Schäden reduzieren und die Heilung vorantreiben.
  • Schwangerschaft: Der Bedarf ist erheblich höher, bei Mangel kann es zu Fettablagerungen in der Leber kommen.
  • Gehirn: Lezithin und Cholin können den Acetylcholin-Spiegel im Gehirn erhöhen. Sie können die Gedächtnisleistung steigern und bei Alzheimer-Krankheit sowie anderen Demenzen helfen, wo der Acetylcholin-Spiegel niedrig ist.
  • Bewegungsstörungen: Unregelmäßigkeiten des Acetylcholin-Systems im Gehirn können zu Bewegungsstörungen führen.. Menschen mit Huntington-Krankheit und anderen Nervenstörungen, die sich in abnormalen Bewegungen äussern, können durch Cholin- bzw. Lezithingaben Besserung erfahren.Bildung von Gallensteinen.
  • Aufbau von Acetylcholin: Cholin kann die Blut-Hirn-Schranke leicht durchdrngen und wird in Nerven und Gehirn zu Acetylcholin umgewandelt, einem Nervenbotenstoff (Neurotransmitter), der Nervenimpulse überträgt und Gefühle wie auch Verhalten steuert. Es wirkt entspannend, beruhigend , stressabbauend und Gedächtnis fördernd.
  • Aufbau der Zellwände: Cholin wird zum Aufbau der Zellwände im ganzen Körper benötigt und auch um Myelin herzustellen, die Markscheide der Nervenzellen. Es schützt somit Nervenzellen, Gehirn und Knochenmark.
Ursachen von Cholinmangel:
  • Der Bedarf an Cholin steigt beträchtlich bei Mangel an Folsäure und Vitamin B12.
  • Regelmäßiger Alkoholgenuss senkt den Cholinspiegel im Körper.
  • Während Schwangerschaft und Stillzeit ist der Bedarf erhöht.
  • Menschen mit Bauchspeicheldrüsen- oder anderen Fettverdauungsstörungen nehmen Cholin schlecht auf, so dass es zu Mangel kommen kann.
  • Chronische Erkrankungen, wie z.B. Arhtritis, entzündliche Darmerkrankungen oder AIDS erhöhen den Bedarf.
Folgen eines Cholinmangels:
  • Verfettung der Leber mit der Folge von Leberschäden und erhöhtem Risiko von Leberkrebs.
  • Gestörte Nierenfunktion mit der Folge hohen Blutdrucks. Es kann sich eine Nephritis entwickeln (Nierenentzündung).
  • Gestörter Carnitinstoffwechsel, gestörtes Wachstum.
  • Lern- und Gedächtnisstörungen.
  • Verminderte Produktion roter Blutkörperchen.
  • Unfruchtbarkeit
  • Ablagerung von LDL-Cholesterin in den Arterien (- Arteriosklerose)
Therapeutische Anwendung:
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Cholin vermag Triglyceride und den Cholesterinspiegel zu senken, sowie das gute HDL-Cholesterin zu erhöhen und senkt damit das Risiiko von Arteriosklerose, was auch günstig auf den Blutdruck wirkt. Cholin festigt überdies weiche Kapillarwände. Es hilft ferner bei Tinnitus (Ohrensausen) undSehstörungen.
  • Leber: Cholin regt die Engiftung der Leber an und kann Cholesterinablagerungen in Form von Gallensteinen verhindern.
  • Alkoholschäden: Alkohol kann zu Fettleber und Leberstörungen führen. Cholin kann
Erfahrungen mit Cholin:
Die berühmte amerikanische Ernährungswissenschaftlerin Adelle Davis schreibt in ihrem Buch: "Jeder kann gesund sein":  " Da bei Tieren unter Cholinmangel der Blutdruck ansteigt, führte man eine Untersuchung  an 158 Personen  mit gefährlich hohem Blutdruck durch, von denen etliche schon Schlaganfälle oder Netzhautblutungen oder beides durchgemacht hatten, andere an Nephritis litten. Alle wurden seit längerer Zeit mit verschiedenen Heilmitteln behandelt, alle ohne Erfolg. Deshalb setzte man alle Medikamente ab und gab nur Cholin, sonst blieb die Ernährung unverändert. Innerhalb von 5 - 10 Tagen besserten sich Kopfweh, Schwindel, Ohrensausen, Herzklopfen und Verstopfung. In allen Fällen war nach drei Wochen der Blutdruck gesunken, bei vielen sogar auf normale Werte. Allmählich kamen andere Besserungen dazu: Die Patienten berichteten, dass sie besser schlafen konnten, Harnverhaltungen kamen nicht mehr vor, Sehstörungen ließen nach, die Blutgefäße erweiterten sich und die Herzfunktion normalisierte sich. Ließ man das Cholin jedoch weg, stieg der Blutdruck über die Norm an, und die übrigen Symptome traten wieder auf."
US- Wissenschaftler schwören darauf, dass man mit Lezithin sehr erfolgreich  Arteriosklerose, überhöhte Leberfettwerte und sogar Leberverfettung (Zirrhose) behandeln kann. Selbst schwere Verstopfung spricht darauf an, wie es die Muskeln des Darmes anregt. Übrigens werden Cholin und Inosit als Bestandteilöe des Lezithins als "Anti-Aging-Therapeutikum" in den USA an Stelle von Valium und Librium (Tranquillizer) eingesetzt, da sie beruhigend und schlaffördernd wirken.
Der Bedarf wird auf 3000 -5000 mg täglich geschätzt.
Vorkommen in der Nahrung: 125 g Leber liefert 500 - 700 mg , ½ Tasse Weizenkeime 400 mg, 1 EL Hefe 40 - 180 mg,  1 gehäufter EL Lezithin 500 mg, 1 Ei 250 - 300 mg, 100 g Erdnüsse 100 mg, 1 Portion Gemüse, Vollkornbrot oder Fleisch 10 - 60 mg.
Ein vorhandener Leberschaden, z.B. bei Alkoholikern , kann durch mehrere Esslöffel Lezithin täglich bemerkenswert gebessert werden. Eine vollwertige Kost mit reichlich Protein trägt ein übriges dazu bei. Übrigens: Je mehr gesättigte (tierische)  oder gar gehärtete Fette ( in Pommes, Gebäck, Fertigprodukten...) man isst, desto mehr Cholin braucht man.
Tipp: Bei Stress und Erschöpfung täglich 1 EL Sojalezithin nehmen.