Sonntag, 10. August 2014

Kleines Fettkraut verbessert kongitive Fähigkeiten


                            Grüne Pflanze für graue Zellen




Extrakt aus dem Kleinen Fettkraut verbessert kognitive Fähigkeiten




Ihm wird nachgesagt, eine gedächtnissteigernde und angstlösende Wirkung zu haben: Das Kleine Fettblatt (Bacopa monnieri) wird seit tausenden von Jahren in der traditionellen ayurvedischen Medizin zur Verbesserung der Lernfähigkeit und bei nervlich bedingten Störungen eingesetzt. Bei Anwendung über einen längeren Zeitraum (3-4 Monate) konnten Studien bereits kognitionsfördernde Effekte zeigen. Eine neue Untersuchung prüft nun, ob sich diese positive Wirkung auch früher, d.h. akut nach der Einnahme, nachweisen lässt.

24 gesunde Probanden, davon 4 Männer und 20 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 25 Jahren, nahmen an der Studie teil. An drei Terminen absolvierten sie jeweils sechs Wiederholungen eines Kognitionstestes. Dieser Test bestand aus drei Teilen: Im „Serial 3s“ wurde den Teilnehmern eine zufällige Zahl zwischen 800 und 999 angezeigt, von der sie dann so schnell wie möglich für eine Dauer von zwei Minuten immer wieder die Zahl 3 subtrahieren sollten. Der „Serial 7s“ hatte die gleichen Bedingungen, jedoch sollte hier immer die Zahl 7 subtrahiert werden. Im sogenannten RVIP-Teil (Rapid Visual Information Processing, dt.: Rasche Verarbeitung visueller Informationen) sollten aus einer fortlaufenden Reihe zufälliger Nummern jeweils bestimmte dreistellige Zahlenreihen identifiziert werden. Hierbei sahen die Probanden 100 Nummern in der Minute mit jeweils acht korrekten Zahlenreihen.

Die Probanden nahmen zwei Stunden vor dem Absolvieren der sechs Test-Wiederholungen entweder ein Placebo, 320mg oder 640mg eines bestimmten Bacopa monnieri-Extraktes ein. Vor und nach den Durchläufen notierten die Teilnehmer ihren subjektiv empfundenen Stress und ihre Erschöpfung, außerdem wurden neben den Testergebnissen ausgewählte kardiovaskuläre Parameter, wie der Blutdruck, gemessen.

Bei der ersten, vierten und im Trend auch zweiten Wiederholung des „Serial 3s“ zeigte sich eine Verbesserung der Leistung in der 320mg-Gruppe: Es wurden mehr korrekte Antworten gegeben, als in der 640mg-Gruppe, am schlechtesten schnitt die Placebogruppe ab. Bei der Zahl der falschen Antworten bestand hingegen kein signifikanter Unterschied.

Beim „Serial 7s“ zeigte sich der größte Unterschied in der ersten Wiederholung: Hier gaben die Teilnehmer aus der 640mg-Gruppe signifikant weniger falsche Antworten, als die Teilnehmer aus der 320mg-Gruppe, der Unterschied zur Placebo-Gruppe fiel geringer aus. Bei den weiteren Wiederholungen zeigte sich kein signifikanter Unterschied bei den falschen Antworten mehr, die Zahl der korrekten Antworten nahm in beiden Serum-Gruppen im Vergleich zum Placebo allerdings zu und blieb dann relativ konstant.
Weder beim „RVIP“, noch in den subjektiven Stress- und Erschöpfungsleveln zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den drei Gruppen. Ebenso beeinflusste der Bacopa-monnieri-Extrakt die kardiovaskulären Parameter nicht.

Einschätzung:
Der größte Unterschied in der Leistung zeigte sich nach der vierten Wiederholung der Testreihe, bei welcher Probanden mit 320mg Bacopa monnieri-Extrakt die besten Ergebnisse erbrachten. Die Studie legt also nahe, dass diese Standard-Dosis optimal ist, um die geforderte kognitive Leistung zu steigern, zumal sich die 640mg-Dosis nur in der allerersten Wiederholung des "Serial 7s" als überlegen zeigte – die Autoren werten dies als statistische Anomalie.

Mit nur 24 Teilnehmern fällt die statistische Aussagekraft der Studie allerdings gering aus. Ebenso gilt es zu bedenken, dass die Teilnehmer verhältnismäßig jung waren. Ob der Extrakt auf ältere Menschen eine andere Wirkung hat, könnte in weiteren Studien untersucht werden.