Donnerstag, 7. Mai 2015

Pilze Wohltat für Gaumen und Organismus

Pilze Wohltat für Gaumen und Organismus






In unseren heimischen Wäldern sind nicht nur wohlschmeckende Pilze zu finden, sondern auch etliche Pilze mit Heilwirkung. Bereits Ötzi kannte offenbar den Nutzen einer Mykotherapie.


Der Ötzi mit seinem Birkenporling (Piptoporus betulinus)




Der Eismann Ötzi trug, als er vor etwa 5300 Jahren über die Alpen zog, Birkenporlinge um den Hals. Diese Pilze sind aber nur essbar, wenn sie sehr jung sind. Was also machte die Birkenporlinge für Ötzi so wertvoll? Der Mann vom Hauslabjoch hatte die Pilze vermutlich als Heilmittel dabei. Dem Birkenporling werden nämlich antibiotische Wirkungen zugeschrieben. Vor allem soll er bei Magenbeschwerden helfen. Dazu werden die Pilze in Scheiben geschnitten und 30 Minuten abgekocht. Dann wird der Sud getrunken.


Ferner wirkt Piptoporus betulinus nach Angabe von Praktikern gegen

• Verdauungsbeschwerden• Blähungen und Blähbauch• Allergiebedingte Krankheiten wie Hautjucken• Pickel und Mitesser• Nachlassenden Haarwuchs• Brüchigkeit von Nagelwuchs• Überempfindlichkeit der Augen, z. B. bei plötzlichem Lichtwechsel• Kälteempfindlichkeit• Schlafstörungen• Schluckauf (Krampflösender Einfluss auf das Zwerchfell)• Ermattung und Erschöpfung







Mykotherapie



Das Wissen um heilende Pilze ist sehr alt, aber bei uns in Vergessenheit geraten. Nun wird die Mykotherapie wieder entdeckt. Bei uns in den Wäldern wachsen verschiedene Heilpilze.

Da ist zum Beispiel ein ganz unscheinbarer Pilz:


Judasohr


das Judasohr oder Mu-Err (Auricularia auricula-judae). Dieser Gallertpilz heißt auch Holunderschwamm, weil er häufig an Holunderbäumen parasitiert. Im Altertum und im Mittelalter war das Judasohr ein populäres Heilmittel.






  • Eine der Haupteigenschaften des Auricularia polytricha besteht in der Verbesserung 
  • der Fließeigenschaften des Blutes. Die Durchblutung wird verbessert ohne die Gefäßwände anzugreifen.
  • Bei Augen-,Haut- und Schleimhautentzündungen tritt als herausragende Eigenschaft eine Hemmung ein.
  • Eine Modulation des Immunsystems erfolgt ebenso wie die Regulierung des Blutfettspiegels.
  • Es werden freie Radikale gefangen und die Bildung von Bindegewebstumoren gehemmt.
  • Schon in den siebziger Jahren wurde in Köln in einer Arzneimittelfabrik ein Test mit diesem Pilz durchgeführt der eindeutige Ergebnisse zeigte. 


Sowohl wässrige als auch alkoholische Extrakte zeigten eine deutliche Wirkung auf die Blutgerinnung, die antithrombotische Wirkung wurde bestätigt.

Weitere Anwendungsgebiete sind

  • Arteriosklerose
  • Bluthochdruck
  • Antithrombosetherapie
  • Prävention des Herzinfarktes
  • arterielle Durchblutungsstörungen
  • Entzündungen der Augen , Haut- u. Schleimhäute


"Holunderschwamm aufs Aug‘ gelegt, hat jeden Schmerz hinweggefegt", heißt es etwa in einer mittelalterlichen Redensart. Judasohr-Kompressen helfe tatsächlich bei trockenen, schmerzenden Augenlidern. Dazu müsse man den Pilz in lauwarmem Wasser aufquellen lassen und dann einfach auf die Augen legen, erklärt Ursula Buddeus.

Zunderschwämme

Vor allem an abgestorbenen Bäumen findet man häufig auch Zunderschwämme (Fomes fomentarius). Auch sie sind alte Heilmittel. So hätten Holzfäller, die sich verletzt hatten, früher einfach einen Zunderschwamm auf die Wunden gelegt, um die Blutung zu stillen, erzählt die Kräuterfrau. Holzfäller nutzten Pilze zur Wundheilung




Anwendung


Heilpilze können prinzipiell auf verschiedene Weise angewendet werden: So gibt es Arzneimittel mit Extrakten, die aber in Deutschland nicht zugelassen sind. Es sind jedoch Nahrungsergänzungsmittel (Kapseln mit Pilzpulver) auf dem Markt.


Medizinische Forschung


Auch die medizinische Forschung hat die Pilze entdeckt. So hat die Pharmazeutin Professor Ulrike Lindequist von der Uni Greifswald den Kupferroten Lackporling (Ganoderma cupreolaccatum) untersucht, der an Laubbäumen wächst. Die Laboranalyse hat ergeben, dass dieser Pilz heilende Effekte auf die Haut bei Sonnenbrand hat. 

Die Forscherin hat nachgewiesen, dass nicht nur Zellschäden repariert wurden, sondern dass auch die Lebensdauer der Zellen positiv beeinflusst wurde.




Schwermetalle belasten Heilpilze kaum
Am meisten Spaß macht aber die eigene Zubereitung etwa von Pilzpulver aus selbst gesammelten Pilzen. Dazu werden die frischen Pilze zum Trockenen auf Pergamentpapier ausgelegt und danach gemahlen, etwa mit einer Gewürzmühle. Da das Pulver oft nicht besonders gut schmeckt, rührt man es am besten in Orangensaft, Joghurt oder Quark. Die Dosis liegt bei einem Teelöffel Pulver pro Tag.

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