Donnerstag, 21. Mai 2015

Rhabarber: Fruchtig-frisch


Rhabarber: Fruchtig-frisch 



Früher eine Heilpflanze, heute eine der beliebtesten Gemüsesorten im Frühjahr: Rhabarber. Und ja richtig gehört: Rhabarber ist offiziell ein Gemüse, auch wenn die meisten von uns es ganz selbstverständlich wie Obst behandeln. Ob als Kompott oder leckere Zutat im Kuchen: der fruchtig-säuerliche Geschmack des Rhabarbers ist einzigartig. Unlängst findet man ihn auch in Salaten oder als Begleitung zu Fleischgerichten. Jetzt im April beginnt die Rhabarber-Saison und sie endet – zeitgleich mit dem Spargel – Ende Juni. Grund genug sich mit den „Frühlings-Stangen“ mal genauer zu beschäftigen.
Wurzel der Barbaren
Schon gewusst? Rhabarber galt lange Zeit als Abfall. Aus dem lateinischen Namen “Rheum rhabarbarum“, was übersetzt etwa so viel wie die „Wurzel der Barbaren“ heißt, leitet sich die heutige Bezeichnung Rhabarber ab. Kein Wunder also, dass die Stangen lange Zeit verschmäht wurden. Gleichzeitig haben beispielsweise die Chinesen, Griechen oder Römer den Rhabarber-Wurzeln bereits vor tausenden von Jahren heilende Wirkkräfte zugesprochen und sie regelrecht verehrt.
Der Anbau von Bio-Rhabarber verlangt einen geeigneten Standort, ausreichend Wasser und eine perfekt abgestimmte Naturdüngung. Das können im Sommer organischer Dünger wie Horngries sein, im Herbst wird Kompost oder Mist verwendet. Wichtig für den Bauern: Bei Ernteende im Juni sollten die Rhabarberpflanzen noch genügend Blattmasse besitzen, damit Reservestoffe für den nächsten Sommer eingelagert werden können. Beim ökologischen Landbau nach Bioland-Richtlinien muss der Rhabarber übrigens nur Mäuse als natürlichen Feind fürchten. Tipp: Der Sud aus Rhabarberwurzeln kann beim nachhaltigen Gärtnern als natürliches Pflanzenschutzmittel verwendet werden – Blattläuse adé.
Sauer, entschlackend und vielseitig
Wo die Frühernte meist noch mild-säuerlich schmeckt, werden die Stangen mit der Zeit saurer und faseriger. Dieser Unterschied ist auch optisch fassbar: Die grünen, dickeren Stangen enthalten meist mehr Oxalsäure als die roten, dünneren Stangen mit einem himbeerähnlichen Geschmack. Die Oxalsäure ist übrigens ein perfektes Entschlackungsmittel. 
Denn: Der Verzehr ist durstlöschend, verdauungsanregend, kalorienarm und beinhaltet eine bakterizide Wirkung. Sie ist allerdings nicht für Schwangere, Kleinkinder und Stillende geeignet. So sollten beispielsweise auch Gichtkranke den Verzehr von Rhabarber vorab mit ihrem Arzt besprechen. 
Rhabarber enthält zudem große Mengen an Vitamin K und C.
Tipps: Rhabarber ist roh sehr sauer und wenig bekömmlich. Zum Verzehr sind ausschließlich die Stängel und nicht die teils giftigen Blätter geeignet. Die Augen waren größer als der Magen? Wer zu viel Rhabarber gekauft hat, kann die frisch gekauften Stangen in ein feuchtes Tuch wickeln und im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahren – so halten sich diese mehrere Tage frisch.

Rhabarber in der Küche




Schälen
  1. Die Blattansätze mit einem Messer großzügig von den Standen ablösen. Danach das Waschen nicht vergessen!
  2. Anschließend den Rhabarber schälen: Die Haut am einen Ende der Rhabarberstange mit einem Messer oder Schäler lösen und auf Stangenlänge abziehen.
  3. Nun kann der Rhabarber klein geschnitten und gemäß des Rezeptes zubereitet werden. Während des Schneidens können noch eventuell verbliebene Fäden entfernt werden.
Rhabarber-Crumble
Rhabarber wird mit viel Leidenschaft als Zutat in Kuchen, Crumbles oder Marmeladen verwendet. Ein großer Vorteil vom Crumbles ist, dass man die meisten Zutäten meist vorrätig im Haus hat. Rhabarber-Crumble ist dabei lecker säuerlich und außergewöhnlich im Geschmack. Um der Säure der frühen Ernte etwas entgegen zu wirken, haben wir zudem Cranberries und Äpfel hinzugefügt – ein schmackhaftes Trio!
  • 500 g Rhabarber
  • 50 g Cranberries
  • 100 g Äpfel
  • 80 g brauner Zucker
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 1 TL Zimt
  • 80 g Butter, gewürfelt
  • 60 g Mehl
  • 40 g Haferflocken
  • Eine Ofenform
Den Rhabarber schälen, in kleine Würfel schneiden und in eine Ofenform legen. Mit etwas braunem Zucker mischen und 1-2 Stunden marinieren. Währenddessen können die Äpfel gewürfelt und gemeinsam mit den Cranberries hinzugefügt werden. Für die Crumbles jetzt nur noch die restlichen Zutaten mit den Händen verkneten und als Streusel über Rhabarber, Äpfel und Cranberries geben.
Anschließend bei 170 °C Ober-/Unterhitze für etwa 15 – 20 Minuten in den Ofen – bis die Crumbles leicht gebräunt sind. Fertig!
Rhabarber – Erdbeer – Marmelade
Eine zweite klassische Verwendung von Rhabarber ist das Einmachen als Marmelade oder Kompott. Erdbeeren und Rhabarber ergänzen sich dabei hervorragend.
  • 500 g Erdbeeren
  • 500 g   Rhabarber
  • 1 Pck. Gelierzucker, 2:1
  • 2 Pck. Vanillezucker
Die Erdbeeren waschen und in einem Topf mit Gelierzucker und Zitronensaft mischen und anschließend pürieren. Den geschälten Rhabarber in kleine Würfel schneiden und unter das Erdbeerpüree heben.
Erdbeeren und Rhabarber zum Kochen bringen und unter Rühren etwa 3 Minuten kochen lassen. Die duftende Masse in geeignete Gläser abfüllen. Erkalten lassen.

Rhabarber - Inhaltsstoffe und Gesundheitswert


durchschnittlicher Gehalt in 100g essbarem Anteil:
  • Energiewert: 13 Kilokalorien oder 56 Kilojoule
  • Wasser: 92,7 Prozent
  • Eiweiß: 0,6 Gramm
  • Fett : 0,14 Gramm
  • Kohlenhydrate: 1,36 Gramm
  • Ballaststoffe: 3,20 Gramm
  • Carotinoide: 0,06 Milligramm
  • Vitamin C: zehn Milligramm
  • Vitamin B1: 0,03 Milligramm
  • Vitamin B2: 0,03 Milligramm
  • Vitamin B6: 0,08 Milligramm
  • Vitamin E: 0,25 Milligramm
  • Vitamin K : 0,011 Milligramm
  • Niacin: 0,25 Milligramm
  • Pantothensäure: 0,08 Milligramm
  • Natrium: zwei Milligramm
  • Kalium: 287 Milligramm
  • Magnesium: elf Milligramm
  • Kalzium: 66 Milligramm
  • Eisen: 0,35 Milligramm
  • Phosphor: 22 Milligramm

Gesundheitswert


  • Rhabarber liefert bei geringem Kaloriengehalt viele Vitamine und Mineralstoffe.
  • Er ist reich an Vitamin C, Vitamin K und Pro- Vitamin A.
  • Er enthält den Mineralstoff Kalzium und wirkt entwässernd durch den hohen Gehalt an Kalium
  • Rhabarber enthält den löslichen Ballaststoff Pektin und wirkt daher verdauungsfördernd.
  • Er enthält Anthocyane, sekundäre Pflanzenstoffe, die zu den Flavonoiden zählen und für die Färbung der rotstieligen Sorten verantwortlich sind.
  • Rhabarber wirkt bakterizid.
  • Er enthält Oxalsäure, die Kalzium bindet und so dessen Aufnahme in Rahmen der Verdauung verhindert. Grünfleischige Sorten enthalten mehr Oxalsäure.