Dienstag, 11. August 2015

Dauerstress macht krank, dick und …

Auswirkung von Dauerstress 
auf den menschlichen Organismus

(Wiki: Stressreaktionen des Körpers)



Stress soll unseren Körper auf Kampf oder Flucht vorbereiten. Diese Alarmbereitschaft, welche wichtige Körperfunktionen aktiviert, war in archaischen Zeiten, wo die Menschen noch Jäger und Sammler waren und ums nackte Überleben kämpfen mussten, der Zweck. 

Ab und zu etwas Stress ist gesund für Körper und Geist. Wenn die Belastung nicht nachlässt, drohen jedoch ernsthafte gesundheitliche Schäden.


Adrenalin und Noradrenalin


Adrenalin


In einer akuten Stresssituation wird das Hormon Adrenalin von der Nebenniere ausgeschüttet und die Energieversorgung des Körpers für eine bestimmte Zeit erhöht. Adrenalin weitet die Atemwege, dadurch kann mehr Sauerstoff aufgenommen werden. Die Atmung beschleunigt sich, der Herzschlag wird schneller und der Blutdruck steigt, so dass mehr Blut durch den Körper gepumpt werden kann.

So werden Organe wie das Herz, Gehirn, Lungen und die Muskulatur angeregt, kraftvoller zu arbeiten, während andere energieverbrauchende Organtätigkeiten, wie die des Verdauungstraktes, der Haut und Extremitäten (führt z.B. zu kalten Händen) eine Weile zurückgehalten werden. 


Noradrenalin


Das ebenfalls aus der Nebenniere direkt ausgeschüttete Noradrenalin (Neurotransmitter und Hormon) sorgt für den inneren Antrieb und einen klaren Kopf. 

Es unterstützt die Entstehung von Angst bei Stress und sorgt durch die Verknüpfung von Situation mit Emotionen für eine erhöhte Aufmerksamkeit und Denkfähigkeit.



(Quelle: Wikipedia)



Cortisol


Die Adrenalin-Noradrenalin-Reaktion hat insgesamt eine kurzzeitige Wirkung. Bei anhaltendem Stress steigt die Cortisolproduktion stark an. 

Dieses Hormon hilft bei der Bewältigung von einzelnen Stresserlebnissen und sorgt dafür, dass genügend Glukose, also Zucker, bereitgestellt wird, denn Stress braucht viel Energie. 

Diese Energie wird als Kurzzeitspeicher im Inneren des Bauches angesammelt (bei einer Körperfettmessung gut ersichtlich: Mehr Informationen unter BioSignature) und war in früheren Zeiten sehr nützlich, da die Steinzeitjäger oft tagelang ohne Nahrung auf der Jagd waren. 

Dieses “Aufputschmittel” der Nebenniere hat eher eine Langzeitwirkung. Der Cortisolspiegel ist zwischen 6 und 8 Uhr morgens am höchsten und sinkt tagsüber kontinuierlich ab, bis er zwischen Mitternacht und 4 Uhr morgens die niedrigsten Werte erreicht.



(Quelle Wikipedia)


Stressfaktoren



Als Stressfaktoren werden alle inneren und äusseren Reize bezeichnet, die Stress verursachen und dadurch das betroffene Individuum zu einer Anpassungsreaktion veranlassen. Der Organismus interpretiert die auf ihn einwirkenden Reize und ihre Auswirkungen für die jeweilige Situation und bewertet sie entweder positiv oder negativ.


Positiver Stress motiviert einen Menschen und fördert die maximale Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit, ohne ihm zu schaden. Man empfindet dabei Glücksmomente.


Die negativen Reize werden als unangenehm empfunden: Bedrohung, Überforderung, Existenzängste. 
Auch wird dieser Stress negativ interpretiert, wenn er häufig auftritt und keine Erholung erfolgt. 

Das führt zu einer stark erhöhten Anspannung des Körpers und auf Dauer zu erhöhter Reizbarkeit, Schlaf- und Gesundheitsstörungen.




Dauerstress macht krank, dick und …


Bei einem anhaltenden belastenden Stresszustand entsteht längerfristig ein Cortisolüberschuss und die typischen Folgen sind:

• Vermehrtes inneres Bauchfett 

Die ständige Produktion von Cortisol lässt das gefährliche innere Bauchfett anwachsen, auch wenn Sie nicht mehr futtern als sonst. Dieses Bauchwachstum beobachtet man auch, wenn Cortisol in Form des Medikamentes Cortison aus medizinischen Gründen verabreicht wird. Das Viszeralfett ist ein aktives Organ und produziert – im Gegensatz zum Fett an anderen Körperstellen – Stoffe (Entzündungen), die dem Körper nur Nachteile bringen: 

Es fördert die Entstehung der typischen Zivilisationskrankheiten wie 


  • Diabetes Typ 2, 
  • Depressionen, 
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen 
  • bis hin zu Krebs und 
  • Alzheimer. 
Das gefährliche Gewebe lagert sich zuerst zwischen den inneren Organen ab, bevor die zusätzlichen Pfunde äusserlich sichtbar werden. Deshalb bringt es auch nichts, Bauchfett absaugen zu lassen.


(Wiki: Fettleber in der Computer-Tomografie)


• Begünstigt Übergewicht 

Cortisol steigert den Appetit, weil die Produktion des Glückshormons Serotonin – unser natürlicher Appetitzügler – unterdrückt wird. 
Kurzfristig mag die Stressschokolade den Abbau von Zucker in der Leber und damit die Ausschüttung weiterer Stresshormone verhindern. Der hohe Blutzucker sinkt aber schnell wieder, weil Insulin ausgeschüttet wird, um die überschüssige Energie als Fett einzulagern. Sie brauchen noch mehr Süsses.

• Bluthochdruck 

Die Wirkung von Cortisol auf das Blutdruckregulationssystem der Niere kann zu Bluthochdruck führen.

• Abwehrschwäche 
Cortisol ist ein Entzündungshemmer (Stichwort: Cortison) und bremst überschiessende Reaktionen des Immunsystems. Deshalb haben Menschen mit hohem Cortisolspiegel eine schwächere Immunabwehr.

• Osteoporose 
Chronischer Stress blockiert ferner die Verdauung, was einerseits zu einer schlechten Nahrungsverwertung und damit langfristig zu einem Vitalstoffmangel führt. Der Organismus plündert in der Folge vermehrt lebenswichtige körpereigene Substanz in den Knochen, Zähnen und in der Muskulatur, um dem erhöhten stressbedingten Energiebedarf nachzukommen.


• Eiweissabbauend

Überdies wirkt Cortisol eiweissabbauend, denn es wandelt Eiweissbausteine im Gehirn in Zucker um und verbraucht sie. Diese fehlen dann, um aus ihnen die so wichtigen Stimmungs- und Antriebshormone herzustellen und den Stresspegel wieder auf ein angemessenes Mass abzusenken. Ein Teufelskreis beginnt.


• Schlafstörungen/Müdigkeit/Burnout 
Fehlen die natürlichen Tagesschwankungen im Cortisolspiegel, kann der Körper nachts nicht mehr abschalten. Man fühlt sich tagsüber müde und schlapp. Es fehlt an Energie, Dynamik und inneren Antrieb, ausserdem hemmen Stresshormone die Produktion des Glückshormons Serotonin (wichtiger Neurotransmitter) und somit auch von Melatonin (dieses Hormon ist der Gegenspieler von Cortisol und sorgt für guten Schlaf), aber auch des Testosterons. Diese Kombination führt vielfach zu einem Burnout.


• Herzinfarkt 
Anhaltender chronischer psychischer Stress, sei dieser privat, beruflich oder – am schlimmsten – beides zusammen, schädigt das zentrale Nervensystem und setzt dem Herzen zu. Unter gewissen emotionalen Bedingungen schüttet der Körper unverhältnismässig viel Adrenalin aus, der Stoffwechsel gerät ausser Kontrolle und löst einen Herzinfarkt aus.


Ganzheitliche Massnahmen gegen Stress



Wer für Stress anfällig ist, sollte darauf achten, solche Massnahmen zu ergreifen, die einerseits auf eine Vermeidung von Dauerstress zielen und anderseits direkt die Nerven nähren und schützen, um wieder in ein gesundes Stoffwechselgleichgewicht zu gelangen. Wir stellen Ihnen nachfolgend ein paar wirksame ganzheitliche Massnahmen vor:

• Stress abbauen:

Langfristig sollte man sein Leben so einrichten, dass belastender Stress die Ausnahme ist. Analysieren Sie Ihre Strukturen und ändern Sie nach und nach die inneren und äusseren Faktoren, die Ihnen Kraft und Energie rauben. Dies braucht natürlich etwas Zeit. Eine kurzfristig und sehr effektive Lösung, welche ähnlich wie Meditation, Yoga oder EFT wirkt und überall, ohne grossen Zeitaufwand und spezielle Kenntnisse durchgeführt werden kann, sind tägliche Atemübungen.

Für Menschen mit Einschlafproblemen sollte diese Übung jeden Abend auf der Bettkante gemacht werden: Hand auf den Bauch, ohne Anstrengung durch die Nase in den Bauch einschnaufen, dabei sollte sich die Bauchdecke nach vorne wölben. Wieder ganz normal durch den offenen Mund ausschnaufen (nie den Schnauf anhalten), dabei ist es sehr wichtig, dass die Zunge oben am Gaumen bleibt (Zungenspitze sollte leicht hinter der obersten Zahnreihe sein). Das Ganze 2 Minuten durchziehen.


• Positive Aktivitäten aufbauen: 
Fragen Sie sich, welche Bedürfnisse zu kurz kommen, finden Sie die Ursachen und ändern Sie, was sich ändern lässt. Denn: positive Erlebnisse (und seien sie auch so klein) haben einen grossen Einfluss auf unser Gehirn.

Dieses wertet nicht, sondern passt sich genau an das an, was wir häufig tun. Das beeinflusst auch unsere Denkrichtung oder wie einst der römische Kaiser Marc Aurel sagte: “Auf Dauer nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an”.
• Bewegung und Sport:

Wer sich regelmässig bewegt, baut Stresshormone ab. Versuchen Sie, so oft wie möglich zu Fuss zu gehen oder Treppen zu steigen.

Massvolle Bewegung an der frischen Luft (Vitamin D), Joggen, Radfahren oder zügiges Spazieren, Wandern, im Fitnesscenter gezielt die Muskulatur der unteren Extremitäten trainieren (vom Bauchnabel abwärts ist die grösste Muskelmasse und diese ist für die Herzgesundheit wichtig), Meditation, Yoga oder EFT als Ausgleich praktizieren, oder was immer Ihnen Spass macht (auf keinen Fall soll es zusätzlichen Stress generieren!), führt zur Ausschüttung von Glückshormonen.
• Schlaf:

Gehen Sie möglichst vor Mitternacht zu Bett in ein dunkles Zimmer. Nur bei vollkommener Dunkelheit produziert der Körper Melatonin, welches den Tag-Nacht-Rhythmus reguliert. Der Cortisol-Spiegel sinkt normalerweise zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens auf seinen Tiefpunkt.

In dieser Zeit kann sich der Körper erholen und die Vitamine (z.B. Vitamin D) können ihre Wirkung sehr gut entfalten.

Es ist schon länger bekannt, dass Menschen, die in Wechselschicht arbeiten viel höhere Konzentration des Stresshormons Cortisol aufweisen und als Folge davon einen höheren Blutdruck und mehr Bauchumfang haben als Mitarbeiter im normalen Tagesdienst.

Genau so wichtig ist es, alle elektronischen Geräte (Computer, Handy, TV etc.) mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen auszuschalten, da die Hintergrundbeleuchtung (blaue Strahlen) wie Tageslicht auf unser Gehirn wirkt und so die Produktion von Melatonin reduziert. Und das nicht nur bei Kindern! 


Wenn Sie nachts aufwachen, so sollten Sie sich keine Sorgen darüber machen. Der Schlaf war bis zur Erfindung des künstlichen Lichts meistens in zwei Teile unterteilt. Allerdings sollten Sie kein Licht anmachen, da die Produktion von Melatonin unterbrochen wird.

• Ungesunde Ernährung reduzieren:

Minimieren Sie die „schnell verdaulichen“ Kohlenhydrate (wie Getreide, Zucker, verarbeitete Produkte, evtl. auch Reis, Mais und Kartoffeln) sowie vermeiden sie alle gezuckerten und Light-Drinks. Diese treiben Ihren Insulinspiegel in die Höhe, was für einen wohligen Schlaf nicht förderlich ist. Das gleiche gilt für Kaffee im Übermass und natürlich auch Alkohol.
• Nerven-Nahrung erhöhen:

Erhöhen Sie den Anteil an natürlichen, unverarbeiteten Lebensmitteln und guten Fetten (v.a. Omega-3). 


Nehmen Sie unbedingt genügend und regelmässig Eiweiss zu sich, denn die essentiellen, gehirnaktiven Aminosäuren wie Tryptophan sind unentbehrlich für die Produktion des Stimmungshormons Serotonin.

Verschiedene Aminosäuren müssen zwingend laufend von aussen zugeführt werden, weil der Körper diese nicht selber herstellen kann. Die besten Quellen sind tierischen Ursprungs, v.a. Fleisch*. Zwar enthalten auch Pflanzen Eiweisse oder deren Bausteine, doch kein vegetarisches Lebensmittel liefert diese wichtigen Substanzen in so hoher Qualität wie Fleisch. Denn Tiere sind näher mit uns verwandt als Pflanzen, die Zusammensetzung ihrer Eiweisse und Aminosäuren ähnelt der unseren stärker.
• Magnesium:

Magnesium ist ein ganz besonders wichtiger Mineralstoff für die Nerven- und Gehirngesundheit dank seiner stark entzündungshemmenden, krampflösenden und stressmindernden Wirkung. Zusammen mit Potassium (wie es z.B. in Avocados vorkommt) soll es zentral sein für die Herzgesundheit. Achten Sie bei Stress also auf eine optimale Versorgung mit Magnesium!

Ein neues uns sehr potentes Konzept um das Blut zu verdünnen und somit das Risiko eines Herzinfarktes zu reduzieren ist “Grounding“. (Interview mit Dr. Stephen Sinatra ist sehr empfehlenswert, v.a. ab der 29. Minute super spannend!).
• Vitamin D: 
Vitamin D3 ist streng genommen kein Vitamin, sondern ein Hormon, das zahlreiche Prozesse im Körper steuert. Entsprechend vielfältig sind die positiven Einflüsse auf verschiedene Krankheiten und neurologische Problematiken wie Depression (z.B. Winterblues).

• Andere Mikronährstoffe:

Hinter einem gestörten Hormonstoffwechsel steht häufig ein Mangel an B-Vitaminen, aber auch Zink und Eisen. Eine gestörte Darmflora wirkt sich ebenfalls negativ auf den Stress aus, da diese das Gehirn und das Immunsystem direkt beeinflusst.

• Labortest:

Die Analyse einer Stuhlprobe (nicht zu verwechseln mit Darmspiegelung), ein umfänglicher Blut-, Speichel- und Urintest kann Aufschluss über vorhandene Defizite geben. Damit kann das Problem an der Wurzel gepackt werden. Alles andere ist Symptombekämpfung.