Montag, 17. August 2015

Heilkraft des Lindenbaumes

Heilkraft des Lindenbaumes


(Quelle: Wiki)


Obwohl die Blätter des Lindenbaumes bereits in der Antike als Arznei bekannt waren, wurde die Heilkraft der Lindenblüten erst im Mittelalter durch Lonice-rus und Matthioli entdeckt. Seither ist der Flor der Linde in ihrem Ansehen und ihrer Wertschätzung stark gestiegen. 

An­hand von wissenschaftlichen Erforschun­gen konnten die wirksamen Inhaltsstoffe der Blüten ausführlich analysiert werden. Es handelt sich hierbei um etwa 

  • 1 Prozent Flavonoide, 
  • etwa 10 Prozent Schleimstoffe, 
  • 0,01 bis 0,02 Prozent ätherisches Öl, 
  • etwa 2 Prozent Gerbstoffe sowie 
  • Kaffeesäurederivate. 
Durch dieses Wirkstoffgefüge be­sitzt die Lindenblüte 
  • schweisstreibende, 
  • fiebersenkende, 
  • entzündungshemmende, 
  • erwärmende, 
  • reizmildernde, 
  • schmerzstil­lende, 
  • beruhigende und 
  • hautdurchblutungsfördernde 
Eigenschaften. Ausserdem befreit sie den Körper von Giftstoffen und wird mit Vorzug bei Schwitzkuren ein­gesetzt.


Sammeltipps für Lindenblüten



(Quelle: Wiki)

Wer sich selbst die Lindenblüten besorgen möchte, kann im Sommer, von Juni bis Juli, die strohgelben, pergamentartigen Hochblätter samt Blüten (sowohl der Som­mer- wie auch der Winterlinde) pflücken und rasch am Schatten, auf einem Leinen­tuch ausgelegt, trocknen. 

Bei der Samm­lung ist darauf zu achten, dass keine Lin­denblüten mit Kolonien des schwarzen Russpilzes verwendet werden – diese müs­sen sorgsam aussortiert werden. Ausser­dem sollten keine Lindenbäume an Auto­strassen oder in Industriegebieten berück­sichtigt werden. Die Sammelware ist geschützt vor Feuchtigkeit und starken Lichteinflüssen aufzubewahren, am bes­ten in dunkel gefärbten, gut verschliess­baren Glasgefässen.

Heilrezepte des Lindenbaumes



Lindenblütentee


Der Lindenblütentee ist ein bewährtes Hausrezept zur Behandlung von Erkäl­tungen aller Art – mit oder ohne Fieber –, Katarrh, Reizhusten, Schnupfen, Hals­weh sowie bei Krampfzuständen in Ma­gen und Darm, Nervosität und Schlaf­losigkeit der Kinder.

Gebrauchsanweisung: 1 Teelöffel voll ge­trocknete Lindenblüten werden in einer Tasse mit kochend heissem Wasser über­schüttet, dann lässt man 5 Minuten zie­hen, filtriert ab und trinkt den Tee unge-süsst oder mit wenig Honig versüsst schluckweise nach oder zwischen den Mahlzeiten (4–5 Tassen pro Tag).

Bei Schwitzkuren wird 1 Esslöffel voll Lindenblüten in einem Porzellankrug mit 2 Deziliter kochend heissem Wasser über­schüttet, dann lässt man ebenfalls 5 Minu­ten ziehen, filtriert ab und trinkt den Tee ungesüsst oder mit wenig Honig versüsst schluckweise im Laufe einer halben Stunde. Dadurch wird die Schweisspro­duktion angeregt, was eine sanfte Entgif­tung des Körpers (zur Prophylaxe gegen Erkältungen) bewirkt. Nach Anwendung dieser Schwitzkur für 1 bis 2 Stunden nicht ins Freie gehen und sich vor Zugluft und Kälte schützen.


(Quelle: Wiki)


Gurgelwasser


Das Gurgelwasser mit ungesüsstem, warmem Lindenblütentee wird bei emp­findlichen Entzündungen in Mund- und Rachenraum empfohlen (3-mal täglich während etwa 5 Minuten mit dem Tee gurgeln, anschliessend Flüssigkeit aus­spucken).

Gesichtswaschung


Die Gesichtswaschung mit ungesüss-tem, lauwarmem Lindenblütentee eignet sich zur Behandlung der entzündlichen Haut und verhilft zu einem rosigen Teint.



Lindenblütenöl


Das selbst hergestellte Lindenblütenöl ist ein mildes Pflegemittel zur Behandlung von entzündlichen Hautstellen, Sonnen­brand, Entzündungen im Genitalbereich und von Hämorrhoiden.

Gebrauchsanweisung: 1 Hand voll getrock­nete Lindenblüten in einem dunkel ge­färbten Glasgefäss mit 2 Deziliter Mandel­oder Olivenöl mischen und für 10 Tage verschlossen an die Sonne stellen. Danach abfiltrieren und in sterile Flaschen füllen.

Bei Bedarf kann man die entzündlich betroffenen Haut- oder Schleimhautstel-len morgens und abends mit diesem Lindenblütenöl sanft einreiben.

Lindenholzkohle


Die pulverisierte Lindenholzkohle (in Drogerie und Apotheke erhältlich) hat die Fähigkeit das Neunzigfache ihres Eigen­gewichtes zu absorbieren und zu binden, was besonders bei entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen und Durchfall von Vorteil ist.

Gebrauchsanweisung: 3-mal täglich 1 bis 2 Messerspitzen voll mit wenig Wasser vor dem Essen einnehmen.

Lindensplinttee


Der Lindensplinttee (in Drogerie/ Apotheke erhältlich), hergestellt aus dem zerkleinerten Bastholz der inneren, mitt­leren Rinde (in Frankreich als aubier de tilleul bekannt) ist ein bewährtes Mittel zur Entschlackung von Harnsäure, ferner zur Entwässerung (Ödeme), bei Neigung zu Nierensteinen, zur Behandlung von Rheuma und Gicht sowie bei schmerz­haftem, schwierigem Wasserlösen.

Gebrauchsanweisung: 1 TL voll Linden­splint wird in einer Tasse mit kochend heissem Wasser überschüttet. Dann lässt man 5 Minuten ziehen und trinkt den Tee ungesüsst 3-mal täglich schluckweise nach den Mahlzeiten.

Lindenblüten-Gemmomazerat


Das Lindenblüten-Gemmomazerat (in Drogerien/Apotheken von der Firma Kart oder Phytomed erhältlich) ist ein Auszug der Lindenblütenknospen, welche pflanz­liche Hormone wie Auxine und Giberel-line enthalten und positive Wirkung bei Nervosität, Schlaflosigkeit und Neural­gien besitzt.


Gebrauchsanweisung: 3-mal täglich 20 bis 25 Tropfen (Kinder pro Lebensjahr 1 Tropfen) in wenig Wasser verdünnt vor dem Essen einnehmen.


Vorsicht


Langzeitanwendungen mit Lindenblütentee (über 2 bis 3 Monate) sollten unterlassen werden, da empfindli­che Personen mit nervösen Herzbeschwerden reagieren könnten.




Die Linde strahlt in ihrer Erscheinung Herzlichkeit und Wärme aus. Entsprechend ist die Heilwirkung ihrer Blüten, welche manche krankhaften Beschwerden zu «lindern» vermögen.