Dienstag, 28. Juli 2015

Früchte als Stimmungsaufheller - Kiwi und Cranberry könnten die Stimmung positiv beeinflussen

Früchte mit antidepressiver Wirkung - Kiwi und Cranberry könnten die Stimmung positiv beeinflussen


Hat die Ernährung Einfluss auf die Stimmungslage?


Neue Forschungsergebnisse geben Hoffnung, dass es zukünftig möglich sein
könnte, depressive Störungen ganz wesentlich durch die Ernährung
zu beeinflussen.
Die Behandlung der Depression mit so genannten Serotonin-Wiederaufnahme-
 Hemmern gehört gegenwärtig zu den grundlegenden Therapieprinzipien
und macht deutlich, welchen besonderen Stellenwert dem
Tryptophan-Serotonin-System im Gehirn zukommt. 

Gezielt Ernährung gegen Depression?

Eine Reihe von Störungen der Stimmungslage und der Affektivität, aber auch
Schlafprobleme können durch eine zu geringe zentrale Serotonin-Aktivität
bedingt sein. Die Serotonin-Aktivität im Gehirn lässt sich im begrenzten
Maße durch die Ernährung beeinflussen. Ein hohes Angebot der
Aminosäure Tryptophan mit der Nahrung kann unter bestimmten
Voraussetzungen eine erniedrigte Serotoninaktivität wieder normalisieren.
Durch die bevorzugte Verwendung von Molkeprotein als Eiweißquelle
in der Ernährung lässt sich das Tryptophanangebot wesentlich verbessern.

Bessere Stimmung durch den Genuss von Obst?

Bislang war es trotz Kenntnis dieser Zusammenhänge schwierig, die
Serotonin-Aktivität im Gehirn wesentlich durch die Ernährung zu steigern.
Neben einer erhöhten Zufuhr von Molkeprotein scheint es nun eine
weitere Alternative zu geben:
Durch eine gezielte Auswahl an bestimmten Obstsorten werden
dem Körper die notwendigen Bausteine zur Verfügung zu stellen,
um das Tryptophanangebot zu erhöhten und damit das
Serotoninsystem zu aktivieren.

Auf natürlichem Wege ließen sich damit die Symptome bestimmter Formen
der Depression positiv beeinflussen.

Kiwi und Cranberry haben Einfluss auf den Serotonin-Stoffwechsel

Aktuelle Untersuchungen dokumentieren, dass Darmbakterien in der Lage
sind aus Chinasäure Tryptophan zu bilden und in das Darmlumen
zu sezernieren (Pero et al. 2009, 2010).
Erste Daten deuten darauf hin, dass es nach dem Genuss von Früchten mit
einem hohen Gehalt an Chinasäure
(wie z. B. Wildheidelbeeren, Kiwi,
Cranberry,
Preiselbeeren, Pflaumen Äpfel und Pfirsiche) im Gastrointestinaltrakt
zu einer vermehrten Bildung von Tryptophan kommt.
Als Folge der erhöhten Zufuhr von Chinasäure wurden Tryptophanspiegel im Urin
gemessen, die oberhalb der durch Tryptophan-Supplementation
erreichten Spiegel lagen (Pero et al. 2009, 2010).
Dieser Befund deutet darauf hin, dass die endogene Produktion der
Darmbakterien mindestens so viel Tryptophan bereit stellen kann,
wie sonst nur als Folge einer hochdosierten Tryptophangabe
(ca. 5 g/Tag) zur Verfügung steht.


Quelle: Wikimedia

Quelle: Wikimedia

Möglicherweise eröffnet diese Beobachtung einen ganz neuen Ansatz in der
Behandlung von depressiven Störungen, erhöhter Affektivität oder ganz einfach einen Ansatz zur Korrektur von erhöhter Gereiztheit.

Einfache Wege zu einer besseren Stimmungslage

Diese Beobachtung liefert einen weiteren Baustein für die bisher wissenschaftlich unzureichend untermauerte Einschätzung, dass ein hoher Anteil an Obst in der
täglichen Ernährung einen positiven Einfluss auf die Gesundheit hat. Bisher fehlen allerdings Untersuchungen, die einen hohen Konsum chinasäure-haltiger Früchte
mit einer geringeren Inzidenz depressiver bzw. affektiver Störungen in
Zusammenhang bringen.

Fazit: 

Auf Basis dieser Untersuchung kann die Empfehlung ausgesprochen werden, den Anteil von bestimmten Fruchtsorten in der Ernährung, insbesondere von Kiwi, Cranberry oder Waldheidelbeeren, die einen besonders hohen Chinasäuregehalt aufweisen, deutlich zu erhöhen. Unter den Fruchtsäften kann unter diesem Blickwinkel besonders naturtrüber Apfelsaft empfohlen werden. Durch diese Ernährungsumstellung könnte es möglich sein, z.B. depressive Symptome positiv zu beeinflussen.



Literatur:
1. Pero RW. Health consequences of catabolic synthesis of hippuric acid in humans. Curr Clin Pharmacol. 2010 Feb;5(1):67-73. Review.