Mittwoch, 29. Juli 2015

Portulak: ein seit mehreren tausend Jahren verwendetes Heil- und Küchenkraut

Portulak


Portulaca oleracea (Portulakgewächs = Portulacaceae)

(Quelle: Wikimedia)


Geschichtliches – Portulak

Portulak ist ein seit mehreren tausend Jahren verwendetes Heil- und Küchenkraut und galt besonders bei den Ägyptern, in Indien und auch in China als wundersame und heilende Pflanze. 
In alten Schriften ist nachzulesen «es sei ein angenehmes Kraut der Heilung mit vielen Anwendungsmöglichkeiten.» In weiteren Schriften – auch in jenen des römischen Gelehrten Plinius – finden sich Hinweise zu diesem Kraut.

Woher die Weisheit stammt, dass «man ohne Traum schlafen könne, wenn man Portulak über dem Bett aufhänge», ist nicht bekannt.

Die heutigen Hauptanbaugebiete liegen in Frankreich.







Botanik und Kultur

Portulak ist ein einjähriges – aus südlichen Gefilden stammendes und entsprechend wärmebedürftiges Kraut, das 15 cm bis 30 cm hoch werden kann. Am besten gedeiht es in gut durchlässigen, sandigen Gartenböden, an sonnigen Lagen. Verwildert findet man dieses «Unkraut» auf Schutthalden, in Haus­gärten, sonnigen Äckern und entlang von Bahndämmen. 

Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat im Mai, sobald die Gefahr von letzten Spätfrösten vorüber ist. Die Pflanze ist ein Lichtkeimer, das heisst, dass das Saatgut nicht mit Erde bedeckt werden muss.

Um die ganze Sommerszeit immer wieder frischen Portulak ernten zu können, muss man alle 3–4 Wochen eine Folgesaat machen.

Die noch jungen und zarten Pflanzen müssen frei von Unkraut gehalten werden. Das fleischige Würzkraut, mit seinen weiss-gelblichen Blüten, verträgt keine Trockenheit und muss deshalb bei trockenen Wetterperioden hin und wieder gegossen werden.



Verwendung in der Naturheilkunde


Portulak enthält u.a. wertvolle Vitamine, insbesonders Vitamin C, Magnesium, Calcium, Omega-3-Fett­säuren, Bitter- und Schleimstoffe und Oxalsäure.

Die wichtigsten Eigenschaften dieser Heilpflanze sind 


  • harntreibend, 
  • entgiftend, 
  • Fieber senkend und kühlend 
und deshalb wird das Kraut dieser heilenden Pflanze wirksam 


  • gegen Sodbrennen, 
  • sowie bei Nieren- und Blasenbeschwerden verwendet. 

In der traditionellen chinesischen Medizin TCM bringt ein Tee dieses «Unkrautes» bei Magen- und Leberbeschwerden rasch Linderung. 

Eine äusserliche Anwendung soll sogar gegen Bisse von Schlangen, sowie Insektenstiche helfen.


Wir möchten an dieser Stelle aber wieder einmal darauf hinweisen, dass Sie sich als Leser/In  bei gesundheitlichen Problemen an einen ausgewiesenen Naturarzt oder Drogisten wenden müssen.



Inhaltsstoffe von Portulak


Portulak ist ein wahrer Vitaminspender, sofern er frisch ist. 

  • Vitamin C (22mg pro 100 g). 
  • Viele B-Vitamine  (B1, B2, B6) 
  • Pro-Vitamin A, eine Vorstufe von Vitamin A, welches wichtig für Augen und Haut ist. 
  • Calcium, 
  • Eisen 
  • Magnesium 
  • Kalium 
  • Natrium 
  • Phosphor 
  • wertvollen Omega-3-Fettsäuren.



Verwendung in der Küche


Die frischen, fleischigen Blätter und Stängel sind sehr vitaminreich und eignen sich daher sehr gut als Diät-, wie auch zu Rohkostgerichten. Wir empfehlen, dass für die Küche möglichst nur junge Triebe – vor der Blüte – verwendet werden sollten, da die älteren einen eher bitteren Geschmack haben. 
Die Liste der Verwendungsmöglichkeiten dieses Krautes ist recht lang. 

Als Zutat in würzige Suppen und Salate, zubereitet als Gemüse wie Spinat, beigemischt in gluschtige und bekömmliche Kartoffel-und Eintopfgerichte, als würzende Beigabe in Kräutersaucen und Quarkgerichte, aber auch in Gemüse­füllungen für Teigwarenspezialitäten – hier überall eignet sich der möglichst frisch verwendbare Portulak.

Portulak-Salat mit Joghurt:


Den Portulak waschen und in mundgerechte Stücke zupfen. Joghurt mit Knoblauch würzen. Frische Minze und Petersilie fein hacken und alles mit Salz, Pfeffer würzen und genießen. Guten Appetit!