Dienstag, 28. Juli 2015

Welche Kräutergeheimnisse lüftete Hildegard von Bingen?


Welche Kräutergeheimnisse
lüftete Hildegard von Bingen?




Das Himmlische mit dem Irdischen zu verbinden, das war die Lebensmaxime der Benediktinerin Hildegard von Bingen. Bereits im 12. Jahrhundert propagierte sie etwa die Formel "äußere Schönheit kommt von innen". Als Erste verwies sie auf den Zusammenhang zwischen seelischem Wohlbefinden und körperlichem Wohlsein. Sie war es auch, die sich mit der Wirkung von Nahrungsmitteln, Kräutern und Gewürzen auf die Gesundheit befasste und uns ihre Erkenntnisse in reicher Schriftform hinterließ. Hildegards Schriften entstanden zwischen 1150 und 1160. 

Fenchel





(Quelle: Wikimedia)





"Der Fenchel hat angenehme Wärme. Wenn man ihn roh isst, schadet er dem Menschen nicht. Und wie immer er gegessen wird, macht er den Menschen fröhlich und vermittelt eine angenheme Wärme und guten Schweiß und verursacht auch eine gute Verdauung. Wer Fenchel ode seine Samen täglich nüchtern isst der vermindert den üblen Schleim oder die Fäulniss in ihm und er unterdrückt den üblen Geruch seines Atems und er bringt seine Augen zum klaren Sehen." (Hildegard von Bingen)


Kastanie




(Quelle: Wikimedia)

"Der Kastanienbaum ist sehr warm, hat aber doch große Kraft, die der Wärme beigemischt ist, und bezeichnet die Weisheit. Der Mensch, dem das Gehirn infolge Trockenheit leer ist und der daher schwach im Kopf ist, der koche die Fruchtkerne dieses Baumes in Wasser, und er füge nichts anderes hinzu, und wenn das Wasser ausgegossen ist, soll er es oft nüchtern und nach dem Essen nehmen, und so wird der Schmerz im Kopf weichen." (Hildegard von Bingen)


Kichererbsen







(Quelle: Wikimedia)


"Die Kichererbse ist warm und angenehm und leicht zu essen und sie vermehrt dem der sie isst, nicht die üblen Säfte. Wer aber Fieber hat, der brate Kichererbsen über frische Kohlen und esse sie und er wird geheilt werden." (Hildegard von Bingen)



Brennessel




Quelle: Wikimedia






























"Die Brennessel ist in ihrer Art sehr warm. In keiner Weise nützt es, dass sie roh gegessen wird, wegen ihrer Rauheit. Aber wenn sie frisch aus der Erde sprießt, ist sie gekocht nützlich für die Speisen der Menschen, weil sie den Magen reinigt und den Schleim aus ihm wegnimmt." (Hildegard von Bingen)


Rettich



Quelle: Wikimedia



























"Der Rettich ist mehr warm als kalt. Aber nachdem er ausgraben ist, soll man ihn unter der Erde an einen feuchten Ort für zwei oder drei Tage ausgegraben liegen lassen, damit sein Grün gemäßigt werde, auf dass er umso besser zu essen sei. Und gegessen reinigt er das Gehirn und vermindert die schädlichen Säfte der Eingeweide. Denn wenn ein starker und fetter Mensch Rettich isst, heilt er ihn und reinigt ihn innerlich." (Hildegard von Bingen)


Gartensalat





(Quelle: Wikimedia)





"Ohne Würze gegessen macht er mit seinem unnützen Saft das Gehirn des Menschen leer und befüllt den Magen mit Krankheiten. Wer in daher essen will, der beize zuerst mit Dill oder mit Essig oder mit Knoblauch, so dass er zweimal fü kurze Zeit übergossen werde, bevor er gegessen wird. Und wenn ihn der Mensch auf diese Weise gemäßigt isst, stärkt er das Gehirn und bereitet eine gute Verdauung." (Hildegard von Bingen)