Samstag, 3. Mai 2014

Pflanzliche Bitterstoffe stärken Lebenskraft und Immunsystem

Pflanzliche Bitterstoffe 

stärken Lebenskraft & Immunsystem


Früher wussten die Menschen um die Wirkung der bitteren (Wild-)pflanzen. Sie haben sie seit Urzeiten achtsam gegessen und einige von ihnen als Medizin genutzt.
Uns ist nicht nur das Bewusstsein von „Nahrung als Medizin“, sondern auch die Achtsamkeit den Nahrungs- und Heilpflanzen gegenüber abhanden gekommen.

Unsere Ernährung ist in energetischer und geschmacklicher Hinsicht einseitig und fade geworden. Anstatt lebendiger, lichtvoller Nahrung gibt es H-Milch, Toastbrot und Ananas aus der Dose. Aus Obst, Gemüse und Kräutern wurden vor allem die Bitterstoffe herausgezüchtet, denn wichtiger sind gutes Aussehen und süsser Geschmack. 
Alte Obst- und Gemüsesorten, Jahrhunderte lang vielfältig, ursprünglich und gehaltvoll angebaut und gegessen, sind der kommerziellen Landwirtschaft und Massenproduktion zum Opfer gefallen. Deren ursprüngliche Kraft, die auch in den Wildpflanzen steckt, ist dabei auf der Strecke geblieben – sie steht dem Menschen nicht mehr zur Verfügung und ihr Nahrungsinstinkt wird zusehends geschwächt.
Das Ayurveda kennt, ebenso wie die tibetische Gesundheitslehre, sechs Geschmacksrichtungen:
Süss, Sauer und Salzig sind diejenigen, die unsere Zivilisationskost prägen, während das Bittere, das Herbe und das Metallische selten geworden sind - ganz zu schweigen von Danksagungen oder gar Verehrungsritualen für die Pflanzen, die uns unsere Nahrung und Medizin liefern. 



Pflanzen sind der wichtigsten Grundlage 

des Lebens auf diesem Planeten


Während ihres Wachstums bilden und speichern Pflanzen durch Stoffwechselvorgänge ihre Inhaltsstoffe. Sie schützen sich vor Krankheitserregern wie Bakterien, Pilzen und Viren u. a. durch die Bitter- und Herbstoffe. In Wildpflanzen kommen diese daher sehr zahlreich vor. 
Es heisst „Medizin schmeckt bitter“. Das wissen selbst die Tiere. Afrikanische Affen fressen bei Bauchschmerzen die Blätter des Mjonsostrauches, die gallebitter sind, und Schafe kurieren ihre Magen-Darm-Beschwerden, indem sie die Schafgarbe fressen.






Die Wirkung der Bitterstoffe


Pflanzen, die auf Grund ihrer Bitterstoffe als Heilpflanzen verwendet werden, werden in der Phytotherapie in drei Kategorien eingeteilt: 
  • in reine Bittermittel (schmecken bitter wie z.B. Enzian), 
  • Bittermittel mit ätherischen Ölen (schmecken bitter-aromatisch wie der Beifuss) und 
  • Bittermittel, die Scharfstoffe enthalten (schmecken bitter-scharf wie der Pfeffer). Ihre Wirkung auf den menschlichen Organismus ist unterschiedlich:









Reine Bittermittel 


Sie sind besonders wirksam – sie regen die Magensaftsekretion an und haben eine allgemein tonisierende d.h. kräftigende Wirkung auf den Gesamtorganismus. Bitterstoffe mit ätherischen Ölen wirken verdauungsanregend und tonisierend auf Magen, Darm und die Gallen- und Leberfunktion. Die ätherische Öle wirken darüberhinaus bakterienfeindlich und helfen uns, mit Bakterien und Parasiten im Darm fertig zu werden. Ausserdem wirken einige harntreibend. Bitterstoffe mit Scharfstoffen verbessern die Kreislauffunktion, u.a. dadurch, dass sie die Verdauung stark anregen und damit den Organismus entlasten.
Bitterstoffe sind also Vitalstoffe, die vor allem positiv auf Verdauungssystem und Stoffwechsel wirken – sie sorgen dafür, dass die Verdauungssäfte fliessen, Enzyme ausgeschüttet und Entgiftungsvorgänge angeregt werden. Und ein gut funktionierendes Verdauungssystem sowie eine gesunde Darmflora sind die besten Voraussetzungen für eine intakte Immunabwehr.
Bitteres zügelt den Appetit und hält den Insulinspiegel niedrig – beides bewirkt ein schnelleres Sättigungsgefühl und verhindert so, sich zu überessen. Es gibt auch Bitterstoffe, die als Antioxidantien fungieren und so die Zellen vor Freien Radikalen schützen.


Bitter macht feurig!


Im Feng-Shui wird der bittere Geschmack dem Feuer, der Hitze, dem Intellekt, dem Handeln, der Küche, der Freude, dem Lachen und dem Wachstum zugeordnet.
Essen, Ernährung im weitesten Sinne, hat für mich sehr viel mit Lust zu tun. Probieren Sie also lustvoll das Bittere! Kreieren Sie abenteuerlich neue Gerichte mit der alten Geschmacksrichtung. 
Es gibt viele Möglichkeiten, auf diese Weise Speisen mit einer interessanten, feurigen Variante zu bereichern und sein Wohlergehen zu erhöhen. Stöbern Sie auf Wochenmärkten nach alten Gemüsesorten und Wildkräutern. Inzwischen gibt es auch in vielen Supermärkten Bio-Produkte – oft in der Kräuter-, Gewürz- und Gemüse-Abteilung. Fragen Sie nach Sauerampfer, Löwenzahn und Hirse.


Vorschlag für einen Salat 


Bitter macht sexy:

Mozarella an Orange und Avocado, mit  Chicoree, Radichio, Olivenöl, Wildkräutersalz, Sesam, Pfeffer, frischem Ingwer und schwarzen Oliven












Gemüse, Früchte und Kräuter, 

die viele Bitterstoffe enthalten und grundsätzlich aus kontrolliert biologischem Anbau oder aus Wildwuchs stammen sollten:

Früchte: 
Grapefruit, Zitrone, Orangen (besonders viel enthält die Schale) 


Salat: 
Chicoree, Endivie, Radichio, Rucola, Löwenzahn


Gemüse: 
Artischocke, Blumenkohl, Broccoli, Rosenkohl 

Wildkräuter: 
Beifuss, Engelwurz, Gänseblümchen, Hopfen, Löwenzahn, Mariendistel, Sauerampfer, Wermut, Wilde Karde, Tausendgüldenkraut



Gewürz- und Heilkräuter: 
Bockshornklee, Ingwer, Kardamom, Kerbel, Kurkuma, Liebstöckel, Lorbeer, Majoran, Pfeffer, Rosmarin, Salbei, Thymian





Getreide: 
Hirse