Sonntag, 26. April 2015

Mispel reguliert die Darmfunktion und bremst Arteriosklerose

Mispel reguliert die Darmfunktion und verhindert Verkalkung





Der in Deutschland und Frankreich heimische Mispelbaum (Mespilus germa­nica) wurde im Mittelalter so häufig ange­baut, dass er heute noch oft verwildert an­zutreffen ist. Karl der Große ordnete den Anbau im “Capitulare de villis” an. Heute ist die Mispel im wärmeren gemäßigten Euro­pa und in Nordamerika kultiviert und ver­wildert verbreitet.

Die Mispel bildet einen bis 3m, in der Kultur auch bis 6m hoch werdenden, dor­nigen, in der Kultur aber meist unbedorn­ten Baum mit anfänglich filzig behaarten Zweigen, lanzettlichen, fast völlig ganzran­digen, nur an der Spitze feingezähnten Blättern. Die einzelnen, rosenförmigen, an Kurztrieben endständigen, großen, weißen, duftlosen Blüten sind am Grunde mit einem blassgrünen Hochblatt versehen.

Aus den Blüten gehen sehr herb schmec­kende, apfel- oder birnenförmige Früchte von brauner Farbe hervor. Sie enthalten fünf Kerne und sind frisch praktisch unge­nießbar. 

Erst wenn Frost darübergegangen ist oder sie einige Wochen im Stroh gelagert haben, werden sie teigig und bekommen einen obstartigen Geruch sowie einen süßsäuerlichen Geschmack. Wegen des hohen Pektingehaltes geliert der Saft aus­gezeichnet.
Die Mispel wird als Obstbaum entweder unveredelt gezogen oder auf Birne, Apfel, Quitte oder Weißdorn gepfropft. Die Kul­tursorten sind großfruchtig und werden nach ihrer Form als Apfel- oder Birnmispel bezeichnet. Die holländische Riesenmispel gilt als die ertragreichste Sorte.



Diätische Eigenschaften und Wirkungen der Mispel



Die diätetischen Eigenschaften der Mis­pel sind von alters her bekannt. 

Sie wirkt 
  • harntreibend und 
  • entfaltet bei Darmkatarrhen eine entzündungswidrige,
    hemmen­de, die Darmtätigkeit regulierende Wir­kung.
Die in der Volksmedizin genannte Wirkung bei Krämpfen, Krampfadern und Blutungen ist umstritten.

Diese Wirkungen sind aus den bisher noch ungenügend bekannten Inhaltsstoffen nur teilweise zu verstehen. Das Frucht­fleisch der Mispel enthält 

0,5% Eiweiß, 0,03% Fett, 10,6% Kohlenhydrate (davon 9,1% Zucker), 75% Wasser, 13,2% Zellu­lose, 0,44% Asche, ferner viel Pektin, Gerb­stoff, Zitronen-, Apfel-, Weinsäure sowie etwas Borsäure. Die Kerne enthalten 2,5% fettes Öl. Der Kaloriengehalt beträgt 42.

Der Gerbstoff- und Pektingehalt erklärt die durchfallwidrige, stuhlregulierende, adstringierende und tonisierende Wirkung auf die Darmschleimhäute. Man nutzt die­se Wirkung aus bei Durchfällen jeder Art. Früher gab man die rohe Mispel sogar bei Ruhr und ruhrähnlichen Durchfällen.
Als Kompott zubereitet, hat die Mispel eine weit geringere Stopfwirkung. Wie be­reits erwähnt, steht hierbei die darmregu­lierende Wirkung im Vordergrund.

Wichtig ist jedenfalls der Pektingehalt der Mispel. Nach Untersuchungen von Prof. Ancel Keys (Minneapolis), einem der bedeutendsten Kenner der Blutgefäßleiden, senkt Pektin den erhöhten Choleste­rinspiegel im Blut, der die Blutgefäßverkal­kung (Arteriosklerose) und die Entstehung des Herzinfarkts begünstigt. Es ist daher sehr zweckmäßig, Mispeln ebenso wie Äp­fel (3-4 Mispeln oder 2 Äpfel enthalten die täglich notwendige Menge von etwa 15g Pektin) in die Diät der Kreislauf- und Herz­ kranken einzufügen.
Prof. Dr. Heupke empfiehlt folgende Zu­bereitung für eine kurmäßige Verwen­dung:

1000g Mispeln werden mit 800g Zucker in 500g Wasser 45 Minuten gekocht und dann in Flaschen gefüllt. Einige Wo­chen lang nimmt man morgens auf nüchternen Magen 20ccm Saft.

Hauptwirkstoffe in 100g Frischsubstanz


Eiweiß
0,5g
Fett
0,03g
Kohlenhydrate
10,6g
Natrium
6mg
Kalium
250mg
Kalzium
30mg
Magnesium
11mg
Phosphor
28mg
Eisen
0,5mg
Vitamin C
2mg
Kalorien
42
Joule
178